12. Mai
Rating:3

Too much Meinung und Mutter

Ich hatte dem Titel zu urteilen ein Buch erwartet, welches mit Zahlen, Daten und Vergleichen aufzeigt wie teuer es ist eine Frau zu sein. Dies gelingt am Anfang ganz gut mit den Kapitelüberschriften, wie z.B. „Es kostet Zeit“ oder „Es kostet Freiheit“ und ich war über den anfänglichen Ansatz es nicht nur zu beziffern positiv überrascht. Leider durchzieht sich dies nicht konsequent durch das Buch. Im Laufe passen Überschriften und Inhalte nur noch annähernd zusammen. Besonders in der Buchmitte liegt der Fokus stark auf dem subjektiven Erleben der Schwangerschaft und Geburt der Autorin. Sicherlich auch ein wichtiger Aspekt was es kostet eine Frau zu sein, aber mir war die Thematik zu ausladend geschrieben. Insgesamt hatte ich ein allgemeingültigeres Buch erwartet, welches auf die ökonomischen und gesellschaftlichen Kosten von Frauen eingeht.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
14. Jan.
Rating:2

An sich nicht schlecht. Allerdings verfehlt der Titel meiner Meinung nach den Inhalt und erfüllt dementsprechend auch nicht die Erwartungen der lesenden Person. Da sich 3/4 des Buches um das Thema Mutterschaft dreht und dabei die Hürden und Schwierigkeiten dessen thematisiert, konnte ich persönlich nicht allzu viel mit dem Inhalt anfangen… Wäre mir dies vor Beginn des Kaufes bewusst gewesen, hätte ich auch auf diesen verzichtet. • 1/4 des Inhalts galt zwar auch den allgemeinen Umständen und den Benachteiligungen, die Frauen im Patriarchat aushalten (müssen), war allerdings auch nicht Neues für mich. —> wer sich allg. mit dem Thema Feminismus viel auseinander setzt, von der strukturellen Diskriminierung gegenüber allen “Nicht-cis-Männern” weiß und dazu Übergriffigkeit bereits selbst erfahren hat, lernt in dem Buch nicht wirklich was. + was ich allerdings interessant und aufwühlend fand, waren persönliche Erfahrungsberichte der Autorin. Vor allem als junge Leserin ist mir an mehreren Stellen aus Fassungslosigkeit die Kinnlade heruntergeklappt… + das Buch an sich ist optisch auch sehr schön Ich hab daraus v.a. nochmal mehr mitgenommen, dass ich jz noch so viel weniger Bock habe, jedesmal Kinder zu bekommen… 💪 Hell nah. Wenn man sich brennend für das Thema Mutterschaft interessiert, bald eine wird oder mit dem Gedanken spielt, für die ist das Buch sicherlich bereichernd. Kann man lesen, muss man aber nicht. Daher: 2/5 Sternen ⭐️⭐️

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
14. Dez.
Rating:4

Gutes Buch über Feminismus und Geschlechterrollen

Es ist definitiv sehr informationsreich und kommt mit vielen Beispielen. Manchmal fand ich es nicht neutral genug und zu fokussiert auf die Erfahrungen der Autorin. Trotzdem ist das Thema ein sehr wichtiges, und gut aufgearbeitetes. Wer die Bücher von Florence Given mag, mag dieses hier wahrscheinlich auch.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
22. Okt.
Rating:2.5

vielleicht ein anderer titel

vorweg: ich mag den schreibstil. lea joy friedl nimmt kein blatt vor den mund und das macht diese lektüre auch so erfrischend. und ich schließe mich auch einigen der vorherigen kritiken an, in denen es heißt, dass in dem buch nicht viel neues feministisches wissen drin steckt. das stimmt irgendwo, aber ich dachte dennoch häufig, dass das buch einen guten einstieg bietet, wenn man sich über feminsimus belesen will und einige fakten über die ungleichheit zwischen geschlechtern schwarz auf weiß, nachlesen möchte. jede lektüre über feminismus hat eine daseinsberechtigung - so auch diese. :) mich stört nur ein wenig der titel, denn ich würde meinen, dass 2/3 des buches um mutterschaft, schwangerschaft und geburt handelnt. im disclaimer betont die autorin, dass das buch auf eigenen erfahrungen beruht und sie nur davon sprechen kann. es wäre daher aus meiner sicht sinnvoller gewesen, diese erwähnung am anfang und nicht am ende des buches zu platzieren, wo es nicht untergeht und ein verständnis für die wahl des inhaltes erzeugt. natürlich hat es das trotzdem für mich als frau ohne kinder etwas bedeutungsloser gemacht, weil es wirklich viel um diese themen ging. ich hätte bei dem titel ‘was es kostet, ein frau zu sein’ einfach noch an viele weitere themen gedacht, die in den einzelnen kapiteln zu wenig, zu einseitig oder gar nicht besprochen wurden.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
5. Okt.
Rating:2.5

Lea Joy Friedel legt in ihrem Buch offen, wie tiefgreifend und vielschichtig die Kosten des Frauseins in unserer Gesellschaft sind – und das nicht nur im monetären Sinne. Sie zeigt, dass Frauen tagtäglich einen Preis zahlen: für Sicherheit, Selbstbestimmung, gesellschaftliche Akzeptanz und körperliche Unversehrtheit. Das Buch ist eine Mischung aus persönlicher Erzählung, feministischer Analyse und gesellschaftskritischem Essay. Friedel schreibt direkt, emotional und mit einem Gespür für Sprache und Wirkung. „Too Much“ ist ein Buch, das die unsichtbaren Lasten des Frauseins sichtbar macht. Es ist ein Aufruf zur Veränderung – nicht nur für Frauen, sondern für eine Gesellschaft, die gerechter sein will.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
26. Juli
Frausein = Muttersein? Ein bisschen zu eindimensional.
Rating:2.5

Frausein = Muttersein? Ein bisschen zu eindimensional.

Insgesamt nicht viel Neues für alle, die sich schon intensiver mit Feminismus, Patriarchat und struktureller Benachteiligung beschäftigt haben. Lässt sich relativ flüssig runterlesen, auch wenn einige Sätze aneinandergereiht wirken. Ich habe auch einige Seiten und Kapitel ausgelassen, da es mir zu sehr nach anderen Büchern klang. Was ich aber wirklich schade finde, ist die Verknüpfung Frausein = Muttersein. Nichts Schlimmes, aber ein Hinweis auf dem Klappentext bewahrt hier sicher vor der ein oder anderen Enttäuschung.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
17. Juni
Rating:2

Leider habe ich das Buch, nachdem ich mich eine zeitlang da durchgequält habe, abgebrochen — denn leider bin ich nicht die intendierte Audience, wie mir scheint.

Abgebrochen nach Seite 112 🚫 Die Autorin verspricht, sich in dem Buch damit zu beschäftigen, was es kostet, eine Frau zu sein — leider ist in diesem Buch Frausein gleichbedeutend mit Muttersein. Da mag sicherlich einiges Wertvolles bei sein für Mütter, die sich zudem frisch angefangen haben, mit Feminismus zu beschäftigen, aber für mich war das insgesamt leider nichts. Zudem ist der Schreibstil auch ein wenig zusammenhanglos und manchmal der Sprung von Satz zu Satz unsauber — es fühlte sich manchmal so, als würde man die ungefilterten Gedanken der Autorin lesen statt ein Sachbuch. Leider so garkeine Empfehlung.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
7. Feb.
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Rating:5

Schon mal was von Pink Tax gehört? Nein?! Sie ist der Grund dafür, dass rosafarbene Rasierer mehr kosten als das funktional identische Produkt für das Beste im Mann. Auf diese und ähnliche Weise werden Frauen finanziell stärker belastet, obwohl gleichzeitig schlechter bezahlt. Das muss diese sogenannte Milchmädchenrechnung sein. Dass Schönheitsideale Hand in Hand gehen mit Wirtschaftsinteressen, ist wohl mittlerweile jedem klar. Erst müssen wir ordentlich einkaufen, damit wir uns anschließend gut verkaufen können! Das für mich stärkste Zitat in diesem Zusammenhang stammt aus Laurie Pennys "Fleischmarkt": "If all women on earth woke up tomorrow feeling truly positive and powerful in their own bodies, the economies of the globe would collapse overnight." Doch dabei geht es bloß um die klar belegbaren Finanzen, die hier zu Buche schlagen. Kosten kann uns das Frausein noch einiges mehr: Karriere, Autonomie, Gesundheit, Würde, Freiheit und Zeit - um nur ein paar Faktoren zu nennen. Und kickt der misogyne Kapitalismus so richtig rein, stehen sämtliche unserer Konten permanent im Minus. Vor allem kostet das Frausein aber Kraft! Neben Schwangerschaften, möglichen Fehlgeburten, Entbindungen und "Jetzt-aber-flott-wieder-in-Vorbaby-Körper"-Rückbildungen kommen die monatlichen Strapazen und oftmals unangenehmen Symptome der Menstruation auf die Rechnung. Inklusive der tatsächlichen Kosten für Hygieneartikel. Die meisten Informationen und Fakten waren mir nicht neu. Wer sich mit feministischer Literatur beschäftigt, wird zwangsläufig auf Wiederholungen treffen. Aber dieses Buch bündelt vieles, was wir über die verschiedensten Gender Gaps wissen müssen, so dass es für mich in jede Bibliothek gehört, die sich mit Gleichstellung, Feminismus und gesellschaftlicher Gerechtigkeit auseinandersetzt. Durch die Schilderung eigener Erfahrungen, die sie schonungslos mit uns teilt, verleiht Friedel ihrem Werk besonderen Nachdruck.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
16. Dez.
Rating:2

Wer eine gute Zielgruppe für dieses Buch ist? Ich denke: Jungmütter im konservativen Umfeld, die erstmals neugierig sind, patriarchale Gesellschaftsstrukturen in Frage zu stellen. Für wen sich es sich aus meiner Sicht nicht so gut eignet? Erstens für alle, die keine Mütter sind. Der Untertitel "Was es kostet, eine Frau zu sein" hat mich in die Irre geführt. Im Buch erfolgt eine permanente Gleichsetzung von Frauen und Müttern. Diese Gleichsetzung durch patriarchale Strukturen wird zwar mehrfach im Buch kritisiert, gleichzeitig aber weiter verfolgt. Zweitens für jene, die sich Theorie und Tiefe jenseits eines differenzfeministischen Ansatzes erwarten. Drittens für jene, die sprachsensibel sind. Beispiel gefällig? Der Begriff "Fehlgeburt" wird in einem Absatz kritisiert, weil er einen "Fehler" impliziert und stattdessen "Schwangerschaftsverlust" als Alternative vorgeschlagen. Warum dann in den folgenden Absätzen und Kapiteln weiterhin der Begriff "Fehlgeburt" verwendet wird, hat sich mir nicht erschlossen. Dennoch: Danke für den Denkanstoss zu "Schwangerschaftsverlust", das ist das einzige, was ich aus dem Buch neues mitnehme. Und viertens auch nicht für jene, die sich Lösungen oder zumindest Ideen für Lösungen erwarten. Der Titel hält, was er verspricht. Das Buch liefert eine Analyse des "Too much". Fazit: Ist also inhaltlich alles schlecht, was drin steht? Nein, das nicht. Aber es liest sich so, wie wenn ich einem Rant einer feministischen Mutter am Stammtisch zuhören würde. Da ist zwar viel Wichtiges, Richtiges und Nachvollziehbares drin, der Neuigkeitenwert bleibt aber für mich überschaubar.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
4. Okt.
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Rating:5

»Vielleicht geht es nicht darum zu versuchen, alte Systeme mit dem Flammenwerfer zu vernichten, um ein neues aufzubauen. Vielleicht geht es vielmehr darum, uns mit neuen Innovationen und Ideen progressiv aus einem System zu lösen, das in Zukunft nicht mehr alternativlos sein wird« (S. 216). In zehn Kapiteln beschreibt Lea Joy Friedel was es kostet eine Frau zu sein. Die Themen sind hierbei breit gestreut – es kostet Vielfalt, Selbstvertrauen, Geld, Autonomie, Identität, Gesundheit, Würde, Freiheit, Zeit und körperliche Unversehrtheit. Das Buch zeigt auf, dass Frauen durch unser kapitalistisches und patriarchales System benachteiligt werden. Dabei geht die Autorin immer wieder auf ihr eigenes Erleben ein. Sie bringt ihre Erfahrungen als Fallstudie ein und untermauert diese mit Zahlen und Fakten anderer Quellen. Die persönlichen Berichte von Lea Joy Friedel zu lesen sind krass und dienen auch der thematischen Ausrichtung des Buches. Für ihre Schilderungen möchte ich ihr mein Mitgefühl und meinen Respekt aussprechen. An vielen Stellen bin ich dankbar für ihre Offenheit und merke – ich bin mit manchen Themen nicht alleine, kein Einzelfall. Anderen Frauen ist das auch passiert und doch steht bei vielen Themen das Tabu an erster Stelle. Es wird Zeit, dass wir uns solidarisieren. Auch hier spricht die Autorin ein wichtiges Thema an und lässt die Leser:innenschaft an ihren Gedanken und Erfahrungen teilhaben: internalisierte Misogynie. Lea Joy Friedel reflektiert über ihre eigenen internalisierten misogynen Denkmuster und wie sie es geschafft hat, diese abzulegen. Das Buch liest sich wie ein Brennglas unserer Gesellschaft. Es reproduziert zwar die herrschende Meinung und einen erschreckenden Ist-Zustand, in dem wir uns befinden. Doch hier geht Lea Joy Friedel einen Schritt weiter und liefert nicht nur eine Aufzählung und Analyse unserer gesellschaftlichen Probleme, sondern zeigt auch umsetzbare Wege und somit Lösungen auf, wie wir uns verändern können. Ihre Empfehlungen sind durch ihre Recherche untermauert. Die Autorin nutzt auch hier Zahlen und Fakten, um beispielsweise auf Lösungsansätze, die in anderen Ländern erfolgreich genutzt werden, aufmerksam zu machen. Ihr Blick bleibt dabei stets kritisch: »In Spanien wurde 2023 als erstem europäischen Land ein gesetzlicher Menstruationsurlaub eingeführt. Was als feministischer Moment gefeiert wurde, kann jedoch auch zur Diskriminierung von Frauen führen« (S. 69). Ein sehr informatives Sachbuch, dass den richtigen Ton trifft. Lea Joy Friedel legt nicht nicht nur den den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft, sondern stellt auch konkrete Forderungen, denen wir als Privatpersonen nachkommen können und welche Stellschrauben auf institutioneller Ebene angepasst werden müssen! CN: körperliche und sexuelle Gewalt, Essstörungen, Gewalt im Kreissaal, Schwangerschaftsabbrüche und -verluste, Kindesmissbrauch, Femizide, Autoaggressionen.

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam
28. Sept.
Rating:2

Ein Buch, das ich nicht gebraucht hätte. Viele Anekdoten, die man so oder so ähnlich schon zigfach gelesen hat - wobei ich viele Erfahrungen teile, grade was Gewalt angeht. Und ich wünsche mir natürlich, das wäre uns allen nicht passiert. Der Feminismus fühlt sich hier an wie vor 10 Jahren und ist ziemlich basic. Für mich war nichts Neues dabei, aber wenn man keine Berührungspunkte mit dem Thema hat und das zufällig das erste Buch ist, das man überhaupt dazu liest, mag es okay sein. Leider sind da aber auch so komische Anwandlungen drin. Zum Beispiel findet es die Autorin ja ganz schlimm, dass man “alter weißer Mann” als Abwertung benutzt. Sie tut so, als wäre uns das Patriarchat von irgendeiner diffusen Macht auferlegt worden und nun leiden die armen, armen Männer ganz doll. Dass sie sich das selbst eingebrockt haben und bis heute nicht loslassen wollen, lässt sie weg. Sie will außerdem nicht, dass Menschengruppen für alles verantwortlich gemacht werden und nennt dann unter anderem als Beispiele sowohl Arbeitslose als auch Reiche - als wäre das nur irgendwie vergleichbar. Als würden Reiche nicht Menschen, Tiere und Natur ausbeuten. Als würden sie nicht ihr Geld für Einflussnahme auf Politik und in manchen Fällen sogar zum Schaden der Demokratie (und Geschlechtergerechtigkeit!) nutzen. Es gibt auch so komische Sätze wie: “Ich rede hier bewusst von einem Faktor, der im Feminismus gerne ausgegrenzt wird: das Alter.” Welcher Feminismus soll das sein? In allem, was ich so konsumiere, ist das Alter immer wieder Thema, in Podcasts sogar mit special Folgen. Dass Frauen unsichtbar werden, wenn sie altern, habe ich an verschiedenen feministischen Stellen gehört und gelesen, wieder und wieder. Warum tut die Autorin also so, als wäre sie eine der Wenigen, die darüber schreibt? Die Frage ist halt auch, wie ernst ich es nehmen kann, The Kardashians oder The real Housewives of Beverly Hills als “hochwertige Dokumentationen” zu bezeichnen (hab nichts dagegen es zu mögen, aber dass das scripted ist und nur Ausgewähltes gezeigt wird, sollte allen klar sein). Da kommt dann auch immer wieder der Girl-Boss-Feminismus durch, der Frauen unkritisch für Reichtum feiert und allen anderen Neid unterstellt. Völlig weird, dass ich das 2024 noch lesen muss. “Es bringt niemandem etwas, wenn man als Frau arm bleibt, nur um nicht am System der Ungleichheit zu partizipieren - wir sind eh schon mittendrin.” Also erstmal sagt keiner, dass man arm bleiben muss, wenn man eine Möglichkeit raus hat. Trotzdem dachte ich immer, das Ziel ist der Umsturz des Systems. Stattdessen wird ordentlich gestichelt und die Neidkeule geschwungen, während Gier mal wieder ignoriert wird. Und dann spricht die Autorin später vom kapitalistisch vernebelten Feminismus… kann man sich nicht ausdenken. Ansonsten geht's noch um Schwanger- und Mutterschaft, Periode und Verhütung, Schwangerschaftsabbrüche, Gender-Pay-Gap, Tradwives, Gewalt… und obwohl viel Richtiges und Wichtiges dabei ist, habe ich auch das alles so schon oft und vor allem besser formuliert gelesen. Für mich gab es einfach keinen Mehrwert, was ich sehr schade finde. Aber noch was Lustiges: Verona Pooth (die im Buch erwähnt wird) bekommt von der Autorin einfach den Namen Veronica verpasst. Da musste ich schmunzeln. Und dann habe ich extra nachgeguckt, ob Verona vielleicht eine Abkürzung für Veronica ist, aber nein. Sie heißt wirklich so - benannt nach der italienischen Stadt, in der ihre Oma geboren wurde. Wie cool. Hab ich doch noch was gelernt. :)

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein
Too Much! Was es kostet, eine Frau zu seinby Lea Joy FriedelLeykam