27. Jan.
Erschreckend gut & aktuell.
Rating:4.5

Erschreckend gut & aktuell.

Was lässt du alles mit deiner Familie machen, wenn die Regierung es so beschließt? Was kannst du alles ertragen? Wann beginnst du dich zu wehren? Ist es irgendwann dafür schon zu spät? Auch wenn die ersten Seiten merkwürdig waren, hat das Buch mich in einen schweren Bann gezogen und bis zur letzten Seite tief bewegt.

Perfekte Menschen
Perfekte Menschenby Andrea GrillLeykam
15. Juni
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Andrea Grill präsentiert in "Perfekte Menschen" eine dystopische Geschichte, die den Widerstand in einer technokratischen Welt thematisiert. In einer von Technik regierten Gesellschaft, in der die Natur vollständig kontrollierbar geworden ist, wird Michael im albanischen Mat geboren. Ein tragischer Vorfall in seiner Kindheit führt zu einem Volksbegehren, das die Trockenlegung aller Flüsse fordert, um zukünftige Ertrinkungsunfälle zu verhindern. Im Alter von acht Jahren wird Michael entführt und seiner Familie entrissen – ein Schicksal, das viele Kinder seiner Generation teilen. In einem Camp für Jugendliche soll ihm jegliche Erinnerung an seine Herkunft ausgetrieben werden und er wird unter dem neuen Namen Balaban Badera zu einem modernen Krieger erzogen. Doch Balaban zeigt Widerstand und widersetzt sich der Indoktrination, die ihn seiner Identität berauben soll. Andrea Grill ist mit "Perfekte Menschen" eine fesselnde Dystopie gelungen, die auf unerwartete Weise mit den Erwartungen der Leser*innen spielt. Gekonnt greift sie den albanischen Mythos um Ballaban Badera auf und verwebt diesen in ein düsteres Zukunftsmärchen. Die Grenzen zwischen echter und künstlicher Welt verschwimmen zunehmend und lassen die Leserschaft, wie auch den Protagonisten Michael, an der Realität zweifeln. Grill entfaltet diese Geschichte mit einer erzählerischen Kraft, die selbst die kleinsten und existenziellsten Dinge mit poetischer Sorgfalt beleuchtet. Die Transformation von Michael zu Balaban und sein innerer Widerstand werden intensiv und bewegend geschildert, wodurch der Roman für eine tiefgreifende Reflexion über Identität, Freiheit und Widerstand gegen oppressive Systeme sorgt. Ein lesenswerter Roman für alle, die Dystopien und anspruchsvolle Literatur schätzen. Das grandiose Cover stammt übrigens von Raúl Soria.

Perfekte Menschen
Perfekte Menschenby Andrea GrillLeykam
24. Apr.
Rating:2.5

Die Verwirrung ist verwirrt

Ich weiß nicht, welche Zielgruppe hier angesprochen werden soll. Jedenfalls ist es kein Crowdpleaser, sondern eine echte Nische. Insgesamt vermittelt das Buch einige wertvolle Messages und es lassen sich schöne Zitate daraus entnehmen. Aber es hat sich eher schwer lesen lassen, da es so wirr geschrieben ist. Es wechselt in der Erzählperspektive unwillkürlich aus der 3. in die 1. Person. Der Lesefluss wurde für mich dadurch sehr gestört. Nichtsdestotrotz hat die inhaltliche Geschichte Potenzial. Das Ende habe ich leider gar nicht verstanden. Ich habe das Gefühl, man müsse das Buch ein weiteres Mal lesen, um alles verstehen zu können, weil so vieles zwischen den Zeilen kommuniziert wird. Daher ist es kein Easy-Read für Zwischendurch, sondern für Personen gemacht, die gerne literarirische Passagen interpretieren.

Perfekte Menschen
Perfekte Menschenby Andrea GrillLeykam
24. Apr.
Rating:2

Grill wartet mit einer sehr spannenden Grundprämisse auf, und spielt sie überhaupt nicht aus.

Europa in der Zukunft. Eigene Länder gibt es fast nicht mehr, genauso wenig wie Menschen, die reisen. Die Technik hat die Macht gewonnen, immer noch gelenkt von Menschen, was genau sie damit machen, wird nicht klar. Gleichzeitig verschwinden Kinder. Genauer gesagt, Jungen. Werden entführt und in ein Camp gebracht, wo sie den gesamten Tag Filme schauen, sich gegenseitig verprügeln müssen, wenn sie weinen und so, das erklärt das Buch nie, nicht nur perfekte Menschen, sondern auch Soldaten erziehen soll; aber welche, die nicht tatsächlich in den Krieg ziehen. Grill ist unspezifisch und vage in der Zukunftswelt, die sie geschaffen hat. Vielleicht, um es den Leser*innen zu überlassen. Für mich entstehen dadurch nur Fragen. Bei so vielen Entführungen, warum gibt es keine Sicherheitssysteme für Häuser? So etwas wie eine Polizei scheint es nicht mehr zu geben und Waffen, die später als Relikt der Vergangenheit erklärt werden, sind aber bei den Entführern ganz normal. Für mich sind das alles Logiklöcher, die nichtmal durch einen interessanten Plot gefüllt werden. Michael sitzt für den Großteil des Romans im Camp und schaut Filme und wird verprügelt. Hä? Außerdem hat es ein extrem unbefriedigendes Ende, was zum mangelhaften Umgang mit den Charakteren passt.

Perfekte Menschen
Perfekte Menschenby Andrea GrillLeykam