Ein Tagebuch, welches nicht nur Einträge von denjenigen enthält, die reingeschrieben haben... (Rezensionsexemplar)
Unsichtbare Wurzeln von Adrian Mirsa erzählt in drei Kapiteln die Geschichten unterschiedlicher Protagonist:innen, die alle auf dasselbe alte, vergilbte Tagebuch stoßen. Beim Lesen geschehen jedoch merkwürdige Dinge: Nicht nur die bereits geschriebenen Worte erscheinen auf den Seiten, sondern plötzlich auch Gedanken und Sätze der jeweiligen Leser:innen – obwohl diese nie selbst etwas hineingeschrieben haben. Kurz darauf verschwinden die neuen Zeilen wieder spurlos. Mit der Zeit entwickelt das Tagebuch eine beinahe unheimliche Anziehungskraft, der sich die Figuren kaum entziehen können. Gleichzeitig werden sie immer wieder von Träumen über den rechtmäßigen Besitzer des Buches verfolgt, der sein Eigentum zurückfordert. Die Grundidee der Geschichte fand ich wirklich interessant und stellenweise auch atmosphärisch erzählt. Dennoch konnte mich der Text emotional leider nicht ganz erreichen oder dauerhaft fesseln. Durch die Kürze der Geschichte mit nur 92 Seiten blieb für mich manches zu oberflächlich, wodurch ich keine wirkliche Bindung zu den Figuren aufbauen konnte. Trotzdem hat das Buch eine spannende und mysteriöse Grundstimmung, die Leser:innen ansprechen könnte, die kurze, düstere Geschichten mit übernatürlichen Elementen mögen
