
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht! Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, nicht einfach nur eine Geschichte zu lesen, sondern jemandem zuzuhören, der ehrlich und ungefiltert aus seinem Leben erzählt. Philipp W. Wilhelm schreibt hier nicht einfach nur eine Coming-of-Age-Story über queere Identität, Freundschaft, Familie und das Erwachsenwerden ... vielmehr fühlt sich alles so echt, roh und nahbar an, dass man komplett in Johannes’ Gedankenwelt eintaucht. Besonders Johannes als Protagonist fand ich wahnsinnig stark geschrieben. Seine Unsicherheiten, seine Gefühle und dieses ständige innere Ringen wirken nie überdramatisiert, sondern einfach menschlich. Genau das hat ihn für mich so greifbar gemacht. Was mir außerdem unglaublich gut gefallen hat, war dieses Netz aus Nebencharakteren. Jede Figur hatte ihre eigene Präsenz und hat etwas zur Geschichte beigetragen. Manche Charaktere habe ich sofort ins Herz geschlossen, andere konnte ich kaum ertragen — aber genau das macht das Buch so lebendig. Niemand fühlt sich eindimensional an und alles greift wunderbar ineinander. Auch atmosphärisch hat mich das Buch komplett abgeholt. Diese Mischung aus Nostalgie, Verletzlichkeit, Geborgenheit und gleichzeitig unterschwelliger Schwere zieht sich durch die gesamte Geschichte. Und obwohl das Buch insgesamt eher ruhig erzählt wird, hat es mich gegen Ende emotional wirklich nochmal erwischt 🥺 Für mich ein unglaublich besonderes, sensibles und berührendes Buch über Identität, Erinnerung, Familie und die Spuren, die Menschen in unserem Leben hinterlassen 💙




