Die etwas andere „Gute Nacht“ Geschichte
Der Klappentext des Buches hat mich total angesprochen und neugierig gemacht. Die Idee, ein Magiesystem zu erschaffen, in dem die Macht auf 13 Schwestern aufgeteilt ist und von ihnen geschützt werden muss, finde ich spannend. Der Aspekt wurde innerhalb der Geschichte gut aufgegriffen und ausgearbeitet. Es war für mich weitestgehend nachvollziehbar, wie es dazu kam und warum den Schwestern ihre Aufgabe zuteil wurde. Was mir außerdem gut gefallen hat, war die Gestaltung der Welt. Auf Ladinas Reise kommen wir durch ganz verschiedene Landschaften und treffen auf unzählige Wesen. Meistens hat sich die Beschreibung der einzelnen Orte für mich sehr fantastisch und gemütlich angehört. Ich hätte mir hier aber durchaus mehr Beschreibung und Detail gewünscht. Genauso wie bei deren Bewohnern. Es werde zwar viele verschiedene Wesen benannt, aber nur auf die wenigsten wirklich eingegangen. In der Regel erfahren wir eine grundlegende Eigenschaft, die für die Situation relevant ist, eine Beschreibung darüber hinaus bleibt aber leider aus, sodass ich sie mir nie wirklich vorstellen konnte. Hier wurde für meinen Geschmack das durchaus vorhandene Potential nicht ausgeschöpft. Daraus resultiert für mich eine relativ einfache und deutlich weniger Komplexe Welt als ich erwartet habe. Den Schreibstil habe ich dazu passen auch als eher leicht, dafür aber sehr schnell lesbar wahrgenommen. Zwischendurch hatte ich immer wieder das Gefühl, dass sich das Buch wie eine Gute Nacht-Geschichte oder ein Märchen ließt, das man vielleicht sogar seinen Kindern vorlesen könnte sofern sie etwas älter sind. Die Geschichte hatte durchaus aus ihre grausame und expliziten Stellen (eher weniger für Kinder geeignet), die für mich manchmal im Kontrast zur ansonsten eher sachten Erzählweise standen. Was mich leider doch sehr gestört hat, waren die vielen Wort- und Informationswiederholungen sowie die Tatsache, dass sehr viel mit rhetorischen Fragen bzw. mit Fragen gearbeitet wurde, die sich nur im Kopf der einzelnen Charaktere abspielen. Die Handlung an sich fand ich aber dennoch unterhaltsam. Die verschiedene POVs haben dazu beigetragen, Abwechslung zu schaffen und am Ende verschiedene Handlungsstränge geschickt zusammen zu führe. Auch, wenn ich das Gefühl habe, nach dem Ende noch offene Fragen zu haben und ich z.T die Motivationen der Protagonist*innen nicht 100% greifen konnte. Viele Infos muss man als Leser*in einfach als gegeben annehmen. Wenn man sich darauf einlässt, macht es aber Spaß. Die Plots lassen sich ableiten, wenn man regelmäßig Fantasy liest. Ich würde aber sagen, dass „die wandelnden Schwestern“ ein sehr gutes Buch für Einsteiger*innen oder eine jüngere Zeilgruppe ist, die vor allem Lust auf eine kurzweilige Heldinnengeschichte und Themen wie Freundschaft, Mut und Zusammenhalt haben.









