„Willkommen im Hotel Montesteni” liest man nicht, man erlebt es!
„Willkommen im Hotel Montesteni” liest man nicht, man erlebt es. Das trifft es bei diesem Buch sehr gut. Die skurrilen Charaktere, das Setting und die ein oder andere Überraschung machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem. Angefangen bei Martin, dem neuen Concierge des Hotel Montesteni, der ein kleiner Choleriker ist, was aber regelmäßig für einige Lacher sorgt. Seine Entwicklung im Laufe des Buches ist die größte und er wächst dem Leser sehr schnell ans Herz. Aber auch sein Chef und die göttlichen Gäste sind immer wieder zum Schmunzeln. Die vergessenen Götter haben alle so ihre Eigenarten und Martin macht aus allem das Beste, oft genug auch gegen die Anweisung seines Chefs, was aber verblüffend gut funktioniert. Trotzdem steht er immer wieder vor dem Rätsel, wie er die Wünsche der Götter befriedigt. Manche Götter sind Martin zugewandter als andere, aber es gibt einen Gott, vor dem Martin sich in Acht nehmen muss. Aber schafft er das auf Dauer? Und was passiert, wenn Martin ihm begegnen wird? Aber auch ohne diesen Gott hat Martin genug zu tun und wenn man denkt, es kann nicht noch kurioser werden, dann wird man vom Gegenteil überzeugt. Ich mochte die Dynamik der Charaktere sehr gern und es hat dem Buch seinen speziellen Touch gegeben. Ein kleines Highlight waren die verzauberten Holzpuppen, die mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. So unbedeutend es klingt, die Mannequins haben das Buch noch ein bisschen besonderer gemacht. Auf das angekündigte schwere Verbrechen muss man jedoch etwas länger warten, aber wenn es dann mal geschehen ist, dann zieht die Spannung nochmal an und gibt dem Buch zusätzlichen Schwung. Das Ende war angenehm schlüssig und hat mich nicht unzufrieden zurückgelassen. Einzig die Dauer bis zu diesem Ereignis könnte man als Kritikpunkt anbringen, da es vorher kleine Längen entwickelte. Der Schreibstil von Autor ist sehr angenehm, bildhaft und leicht zu lesen, was das Buch auch perfekt für spätere Stunden macht. Wer ein skurrilies Buch sucht, das manchmal gruselig und gleichzeitig lustig ist, der sollte ins Hotel Montesteni einchecken.







