19. Mai
Rating:5

Wir wissen alle das der Feminismus im letzten Jahrhundert viele Erfolge gefeiert hat doch es aus der Sicht einer Frau zu lesen die vor hundert Jahren gelebt hat, war doch noch mal anders bewegend. Es macht demütig und gibt einem das Bewusstsein das es unsere Pflicht ist unsere Freiheiten festzuhalten und nie wieder her zu geben

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
10. Mai
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Rating:5

Ein Buch, das mich so schnell nicht loslässt. 💜 „Ein Zimmer für sich allein” war unser letztes Buchclub-Highlight – und was für eines! Virginia Woolf stellt darin eine Frage, die so simpel klingt und gleichzeitig so viel aufmacht: Was braucht eine Frau eigentlich, um erfolgreich schreiben zu können? Ihr Fazit: ein eigenes Einkommen. Und ein eigenes Zimmer. Was mich wirklich überrascht hat – der Essaystil macht das Ganze unglaublich leicht lesbar. Kein schwerer, verstaubter Klassiker-Vibe, sondern eine Stimme, die direkt mit dir spricht. Fast wie ein kluges Gespräch unter Freundinnen. 🗣️✨ Und das Erschreckende? Woolf hat das 1929 geschrieben – und so vieles davon ist heute noch genauso aktuell. Ich hab das Buch mehrmals weglegen müssen, um das Gelesene erstmal sacken zu lassen. Diese Frau war ihrer Zeit einfach weit, weit voraus. 🌿 Ich glaube, ich werde noch lange über dieses Buch nachdenken. Absolute Leseempfehlung – ob alleine oder im Buchclub, das ist ein Buch zum Diskutieren, Unterstreichen und immer wieder Zitieren. 📖💛 Habt ihr es schon gelesen? Was hat euch am meisten beschäftigt? Schreibt es mir in die Kommentare! 👇

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
3. Mai
Rating:2.5

Feministischer Klassiker mit Distanz

ohne Frage ein wichtiger feministischer Klassiker und gerade im historischen Kontext beeindruckend relevant. Viele Gedanken darin wirken bis heute aktuell und man merkt, warum das Buch einen so großen Einfluss hatte. Gleichzeitig fiel mir der Zugang allerdings ziemlich schwer. Die Sprache und vor allem der Satzbau waren für mich oft anstrengend und haben den Lesefluss erschwert. Dadurch konnte mich das Buch emotional und inhaltlich weniger packen, als ich es eigentlich erwartet hatte. Trotzdem war es spannend, diesen Klassiker einmal gelesen zu haben und sich mit seinen zentralen Gedanken auseinanderzusetzen.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
5. Apr.
Rating:4

Seit langem mal wieder ein älterer Klassiker. Virginia Woolfs Sprache ist beeindruckend aber zeitweise auch sehr anspruchsvoll, sodass ich manche Passagen mehrmals lesen musste. Obwohl vor fast 100 Jahren geschrieben ist der Text (leider) nach wie vor aktuell. Mit vielen Gedanken von Viginia Woolf konnte ich nicht viel anfangen, da es viel um literarische Stile, Textformen etc. geht und ich mich damit noch nie beschäftigt habe. Trotzdem 4 Sterne, da viele Aussagen und Zitate aktuell, zutreffend und bedeutend sind, dass ich sie auf jedem Fall in Erinnerung behalten werde.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
26. März
Rating:4

War echt mal total was anderes für mich. So ohne richtige Handlung, sondern nur ein langes Essay. War wirklich als wäre man in ihrem Kopf. Aber ich fand es SEHR gut. Sie schreibt so poetisch und schön und ich fand’s cool dass es mich so viel zum nachdenken gebracht hat!!!

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
24. März
Rating:5

„Ohne Selbstbewusstsein sind wir wieder alle Säuglinge in der Wiege. Und wie können wir dieses ebenso unberechenbare wie unbezahlbare Gut am schnellsten erlangen? Indem wir daran glauben, dass uns andere unterlegen sind.“

Dass ich das Buch jetzt erst gelesen habe, ärgert mich was ein bisschen. Treffsicher beschreibt Woolf, wie nötig materielle und räumliche Ressourcen sind, um künstlerische Fähigkeiten überhaupt erst entwickeln und ausleben zu können. Der typische Stil, Stream of Consciousness, ist auch in diesem Essay zu finden. Ich muss mich immer erst an diesen Schreibstil gewöhnen. Natürlich sind einige Ansichten etwas veraltet, im Kern beschreibt Woolf aber zeitlos wirkende Dynamiken des Patriarchat.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
22. März
„Man kann nicht gut denken, gut lieben, gut schlafen, wenn man nicht gut gegessen hat.“
Rating:2.5

„Man kann nicht gut denken, gut lieben, gut schlafen, wenn man nicht gut gegessen hat.“

Ich versuche immer mal wieder, meine Komfortzone zu verlassen und auch Klassiker zu lesen, einfach um mich selbst ein bisschen herauszufordern. Dieses Mal war es Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf und was soll ich sagen, es war eher schwierig für mich. Ich habe total oft gemerkt, dass ich zwar lese, aber gedanklich komplett abschweife und eigentlich gar nichts richtig aufnehme. Der Schreibstil hat es mir echt nicht leicht gemacht, dranzubleiben. Inhaltlich fand ich den Ansatz natürlich wichtig, die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, gerade in der Literatur. Aber für mich hat es sich teilweise so angefühlt, als würde sehr weit ausgeholt werden, um etwas zu erklären, das leider irgendwie auf der Hand liegt, besonders für die damalige Zeit. Trotzdem finde ich es spannend, solche Bücher zu lesen, einfach um neue Perspektiven mitzunehmen, auch wenn sie mich nicht komplett abholen.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
15. März
Rating:5

"Frauen haben in all diesen Jahrhunderten als Spiegel gedient, ausgestattet mit der magischen und kostlichen Kraft, die Gestalt des Mannes doppelt so groß wiederzugeben. Ohne diese Kraft wäre die Erde sicher noch Sumpf und Dschungel", bemerkte Virginia Woolf. "Das Abbild im Spiegel ist von höchster Wichtigkeit, weil es die Lebenskraft auflädt, es stimuliert das Nervensystem. Nimm es weg, und der Mann könnte sterben, wie der Drogensüchtige, dem das Kokain entzogen wird." (Seite 51)

Dies ist meine erste Erfahrung mit Virginia Woolf und ich muss gestehen, ich war sehr beeindruckt. Sogar so beeindruckt, dass ich zwischendurch immer wieder den Faden verloren habe, da meine Gedanken sich unaufhaltsam über die Analysen, die Virginia aufstellt, selbstständig machten. Und bitte versteht es nicht so, dass es langweilig war, sondern ganz im Gegenteil! Durch dieses Buch verstand ich mehr über Feminismus als jedes andere was ich bisher gelesen habe unter anderem auch warum es keine Gleichstellung gibt. Virginia hinterfragt hier klug mit einer prise Witz, offen sowie zwanglos, warum es bis zum 18ten Jahrhundert so wenig Wissen über Frauen gab und warum Männer soviel über Frauen schreiben aber Frauen nicht über Männer. Sie nimmt uns an die Hand durch die Epochen, durch die berühmten Schriftsteller und mit ihrer These warum es früher keine Schriftstellerinnen gab. Hier ein Auszug der Seite 42 "Hier holte ich Luft und ergänzte, aber nur am Rand: Warum sagt Samuel Butler: "Weise Männer sagen nie, was sie über Frauen denken"? Weise Männer reden offenbar über nichts anderes. Aber, fuhr ich fort, lehnte mich in meinem Stuhl zurück und sah zur gewaltigen Kuppel auf, unter der ich ein einzelner, aber inzwischen schon ziemlich gequälter Gedanke war, bedauerlich daran ist, dass weise Männer nie alle das Gleiche über Frauen denken. Hier ist Pope: Die meisten Frauen haben keinerlei Charakter. Und hier ist La Bruyère: Frauen sind Extreme; sie sind besser oder schlechter als die Männer ein direkter Widerspruch zweier scharfsinniger Beobachter, die Zeitgenossen waren. Sind Frauen zur Bildung fähig oder unfähig? Napoleon hielt sie für unfähig. Dr. Johnson dachte das Gegenteil. * * "Männer wissen, dass Frauen ihnen überlegen sind, und deshalb suchen sie sich die schwächsten oder die dümmsten aus. Wenn sie anders dächten, hätten sie keine Angst davor, dass Frauen genauso viel wissen, wie sie selbst. ... " Boswell, The Journal of a Tour to the Hebride" Dabei wenn wir uns die beiden Männer betrachten James Boswell und Napoleon - wissen wir, warum beide so unterschiedlich dachten. Wer keine Scheu vor Virginias Welt (Gedanken) hat, dem kann ich es nur empfehlen.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
15. März
Rating:5

Manche Bücher sind ihrer Zeit weit voraus und bleiben gerade deshalb zeitlos.

Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf gehört zweifellos dazu. Der Essay aus dem Jahr 1929 ist ein kluger, eleganter und zugleich überraschend aktueller Text über Literatur, Kreativität und die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sie entstehen kann. Ausgehend von der scheinbar einfachen Frage, warum es in der Literaturgeschichte so wenige große Schriftstellerinnen gegeben hat, gelangt Woolf zu einer ebenso klaren wie eindringlichen Erkenntnis: Frauen fehlten über Jahrhunderte hinweg die grundlegenden Voraussetzungen für schöpferisches Arbeiten, finanzielle Unabhängigkeit, Bildung und ein eigener Raum zum Denken und Schreiben. Besonders eindrucksvoll wird Woolfs Argument in einer Passage, in der sie ein Gedankenexperiment entwirft: „Nehmen wir einmal an, dass Männer in der Literatur nur als Geliebte von Frauen, nie als Freunde von Männern, nie als Soldaten, Denker oder Träumer auftauchen würden. Wie wenig bliebe dann noch von den Dramen Shakespeares übrig? Was wäre der Literatur damit angetan? Uns bliebe vielleicht noch das meiste von Othello und ein gutes Stück von Antonius, doch wir hätten keinen Cäsar, keinen Brutus, keinen Hamlet, keinen Lear, keinen Jacques. Die Literatur wäre in unglaublichem Maße beraubt, sowie sie wahrscheinlich jenseits alles Denkbaren beraubt ist durch die Türen, die man den Frauen vor der Nase zugeschlagen hat.“ Mit dieser Umkehrung zeigt Woolf eindrucksvoll, wie einseitig Frauen lange Zeit in der Literatur dargestellt wurden. Während männliche Figuren als Helden, Denker und tragische Gestalten auftreten dürfen, wurden Frauen oft auf wenige Rollen reduziert. Die Folge ist nicht nur eine verzerrte Darstellung von Frauen, sondern eine ärmere Literatur insgesamt. Gerade darin liegt die anhaltende Bedeutung dieses Essays. Woolf macht deutlich, dass kulturelle Vielfalt und Gleichberechtigung nicht nur gesellschaftliche Ideale sind, sondern auch eine Voraussetzung für eine reiche und vielfältige Literatur. Wenn ganze Perspektiven fehlen, verliert die Kultur einen Teil ihrer Möglichkeiten. Ein Zimmer für sich allein ist deshalb weit mehr als ein literaturkritischer Essay. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, dass kreative Stimmen Raum brauchen und dass eine gerechtere Gesellschaft auch eine reichere, vielstimmigere Kultur hervorbringt.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
6. März
Rating:4

Die Notwendigkeit von finanzieller Unabhängigkeit und Raum, um frei denken und schreiben zu können.

Das beschreibt es für mich am treffendsten, was Frauen jahrhundertelang meist verwehrt war. Es wurde ihnen auch wenig mehr zugetraut außer sich um Haushalt und Familie zu kümmern. Spannend fand ich, dass mit Einführung des Wahlrechts für Frauen bereits dies von Männern als Bedrohung angesehen wurde. Das ist heute nicht so viel anders und gern werden bereits eingeführte Diversity-Programme eingestampft. Auch hierdurch fühlen sich viele „bedroht“. Wo kommen wir denn hin, wenn es gerechter zugeht in der Welt? 😆 Das Hörbuch hat mir gut gefallen. Und dieses Zitat war mein Highlight „Deshalb möchte ich Sie bitten, alle möglichen Arten von Büchern zu schreiben, bei keinem Thema zu zögern, sei es noch so banal oder unüberschaubar. Ich hoffe, dass Sie sich unter allen Umständen genug Geld beschaffen können, um zu reisen und zu ruhen und über die Zukunft oder die Vergangenheit dieser Welt nachzudenken, über Bücher ins Traumen zu geraten und an Straßenecken herumzulungern und die Angelschnur der Gedanken in den Strom zu tauchen. [...]

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
3. März
Rating:5

Es ist zwar nicht super originell, die Klassiker zu reviewen, von denen jeder weiss, dass sie gut sind, aber das hier hat mir wirklich richtig gut getaugt! Es ist trotz des ernsten Themas super witzig und ironisch geschrieben und liest sich wirklich wie eine überzeugend recherchierte und poignant formulierte Abhandlung zu jede Menge feministischer Fragen, die immer noch super relevant sind.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
21. Feb.
Eine Frau benötigt zwei Dinge, um schreiben zu können: „Geld und ein Zimmer für sich alleine“.
Rating:4

Eine Frau benötigt zwei Dinge, um schreiben zu können: „Geld und ein Zimmer für sich alleine“.

Ich zitiere hier sehr gerne die großartige Übersetzerin Antje Rávik Strubel „Zumal ich längst von der Zwanglosigkeit und Offenheit ihres Essays ergriffen war, von dieser Unbeirrtheit des Denkens, der Gegenwärtigkeit und Genauigkeit ihrer Analyse, der Zeitlosigkeit, Dynamik und Verspieltheit ihrer Sprache und einer Eleganz des Stils“. - Virginia Woolfs Schreibstil ist unglaublich rhythmisch, fein nuanciert und von einer poetischen Klarheit, die das Flüchtige des Augenblicks festhält, ohne es je zu verhärten. Meine allerliebste Textstelle in dem Essay „Frauen haben in all diesen Jahrhunderten als Spiegel gedient, ausgestattet mit der magischen und köstlichen Kraft, die Gestalt des Mannes doppelt so groß wiederzugeben. […] Das Abbild im Spiegel ist von höchster Wichtigkeit, weil es die Lebenskraft auflädt, es stimuliert das Nervensystem. Nimm es weg, und der Mann könnte sterben, wie ein Drogensüchtiger, dem das Kokain entzogen wird.“

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
25. Jan.
Rating:3.5

Feministisches Buch über die Bildung und die Möglichkeiten der Frauen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

Dieses Buch würde ich nicht uneingeschränkt jedem empfehlen. Es ist logischerweise in älterer Sprache geschrieben und sehr feministisch. Das erste Kapitel fand ich nicht so gut da ich anfangs nicht verstanden habe was es mit dem Inhalt des Buches zutun hat. Danach wurde es besser. Ich finde es sehr interessant feministische Bücher aus so einer Zeit zu lesen. Es war dennoch meiner Meinung nach nicht einfach zu lesen. Ich weiß nicht ob es an der Sprache lag oder das es in einer erzählform geschrieben ist ohne wörtliche rede. Es ist wie ein Vortrag geschrieben.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
24. Jan.
Rating:5

Brillantes & brandaktuelles Buch

Ich hätte nie gedacht, dass mich dieses Buch so catchen wird. Auch wenn der Anfang etwas schwer war und ich ein paar Probleme mit dem Stil hatte, so wurde es doch immer besser! Besonders verblüfft hat mich, wie aktuell die Gedanken in dem Buch immer noch sind. Auch wenn es vor einer langen Zeit geschrieben wurde, ist erstaunlich wenig Zeit vergangen, was die Grundgedanken und Denkweisen angeht. Würde man manche Stellen etwas anpassen, dann könnten sie auch aus der aktuellen Gesellschaftsforschung stammen. Ein feministisches Meisterwerk und eine sehr große Empfehlung!

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
22. Jan.
Rating:4.5

Frauen und Literatur

Ein Essay von Virgina Woolf Hier wird ganz viel darüber nachgedacht welche Rolle Frauen in der Literatur hatten und haben, das Buch ist mittlererweile rund 100 Jahre alt, leider sind viele Missstände nicht wirklich beholben. Ein paar Gedanken bleiben mir in Erinnerung: Wahrscheinlich haben Frauen weniger geschrieben als Männer, weil Frauen erst seit kurzer Zeit (in dem Buch, aber auch heute teilweise) einen Zugang zu Bildung haben. Wir als Frauen tragen Verantwortung für die Frauen, die nach uns leben. Wir haben die Möglichkeit Literatur zu schaffen, oder was immer wir wollen. Das Geschlecht an sich ist ein Konzept, man sollte vielleicht eher die Unterschiede positiv hervorheben, als sie klein zureden oder Gemeinsamkeiten aufzustellen. Unterschiede sind nicht per se schlecht. Männer und Frauen denken und schreiben anders. Zu viele Bücher über Frauen wurden von Männern geschrieben, worin Frauen oft komische Rollen haben. Da werde ich in Zukunft mehr drauf achten. Während Männerfreundschaften in der Literatur oft thematisiert werden, gibt es in der Literatur fast nie komplexe Beziehungen oder Freuneschaften von Frauen. Wir brauchen mehr komplexe weibliche Protagonisten. Aber wenn ich an die Literatur von heute denke, sind wir in dieser Hinsicht auf einem guten Weg. Der Schreibstil hat auch einen unterhaltenen Charakter, hat mir richtig gut gefallen. An der ein oder anderen Stelle schweift die Autorin leicht ab, das hat mir aber eigentlich auch sehr gut gefallen. Ein sehr lesenswerter feministischer Klassiker - an der Stelle Danke für dieses wunderbare Geschenk, Aline! ❤️

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
18. Jan.
Rating:4.5

Zeitloser Klassiker der feministischen Literatur🔏

Faszinierende Essays. Überraschend witziger und ironischer Schreibstil. Besonders schockierend, was Männer über Frauen, besonders schreibende und gebildete Frauen, für Meinungen geäußert haben. Toll, wie Woolf damals auf Chancengleichheit plädiert hat.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
17. Jan.
Rating:5

Ein zeitloses Manifest der Freiheit des Denkens

In „Ein Zimmer für sich allein“ denkt Virginia Woolf darüber nach, warum es über Jahrhunderte so wenige schreibende Frauen gab – und was Frauen brauchen, um überhaupt frei und kreativ arbeiten zu können. Ausgangspunkt ist ihre zentrale These: Eine Frau braucht ein eigenes Zimmer und ein eigenes Einkommen, um schreiben zu können. Aus dieser einfachen Beobachtung entwickelt Woolf ein ebenso kluges wie zeitloses Essay. Woolf zeigt sehr nachvollziehbar, dass Kreativität kein rein innerer Zustand ist. Sie braucht Raum. Zeit. Sicherheit. Und genau darum geht es: um das berühmte „eigene Zimmer“ und ein eigenes Einkommen als Voraussetzung dafür, überhaupt frei denken und schreiben zu können. Diese Idee wirkt heute selbstverständlich – und ist doch immer noch erstaunlich aktuell. Was mir an diesem Buch so gefällt, ist seine Offenheit. Woolf schreibt nicht gegen Männer, sondern für Unabhängigkeit, geistige Freiheit und Selbstbestimmung. Für Frauen – aber eigentlich für alle, die schöpferisch sein wollen. Ihre Sprache ist klar, fein ironisch und erstaunlich modern. Es macht auf einfache, eindringliche Weise klar, wie viele Stimmen nie gehört wurden, nicht aus Mangel an Talent, sondern aus Mangel an Möglichkeiten. Leider sind auch einige dieser Mängel heute, fast 100 Jahre später, immer noch anzutreffen.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
14. Jan.
Virginia Woolf beschreibt 1929 präzise, was Schreiben ermöglicht: ökonomische Unabhängigkeit, Zeit und einen eigenen Raum.

Ihre Analyse zeigt, dass Emanzipation an konkreten Bedingungen hängt, nicht an Einsicht oder gutem Willen.
Beim Lesen wird deutlich, wie aktuell diese Überlegungen geblieben sind und wie langsam sich strukturelle Voraussetzungen verändern.

Ein Zimmer für sich allein wirkt deshalb bis heute nach.
Rating:3.5

Virginia Woolf beschreibt 1929 präzise, was Schreiben ermöglicht: ökonomische Unabhängigkeit, Zeit und einen eigenen Raum. Ihre Analyse zeigt, dass Emanzipation an konkreten Bedingungen hängt, nicht an Einsicht oder gutem Willen. Beim Lesen wird deutlich, wie aktuell diese Überlegungen geblieben sind und wie langsam sich strukturelle Voraussetzungen verändern. Ein Zimmer für sich allein wirkt deshalb bis heute nach.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
4. Jan.
Sollte in keiner (feministischen) Büchersammlung fehlen. Ist mein erstes Werk von Woolf und ich habe Lust auf noch mehr bekommen, weil ich ihren Schreibstil doch sehr mochte. Sie ist auch witzig und ironisch. Das Thema des Buches ist nach wie vor aktuell.
Rating:5

Sollte in keiner (feministischen) Büchersammlung fehlen. Ist mein erstes Werk von Woolf und ich habe Lust auf noch mehr bekommen, weil ich ihren Schreibstil doch sehr mochte. Sie ist auch witzig und ironisch. Das Thema des Buches ist nach wie vor aktuell.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
28. Dez.
Rating:3

Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf Ein Zimmer für sich allein hat mich vor allem auf der gedanklichen Ebene angesprochen. Die Fragen nach weiblicher Kreativität, ökonomischer Unabhängigkeit und geistigem Freiraum sind unbestreitbar relevant und wirken in ihrer Grundidee bis heute nach. Beim Lesen wurde mir erneut bewusst, wie früh und klar Woolf strukturelle Ungleichheiten benannt hat. Gleichzeitig blieb meine Begeisterung begrenzt. Der essayistische Stil ist klug und reflektiert, aber für mich oft sehr abstrakt und distanziert. Viele Gedanken entfalten ihre Wirkung eher theoretisch als emotional, wodurch ich beim Lesen immer wieder auf Abstand geblieben bin. Auch die historische Einbettung verlangt Konzentration und macht den Text stellenweise sperrig. Ich erkenne die Bedeutung und den Einfluss dieses Buches klar an, hatte aber Schwierigkeiten, wirklich in einen Lesefluss zu kommen oder mich persönlich angesprochen zu fühlen. Für mich blieb es eher ein wichtiges Denkstück als ein Buch, das mich nachhaltig bewegt hat. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
18. Dez.
Rating:4.5

Lecture made into essay, with distinct narrative.

Virginia Woolf’s famous essay based on two lectures “Women and Literature” given in 1928. Essential work on literature, women writers and feminism. It is also true to women’s place and rights in the whole world. Interesting narrative and narrator.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
14. Dez.
Rating:4

Ein sehr fesselndes Buch, das Frauen, Literatur und Gleichberechtigung der Geschlechter thematisiert und immernoch über Aktualität verfügt! Eigentlich entstanden als Vorträge zum Thema Frauen und Literatur, am Ende waren es aber so viele Gedanken, dass es schließlich ein ganzes Buch wurde. Virginia Woolf erzählt hier von der Ungleichheit zwischen Frauen und Männern und führt dabei Themen wie das Schreiben, die Situation an Universitäten, der Erziehung etc. an. Sehr bewegend und wichtig sich damit auseinanderzusetzen, was es damals gebraucht hat, damit Frauen überhaupt schreiben konnten - einen eigenen Raum, um überhaupt kreativ und ungestört sein und schreiben zu können und Geld, das den Frauen zu der Zeit überwiegend nicht zugänglich war. Woolf zeigt diese Hindernisse auf und entwickelt Gedanken, die auch heute noch so wichtig und ausdrucksstark sind, sie führt Beispiele an, was aus Frauen geworden wäre, wären sie damals ihren eigenen Weg gegangen und warum es so schwer war, als Frau Literatur zu verfassen oder überhaupt frei zu sein. Ein sehr wichtiges, bewegendes und authentisches Buch, dass immer noch aktuell ist und viel öfter thematisiert werden sollte!

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
25. Okt.
Rating:5

Ein Zimmer für sich allein ist ein zeitloser Klassiker und ich verstehe absolut, warum. Das Buch ist unfassbar gut geschrieben, und ich kam erstaunlich leicht durch. Besonders beeindruckend fand ich, wie viele der Gedanken, die Virginia Woolf hier formuliert, leider auch heute noch aktuell sind. Sie zeigt auf, wie die Arbeiten von Frauen immer wieder kleiner gemacht wurden als die von Männern und wie ungleich die Startbedingungen in der Kunst und im Leben allgemein oft waren und teilweise immer noch sind. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, was mir den Zugang sehr erleichtert hat. Ich könnte mir vorstellen, dass es beim Lesen etwas anspruchsvoller wäre, aber so kam ich perfekt mit. Insgesamt ist Ein Zimmer für sich allein für mich eines der zentralen Werke feministischer Literatur ein Buch, das wirklich jede*r einmal gelesen (oder gehört) haben sollte.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
22. Okt.
Rating:5

Jede*r sollte dieses Buch einmal gelesen haben.

Eines meiner Lieblingszitate ist: ,,Das ganze Ausspielen des einen Geschlechts gegen das andere, der einen Qualität gegen die andere; der ganze Anspruch auf Überlegenheit und das Zuschreiben von Unterlegenheit gehört in die Grundschulphase der menschlichen Existenz, wo es "Seiten" gibt und es die eine Seite nötig hat, eine andere Seite zu schlagen und es von allerhöchster Wichtigkeit ist, auf ein Podest zu treten und aus den Händen des Direktors persönlich einen hochverzierten Topf entgegenzunehmen. Werden die Menschen erwachsen, hören sie auf, an Seiten zu glauben oder an Direktoren oder an hochverzierte Töpfe. Sobald es um Bücher geht, ist es bekanntermaßen schwer, Verdienstabzeichen auf eine Weise anzubringen, dass sie nicht wieder abgehen. Veranschaulichen Rezensionen zur gegenwärtigen Literatur nicht ständig die Schwierigkeit der Beurteilung? "Dieses große Buch", "dieses wertlose Buch", heißt es von ein und demselben Buch. Lob wie Tadel bedeuten nichts."

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
22. Aug.
Rating:4

Ein beeindruckender Essay, in dem Virginia Woolf über Frauen, Literatur und Gleichberechtigung nachdenkt. Ihre Sprache ist klug und poetisch, liebe es einfach, wie sie sich ausdrückt. „Ihr Frauen – verschafft euch Muße und ein Zimmer für euch allein – lebt in der Gegenwart, der Wirklichkeit, ein erlebendes Leben.“ „Ich dachte, wie unangenehm es ist, ausgesperrt zu sein; und ich dachte, dass es vielleicht noch schlimmer ist, eingesperrt zu sein.“ „Deshalb möchte ich Sie bitten, alle möglichen Arten von Büchern zu schreiben, bei keinem Thema zu zögern, sei es noch so banal oder unüberschaubar. Ich hoffe, dass Sie sich unter allen Umständen genug Geld beschaffen können, um zu reisen und zu ruhen und über die Zukunft oder die Vergangenheit dieser Welt nachzudenken, über Bücher ins Träumen zu geraten und an Straßenecken herumzulungern und die Angelschnur der Gedanken in den Strom zu tauchen.“

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
10. Aug.
Rating:4

Hätte Shakespeare eine Schwester, wie wäre es für sie als Schriftstellerin?

Der Vortag von Woolf zum Thema "Frau und Literatur" regt zum Nachdenken an, mit Gedanken, die derzeit leider immer noch relevant sind. Ich liebe den Schreibstil, der anspruchsvoll, aber trotzdem verständlich ist. Einfach ein Klassiker der Frauenbewegung .

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
9. Aug.
Rating:4

Dieses Buch war anders als erwartet, was aber schlicht und ergreifend daran lag, dass ich mich im Voraus überhaupt nicht über das Genre etc. informiert hatte. Ich habe "Mrs. Dalloway" gelesen und geliebt, weswegen ich mehr von Virginia Woolf lesen wollte und hatte hier fälschlicherweise mit einem ähnlichen Roman gerechnet. "Ein Zimmer für sich allein" ist aber kein Roman mit fortlaufender Geschichte, sondern ein feministisches Essay bestehend aus zwei Vorträgen zum Thema Frauenbewegung/ Frauen und Literatur, welches anhand historischer Beispiele von der Autorin erörtert, analysiert und reflektiert wird. Ihre Ausführungen waren für mich interessant und spannend zu lesen, zumal sie auch hundert Jahre später immer noch brandaktuell und relevant sind. Der Text ist ziemlich dicht und damit etwas anspruchsvoller zu lesen, dafür aber eben auch sehr informativ und vielschichtig. Die Worte der Autorin sind scharfsinnig, intelligent, tiefschürfend und gehaltvoll. Ich bin sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben und kann es gerade meinen weiblichen Artgenoss:innen nur wärmstens empfehlen. 4/ 5 Sterne ⭐️

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
5. Aug.
Rating:4

Es gibt sicherlich sehr viele brillante Reviews zu diesem Essay, weswegen ich gar nicht versuchen würde, so etwas auch nur ansatzweise zu machen. Außerdem sehe ich mich wirklich nicht in der Position dazu. Alles, was ich sagen möchte, ist: Ich liebe, wie sie die Metapher des Raumes immer wieder auf unterschiedliche Weise aufgegriffen hat. Meine Erwartung war eigentlich nur, dass der Raum als eine grundlegende End- und Anfangsmetapher dient, die den Kerngedanken beschreibt – was ja im Prinzip auch stimmt, aber es wurde wesentlich komplexer ausgeführt. Und ich muss sagen, dass Virginia Woolf die englische Sprache vielleicht so schön benutzt wie niemand sonst. Ihre Conclusion am Ende war wirklich unfassbar schön. Und ich habe nun beinahe einen Hass auf Shakespeare wegen ihr. Außerdem habe ich schon jetzt das Gefühl, dass mir Mrs Dalloway nach diesem Buch noch besser gefällt als davor. Und ich denke, das wird mit weiteren Reads von ihr nur noch zunehmen.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
3. Aug.
Rating:4

Feministischer Klassiker

Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht war von der Fülle an wichtigen Punkten über die Behandlung von Frauen - hier hauptsächlich, aber nicht vollkommen durch die Literaturbranche beschrieben - und negativ überrascht darüber wie wenig sich an den Umständen in den nun hundert Jahren nach Erscheinungsdatum geändert hat. Dem Hauptargument, dass Kreativität auch Autonomie bedeuten muss, würde ich noch immer zustimmen. Allerdings fällt beim Lesen auf, dass sie doch aus einer eher elitären Position heraus schreibt, die hier und da Empathie zeigt für andere Lebensumstände ihrer veröffentlichten Kolleginnen und diesen dafür Respekt zollt, diese aber nicht als grundlegende Gegebenheit für die Mehrheit der Frauen, die auch schreiben wollen, ansieht. Auch scheint sie Männer (vor allem Shakespeare) noch immer als den Maßstab zu sehen, an dem man das Genie anderer Schreibenden misst, und kann dabei sogar eine Mary Shelley, die das Sci-Fi Genre mit ihren jungen neunzehn Jahren erfunden hatte (!!) nur als eine der erachtenswertesten Frauen in der Literatur sehen, nicht aber als jemand, der es mit männlichen literarischen Größen aufnehmen kann. Zudem muss man dazu sagen, dass man das Buch nicht unbedingt immer weglegen kann, wann man möchte, da man ihrem Gedankengang und ihrer These unter Umständen nicht mehr unbedingt folgen kann. Dafür ist es aber recht kurz und in 6 Kapitel eingeteilt.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
2. Aug.
Rating:3

Lesenswert: Pflicht

Zweifelsohne ein Meisterwerk der feministischen Literatur. Aber ich bin trotzdem nicht begeistert. «Die Geschichte des Widerstands der Männer gegen die Emanzipation der Frauen ist vielleicht interessanter als die Geschichte dieser Emanzipation selbst.» Virginia Woolf über Jane Austen und Emily Brontë: «Sie schrieben, wie Frauen schreiben, nicht wie Männer es tun.» Sie fordert Raum (ein Zimmer) und finanzielle Unabhängigkeit (500 Pfund im Jahr), damit Frauen ihr intellektuelles und kreatives Potenzial ungestört entfalten können: In «A Room of One‘s Own» kritisiert Virgina Woolf in ihrem bald hundertjährigen Must Read die gesellschaftlichen und familiären Ketten, in denen die Frauen liegen. Ein absolut lesenswertes Meisterwerk, das interessanterweise klarstellt: «Die Geschichte des Widerstands der Männer gegen die Emanzipation der Frauen ist vielleicht interessanter als die Geschichte dieser Emanzipation selbst.» Oder auch (über Jane Austen und Emily Brontë): «Sie schrieben, wie Frauen schreiben, nicht wie Männer es tun.» Kathrin Wessling schreibt in «Super, und dir?» wie eine Frau schreibt - und zwar über eine Frau, die ihr Potenzial ausschöpfen kann. Die Geschichte der jungen Marlene Beckmann und ihrem tollen Leben, das sich im Laufe der Zeit ins Gegenteil verkehrt. Als Social Media Managerin arbeitet sie 50, 60, 70 Stunden pro Woche, ständig am Limit, volles Tempo, voll auf Speed. Wie schnell ein Leben aus den Fugen geraten kann, wenn es nicht um Fesseln liegt: gnadenlos. Alles ist messbar und Frauen werden ersetzbar. Zwei Bücher, ein Kontrast: absolut lesenswert, beides, unmittelbar nacheinander. 👍👍👍👍👍

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
26. Juli
Rating:4

Virginia Woolfs berühmter Essay „Ein Zimmer für sich allein“ aus dem Jahr 1929 gilt bis heute als Schlüsseltext des feministischen Denkens. Und das mit Recht. In klarer, eindringlicher Sprache entwirft Woolf darin die These, dass eine Frau nur dann schreiben könne, wenn sie über „500 Pfund im Jahr und ein eigenes Zimmer“ verfügt. Damit sind ökonomische Unabhängigkeit und räumliche Autonomie die zentralen Voraussetzungen für künstlerische, intellektuelle oder kreative Arbeit. Sie zeigt überzeugend: Armut bedeutet Abhängigkeit – und Abhängigkeit ist der Feind freier Gedanken. Ein Leben, das ganz von Hausarbeit, Kinderversorgung oder den Erwartungen anderer bestimmt ist, lässt keinen Raum für Literatur – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

Bemerkenswert ist, wie früh und klar Woolf diese Zusammenhänge benennt – und wie weit ihr Denken seiner Zeit voraus ist. Die Rede basiert auf zwei Vorträgen, die sie 1928 an Frauen-Colleges hielt – also in einem Moment, in dem sich für Frauen in Großbritannien erstmals politische Türen zu öffnen beginnen. Frauen erhielten 1918 eingeschränktes Wahlrecht, erst 1928 wurde es gleichgestellt mit dem der Männer. Auch der Zugang zu höherer Bildung war extrem begrenzt. Woolf zählt selbst auf: „Seit 1866 gibt es in England zwei Colleges für Frauen, seit 1880 darf eine verheiratete Frau über Eigentum verfügen, und 1918 [richtig: 1918] erhielt sie eingeschränkt das Wahlrecht. Die meisten Berufe sind erst seit zehn Jahren offen.“ Und dennoch erklärt Woolf in ihrem Vortrag: „Die Entschuldigung, zu wenig Gelegenheit, Ausbildung, Ermutigung, Freizeit und Geld zu haben, gilt nicht mehr.“ Genau hier liegt einer der zentralen Kritikpunkte: Woolf ignoriert oder unterschätzt in solchen Momenten die gesellschaftlichen Realitäten der meisten Frauen. Sie selbst stammt aus einer privilegierten bürgerlichen Familie, hatte Zugang zu Bildung, Geld, Zeit, Personal. Für die meisten Frauen ihrer Zeit war ein Leben wie ihres undenkbar. Der Essay leidet daher stellenweise unter einer elitären Perspektive – auch wenn er sich für die Sache der Frauen starkmacht. Ein weiteres Spannungsfeld: Woolf idealisiert die Literatur – vor allem männliche Literatur. Shakespeare wird über alles gelobt. Seine Sprache sei „wie Musik“, seine Dichtung „reine Freiheit“. Sie konstruiert eine fiktive Schwester Shakespeares: Judith – ebenso talentiert, aber chancenlos, weil sie eine Frau ist. Judith nimmt sich das Leben, bevor sie ein Wort geschrieben hat. „Sie hatte kein eigenes Zimmer, kein Geld, keine Freiheit. Und so starb sie jung – mit dem Genie ungenutzt in sich.“ Diese Vorstellung wirkt eindrucksvoll – aber sie trägt auch eine gewisse Tragikästhetik, die reale Kämpfe und Errungenschaften vieler schreibender Frauen der Geschichte unsichtbar macht. Denn es gab sie – Schriftstellerinnen, Denkerinnen, Wissenschaftlerinnen. Ihre Namen wurden nur zu oft gelöscht oder ihre Leistungen Männern zugeschrieben Ein auffälliger Aspekt ist Woolfs nahezu religiöse Verehrung für Shakespeare. Für sie steht er sinnbildlich für das höchste literarische Genie – unparteiisch, übermenschlich, göttlich inspiriert. Gleichzeitig erklärt sie, dass es fast unmöglich sei, dass eine Frau zu seiner Zeit solche Größe hätte erreichen können. Das ist nachvollziehbar – aber es stellt auch die Frage, warum ausgerechnet Shakespeare als Maßstab gelten soll. Warum keine andere Form von Literatur oder Sprache, die weiblicher geprägt ist? Warum wird weibliche Emotionalität oft als Hindernis dargestellt – statt als kreative Kraft? Woolf war zwar fasziniert von weiblicher Intuition und Tiefe, aber sie warnte auch davor, sich zu sehr in das Persönliche zu verlieren. 📚 Shakespeare und seine „Schwester“ – das Gedankenspiel Eines der kraftvollsten Bilder im Text ist Woolfs fiktive Erzählung von Shakespeares Schwester Judith – eine Frau mit demselben Genie, aber ohne Chancen: „Sie starb jung – und liegt begraben an der Kreuzung gegenüber von Elephant and Castle.“ Judith steht für all die Frauen, die nie schreiben konnten – weil ihnen Bildung, Selbstbestimmung und Freiraum verwehrt waren. Woolf nutzt diese Figur nicht nur als Kritik, sondern als Zukunftsvision: „Ich glaube, dass diese Dichterin, die nie ein Wort schrieb, noch lebt.“ Woolf ruft dazu auf, für Judiths „Wiedergeburt“ zu arbeiten – durch materielle Emanzipation und das Schreiben eigener Literatur. Hier entsteht der feministische Kern ihres Denkens. Besonders kritisch ist Woolfs Haltung zu weiblichen Gefühlen in der Literatur. Sie warnt wiederholt davor, dass Frauen in der Literatur zu emotional oder „persönlich“ schreiben könnten. Sie spricht von: „Dem bitteren Groll, der die Feder vergiftet.“ Woolf fordert einen neutralen, geschlechtslosen Stil – aber das klingt mitunter wie eine Abwertung weiblicher Erfahrung, weiblicher Stimme, weiblicher Wut. Ein besonders interessanter Aspekt ist Woolfs Haltung zu weiblicher Emotionalität in der Literatur. Sie äußert sich mehrfach skeptisch bis ablehnend gegenüber dem Schreiben, das von „Leidenschaft“, „Bitterkeit“ oder „Zorn“ geprägt ist – insbesondere, wenn es von Frauen kommt: „Je leidenschaftlicher ein Mensch ist, desto weniger hat er von einem Dichter.“ (frei nach Woolf im Essayverlauf) Sie verachtet regelrecht Bücher, die von einem emotionalen „Ich“ durchzogen sind – besonders bei Frauen. Ihre idealisierte Literatur ist: • unpersönlich, • ausgewogen, • frei von Ressentiment, • „rein“ – wie sie es an Shakespeare bewundert. Das ist problematisch – denn es führt zur Abwertung eines ganzen literarischen Registers, das sich mit Verletzlichkeit, Abhängigkeit, Mutterschaft oder Leid beschäftigt. Gerade das, was viele Autorinnen später als „female experience“ ins Zentrum rücken. Gerade heute würde man das anders sehen: Die Perspektive von Frauen, ihre Wut, ihr Körper, ihr Gefühl – das ist nicht Schwäche, sondern Teil der Wahrheit. Dass Woolf hier mitunter zur Selbstzensur aufruft, ist Ausdruck ihrer Zeit – aber auch ihres eigenen inneren Zwiespalts. Ihr Ideal einer „reinen“ Literatur schließt das Persönliche aus – und damit gerade viele weibliche Stimmen. Das zeigt einen inneren Widerspruch: Sie fordert mehr Frauen in der Literatur – aber wünscht sich, dass sie in männlich kodierten Maßstäben schreiben. Trotz dieser Schwächen ist Ein Zimmer für sich allein ein mutiger und klarsichtiger Essay. Woolf ruft Frauen zum Schreiben auf – nicht nur Romane, sondern Sachbücher, Essays, Biografien, Philosophie, Wissenschaft. Sie weiß: Literatur braucht Vielfalt. Sie ruft nicht nach Einfluss oder Macht, sondern: „Es ist weitaus wichtiger, man selbst zu sein als irgendetwas sonst.“ Und am Ende bleibt ein Bild, das lange nachwirkt: die Dichterin Judith, die gestorben ist, ohne je gelebt zu haben – und die wiedergeboren werden könnte, wenn wir ihr den Raum schaffen: „Ich bleibe dabei, dass sie kommen wird, wenn wir für sie arbeiten. Und dass diese Arbeit auch in Armut und im Verborgenen der Mühe wert ist.“ Fazit: Ein Zimmer für sich allein ist ein bahnbrechender Text, der bis heute nachwirkt. Ein großartiger, komplexer Essay – mutig, poetisch, klug. Aber auch voller Widersprüche, blinder Flecken und elitärer Verengungen. Ein Werk, das nicht nur gelesen, sondern auch kritisiert, kontextualisiert und weitergedacht werden muss. Er benennt strukturelle Ausschlüsse, entwirft ein starkes Bild weiblicher Emanzipation und betont, dass geistige Freiheit nicht von Talent, sondern von materiellen Bedingungen abhängt. Doch gleichzeitig ist Woolfs Essay: • elitär, • widersprüchlich, • und in Teilen blind für Klassenzugehörigkeit, Care-Arbeit und den Wert von emotionaler, subjektiver Literatur. Sie bewundert Shakespeare – aber hätte Emily Dickinson wohl kritisch gesehen. Sie fordert Frauen auf, „nicht bitter“ zu schreiben – aber übersieht, warum Bitterkeit manchmal unvermeidlich ist. Gerade diese Widersprüche machen den Text aber so lesenswert. Er ist kein dogmatischer Leitfaden, sondern ein offener Denkraum. Man kann sich an ihm reiben – und gerade deshalb an ihm wachsen. Virginia Woolf hat eine Tür geöffnet – hindurchgehen müssen wir selbst.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
8. Juli
Rating:3

Wichtiger Klassiker, aber nicht leicht zu Lesen

Feministische Basisliteratur, die zB für die Wichtigkeit finanzieller Unabhängigkeit sensibilisiert. Virginia bringt viel Leidenschaft mit. Was für eine mutige und freie Stimme zur damaligen Zeit! Manche Reflektion stimmt traurig zB zu Chancengleichheit für von Armut betroffene Personen, patriacharle Sichtweisen auf Intellekt der Frauen über die Jahrhunderte hinweg etc Einige Autorinnen, die sie erwähnt, sind uns als deutsche Leser nicht vertraut, was es etwas mühselig macht. Auch die Sprache erschwert das Lesevergnügen, da gehoben.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
25. Juni
Rating:5

Ein Zimmer für sich allein: Ein zeitloses Meisterwerk des Feminismus

"Ein eigenes Zimmer" von Virginia Woolf ist ein beeindruckendes und kleines Meisterwerk, das - obwohl es schon fast 100 Jahre alt ist - an Aktualität nichts verloren hat. Dieser brillante Essay ist ein wegweisender feministischer Text, der weit über seine Seiten hinaus zum Nachdenken und Handeln anregt. Woolf beleuchtet darin auf eindringliche Weise, wie Frauen damals von einem kreativen Schaffen ausgeschlossen waren und nicht ohne Erlaubnis ihren eigenen geistigen Raum beanspruchen durften. Sie zeigt die strukturellen Hürden auf, die Künstlerinnen daran hinderten, ihr volles Potenzial zu entfalten.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol
2. Juni
Rating:3

Dieses Werk regt einen wahnsinnig zum Reflektieren darüber an, in wie vielen Punkten wir gesellschaftlich stehen geblieben sind und in welchen Aspekten wir Fortschritte erzielen konnten. Es wurden viele interessante Gedankengänge dargelegt, allerdings waren mir manche Kapitel zu langatmig beziehungsweise ist mir da das Folgen der Thesen schwergefallen. Dennoch ein gelungenes Buch, was durchaus lesenswert ist.

Ein Zimmer für sich allein
Ein Zimmer für sich alleinby Virginia WoolfNikol