
Romantasy mit dunkler Magie und offenen Fragezeichen
A Whisper of Gold and Silver hatte für mich diesen typischen Romantasy Köder am Haken: geheimnisvolle Macht, gefährliche Kreaturen, ein schweigsamer Fremder und eine Heldin, die plötzlich mehr in sich trägt, als ihr lieb sein kann. Klingt nach genau meinem Ding. Und ja, der Anfang hatte mich durchaus am Schlafittchen. Vila stolpert nicht gerade sanft in diese neue Welt hinein. Da ist Schmerz, Blut, Verlust und dieses Gefühl von: Junge, was passiert hier eigentlich gerade? Genau das mochte ich. Die Grundidee mit dem Schlüssel, der Macht und dieser dunklen Magie hat richtig Potenzial. Aber dann kam bei mir leider öfter der Moment, an dem ich innerlich mit der Kaffeetasse in der Hand dastand und dachte: Moment mal, gehen wir da jetzt wirklich einfach drüber hinweg? Es wurden sehr viele Fragen aufgemacht, aber kaum welche wirklich beantwortet. Klar, es ist Band 1, da darf nicht alles auf dem Silbertablett liegen. Aber ein paar Häppchen mehr hätten meiner Leseseele gutgetan. Was mir außerdem gefehlt hat, war Detailverliebtheit. Manche Szenen rauschten so schnell vorbei, dass ich kaum Zeit hatte, Vila, Kyrill und die anderen richtig zu greifen. Gerade bei Fantasy brauche ich Tiefe, kleine Blicke, Zwischentöne, dieses langsame Einsinken in Welt und Figuren. Hier fühlte es sich stellenweise eher an wie: Tür auf, Drama rein, weiterlaufen. Einige Entscheidungen konnte ich leider auch nicht nachvollziehen. Da saß unsere Buddyreadgruppe mit @im_buecher_rausch und @lese_fieber_ wirklich zu dritt davor und dachte: Hä? Warum jetzt genau so? Es ging uns allen ähnlich. Trotzdem hat das Buch etwas. Die Stimmung, die Magie und das düstere Versprechen machen neugierig. Für mich war es kein Volltreffer, aber ein solider Auftakt mit viel Luft nach oben.


