
Ein guter Mix aus Dschungelcamp und Squid Game mit einer Kritik an die Fernsehbranche
„Aber ich finde es schon frech, dass du euren Zuschauern Werbung zumutest, und du sie selbst für deine Toilettenpause nutzt.“ Wie weit darf das Fernsehen eurer Meinung nach gehen? Mit dieser Frage setzt sich der Autor Markus Mattzick in seinem neusten Buch auseinander, dass an einen guten Mix aus Dschungelcamp und Squid Game erinnert. Zunächst werden die fiktiven Prominenten kurz vorgestellt sowie die Crew. Und bevor die Story richtig beginnt dürfen sich die Prominenten im Prolog selbst kurz darstellen, ähnlich wie bei den bekannten Reality-TV-Formaten. Und dann geht es auch direkt los. Jeder Abschnitt des Buches trägt dabei den Namen einer der Herausforderungen, die sich für dieses TV-Format ausgedacht wurden und wird zunächst um passende kurze Social Media Eindrücke, in Form von kurzen Tweets, ergänzt. Unterteilt wurden diese Abschnitte dann noch in einzelne Kapitel mit einer kurzen Info, aus wessen Perspektive gerade der Plot berichtet wird. Dieser Aufbau hat mir direkt gefallen und hat einen guten Start in das Buch garantiert. Vor allem das Personenverzeichnis zu Beginn habe ich als sehr hilfreich empfunden, bedenkt man die ganzen Charaktere, die im Plot eine Rolle spielen ;-) Recht schnell wird dem Leser klar, dass bei dem TV-Format etwas ganz und gar nicht nach Plan verläuft und der Spannungsbogen beginnt direkt auf den ersten Seiten. Durch die kurzen Kapitel und Leseabschnitte, die aus verschiedenen Perspektive berichten, schafft es der Autor auch, diesen konstant zu halten. Leider konnte ich jedoch zu den fiktiven Prominenten kaum eine innerliche Bindung aufbauen, da diese doch recht oberflächlich daherkamen, bis auf 2 Charaktere. Vielleicht war aber auch gerade das der Plan des Autors, denn so verhält es sich ja bekanntlich auch mit den Fernsehshows ;-) Dabei muss man sich beim Lesen immer die Frage stellen, wie weit darf Fernsehen eigentlich gehen? Was wird alles getan, um gute Quoten und Gewinne zu erzielen? Denn genau diese Thematik taucht immer mal wieder auf und diesen Fragestellungen wird auch im Plot in Form von Talkshows mit Experten nachgegangen. Leider haben sich für mich zwischenzeitlich, trotz der Spannung und der vielen Opfer, einige Längen beim Lesen aufgetan. Denn die Herausforderungen wurden dann doch sehr genau beschrieben und alles in allem ist das Buch sehr Dialoglastig. Dem muss man sich halt gewahr werden :-) Hinzu kamen dann noch kleinere Logikfehler beim Beschreiben der Promis. Diese habe ich aber nicht als allzu störend empfunden ;-) Zum Ende wurde ich dann noch mit einem kleinen Pageturner belohnt, mit dem ich so nicht gerechnet hatte :-) Alles in allem kann ich das Buch trotzdem weiterempfehlen, nicht nur für Fans des Dschungelcamps. Denn gerade die mitschwingende Kritik an der Fernsehbranche und der Entwicklung des Fernsehens hat mir sehr gefallen. Daher vergebe ich auch noch gute 3,5 Leoparden für diesen spannenden Roman :-)



