außergewöhnliche Bildsprache, niedlicher Zeichenstil, durchdachte Story
Manchmal weiß man einfach auf Anhieb, ob einem etwas zusagt oder nicht! Bei "Lumine 01" von Emma Krogell war dies nun der Fall, denn ich wusste schon nach den ersten paar Seiten, dass ich hier einen Manga in Händen halte, der mich nicht nur mit einer berührenden Geschichte, sondern auch mit einer außergewöhnlichen Bildsprache verzaubern wird. Kommen wir aber zuerst einmal zum Inhalt: Lumine ist ein Werwolf, der versucht, sich als Leibwächter durchzuschlagen. Das klappt eher mäßig gut, denn wenn er sich verwandelt, wird er nicht zum fürchterlichen Monster, sondern zu einem niedlichen Hundewelpen. Als er den geheimnisvollen Hexerjungen Kody trifft, könnte sich Lumines Schicksal endlich wenden: Kodys Vater engagiert ihn als Bodyguard seines Sohnes. Lumine gibt sich alle Mühe, das Vertrauen des verschlossenen Jungen zu gewinnen, aber Kody hält ihn auf Distanz. Denn er hütet ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, das auch Lumine in große Gefahr bringen wird… Der unglaublich niedliche Zeichenstil ist tatsächlich das Erste, was einem ins Auge fällt. Doch dieser ist weit mehr als das, er trägt nämlich die gesamte Bandbreite an Emotionen, die unser Hauptcharakter durchlebt. Kaum zu glauben, wie viel Gefühl allein durch die Details transportiert wird: die großen Augen, die je nach Stimmung Hoffnung, Traurigkeit oder Freude widerspiegeln, die Haare und Ohren, die sich je nach Emotion aufrichten oder hängen und dazu überall diese kleinen, liebevollen Feinheiten die zeigen, wie viel Herzblut in diese Illustrationen geflossen ist. Die Bilder sind demnach toll in Szene gesetzt, oftmals auch mit einem Augenzwinkern. Mehr als einmal musste ich über eine der aufgezeigten Szenen schmunzeln – der Humor trifft genau meinen Geschmack (was allgemein nicht oft der Fall ist) und lockert die Handlung perfekt auf, ohne ins Alberne abzurutschen. So verspielt und herzig die Zeichnungen auch sind, so überraschend durchdacht ist die dazugehörige Geschichte. Emma Krogell greift ernste und wichtige Themen wie beispielsweise Mobbing auf, verliert dabei aber nicht die Leichtigkeit ihres Erzählstils. Diese Balance sorgt beim Leser dafür, dass man mit den vielen verschiedenen Charakteren zwar mitlebt und lacht, aber auch nachdenklich wird. Gerade dieser Kontrast hat mir ziemlich gut gefallen und wurde vortrefflich umgesetzt. Die Charakterdarstellung ist ebenfalls positiv hervorzuheben und durchaus gelungen. Schon jetzt ist Lumine mein absoluter Liebling. Er ist nicht nur die Hauptfigur, sondern aktuell auch das Herzstück der Geschichte. Mit seiner sensiblen, liebevollen und zugleich tapsigen Art wächst er einem sofort ans Herz – so erging es jedenfalls mir. Neben Humor, Gefühl und tollen Charakteren kommt erfreulicherweise auch die Spannung nicht zu kurz. Man möchte unbedingt wissen, welche Geheimnisse die Geschichte in sich birgt und in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird. Ich konnte den Manga einfach nicht aus der Hand legen und habe den ersten Band deswegen auch in einem Rutsch durchgelesen. Tatsächlich bin ich ja nur zufällig auf diesen Manga gestoßen, aber dafür umso glücklicher, ihn für mich entdeckt zu haben. Ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung... Natürlich könnte ich in diesem Fall auch online weiterlesen (der komplette Manga ist dort frei verfügbar) aber für mich geht nichts über das Gefühl, die physische Ausgabe in den Händen zu halten und Seite für Seite in diese bezaubernde Welt einzutauchen. "Lumine 01" ist somit eine einfühlsam gezeichnete, herzige und zugleich breit gefächerte Manga-Reihe, die Humor, Ernsthaftigkeit und Spannung in einer nahezu perfekten Balance vereint. Wer einmal hineinliest, wird sich bestimmt genauso schnell wie ich in die Figuren (allen voran Lumine) verlieben und mit ihnen lachen, mitfühlen und mitfiebern.



