11. Nov.
Rating:4

Ich muss gestehen, dass ich am Anfang ein paar Probleme hatte, wieder reinzukommen. Es ist ja nun schon eine Weile her, dass ich die ersten drei Teile gelesen habe und ich musste mich erst wieder an den doch sehr derben Schreibstil des Autors gewöhnen. In der ersten Hälfte des Buches habe ich leider die für Dark Village typische Spannung vermisst. Die Handlung steuert auf nichts konkretes zu und es passiert auch nichts wirklich atemberaubendes. Nora hat mich dieses Mal teilweise echt genervt. Anfangs ist sie das schüchterne, ruhige Mädchen. Doch inzwischen scheint sie nur noch an Sex denken zu können. Was sie da manchmal gedacht hat, hat mich echt ein bisschen aufgeregt. Außerdem hat Nick ja mit ihr Schluss gemacht und ist abgehauen. Und sie hat wirklich kein einziges Mal an ihn gedacht, sondern macht gleich mit irgendjemand anders rum. Das fand ich unrealistisch und hat in mir leichte Aggressionen ausgelöst. Wo wir gerade davon sprechen: Nach außen hin ist Nora immer noch ruhig, doch in ihrem Innern sieht es ganz anders aus. Bei jedem zweiten Satz geht sie innerlich an die Decke, obwohl eigentlich überhaupt nichts ist. Ob Herr Johnsen da versucht hat, einen typischen Teenager abzubilden, weiß ich nicht. Jedenfalls hat Nora mich genervt. Punkt. Vilde hat sich anscheinend entschieden, die Sache mit Trine hinter sich zu lassen und fängt stattdessen was mit Charlene an. Naja, jeder wie er meint. Benedicte kommt einigen interessanten Dingen auf die Spur. Außerdem zeigt sie sich ein bisschen „menschlicher“ nicht mehr so künstlich, gewollt cool und unnahbar. Sie konnte mich in diesem vierten Teil am meisten überzeugen. Außerdem kommt der Mörder zu Wort, was eine Neuheit ist. Wirklich schlau bin ich daraus aber auch nicht geworden und so geht das Rätselraten weiter. Besonders spannend fand ich dabei, dass es praktisch jeder sein könnte. Und so habe ich mir immer wieder den Kopf zerbrochen und überlegt, jedoch weiß ich immer noch nicht, wer der Mörder ist. Und dann erfahren wir noch von zwei Personen, die offenbar mehr verbergen, als wir bislang wussten. Das Ende ist mal wieder ein Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Fazit: Auch wenn die erste Hälfte des Buchs ein bisschen vor sich hinplätscherte, konnte mich die zweite Hälfte umso mehr überzeugen. Ich bin jedenfalls schon wahnsinnig gespannt auf den fünften und letzten Teil der Reihe!

Dark Village - Zurück von den Toten
Dark Village - Zurück von den Totenby Kjetil JohnsenCoppenrath
23. Sept.
Rating:4

Auch der vierte Teil der norwegischen Thriller-Soap verspricht wieder atemlose Spannung. Die Morde an Trine und Dr. Wolff erschüttern den kleinen Ort Dypdal und die Verdachtsmomente gegenüber Nick, dem erst zugezogenen Pflegekind mit der schwierigen Vergangenheit, häufen sich, insbesondere, da er sich aus dem Staub gemacht hat. Die drei Freundinnen Vilde, Benedicte und Nora haben neben der Sorge um den wahren Mörder Trines auch jede ihr eigenen Päckchen zu tragen. Nora kann nicht verstehen, warum Nick einfach verschwunden ist und fühlt sich zurückgewiesen. Vilde sorgt sich darum, mit dem Tod von Synnøve Viksveen in Verbindung gebracht zu werden und Benedicte glaubt, den wahren Mörder von Dr. Wolff gefunden zu haben und kann sich nicht überwinden, ihn anzuzeigen. Die Mädchen wissen nicht, wem sie sich anvertrauen können, sie entfernen sich immer mehr voneinander, ihre Freundschaft droht zu zerbrechen. Während in den bisherigen Teilen der Reihe immer wieder neue Rätsel und Geheimnisse ins Spiel gebracht wurden, konzentriert sich der vierte Teil darauf, endlich ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen und erste Knoten zu entwirren. So erfährt der Leser, was damals wirklich am Staudamm geschah, wie Dr. Wolff alias Wolfman ums Leben kam und auch wieder neue Details aus der gemeinsamen Vergangenheit von Nick und Synnøve Viksveen. Eingeleitet von Song- Zitaten wird in gewohnt kurzen Kapiteln zwischen Gegenwart, Vergangenheit und den Hauptprotagonisten gesprungen, so dass Seite um Seite die Zeit auf der Suche nach der Wahrheit verfliegt. Natürlich wartet Kjetil Johnson auch hier wieder mit falschen Fährten und Überraschungen auf. Ebenso lässt er dieses Mal den Leser daran Teil haben, wie Trines Mörder sich auf die Suche nach dem nächsten Opfer macht. Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, dass die Morde miteinander in Verbindung stehen und mehr Leute Dreck am Stecken haben als anfangs zu erahnen war. Geschickt versteht es Kjetil Johnson aufzuzeigen, wie sehr die Freundschaft der Mädchen belastet wird, wie sich um sie herum alles verändert und vor allem wie sie sich selbst verändern. Dazu greift er auch wieder stilistisch auf die Wiederholung einer Szene aus unterschiedlicher Perspektive zurück, allerdings deutlich reduzierter (und dadurch effektiver) als zu Anfang der Reihe. Die Probleme, die die Pubertät mit all ihren Veränderungen im Erleben der eigenen Gefühle und des eigenen Körpers mit sich bringt, werden unter der Belastung der Mordserie und der Verwicklung der Mädchen verstärkt und die Mädchen werden immer wieder Extremsituationen ausgesetzt, mit denen sie nicht nur oft hoffnungslos überfordert sind, sondern sich auch in Gefahr bringen. So ist die „Dark Village“-Reihe nicht nur ein virtuos gestrickter, atemberaubender Thriller, sondern auch eine interessante, wenn auch manchmal übertriebene Auseinandersetzung mit den Umwälzungen in der Pubertät und den Sorgen und Nöten Heranwachsender. Nach wie vor liegt hier das Hauptaugenmerk auf der sexuellen Entwicklung, was zwar stimmig in Bezug auf die Motive der Verdächtigen ist, jedoch für meinen Geschmack oft zu sehr überhand nimmt. „Dark Village – Zurück von den Toten“ konnte meine Erwartungen erfüllen, einige Rätsel lösen, Knoten entwirren, einige wenige neue Fragen aufwerfen und vor allem auf ganzer Linie gut unterhalten. Mit dem neuen Mord, den es aufzuklären gilt und neuen Erkenntnissen über bisher scheinbar harmlose Figuren, bleibt mit Spannung abzuwarten, was der finale Teil „Zu Erde sollst du werden“, bereit hält. © Tintenelfe www.tintenhain.de

Dark Village - Zurück von den Toten
Dark Village - Zurück von den Totenby Kjetil JohnsenCoppenrath
14. Mai
Rating:3

Dieser Teil der Reihe ist wie ich finde der schwächste. Ich frage mich grade, wann eigendlich etwas spannendes und fesselndes passiert ist und spontan fällt mir da nur eine Sache ein. Die Verwirrungen finden aber immernoch statt und diese gefallen mir auch in diesem Teil. Nach jedem Kapitel denkt man sich:hää?! Dies war besonders am Schluss der Fall:(

Dark Village - Zurück von den Toten
Dark Village - Zurück von den Totenby Kjetil JohnsenCoppenrath