Story: Seitdem das Volk der Lumi von einem verfeindeten Clan niedergemetzelt und aus ihren Ländern vertrieben wurden, haben sich die Überlebenden in einem Tal ein neues Leben aufgebaut. Beschützt von drei Schamanen, die die Toten wieder auferstehen lassen. um die Pässe ins Tal zu bewachen, ist für die Lumi ein halbwegs normales Leben möglich. Die junge Inari lebt mit ihrer Mutter im Tal, ihr Vater kam einst bei einem Unfall ums Leben und bewacht seitdem wie die anderen Toten einen der Pässe. Das ändert sich als ihr Vater eines Tages vor ihr steht – stumm zwar, doch er scheint sie zu erkennen und sich immer mehr an sein Leben zu erinnern. Getriebe davon, herauszufinden, was passiert, beginnt Inari nachzuforschen und stößt dabei nicht nur auf das große Geheimnis der Schamanen, sie muss auch erkennen, dass das Tal im Begriff ist zu sterben. Und das selbst auf ihrer Herkunft ein Geheimnis liegt … Eigene Meinung: „Tal der Toten“ ist das Debüt von Ria Winter, die mit der fantastischen Geschichte um Inari und ihre Freunde den dritten Platz des Schreibwettbewerbs von tolino media und Impress erreichte. Zudem war der Roman für den Seraph-Phantastikpreis 2020 in der Kategorie Bestes Debüt nominiert. Die in sich abgeschlossene Geschichte erschien als eBook im August 2019, das Taschenbuch folgt im März 2020. Die Geschichte beginnt spannend und kann von Anfang an fesseln. Man ist direkt im Geschehen und erlebt die Ereignisse an Inaris Seite. Man lernt die verschiedenen Charaktere durch sie kennen und ist stets auf demselben Wissensstand wie sie, wodurch man schwer einschätze kann, wohin die Reise geht. Das ist einerseits durchaus positiv, da man definitiv nicht weiß, wohin Ria Winter den Leser entführen will; andererseits hat die Geschichte gerade dadurch einige Längen im Mittelteil. Die Handlung ist gut durchdacht und überraschend komplex – auch der Switch am Ende ist sehr gelungen, da nahezu alle offenen Punkte aufgeklärt werden und keine Frage offen bleibt. Ria Winter legt eine gut strukturierte und perfekt abgestimmte Geschichte vor, die sich gut lesen lässt und in eine Fantasywelt entführt, die weder mit fremden Wesen noch mit den klassischen Magiern, Kriegern und großen Herrschen aufwartet. Stattdessen bekommt man eine typisch mittelalterliche Welt, in der Magie durch Schamanen gewirkt wird und gänzlich anders funktioniert als in den meisten Fantasyromanen. Der solide Plot kommt ohne große Kriege, Kämpfe und Intrigen aus, was ein Pluspunkt ist, das sich die Autorin ganz auf die internen Probleme der Lumi konzentrieren kann – dazu gehören neben den Geheimnissen des Tals auch Rassismus gegenüber Angehörigen des verfeindeten Clans, die sich den Lumi angeschlossen haben. Ein weiterer Pluspunkt ist die queere Komponente, die die Autorin ohne viel Drama und Aufhebens in die Handlung integriert – es ist schön, dass in „Tal der Toten“ vollkommen egal ist, wer wen liebt. So ist Inaris Vorliebe für Frauen keine große Sache, sondern für die Bewohner des Tals etwas normales. Dadurch erspart die Autorin dem Leser den typischen Konflikt queerer Helden mit Coming-Out und allen weiterführenden Problemen. Die Charaktere sind angenehm bodenständig und wenig heldenhaft – sie sind weder besonders mächtig noch kriegerisch stark. Dadurch kann man sich sehr gut in Inari hineinversetzen und kann ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben. Sie ist nicht die klassische Heldin, sondern hat durchaus Fehler, was sie nur noch greifbarer und realistischer Macht. Auch die tragenden Nebencharaktere sind toll in Szene gesetzt und handeln nachvollziehbar. Sei es die junge Schamanin Nea, die das Tal schützen und dem Erbe ihrer toten Mutter gerecht werden will, Inaris Mutter, die das Haus nicht verlässt oder die Dorfbewohner, die jeder auf seine Art mit den Ereignissen umgehen müssen – Ria Winter gelingt es auf wenigen Seiten ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Stilistisch kann Ria Winter ebenfalls überzeugen – sie hat einen sehr fesselnden, lebendigen und angenehm lesbaren Schreibstil, der stets nah bei der Hauptfigur ist. Die Beschreibungen des Tals sind ebenso fesselnd wie die Einblicke in Inaris Gefühls- und Gedankenwelt oder die Dialoge zwischen den Charakteren. Wer auf eine gefühlvolle, dramatische Liebesgeschichte hofft, wird jedoch enttäuscht werden – die lesbische Liebesbeziehung ist zwar für die Handlung wichtig, jedoch nicht so emotional tragend. Sie ist eher schlicht gehalten um die eigentliche Geschichte nicht zu hemmen und auszubremsen. Fazit: „Tal der Toten“ ist ein gelungener Fantasyroman mit lesbischer Heldin, der durch tolle, angenehm bodenständige Charaktere, eine gut durchdachte Handlung und einem flüssigen, fesselnden Schreibstil besticht. Wer ungewöhnliche Fantasyromane sucht, bei denen der Fokus auf der Handlung und den Figuren liegt, ist mit dem Debüt von Ria Winter gut beraten – Fans von romantischen, queeren Liebesgeschichten in einem fantastischen Setting werden mit „Tal der Toten“ wahrscheinlich weniger glücklich – dafür bleibt die Liebesbeziehung zu sehr im Hintergrund. Nichtsdestotrotz empfehle ich, dem Buch eine Chance zu geben – es lohnt sich.
Spannende Fantasy rund um Leben und Sterben.
Ein Buch, das mich etwas zwiegespalten lässt. Tatsächlich sogar sehr, was die Rezension sehr schwierig macht. Das Cover finde ich sehr schön, passt aber für mich nicht 100% zu der Stimmung, die im Buch herrscht - aber dafür würde ich natürlich keinen Stern abziehen! Der Schreibstil ist auch wirklich angenehm zu lesen. Es gibt viele sehr gelungene Metaphern und Vergleiche, insgesamt ist der Stil sehr malerisch, ohne schwulstig zu sein, was mir persönlich gut gefällt. Die Story an sich ist definitiv mal was anderes und gefällt mir vom Grundriss her auch gut. Was für mich aber das Problem war, war das Pacing. Es ging mir alles zu schnell. Die Beziehungen der Figuren waren für mich nicht nachvollziehbar, die Romanze hat bei mir überhaupt nicht funktioniert, weil ich sie nicht verstanden habe. Das lag zum einen daran, dass man das Kennenlernen der beiden nicht mitbekommen hat und die Versöhnung auch irgendwie nicht wirklich vorhanden war. Auf einmal war am Ende alles wieder gut. Auch die Ereignisse, die innerhalb einer Woche (?) passiert sind, waren mir einfach zu viele für so wenig Zeit. Das war meiner Meinung nach auch nicht logisch. Außerdem hat es eine Entwicklung der Figuren verhindert, sodass Inari von Anfang bis Ende dieselbe Person geblieben ist - genauso wie alle anderen eigentlich. Beim Worldbuilding hätte ich mir auch gewünscht, dass etwas mehr auf die Clans und die Zusammenhänge eingegangen worden wäre. Ich kann mir vorstellen, dass da noch eine Menge mehr hintersteckt und das hätte ich gerne erfahren. Alles in allem ein schön geschriebenes Buch, das sich für mich aber leider nicht nach einer kompletten Geschichte anfühlt, sondern eher nach einem winzig kleinen Ausschnitt, was es für mich leider verhindert hat, wirklich mitzufiebern.
♥Werbung ♥ ♥Rezensionsexemplar♥ Hallo! Ich habe heute wieder eine Rezension für euch! Und zwar zum Buch "Tal der Toten" von Ria Winter. Dieses Buch habe ich in einer Lovelybooks-Leserunde gelesen und wurde mir dafür als REZENSIONSEXEMPLAR zur Verfügung gestellt. Eckdaten: "Tal der Toten" von Ria Winter ist ein Einzelband, der am 01.08.2019 im Impress-Verlag als e-book veröffentlicht wurde. Das Buch beinhaltet 351 Seiten. Preis: 3,99 (A/D) ISBN: 9783646605068 Inhalt: Seit zehn Jahren leben die Yumi im Tal, beschützt von ihren Toten, die ruhelos die Grenzen bewachen. Eigentlich sollten sie leere Hüllen sein, die ihren Posten nie verlassen. Doch als Inaris Vater auf einmal vor ihrer Hütte auftaucht, ändert sich alles. Inari deckt Geheimnisse auf, die dem Stamm Jahre verheimlicht wurden... Cover: Das Cover des Buches finde ich wirklich sehr mysteriös. Es weckt sofort eine düstere Stimmung, die vor allem durch den kahlen Baum und die sehr kalten Farben hervorgerufen wird. Mir gefällt das Buch richtig gut, den die Stimmung die vermittelt wird, zieht sich durch das ganze Buch und das Mädchen auf dem Cover kann man auf jeden Fall mit Inari vergleichen! Mir gefällt das Cover wirklich sehr gut! Meine Meinung: Ich habe das Buch schon letztes Jahr auf der Buchmesse entdeckt, da es einer der Torino/impress-Schreibwettbewerbs war. Mich hat außerdem der Titel sehr angesprochen, bei Toten werde ich einfach schwach. (äääähhhm- nein ich brauche keinen Psychologen) Ich habe das Buch begonnen und war von Anfang an von der Geschichte begeistert. Der Schreibstil war sehr flüssig und gut geschrieben, so dass ich sehr schnell durch das Buch gekommen bin. Ich konnte mich aber trotzdem hervorragend in Inari hineinversetzen. Inari ist eine sehr interessante Protagonistin gewesen. Sie hat ein sehr hartes Leben, da ihr Vater gestorben ist, als sie 10 Jahre alt war und ihre Mutter unter Zwangsstörungen leidet, wodurch sie nicht das Haus verlassen kann. So muss Inari sowohl für sich als auch für ihre Mutter sorgen, was ihr sehr zu schaffen macht. Trotzdem ist sie ein sehr hitzköpfiges Mädchen, was sich oftmals von ihren Gefühlen leiten lässt. Ich fand Inari sehr sympathisch und ich konnte mich gut in ihre Situation hineinversetzen, auch wenn man sich bei ihren Entscheidungen oftmals an den Kopf schlagen hätte können. Auch die anderen Charaktere fand ich sehr interessant. Ria hat sich auf sehr wenige Charaktere konzentriert, diese jedoch sehr gut und lebendig herausgearbeitet, wodurch einem die Geschichte sehr real vorgekommen ist, wie ich finde. Generell fand ich die Geschichte sehr gut ausgearbeitet, in der Leserunde hatte ich das Gefühl als hätte sich die Autorin bei jedem Wort etwas gedacht, was ich wirklich sehr toll fand. Von einem Debütroman hat man genau nichts gespürt, was ich als sehr toll empfinde! Das Buch besitzt von der ersten Seite an eine sehr greifbare Spannung und man muss dieses Buch einfach in sehr kurzer Zeit lesen, denn man wird von der Geschichte regelrecht eingesogen und man muss einfach lesen bis das Buch zu Ende ist. Weshalb ich das Buch auch an einem Tag beendet habe. Auch die Idee ist wirklich sehr außergewöhnlich. Man erfährt sehr wenig über die außenliegenden Stämme und Reiche, jedoch ist auch genau das das Ziel des Buches. Denn so hat der Leser genau das gleiche Wissen wie die Yumi und ist so noch mehr im Geschehen und die Angst die die Personen in dem Buch empfinden ist noch greifbarer. Trotzdem fühlt es sich nicht so an als hätte dem Buch etwas gefällt, denn die Geschichte wird auch so sehr ausgefüllt und der Leser hat auf jeden Fall sehr viel zu verarbeiten. Vor allem da die ganzen Geheimnisse wirklich erst auf den letzten Seiten aufgedeckt werden und es einmal BUUUUUMMMM (xD) macht. Fazit: Insgesamt ein echt guter Einzelband dem nichts nachhängt und den Leser von Anfang bis zum Schluss an sich bindet. Das Buch ist sehr gut ausgearbeitet und ist somit ein herausragender Debütroman! Ich bin gespannt was ich als nächstes von Ria Winter lesen werde. 4,5 Sterne von mir, da ich denke es kann noch diesen kleinen Funken mehr geben!
Cover: Es hat sofort mein Interesse geweckt. Ich finde das Cover total gut gelungen.
Zuerst war ich etwas skeptisch, aber habe mich dann doch getraut, dem Buch einen zweiten Blick zu widmen und habe es nicht bereut. Der Schreibstil von Ria Winter ist flüssig und einnehmend. Mit den Namen der Charakteren hatte ich Anfangs meine Schwierigkeiten. Sie sind ungewöhnlich und lassen sich dadurch für mich schlecht merken. Ich musste oft kurz überlegen, wer wer ist. Die Protagonistin Inari wohnt zurückgezogen mit ihrer kranken Mutter im Tal der Toten. Die Schamaninnen im Dorf haben eine interessante Aufgabe und Nea eine von ihnen habe ich gleich ins Herz geschlossen. Die Idee zur Story ist mal etwas anders. Etwas ähnliches habe ich bisher noch nicht gelesen. Die Grundstimung im Buch ist etwas düster, es geht um den Tot, bzw. das "Leben" nach dem Tot, Seelen und Schamanen. Ja teilweise würde ich es auch als gruselig bezeichnen. Ich lese kein Horror, aber dieses Buch fand ich interessant. Es hat eine reizvolle Fantasy Story und konnte mich damit überzeugen. Ein überraschendes Buch, welches anders und düster ist.





