1. Jan.
Rating:3

"Gefesselte Seelen" ist ein recht unterhaltsamer Weltraum-Roman, der mit Spannung aufwarten kann, dafür aber nicht viel Fokus auf Figuren oder richtige Sci-Fi-Aspekte legt. In wechselnden Perspektiven, die teilweise schon nach wenigen Sätzen wieder springen können, wird die Geschichte von der Botin Shay erzählt, einer Telepathin des Rates, die sich nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnern kann. Als sie auf der Raumstation First Contact 3 (oh Hilfe, ich hoffe das war richtig) ankommt, erkennt sie aber der Commander dort zu gut: Shay ist nämlich seine Frau ... Der Roman hat noch sehr, sehr viel Raum nach oben, wie ich finde. Es gibt ein paar schöne Stellen, aber alles wird ein wenig zu oberflächlich abgehandelt. Die Raumstation, das Gefüge des Rates und wie die Welten und das All überhaupt aussehen, das ist etwas unausgegoren. Der Rat scheint das Leben seiner Bewohner in allen Facetten kontrollieren zu wollen, etwas, das Shay und Commander Jon Matthews am eigenen Leib erfahren mussten, als sie sich mit ihrer Liebe widersetzten. Jetzt ist Jon für Shay ein Unbekannter und er kann sich ihr kaum nähern, ohne ihr Leben zu gefährden. Klingt eigentlich nach einer sehr prickelnden Kombination für eine Liebesgeschichte, aber leider bleibt es durch die vielen Perspektivwechsel sehr oberflächlich und erzählend. Mitfühlen wird beim Leser nicht richtig gefördert. Abgesehen vom Stil, der mich etwas distanziert zurückgelassen hat, haben sich auch hier und da noch Fehler eingeschlichen, wie etwa fehlende Buchstaben. Gerade am Anfang habe ich deshalb noch überlegt, abzubrechen, aber die Schnelligkeit der Erlebnisse war dann doch spannend genug. Jon und seine Crew schweben immer in Gefahr, die von allen Seiten droht. Auch haben sich manche Handlungsfäden aufgespannt, die noch in den Folgebänden für Gefahr sorgen können, mich aber nicht genug motivieren, weiterzulesen ... vor allem, weil Dignity One, der neue Rückzugsort der Crew, der wahrscheinlich bald eine größere Rolle spielt, wenn man den Reihentitel bedenkt, bislang so lieblos gestaltet ist. Ich bin einfach nicht neugierig auf diese Welt oder das, was dort passieren wird, und das ist sehr schade. Auch ist mir hier und da übel aufgestoßen, wie die männlichen Charaktere eigentlich Liebe und Anziehung definieren. Das läuft eigentlich immer auf ein sehr urtümliches "Sie gehört mir" hinaus und Jon nennt Shay gern "kleine Frau", was einfach degradierend ist. Vor allem, da sie so eine mächtige Gabe hat, aber stattdessen das halbe Buch herumgetragen wird oder im Koma liegt, was sie nicht unbedingt eine starke, selbstbestimmte Handlung macht. Leider geht es auch ihrer Botenkriegerin Hanout so, dass sie von einer selbstsicheren Kriegerin zu einem 'Männereigentum' mutiert, 'weich wird' und sich eingesteht, dass sie genau das die ganze Zeit vermisst hat: einen Mann an ihrer Seite ... nicht unbedingt das beste Bild von Frauenfiguren. Alles in allem aber recht unterhaltsam und zum schnellen Drüberlesen, wenn man auf der Suche nach einem SciFi-Light-Roman ist.

Dignity Rising 1: Gefesselte Seelen
Dignity Rising 1: Gefesselte Seelenby Hedy LoeweCarlsen
21. Okt.
Rating:1

Leider hat das Buch mir überhaupt nicht gefallen. Das hat mehrere Gründe. Zunächst was ich gut fand: Ich mag Perspektivwechsel in Geschichten, vorausgesetzt es wird nicht die gleiche Handlung mehrfach erzählt. Das ist der Autorin hier gut gelungen! Obwohl der ein oder andere Abschnitt mit einer Seite wirklich sehr kurz war und manche Charakter einfach uninteressant für die Handlung waren (Die Assistentin des Doktors?! Wozu ist die den bitte gut?). Den Plot fand ich im Kern auch gut. Meine Negativ Punkte: Am meisten gestört hat mich das verhalten der Charaktere. Ich fand es absolut nicht nachvollziehbar, oft unrealistisch und manchmal einfach nur bescheuert. Ein Beispiel: Charakter A enthüllt Charakter X ein grooooßes Geheimnis. Die Reaktion von Charakter X besteht mehr oder weniger aus einem einfach "Ja, ok.". Es werden keine Rückfragen gestellt oder die enthüllte Information als solche hinterfragt. Diese Situation haben wir auf den ersten 150 Seiten gleich zwei mal. Befremdlich ... Anderes Beispiel: Mann ringt Frau zu Boden und küsst sie einfach. Frau rennt weinend davon. Er denkt sich nichts weiter dabei. Sie findet ihn eigentlich ziemlich geil. Häää? Was sendet das denn bitte für eine Botschaft? Es ist ok, jemanden ohne seine Einwilligung zu küssen, denn eigentlich wollte sie es ja? Fragwürdig... Solche Situationen fanden sich immer wieder und das hat mir das Buch einfach verdorben. Das Worldbuilding fand ich etwas zu schwach. Die Grundidee, den Plot in einem SciFi Szenario spielen zu lassen fand ich sehr gut. Allerdings hat man für mein Empfinden viel zu wenig Informationen über den Aufbaue der Welt erhalten. Es wird davon gesprochen, dass die Menschen die Erde verlassen haben, aber warum? Weil sie es konnten? Weil sie es mussten? Wie sehen die Raumschiffe aus mit denen das Universum bereist wird? Ist die Station, auf der die ersten paar hundert Seiten spielen, eigentlich im All, auf einem Planeten oder auf einem Mond? Das sind alles so Randinformationen die mir für die Grundstimmung leider gefehlt haben. Die Handlung fand ich überhaupt nicht packend. Hier haben wir das allererste mal in meinem Leben, dass ich ganze Seiten übersprungen habe. Und der Handlung konnte ich trotzdem problemlos folgen konnte weil einfach nichts passier. Mit dem Schreibstil, der hauptsächlich aus kurzen Hauptsätzen besteht, bin ich auch nicht so recht warm geworden. Aber das ist natürlich immer absolute Geschmacksache. Fazit: Meins war es leider nicht. Die Geschichte ist nicht grundlegend schlecht, aber hauptsächlich die unrealistischen Handlungen der Charaktere haben mir den Lesespaß einfach total verdorben.

Dignity Rising 1: Gefesselte Seelen
Dignity Rising 1: Gefesselte Seelenby Hedy LoeweCarlsen