Großartig geschrieben und absolut auf den Punkt
Ich hätte nie gedacht, dass ein Sachbuch mich schon auf den ersten 100 Seiten zum Weinen bringt. Miriam Davoudvandi erzählt anhand ihrer Geschichte so präzise welche Auswirkungen Armut in Deutschland auf alle Lebensbereiche hat und vor allem wie Armut in Deutschland aussieht. Sie schafft es strukturelle Probleme über ihre eigenen Erfahrungen hinaus aufzuzeigen und in Kontext zu setzen. Ein Satz ist mir besonders im Kopf geblieben: „Armut ist ein Spektrum“. Und das trifft es so gut. Es gibt unterschiedliche Abstufungen und Formen. Trotzdem sind die Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit, Ernährung, Freizeit etc. ähnlich. Meine eigene Geschichte ähnelt in so vielen Punkten der Geschichte der Autorin, dass es mir besonders nah ging einige der Kapitel zu lesen. Besonders gefallen hat mir, dass es eben nicht wieder um den Klassischen Berliner Plattenbau ging, sonder die Geschichte sich in einer Kleinstadt abspielt. Das zeigt, das Armut überall vorkommt und eben nicht nur in den Klischee-Problemvierteln der Großstädte. Vor allem mochte ich aber auch, das Miriam Davoudvandi das Thema anhand ihrer eigenen Geschichte und ihren Erfahrungen erzählt, und nicht nur mit Statistiken und Studien um sich wirft oder von außen auf Strukturen blickt. Gerade das macht es so nahbar und nachvollziehbar. Sie schafft es gleichzeitig die strukturellen Probleme aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass Armut eben nicht ein individuelles Versagen darstellt. Ich denke es ist ein sehr wichtiges Buch in der Klassismus-Debatte, dass auch Menschen die keine Berührung mit Armut haben oder hatten einen sehr guten Eindruck geben kann was es bedeutet im Deutschland Arm zu sein. Danke an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.






































