»Die Mücke beherrscht ein einziges emotionales Konzept, und das ist der Hass.«
Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit dem Hörbuch warm zu werden, doch dann hat es mich komplett abgeholt. Witzig, nachdenklich, feinsinnig und so viele liebenswerte Persönlichkeiten. Georg Horvath, die Gisel und auch die Doppelkopfrunde sind mir schon ein bisschen ans Herz gewachsen.
Und am Ende wird aus allem ein Schuh.
Ich hatte nicht erwartet dass es einzelne Kurzgeschichten sind (die zum Teil miteinander verbunden sind, aber nicht alle) und die Themen haben mich nicht besonders mitgerissen.
mein erster saša stanisić. wollte es sehr gerne mögen und habe einfach nicht reingefunden. wobei die personen allesamt sehr liebenswürdig waren. bin gespannt, wie es mir mit seinen nächsten büchern ergehen wird.
Zauberhafte Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene und solche, die es werden wollen.
Erneut lässt mich Stanišićs gewohnt pointierter Humor, seine experimentelle Art zu Erzählen und sein gekonntes Spiel mit Sprache voller Begeisterung zurück. Wenn statt Schweigen im Raum „nur kurz der Ventilator was sagt“ und sich statt vergehenden Stunden „Augenblicke unseres Lebens verpuppen“ und wenn aus politisch rückwärtigen Ansichten „gesellschaftspolitischer Waffenbesitz“ wird, geht mir als Leser einfach das Herz auf!
„Für manche ist das Glück bloß umständehalber spärlicher gesät.“
Mit dieser verblüffend einleuchtenden Erkenntnis eröffnet Stanišić eine Sammlung voller ergebnisoffener „Was wäre, wenn“-Geschichten.
Was wäre, wenn man sein Glück einfach ausprobieren könnte? Quasi die eigene Zukunft zur Anprobe. Wenn sie einem gefällt, loggt man sie ein (kostet natürlich Geld, viel Geld!) und zack - Zukunft gesichert! Und wenn nicht, probiert man eben die nächste und dann die nächste und wieder die nächste. Hat man nicht genügend Geld, um die Zukunft direkt einzuloggen, kann man ja aber wenigstens daran arbeiten, sie zu erreichen, indem man überlegte Entscheidungen trifft und stets den richtigen Weg einschlägt. Denn immerhin weiß man jetzt, dass diese Zukunft, die man bei der Anprobe gesehen hat, eintreten kann.
Die technischen Spitzfindigkeiten der Zukunftsanprobe überlassen wir Fatih, der will schließlich mal Erfinder werden und es war ja auch seine Idee.
Währenddessen begleitet wir in mehreren (lose auf diesem Konzept aufbauenden) Kurzgeschichten verschiedene Personen bei ihren ganz eigenen Abenteuern, die vielleicht so oder auch ganz anders passiert sind: vom Autor selbst und seinen Jugendfreunden, über einen Vater, der stets gegen sein hochbegabtes Kind beim Piraten-Memory verliert, bis hin zur Witwe Gisel, die einfach nicht mehr alleine sein möchte. So ergibt sich ein buntes Potpourri an Geschichten, in denen die Figuren auf die ein oder andere Art und Weise erfahren, was das Leben für sie bereit hielte, wenn sie diese oder jene Entscheidung träfen, wenn die Zeit einfach stehen bliebe, wenn Sie ihren Freunden erzählten, dass sie in den Ferien auf Helgoland waren, oder wenn sie sich dazu entschieden, die Flunkereien eines guten Freundes aus Prinzip nicht zu hinterfragen.
Die Geschichten sind nur lose zusammenhängend. Manche mehr, manche weniger. Manche sind länger, manche kürzer. Was sie eint, ist oft nur diese magische Idee, sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Das kann sehr tiefgründig werden, aber auch (wie für Stanišić oft so typisch) ganz schön lustig, unsinnig und manchmal etwas surreal. Ein Haufen Quatsch, mögen manche sagen. Aber es ist schöner und äußerst kreativer Quatsch!
Meine persönlichen Highlights waren (neben der titelgebenden Geschichte rund um die Witwe mit der Gieskanne, welche ich letzten Herbst bereits bei einer Lesung des Autors persönlich hören durfte) ein amüsantes Spiel mit Erzählperspektive in einer Geschichte, in der der Ich-Erzähler, die Geschichte über sich selber liest, sie dabei kommentiert und die Entscheidungen des implizierten Autors hinterfragt, sowie die Geschichte über vier Freunde, die es mit der Wahrheit nicht immer ganz so genau nehmen und beim samstäglichen Kartenspiel ganz nebenbei und auf höchst charmante Art ihren Nachbarn Siggi (Phänotyp: Reichsbürger) auf den Arm nehmen.
Wer sich bis zum Ende der Kurzgeschichten durchschlägt hat ein Romanähnliches Erlebnis (seine eigenen Worte)
Von den Büchern, die ich von ihm gelesen habe, das stärkste. Ein Querschnitt durch Beobachtungen, Fiktion und Autobiographie. Witzig und liebevoll geschrieben.
Ganz ehrlich habe ich bis zim Schluss nicht so ganz verstanden was die Gemeinsamkeit der verschiedenen Geschichten war, aber als ich den Klappentext nochmal gelesen habe wurde es mir klar.
Es ist wirklich schön und anregend in mehrere verschiedene Leben und Figuren eintauchen zu können und ich mochte die verschiedenen Schreibstile sehr.
Definitiv eine große Empfehlung wenn man Lust hat viele Gefühle zu fühlen und ein bisschen nachdenklich zu sein.
Was war denn da los? Mein erstes Buch von Saša Stanisic hat mich gleich ein kleines bisschen umgehauen. Lauter kleine miteinander verwobene Geschichten die mich mal mehr, mal weniger glücklich, verwirrt, belustigt, gerührt zurückgelassen haben... und ich mag eigentlich keine Kurzgeschichten, aber es hat sich auch irgendwie gar nicht nach Kurzgeschichten angefühlt. Jetzt möchte ich mehr Bücher vom Autor lesen, einfach aufgrund seines Witzes und der außergewöhnlichen Sprache. Aber ich hab ein wenig Angst aufgrund der Rezensionen seiner anderen Bücher wie Herkunft, dass diese viel weniger zugänglich sind...
Ich weiß nicht mehr wie ich auf dieses Buch kam, und auch nicht, was ich erwartet habe. Irgendwas historischeres, älteres, "literarisches" vermutlich. Ich glaube irgendwer hier auf Reado schrieb, wenn man "Stanišićs Art zu schreiben mag, wird einem das hier sehr gefallen." Offenbar mag ich seine Art, zu schreiben.
Denn ich hatte lange nicht mehr so viel Vergnügen dabei, etwas zu lesen. Es ist lustig, schlau, nachdenklich und voller Lebensfreude, ohne die dunklen Seiten auszublenden.
Es hat glaube ich auch geholfen, dass ich blind reingegangen bin. Deshalb will ich gar nicht zu viel verraten. Nur so viel ist sicher: Es ist einen Versuch wert.
Sprachlich hat mir das leider gar nicht gefallen, ich hab sehr viele Sätze 5 mal lesen müssen und habs trotzdem nicht verstanden - ich hatte immer das Gefühl der Satzbau ist verkehrt bzw das ein Wort oder Satzzeichen fehlt um einen Sinn zu ergeben. Die Geschichten haben mich auch überhaupt nicht interessiert, ich habe nicht verstanden warum seitenlang über Pokémon Go gelabert wird.
Obwohl der Inhalt an vielen Stellen interessant, die Figuren ganz gut gewählt und die Schauplätze abwechslungsreich waren, habe ich keinen Zugang zum Buch gefunden. Ich glaube es liegt hauptsächlich an der Sprache, die mir es meist schwer gemacht hat, dem Inhalt zu folgen. Immer wieder musste ich Wörter/Sätze/Abschnitte wiederholt lesen und bin in keinen Lesefluss gekommen - schade!
Ein kluges Buch über unscheinbare Leben und große innere Bewegungen. Für mich ein nachdenkliches und neues Lieblingsbuch.
Eine Sammlung ganz unterschiedlicher Kurzgeschichten mit Figuren, die auf den ersten Blick unspektakuläre Leben führen und genau darin liegt meiner Meinung nach ihre Stärke. Jede Geschichte steht zunächst für sich, ist sprachlich tiefgehend, oft ohne große Spannung, manchmal überraschend komisch und regt immer zum Nachdenken an. Es geht um alltägliche Entscheidungen, verpasste Chancen, kleine Wendepunkte und darum, wie sehr selbst scheinbar Nebensächliches die eigenen Biografien prägen kann.
Besonders schön finde ich, wie sich einzelne Geschichten miteinander verbinden und sich nach und nach ein größeres Ganzes ergibt, ohne dass das konstruiert wirkt. Diese Struktur lädt dazu ein, genauer hinzusehen und Zusammenhänge zu suchen, statt die Texte einfach nur stumpf konsumierend zu lesen. Stanišić zeigt, wie bedeutungsvoll Alltagsmomente sind und wie viel Tragik, Liebe und auch Hoffnung in scheinbar gewöhnlichen Leben steckt.
Sehr berührt hat mich die Geschichte um Dilek, die als Frau und Mutter mit Migrationshintergrund ihr Leben betrachtet und dabei eine kaum ausgesprochene, aber doch zeigbare Trauer sichtbar wird. Auch die Titelgeschichte um Gisel hat mich nicht losgelassen, diese traurig-schöne Erzählung über Verlust und Einsamkeit und Neuanfang, die ohne große Worte auskommt. Mein persönliches Highlight.
Man könnte einwenden, dass nicht jede Geschichte gleich stark ist und manche eher verwirrend bleiben. Aber gerade diese Uneinheitlichkeit passt zum Konzept eines Buches über verschiedene und teils wirre Lebensmomente. Für mich überwiegt klar das Gefühl, hier etwas sehr Nachdenkliches, wenn nicht sogar Würdevolles gelesen zu haben. Ein großartig erzähltes Buch und definitiv eines meiner neuen Lieblingsbücher.
Ein wunderbares Buch voller schöner Geschichten, verbunden durch einen roten Faden.
Es kommt zu vielen absurd komischen Situationen, die mich zum Lachen, mindestens aber zum Schmunzeln brachten. Und zum Nachdenken.
Ich könnte mir vorstellen, der Humor gefällt nicht allen, und dann stelle ich mir das Lesen des Buches ein bisschen anstrengend vor.
Was erst wie zusammenhangslose Einzelgeschichzen wirkt entpuppt sich als kluge Beschreibung darüber, wie Leben verlaufen kann, das gelebte und das ungeliebte...
Kurze Geschichten, die mal mehr mal weniger miteinander verbunden sind, und die ich irgendwie nicht beschreiben kann. Was allen gemeinsam ist, ist die Erkundung von "was wäre wenn"; mal quatschig, absurd, bewegend - alles dabei gewesen. Das, und der Humor des Autors, den ich absolut feiere.
Obwohl ich Kurzgeschichten eher nicht bevorzuge, fand ich diese Sammlung sehr rund und unterhaltsam. Ich liebe den Schreibstil und das lässige dabei und wie sich am Ende alles zusammenfügt hat mir wirklich gut gefallen
Herrliche Sprache, schnörkellos und wunderbare Ideen, von ganz kleinen Familienthemen bis zu grundsätzlichen Lebensfragen; alles in diesem Buch. Absolute Leseempfehlung
Beste Unterhaltung mit Anspruch.
So ein charmanter, unterhaltsamer und liebenswerter Roman
Die Charaktere in diesem Buch sind mir allesamt dermaßen ans Herz gewachsen, dass ich es wirklich schade fand als ich das Buch zu Ende gelesen hatte.
Sie sind lustig, schrullig, liebenswert, alle irgendwie auf ihre Art besonders und doch ganz herrlich normal.
Den Schreibstil fand ich auf positive Art außergewöhnlich, was mich wirklich gut unterhalten hat.
Zunächst fand ich den Titel irgendwie sehr eigenwillig, wenn man das Buch jedoch liest, merkt man direkt dass er perfekt passt. So wie der Titel gestaltet sich das gesamte Buch.
Die Perspektivwechsel in der Erzählweise machen das Buch lebendig und sorgen dafür, dass man immer weiter lesen möchte.
Hat mir wirklich gut gefallen, klare Empfehlung 📚🤍
Liebe alle,
leider weiß ich nicht wie oft ich während des Lesens gelacht habe. Ich weiß nur, dies kam sehr oft vor. Alle Geschichte hatten etwas und macht unheimlich viel Spaß sie zu lesen.
Ich empfehle es jedem der mit sich und mit der Gesellschaft auseinander setzten möchte :)
Grandios!
Ich bin eigentlich gar keine Zielgruppe, ziehe ich doch Romane den Kurzgeschichten vor. Der Stil des Autors hat mich jedoch mitgenommen, ich konnte mit den meisten Geschichten etwas anfangen.
Ein seltsames Buch mit weirden Stories. Auch die Sprachmelodien war gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie hallen die Geschichten nach. Insbesondere Gisel hat mich berührt. Mit 80 würde ich auch gern mit einem Bären befreundet sein und mich mit einer Zahnbürste durch den Busch schlagen.
12 zunächst voneinander unabhängige Geschichten, die doch im Laufe des Buches auf wundersame Weise miteinander verwoben werden. Der Autor verbindet wie immer Humor mit Nachdenklichkeit. War nicht das erste Buch von Stanišić, das ich gelesen habe. Mich persönlich sprechen seine Werke auch an, da ich ebenfalls - zumindest halb - einen balkanischen Migrationshintergrund habe. Viele seiner Einfälle/Einlassungen haben daher für mich einen hohen Wiedererkennungswert.
Der Titel hat mich ehrlich gesagt angezogen das Buch zu lesen aber ich bin eigentlich enttäuscht vom Inhalt, der teilweise komisch geschrieben ist. Gerade die Geschichte von Gies finde ich seltsam geschrieben.
Wundervolles Buch mit so liebevollen Charakteren!
Die Erzählung über Georg Horvath etwa, ist großartig.
„Georg hatte Babypaul nach einem Schreianfall in der Trage und warf gerade einen Master-Pokéball nach einem legendären Lavados, da hielt eine Fahrradfahrerin auf seiner Höhe und rief ihm zu, er halte sein Telefon zu nah an den Hirnströmen des Babys. … Nachdem die Frau davongeradelt war, googelte er sofort Handy + Hirnströme. Das Internet aber war sich auch hierin mal wieder uneinig.“
Genial auch, wie alle Geschichten im zweitletzten Kapitel zusammenfinden! Auch wenn mich nicht alle Charaktere gleichermaßen abgeholt haben - eine klare Leseempfehlung!
Mal was ganz anderes. Gesellschaftskritik mit einem guten Schuss Humor, Zukunftsvisionen, Träume, Verbundenheit, Freundschaft, Lebenspläne und -wege, alles in der unmittelbaren Nachbarschaft von meiner Heimat entstanden. Der Aufbau und die Phantasie des Buches hat mir ebenso gefallen wie die Darstellung der einzelnen Charaktere. Man konnte sich alle Personen und ihre Gedanken gut vorstellen und sich in sie hineinversetzen.
Über die Zufälligkeiten des Lebens -
Wieder großartiges Buch von Saša Stanišić
Hier wurde mir wieder bewusst, warum Stanišić einer meiner Lieblingsautoren ist! Die Sprache war so tiefgründig und gleichzeitig musste ich ein paar mal so laut auflachen. Es wird politisch, aber nicht langweilig oder belastend. Aber vor allem wird es eins: persönlich und philosophisch.
Ich liebe die titelgebende Geschichte. Gisel hat sofort mein Herz erobert! Humorvoll mit einer Prise Emotion und persönlicher Geschichte baut Stanišić einen Roman, der aus scheinbar losen Geschichten besteht und am Ende schafft er es doch wieder, alles zu verbinden.
Ich habe ihn getroffen, als er aus diesem Buch gelesen hat. Wobei „gelesen“ trifft es nicht ganz - gelebt ist der bessere Begriff. So lebendig und eindrucksvoll war selten eine Lesung. Und dieser Roman ist definitiv zum Vorlesen gedacht!
Daniel Kehlmann bezeichnet das Buch im Alles-Gesagt-Podcast als eines der besten derzeitigen Bücher.
Geschichten aus dem Leben, die sich letztlich zu einem grossen Ganzen zusammenspinnen:
Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Giesskanne mit dem Ausguss nach vorne. (Aber wo ist vorne?)
Tinder für Witwen, gedankliche und wirkliche Reisen in die Welt der Literatur und ein Proberaum fürs Leben: Was Saša Stanišić hier auftischt, ist ganz grosses Kino - für mich an der Schwelle zur intellektuellen Überforderung. Zum Glück nur an der Schwelle.
Instagram: Geschichten aus dem Leben, die sich letztlich zu einem grossen Ganzen zusammenspinnen:
Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Giesskanne mit dem Ausguss nach vorne. (Aber wo ist vorne?)
Tinder für Witwen, gedankliche und wirkliche Reisen in die Welt der Literatur und ein Proberaum fürs Leben: Was Saša Stanišić hier auftischt, ist ganz grosses Kino - für mich an der Schwelle zur intellektuellen Überforderung. Zum Glück nur an der Schwelle.
Sehr lesenswert: 👍👍👍
Herzerwärmende, humorvolle Geschichten mit Tiefgang
Hach, war das schön! Gut komponierte Geschichten, die ein wirkungsvolles Ganzes ergeben. Und ich habe so oft gelacht: über Formulierungen, treffsichere Beobachtungen und die oft so erfrischenden Dialoge zwischen Jung und Alt. Der Sch*ßpapagei beim Memory, die Möwen in der Straßenbahn und Gisel, die ganz bestimmt nicht auf den Enkeltrick reinfällt.
Kurzweiliges und großartiges Lesevergnügen, pointiert beobachtet und sprachlich gekonnt wiedergegeben.
Saša Stanišić hat mit "Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne" ein Buch geschrieben, dessen tieferer Sinn sich mir nicht zur Gänze erschlossen hat.
Es handelt sich um Kurzgeschichten, bei denen ich Schwierigkeiten hatte den roten Faden zu finden bzw. die Frage, um die es hier gehen sollte ist "Was wäre wenn...?" und wie ein Leben wohl verlaufen wäre, hätte man andere Entscheidungen getroffen. Aber irgendwie wurde das nicht immer klar - oder ich war einfach blind. Dabei fängt das Buch sehr vielversprechend an:
Saša und seine Freunde treffen sich und philosophieren darüber, wie es wohl wäre, wenn man kurz einen Blick in eine mögliche Zukunft seines Lebens werfen könnte. Ein Proberaum sozusagen und wenn einem diese Version der Zukunft gefällt, kann man sich dafür einloggen. Die Idee fand ich witzig. Daraus hätte man definitiv was machen können. Doch irgendwie hat mich das Buch ab der Hälfte so ziemlich verloren.
Meine Erwartungen waren nach all dem Lob recht hoch - vielleicht zu hoch, denn für mich war das Buch dann leider nur mittelmäßig. Was ich jedoch mochte war der Schreibstil: Dieses Schweifenlassen der Gedanken, so dass diese wie ein Fluss ruhig und gemächlich durch die Gegend mäandern.
im Buch - hat gut angefangen, lustig, obskur, interessant, witzig, unterhaltsam - unterm Strich war von allem was dabei (Wokeness, Politik…- Klischeehaft) das war für mich schwer zu greifen, mir hat die Bodenhaftung gefehlt. Vielleicht war der Autor auch von Jean-Luc Picard und vom Holodeck inspiriert.
„Wie super wäre es […] wenn es einen Proberaum für das Leben gäbe? Du gehst in den rein und probierst zehn Minuten aus der Zukunft? Wie bei Deichmann, nur nicht mit Schuhen, sondern mit dem Schicksal.“
Mit dieser Idee setzt sich Saša Stanišićs Buch auseinander. In mehreren, miteinander verknüpften Kurzgeschichten zeigt er uns, wie willkürlich das Leben manchmal sein kann. Mit Witz und Humor jongliert er all die existenziellen Fragen, mit denen wir uns beschäftigen und formt ein kleines Erlebnis daraus.
Leider konnte ich Schreibstil und Inhalt nicht vollständig greifen. Es gab Geschichten, die mich zum schmunzeln brachten und andere, die mich ratlos zurückließen. Ich denke, dass ich Saša Stanišićs Buch irgendwann noch einmal lesen möchte.
„Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ ist ein Buch für all diejenigen, die sich gerne mit Gedankenexperimenten vergnügen, und sich damit manchmal nicht allzu ernst nehmen möchten.
Liebe alles an Stanišićs Geschichten - die Figuren, die Sprache, diese tollen Orte, an die er uns entführt (Heidelberg zB. hehe) und schafft genau das, was ich mir von guter Literatur wünsche - vom Sofa aus umherreisen und Menschen treffen, von denen ich keine Ahnung hatte, dass ihre Leben mich interessieren. Wie immer toll erzählt
Sie kommen leichtfüßig daher und witzig und nachdenklich und so als ob die Figuren in ihnen meine Nachbarn wären. Diese Kurzgeschichten gehen ans Herz (die meisten), sind schnell ausgelesen und einfach wunderbar. Saša Stanišić zeigt hier eindrucksvoll wie gut er in der Kürze ist. Hier tritt sich nichts platt, hier geht beinahe alles auf. Viel besser als sein Roman Herkunft (finde ich).
Jaaa, gut geschrieben.
Aber was hilft es, wenn es sterbenslangweilig ist?
Ungefähr in der Hälfte hatte ich dann keine Lust mehr und habe abgebrochen.
Das Leseleben ist zu kurz für langweilige Bücher 😊
Ich kann den Inhalt gar nicht richtig zusammenfassen, weil es mir sehr schwer fällt diesen zu greifen. Es sind Kurzgeschichten, die mich wenig angesprochen haben und auch am Ende wurde es für mich nicht wirklich rund und zusammenhängend bzw. sinnhaft. Leider konnte mich auch der Schreibstil des Autors nicht überzeugen, weshalb ich nur 2 Sterne vergebe.
Stell dir vor, du hast die Gelegenheit schon mal zehn Minuten einer Variante deines zukünftigen Lebens zu sehen, würdest du es einloggen? Was käme stattdessen? Ich frage mich auch so oft, was wäre, wenn ihr an dieser oder jener Stelle anders abgebogen wäre...
Saša Stanišić beschreibt sehr eindrücklich und mit einem ganz feinen Humor die Zufälle des Lebens. Eine einzige Entscheidung kann ganz andere Weichen stellen. In Form von Kurzgeschichten, die sich dann doch noch zu einer Erzählungen zusammen führen, begleiten wir Dilek, Gisela, Fatah, Özan und weitere Protagonisten ein Stück durchs Leben, durch eine von vielen Varianten.
Ich gebe ehrlich zu, dass ich den ganz tiefen Sinn des Buches nicht verstanden habe- wenn mir jemand helfen mag... Ich freu mich. Trotzdem vergebe ich vier Sterne, weil ich den Erzählstil und die Beschreibung der Familien einfach so sehr mag.
„Eine Möwe klaut dem Kind die Pommes.
Das Kind nennt die Möwe ein blödes Arschloch und bekommt neue Pommes.“
Ein Zusammenhang zwischen den Geschichten ist nicht immer gegeben, den naiven Ton fand ich oft fehl am Platz. Für die titelgebende Erzählung lohnt sich schließlich der Griff zu diesem Buch.
Ich bin lange um dieses Buch herum geschlichen. 2024 wurde viel darüber gesprochen und durch diesen Titel fällt es halt auch auf. Ich wusste aber lange nicht, ob ich es lesen möchte, ob die Geschichten mich ansprechen und ob ich es wirklich lesen muss, "nur" weil es von vielen Stellen so gehyped wird.
Ich bin jetzt aber froh, es gelesen zu haben. Nicht alle Geschichten haben mir gleich gut gefallen, nicht alle waren einfach zu lesen. Aber so muss ein Buch ja auch nicht sein. Ich mochte den Schreibstil des Autors sehr, den Humor, der immer Mal durchkommt auch wenn seine Geschichten oft eher nachdenklich sind oder zumindest zum Nachdenken anregen. Am besten haben mir die Geschichten von Georg Hovrath gefallen und die von Gisel.
Das Buch ist gut geschrieben. An allen Geschichten gab es etwas, das sie relevant und gut machte. Dennoch kann ich nicht behaupten, es toll gefunden zu haben. Eine gute Lese-/Hörerfahrung. Fast schon denke ich, dass man es zweimal lesen bzw. hören müsste, um den Aufbau richtig verstehen und wertschätzen zu können. Das mache ich vielleicht auch irgendwann mal….
Ich würde mehr von Stanišić lesen wollen…
Das Hörbuch wurde vom Autor selbst eingelesen. In Anbetracht des klar intendierten selbstbiografischen Eindrucks, ist diese Entscheidung nachvollziehen und verleiht dem Inhalt eine weitere Ebene. Dennoch ist Saša Stanišić, meines Erachtens, ein guter Autor und kein guter Vorleser. Es fiel mir mitunter sehr schwer, mich auf den Inhalt zu konzentrieren.
Habt ihr jemals so einen langen Buchtitel gesehen? Ich nicht. Und ich bin begeistert, er ist so einzigartig und enttäuscht nicht - genauso wie mich Saša Stanišić nie enttäuscht mit seinen Geschichten. In diesem Werk bekommen wir von allem und jedem ein bisschen: von vier Jugendlichen und einer irren Idee bis zur Witwe die das Grab ihres Mannes jeden Tag besucht. In kurzen Geschichten begegnen wir unsren Charakteren die alle auf ihre eigene Art speziell und liebevoll sind. Sie erzählen uns über ihre Träume, Verluste und Mutausbrüche. Stanisić versteht sich mit einer Brise Humor den Ernst der Geschichte zu verpacken ohne es jemals lächerlich wirken zu lassen. Ich mag seine spezielle Art zu erzählen, die liebevolle Gestaltung seiner Charaktere und die settings. Ich wollte noch nie nach Helgoland, jetzt schon. Gisel unsere Hauptfigur deren Kurzgeschichte dem Buch ihren Titel gibt ist fantastisch gezeichnet. Sie wirkt ab und an grummelig ist jedoch tief traurig über den Verlust ihres Mannes. Eines Tages stellt sie die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne, aber wo ist vorne? Denn sie hat mal gehört das es das Signal ist angesprochen zu werden. Bereit zu sein für ein neues Kapitel. Und so kommt es auch. Großen Raum im Buch bekommen auch ein Papa mit seinem Sohn und dessen Piraten Memory. Alle haben etwas gemeinsam, sie sind die „normalen Menschen“ und versuchen im Leben klarzukommen. Eine wunderbare Sammlung an Geschichten von verschiedenen Menschen, Herkünften und Zukünften und einer wirklich sensationellen Idee eines Proberaums für das Leben. Ich kann euch nur ans Herz legen Stanišić zu lesen und zu erleben.
So ein schöner Roman. Die zusammengehörenden Kurzgeschichten sind wundervoll geschrieben und folgen einer spannenden Überlegung. Ich hab mich so wohlgefühlt beim Lesen 😊
Lustige und zugleich berührende Erzählungen, die zum Teil zusammenhängen oder verbindende Elemente besitzen. Liebevolle Charaktere. Ganz lockerer Stil mit einem guten Timing für Gags - ich hatte viel Spaß beim Lesen!