Eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit der enormen Bedeutung von Medien für Politik und Gesellschaft. Wie die Macht, die ihr verliehen wird sowohl für Chancen als auch für die Gefahren in Bezug auf Meinungsbildung steht.
Das Buch ist super, um zu erkennen wie verblendet viele Themen durch die Medien dargestellt und vor allem intensiviert und dramatisiert werden. Aber auch wie fehlende Medienpräsenz eines Politikfeldes für sinkende Wahrnehmung in der Bevölkerung sorgen kann.
Sehr interessant und fachlich geschrieben.
Die Gefahr hinter der Angleichung der Leitmedien an die Direktmedien und das Phänomen der Vereinheitlichung in der medialen Berichterstattung.
Ein wirklich Horizont erweiterndes Buch für jeden, der die Meinung vertritt unsere Leitmedien (in DE) und öffentlich-rechtlichen würden einer politischen Doktrin folgen/von Ihr beeinflusst werden.
Veranschaulichung der Gefahr für unsere Demokratie, die von der Exklusion einer gegenteiligen Meinung zum akzeptierten Konsens ausgeht (anhand der Corona Pandemie/Ukraine Krieg/Flüchtlingsthematik). Ein Weckruf für den Journalismus der in einer freien Demokratie niemals machäisch auftreten darf und immer inkludieren und alle Meinungen in seine Berichterstattung einbringen muss.
Daher absolute Leseempfehlung für jeden, der wissen möchte, wie Meinungsbildung funktioniert, ohne diese zu sein. :-)
Tiefgründige, philosophische Analyse eines Qualitätsverlustes, die aber über den eigenen Horizont nicht heraus kommt
Precht und Welzer haben in vielen Erkenntnissen in diesem Buch Recht und problematisieren Entwicklungen, die durchaus das gesellschaftliche Zusammenleben beeinflussen. Die wissenschaftliche und philosophische Einordnung gelingt dabei vor allem in der ersten Hälfte des Buches gut. Zum Ende wurde es mir jedoch zu eintönig - die Dämonisierung der Leitmedien nimmt etwas überhand, viele (Gegen-)Facetten werden nicht thematisiert und einen Lösungsansatz vermisse ich leider auch.
Alles in allem ein durchaus erkenntnisreiches Werk, das aber anstrengend zu lesen und nicht sonderlich vielfältig ist.
Das Buch kommt/kam genau zum richtigen Zeitpunkt. In Zeiten von immer schnellerer Verbreitung von Nachrichten, ist dieses Buch ein wirklicher Anker in der Nachrichtenflut, an deren Qualität man teilweise echt zweifeln kann.
Oft sehr bildungssprachlich und lehrbuchmäßig geschrieben.
Es ist ein durchaus aufschlussreiches und lesenswertes Buch, das die Mechanismen der modernen Medienlandschaft kritisch hinterfragt.
Überzeugend ist u.a. die Analyse des Schwarmverhaltens der Medien und der Tendenz zu einheitlicher Berichterstattung, wodurch die Vielfalt der Meinungen oft verloren geht. Die Autoren werfen wichtige Fragen auf und regen dazu an, über die Rolle der Medien in einer Demokratie nachzudenken. Allerdings ist die Sprache des Buches stellenweise sehr bildungssprachlich gehalten, was den Zugang für Leserinnen und Leser ohne akademischen Hintergrund erschweren könnte. Eine etwas klarere und weniger anspruchsvolle Ausdrucksweise hätte den Inhalten möglicherweise mehr Nachdruck verliehen.
Nichtsdestotrotz bleibt das Buch eine wertvolle Lektüre für alle, die sich mit der Macht und den Herausforderungen moderner Medien auseinandersetzen möchten.
Das Buch "Die vierte Gewalt" hörte sich vielversprechend an. Ich hatte erwartet es ginge darum, wie sich Medien und Social Media eine eigene Meinung formen und diese als ihre einzig wahre annehmen. Der Beisatz "Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist" ließ mich schlussfolgern, wie Social Media inzwischen zum urteilenden Werk geschaffen wurde. In der Zeit der Cancel Culture, wird dies immer häufiger der Fall, dass vor allem die Medien und Social Media eine vierte Gewalt bilden. Menschen werden verurteilt, ohne einen Prozess gehabt zu haben oder gar überhaupt schuldig zu sein. Wie dies mehr und mehr Überhand nimmt ist grausam und sollte gestoppt werden. Sonst enden wir im Mittelalter, als Menschen an den Pranger kamen, nur weil Person X etwas behauptet hatte.
Leider geht "Die vierte Gewalt" hierbei nicht in die Tiefe. Zwar wird kritisiert, dass die Medien immer mehr auf Clickbait aus sind, statt reale News zu präsentieren, doch das ist irgendwie nur sehr oberflächlich gehalten. Auch wird thematisiert, dass Politiker:innen sich mehr auf ihr Medienimage statt auf ihre Politik konzentrieren. Die Ansätze sind interessant, jedoch wiederholen sich die Autor:innen in dem Buch ständig und es liest sich mehr wie ein Appell an die Medien, ihren Job wieder richtig zu machen, statt die Klickzahlen in die Höhe zu treiben.
Ich breche das Buch nun ab, weil ich der Meinung bin, dass es meine Erwartungen nicht entsprechen kann. Wie eine Mehrheitsbildung nun gesteigert wird, habe ich in Kapitel zwei erfahren. Ich bin durch.
Hat mir einen erweiterten & teilweise neuen Blick auf die Medien gegeben, vor allem auf die "Qualitativen & Seriösen".
Jedoch war es recht lang gezogen und vieles hat sich wiederholt. Ich hatte zudem das Gefühl, dass das Buch eher für Journalisten geschrieben wurde statt für die große Mehrheit.
Insgesamt für mich ein ganz gutes Buch, über das ich noch eine Weile nachdenken werde.
Wenig erwartet, aber sehr positiv überrascht.
Für alle, die sich ein wenig mit Medien beschäftigen, ein gutes Buch mit interessanten Aspekten zu unserer Medienlandschaft.