
Viel Anspruch, wenig neue Substanz
Mit Das Risiko du selbst zu sein von Bahar Yilmaz bin ich mit relativ hohen Erwartungen gestartet – Titel und Klappentext versprechen eine intensive, herausfordernde Auseinandersetzung. Das Buch ist in verschiedene „Risiken“ unterteilt, die jeweils unterschiedliche Aspekte persönlicher Entwicklung beleuchten sollen. In der Praxis fühlte es sich für mich jedoch so an, als würden viele dieser Kapitel immer wieder auf ähnliche Kernaussagen hinauslaufen. Die Inhalte unterscheiden sich oft nur in Nuancen, wodurch sich einiges wiederholt und an Wirkung verliert. Inhaltlich geht es viel um Selbstliebe, das Überwinden von Ängsten und den Mut, sich selbst treu zu bleiben. Das sind wichtige Themen, keine Frage – für mich persönlich waren sie jedoch wenig neu oder überraschend. Die Beispiele aus dem Leben der Autorin und aus ihrem Coaching-Kontext lockern das Ganze zwar auf, konnten für mich aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die inhaltliche Tiefe begrenzt bleibt. Hinzu kommt ein Stil, der stellenweise bewusst provozieren oder aufrütteln will. Gerade gegen Ende wirkte das auf mich eher bemüht als wirkungsvoll. Statt echter emotionaler Resonanz blieb bei mir eher Distanz – bis hin zu dem Gefühl, dass die beabsichtigte Wirkung nicht eintritt. Unterm Strich ein Buch mit guten Ansätzen, das mich persönlich jedoch weder inhaltlich noch emotional wirklich erreicht hat und stellenweise eher ermüdend wirkte.



