Spionagethrillerromancehistorynovel oder irgendwas dazwischen. Im Herz des Ozeans wird aus der Sicht von zwei Frauen von den Tagen vor und während des Untergangs der Lusitania erzählt. Beide sind grundverschieden - vor allem in den Gehaltsklassen und ihre Verbindung bildet ein Mann Robert Langford. Der taucht auch im Gegenwartsstrang wieder auf, da sein Urenkel (?) mit der Reporterin Sarah Blake zu ihm recherchiert. Dabei verlieben sie sich natürlich, hach. Das Buch ist einfach ein cozy read, hatte aber seine Längen. Normalerweise mag ich die Bücher mit dem Design sehr gerne, auch wenn sie zu Kitsch neigen, aber hier war es mir dann doch etwas zu viel. Von allem.
Grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen. Die Geschichte um die Hintergründe des Untergangs der RMS Lusitania sind unfassbar spannend. Hier ist besonders in den Mittelpunkt zu rücken, dass die Grundzüge der Geschichte auf wahren Tatsachen beruhen, was mir beim Lesen allerdings nicht bewusst war. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Caroline, eine Passagierin der ersten Klasse Tess, die in einer niedrigen Klasse reist und sich den Traum von einem neuen Leben erfüllen will Sarah, einer Historikerin, die sich knapp 100 Jahre später mit dem dem Untergang der Lusitania beschäftigt. Das ist abwechslungsreich und sorgt für viele Einblicke, die bei einer solch komplexen Geschichte sicherlich auch sinnvoll sind, mir war es aber zu viel Wechsel zwischen den Perspektiven. Kaum hatte man sich an eine Sicht gewöhnt, wurde man schon wieder herausgerissen. Dazu muss man auch sagen, dass die Geschichte und die Verwicklung der einzelnen Passagiere teilweise komplex ist und auch nicht alle Beziehungen aufgedeckt werden. Hier hätte ich mir teilweise mehr Informationen oder Struktur gewünscht, aber ich schätze es spiegelt die tatsächliche Situation auf dem Schiff relativ gut wieder. Ich mochte das Buch, auch wenn es einige Schwachstellen hat und würde es weiterempfehlen.


