Packend geschrieben.
Habe es geliebt, das Ende war zu viel für mein Geschmack.
WOW das hat mich gleich am Anfang gehabt.
Ich konnte mitfühlen, mich aufregen, um Ruth bangen, hoffen und mitfiebern.
Es wäre für mich fast perfekt wenn da nicht das Ende wäre.
Die Autorin hat da noch eins draufgesetzt, das hat es gar nicht gebraucht, so hat die Geschichte für mich unglaubwürdig gewirkt und wie in einem Märchen.
Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch weiter....
Schade aber trotzdem ein Buch das ich empfehlen kann.
Kleine große Schritte der Autorin Jodi Picoult - die ich vorher selbst nicht kannte - scheint mir ein völlig unterschätzter Roman zu sein.
Man erlebt diese ergreifende Geschichte über Rassismus aus drei verschiedenen Perspektiven - unter anderem aus der eines Rassisten selbst sowie aus der eine weißen Anwältin, die selbst von sich glaubt, es nicht zu sein.
Dabei wird jede erdenkliche Emotion beim Lesenden geweckt - Wut allen voran, aber auch Traurigkeit, Schuld, Scham...man fühlt sich mal hilflos, mal belehrend, mal ertappt.
Man fühlt bis zum Ende.
☆☆☆☆☆ 5 Sterne für Ruth.
Ich bin sprachlos und fasziniert und unglaublich nachdenklich. Seit ich nur die Buchrückseite gelesen habe, bin ich sehr nachdenklich über dieses Thema.
Es ist ein so unfassbar tolles Buch!
Diese schwere Thema Rassismus und dessen Seiten und Sichten so hart und real nahe zu bringen ist eine starke Leistung , die die Autorin hier erbracht hat.
Man wird gezwungen sich selbst zu reflektieren und betrachtet alles plötzlich mit anderen Augen und hinterfragt sämtliche Hintergründe dazu.
Auf jeden Fall eine Empfehlung!
Die Länge des Buchs war völlig angemessen, so ein großes Thema lässt sich nicht kleiner verpacken.
Die Geschichte wird aus drei Sichten geschildert, die es auch braucht. Welche davon einen am meisten überzeugt, bleibt einem selbst überlassen…..
Wirklich schöne Umsetzung. Das Lesen hat großen Spaß gemacht auch wenn das Thema wirklich hart ist.
Man wird sich auf jeden Fall einige Male aufsetzen und das Mitfiebern ist garantiert!
Wow, was für ein tolles Buch! Das sehr komplexe Thema Rassismus - hier in USA- wird in seinen unterschiedlichen Ebenen , insbesondere dem in staatlichen Systemen verankerten Rassismus, emotional, spannend und leicht zugänglich erzählt. Dabei werden verschiedene Perspektiven dargelegt. Die Hebamme Ruth, die aufgrund ihrer Hautfarbe als Angeklagte in einen Justizfall voller Vorurteile gerät und ihre Anwältin, die sich eigentlich für nicht rassistisch hält, drehen sich um die Frage, was es bedeutet, privilegiert zu sein . Ich habe mich dabei beim Lesen auch immer wieder selbst hinterfragen müssen. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und nachhallt.
Ein wichtiges, ein sehr aktuelles und definitiv sehr schweres Thema.
Der Stil ist, wie immer bei der Autorin, sensibel, aber eindringlich.
Man ist als Leser gezwungen die Augen zu öffnen.
Die Geschichte um Ruth und Turk ist sehr beeindruckend. Ein bisschen vorhersehbar, aber dennoch sefr beeindruckend.
Ein Baby stirbt, ist es die Schuld der afroamerikanischen Säuglingsschwester? Das sagt der junge Vater, der ein rechtsradikaler Prügelknabe ist. Was sagt das Gericht? Kann die weiße Anwältin für ihre Klientin einstehen? Ist sie frei von Rassismus? Wie steht es mit uns Lesern? Sind wir es?
Was sagt die Säuglingsschwester Ruth dazu? Wie ist ihre Sicht auf die Vorfälle? Der Wechsel der Perspektiven ist interessant und gibt Einblicke auf die jeweiligen Denk- und Gefühslmuster.
Dieser Wechsel machte es mir aber auch teilweise schwer beim Lesen, denn die Ich- Perspektive eines Hass- erfüllten und um sich prügelnden Menschen hat mich teilweise etwas blockiert. Spannend war es trotzdem in diese Welt der Rechtsradikalen einzutauchen.
Insgesamt hatte das Buch ein Paar Längen und ein Paar Stolpersteine für mich, insgesamt eine lohnenswerte und wichtige Lektüre, die ich definitiv weiterempfehlen würde.
Ich habe schon viel von Jodi Picoults Bücher gehört und nun kürzlich mich auch mal dran gewagt.
In "Kleine große Schritte" geht es um den Rassismus, den Farbige auch noch heute (in dieser Geschicht in der USA) erleben.
Ich habe lange nicht verstanden, dass das Buch in der Gegenwart spielt. Die Handlung hatte anfangs einfach total den 60ziger Vibe, finde ich.
Nach und nach bin ich dann dahinter gekommen, dass das alles in der jetzigen Zeit spielt. Das hat die Geschichte dann noch viel eindrücklicher gemacht.
Es gibt auch eine POV aus der Sicht eines White-Power-Anhängers. Und da hatte ich so viele Szenen, die mich richtig schockiert haben. Wenn man sich dann noch bewusst ist, dass diese Dinge wirklich auch im realen Leben passieren. Das ist doppelt hart.
Anfangs bin ich auch schlecht ins Buch gekommen, irgendwie zog es sich richtig. Die letzten 150 Seiten habe ich dann aber weggeatmet.
Das Ende war nicht ganz nach meinem Geschmack, aber im Gesamten ist das Buch, vor allem wegen der Sicht eines Rassisten, eine große Empfehlung.
Für mehr als 4 Sterne hat es bei mir aber dennoch nicht gereicht.
This is a book that is clearly meant for the white mainstream and therefore I am glad that a white author tackled the topic of racism. I wish there would be more authors of color that have white mainstream success, but this might be a stepping stone. So, it's A for content. Unfortunately, I felt that the story fell flat in the implementation. I didn't like the writing, I didn't like that every possible cliché and topic was picked up (not only from Ruth's perspective, but also from Kennedy and Turk) and the end.... oh my... overkill. Love the idea of the book, don't love the implementation at all. And of course, it was way too long for it's own good.
Kleine große Schritte von Jodi Picoult ist für mich ein absolutes Jahreshighlight – ein Buch, das nicht nur bewegt, sondern auch den Blick auf die Welt verändert. Es war augenöffnend und hat mir gezeigt, wie tief Rassismus im Alltag verankert ist – oft in kleinen, scheinbar nebensächlichen Momenten, die für Betroffene jedoch alles andere als unbedeutend sind.
Besonders beeindruckt hat mich die Erzählweise aus drei Perspektiven. Jede der Figuren – sei es Ruth, Turk oder Kennedy – wurde so authentisch und menschlich gezeichnet, dass ich mich in alle hineinversetzen konnte. Sie alle waren auf ihre eigene Weise nahbar und nachvollziehbar, auch wenn sie sehr unterschiedliche Hintergründe und Einstellungen mitbringen. Genau das macht das Buch so stark: Es stellt niemanden eindimensional dar, sondern beleuchtet verschiedene Sichtweisen mit Tiefe und Feingefühl.
Jodi Picoult kratzt nicht nur an der Oberfläche, sondern dringt in die Komplexität des Themas Rassismus ein – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit viel Kraft. Dabei zeigt sie auf eindrückliche Weise, wie sehr Vorurteile und gesellschaftliche Strukturen unser Denken beeinflussen – selbst bei den „gut gemeinten“ Handlungen.
Am Ende blieb ich mit vielen Gedanken und neuen Erkenntnissen zurück. Dieses Buch hallt lange nach – und genau das macht es so besonders. Absolute Leseempfehlung!
Ein wichtiges Buch - aber nicht ganz einfach zu lesen.
Puh – selten fiel es mir so schwer, ein Buch zu bewerten.
Das Thema, das Jodi Picoult in Kleine große Schritte behandelt, ist brisant, relevant und absolut notwendig. Es konfrontiert mit Vorurteilen, Machtstrukturen und der Frage, wie tief Rassismus wirklich in unserer Gesellschaft verankert ist. Und allein dafür verdient das Buch Respekt.
Was mich beeindruckt hat, waren die Perspektivwechsel. Vor allem die Sichtweise von Turk – so abstoßend und ehrlich sie manchmal auch war – wurde konsequent und nachvollziehbar erzählt. Auch die anderen Charaktere wirkten durchdacht, wenn auch nicht immer sympathisch. Ruths Entscheidungen zum Beispiel haben mich oft irritiert, aber ich konnte sie im Rahmen der Geschichte akzeptieren.
Was mir allerdings wirklich schwerfiel, war der Lesefluss. Die Kapitel waren sehr lang, die Erzählweise an manchen Stellen zäh – ich habe deutlich länger für dieses Buch gebraucht, als ich es von anderen Romanen gewohnt bin. In einigen Abschnitten musste ich mich regelrecht durchkämpfen.
Deshalb vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.
Kein Highlight für mich – aber auch kein Buch, das ich bereue gelesen zu haben. Ich würde es mit Einschränkung weiterempfehlen: An Leser:innen, die sich bewusst mit schwierigen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen wollen und Geduld für einen eher anspruchsvollen Erzählstil mitbringen.
Ich bin offen, Jodi Picoult noch eine zweite Chance zu geben – mit einem Buch, das vielleicht leichter zugänglich ist.
Irgendwie ist das Buch aktueller denn je. Mich hat die Story wirklich gepackt.
Teilweise etwas langatmig aber am Ende war ich dennoch sprachlos.
Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bücher von Jodi Picoult lesen, toller Schreibstil!
Ein unfassbar wichtiges Thema, toll ausgearbeitet und absolut lesenswert.
Beide Seiten, ihr Leben, ihr Umfeld, ihre Emotionen werden sehr detailliert beschrieben, sodass man ihren Weg gut verfolgen kann und wie sie an den aktuellen Punkt im Leben gekommen sind.
Zwischendurch hatte es ein paar Längen, dafür ist es in den letzten 150 Seiten noch mal sehr spannend geworden.
Das Ende war mir dann doch leider etwas zu kitschig und zu unrealistisch.
Ich wusste, dass das Buch Rassismus behandelt, aber mir war nicht bewusst, wie emotional es wird. Ein wichtiges Buch, weil vor allem in den USA (wo die Geschichte spielt), aber auch sonst überall, immer noch Rassismus herrscht. Das Nachwort der Autorin sollte man ebenfalls nicht außer Acht lassen. Die Wendung(en) zum Schluss waren überraschend, aber gut!
Nach „19 Minuten“ dachte ich, es ginge nicht noch unangenehmer – aber nein: „Kleine, große Schritte“ legt noch einen drauf. Und genau das macht es zu so einem wichtigen, lesenswerten Roman. Das Thema: Rassismus in den USA. Heftig, unbequem und aktuell.
Die Geschichte wird aus drei Ich-Perspektiven erzählt: Ruth, eine afroamerikanische Hebamme, die angeklagt wird, ein weißes Baby getötet zu haben. Kennedy, die weiße Pflichtverteidigerin, die Ruths Fall übernimmt. Und Turk, der Vater des toten Kindes – ein überzeugter Neonazi. Besonders die Kapitel aus seiner Sicht waren kaum auszuhalten, da seine radikalen rassistischen Gedanken durch die Ich-Perspektive plötzlich so nah scheinen.
Kennedy wiederum repräsentiert die weiße Leserschaft. Als weißer Lesender durchläuft man ihre Entwicklung irgendwie mit. Anfangs ist sie überzeugt, offen und „nicht rassistisch“ zu sein – und muss dann feststellen, wie viel struktureller Rassismus in ihrem Denken und Handeln steckt. Dieser Prozess ist brutal ehrlich erzählt – und extrem unangenehm, wenn man sich dabei selbst erkennt.
Jodi Picoult schreibt im Nachwort, dass sie das Buch nicht geschrieben hat, um People of Color zu erklären, wie ihr Leben aussieht – sondern um weißen Lesenden einen Spiegel vorzuhalten. Das ist ihr gelungen. Dieses Buch hat mich schockiert, herausgefordert und zum Nachdenken gebracht. Und genau deshalb: absolute Leseempfehlung!
🩷 „Der Gerechtigkeit kann kein Genüge getan werden, solange nicht die Nichtbetroffenen genauso große Empörung empfinden wie die Betroffenen selbst."
🩷 „Wenn nun das Puzzle der Welt eine Form hatte, in die du nicht hineinpasst? Und der einzige Weg, um zu überleben, der war, dich zu verstümmeln, deine Kanten abzuschneiden, glatt zu schleifen und dich so lange zu verändern, bis du hineinpasst? Wieso sind wir nicht in der Lage gewesen, stattdessen das Puzzle zu verändern?“
Ruth ist Krankenschwester auf der Neugeborenenstation mit Leib und Seele. Ihren Job liebt sie über alles. Bis sie es mit einem Paar aus der Neonazi-Szene zu tun bekommt, das nicht von einer afroamerikanischen Frau behandelt werden möchte. Und plötzlich ist sie wegen Mordes an einem Neugeborenen angeklagt..
Jodi Picoult schafft es immer wieder, gesellschaftlich brisante Themen so aufzuarbeiten, dass man irgendwie doch alle Beteiligten zumindest grundsätzlich in den Handlungen nachvollziehen kann und die Beweggründe versteht. Hierdurch öffnen sich neue Blickwinkel und man kommt aus der eigenen Komfortzone.
So auch in diesem Buch, welches deutlich macht, wie sehr Rassismus in unserer Gesellschaft und im eigenen Handeln verwurzelt ist. Auch wenn man denkt, man selbst macht viel richtig, das Buch öffnet einem definitiv an einigen Stellen die Augen.
Trotzdem für mich nur 3 Sterne, da der Mittelteil sich ziemlich gezogen hat.
Eine Granate von Buch, das noch lange nachhallen wird.
Ein Buch, das mich traurig, nachdenklich und wütend gemacht hat; das mich hat mitfiebern lassen und das mir wehgetan hat - und genau das soll es ja auch.
Eine Geschichte, vollgepackt mit aktivem und passivem Rassismus, mit gelebten Machthierarchien und Ungerechtigkeiten - aber auch mit gutem Willen, etwas Hoffnung und wenigstens einem Hauch von Gerechtigkeit.
Die Übersetzung empfand ich leider als nicht sehr gelungen, und mit dem Ende war ich auch nicht zufrieden. Hier wurde, für meinen Geschmack, zu viel zu schnell abgehandelt, was es mir unglaubwürdig erscheinen ließ.
Trotzdem ein sehr empfehlenswertes Buch, dass zum Nachdenken anregt, zurecht unbequem ist, und mir lange im Gedächtnis bleiben wird.
📚 Inhalt
Ruth ist langjährige Hebamme und Säuglingskrankenschwester. Ihr Job ist für sie nicht nur ein Job, sondern eine Berufung und sie führt ihre Aufgabe mit Leidenschaft und Herzblut durch. Seit über 20 Jahren arbeitet sie im gleichen Krankenhaus, ist eine geschätzte Kollegin und angesehene Krankenschwester.
Doch ein Paar frisch gewordene Eltern wollen nicht, dass Ruth sich um ihren Sohn kümmert. Denn Ruth ist schwarz und die Eltern sind eingefleischte Rassisten. Entsetzt muss Ruth feststellen, dass das Krankenhaus nicht hinter ihr steht und ihr die Behandlung des Kindes untersagt wird. Dies reisst bei Ruth Wunden auf, die sie vergessen wollte. Sie hat sich immer bemüht, so weiss wie möglich zu wirken und glaubte sich integriert. Aber die Behandlung des Krankenhauses hinterlässt eine tiefe Kränkung bei ihr.
Als dann besagtes Kind in eine lebensbedrohliche Situation kommt und Ruth die einzige Schwester auf der Abteilung ist, muss sie eine Entscheidung treffen: hält sie sich an die Vorgabe, den Jungen nicht anzufassen und riskiert somit sein Leben oder stellt sie sich über die Anweisung, um das Leben des Kindes zu retten?
Ruth beginnt mit Notfallmassnahmen, bis sie Schritte hört. Aus Angst, ihren Job zu verlieren, lässt sie das Kind los, bis ihre Kollegin eintrifft. Das Baby erleidet einen Atemstillstand und das Notfallteam, inklusive Ruth, tun alles, um das Leben des Neugeborenen zu retten. Erfolglos, der kleine Junge verstirbt.
Für Ruth beginnt nun die schwierigste Zeit ihres Lebens, denn die Eltern beschuldigen sie des Mordes und auch das Krankenhaus lässt sie fallen.
Ein spannender Prozess rund um das Thema Rassismus in den USA beginnt.
📖 Meinung
Dieses Buch behandelt unglaublich wichtige Themen, die nicht leicht zu verdauen sind. Ich selbst arbeite in der Pflege und habe mich dadurch selbst auch immer wieder gefragt, wie ich gehandelt hätte. Ich konnte Ruth meistens verstehen. Meistens, da ich nicht weiss, wie es sich anfühlt, diskriminiert und rassistisch behandelt zu werden. Denke ich an uns beide, rein als Krankenschwestern, kann ich sie total nachvollziehen. Doch bei Ruth geht es nicht einfach nur um ihren Job, bei dem sie beschuldigt wird, für den Tod eines Patienten verantwortlich zu sein, es geht um ihre Hautfarbe. Da kommt auch mein grösster Kritikpunkt des Buches: die Autorin ist weiss. Ich frage mich, ob eine weisse Frau sich in die Gedanken- und Gefühlswelt einer schwarzen Frau hineinversetzen kann. Klar, wir können alle Vermutungen anstellen, aber ich denke, die Geschichte hätte sich authentischer angefühlt, wäre die Autorin schwarz gewesen.
Durch den Aufbau der Geschichte und die Erzählweise aus verschiedene Perspektiven (Ruth, ihre Anwältin und der Vater des Kindes) bleibt die Geschichte spannend. Man muss aber aufmerksam bleiben, da die Handlung immer wieder in die Vergangenheit springt, um so die Gedanken der erzählenden Person besser nachvollziehen zu können. Dadurch lernt man die Personen gut kennen und sie wirken echt und lebendig.
Teilweise war das Buch etwas anstrengend zu lesen, da die Rechtsführung in der USA für mich nicht so geläufig ist und ich wirklich konzentriert lesen musste. Aber das war auch total spannend, da man durch die Anwältin mitbekommen hat, welche Strategien sie verfolgt.
Der Gerichtsprozess ist für mich verständlich geschrieben und ich habe immer mitgefiebert, wie es weiter geht. Für mich war zu keinem Zeitpunkt klar, wie es für Ruth ausgehen würde. Die Situation erscheint aussichtslos und ich habe mich, zusammen mit Ruth, immer wieder hoffnungslos gefühlt.
Was mir auch nicht so gefallen hat, war der Plottwist am Ende der Geschichte. Ich möchte nicht mehr dazu sagen, da dieser viel von der Handlung wegnehmen würde, aber das war für mich etwas übertrieben und sehr konstruiert. Aber eventuell gefällt es anderen Lesenden gut und bringt neue Ansichten.
Die Autorin konnte sehr gut mit dem Thema Rassismus spielen. Ich habe mich selbst reflektiert und darüber nachgedacht, wie ich mich verhalte. Ich würde mich als offen und links bezeichnen und doch konnte sie mich zum nachdenken anregen.
Ich würde das Buch wirklich weiterempfehlen, da dass Thema Rassismus leider heute immer noch aktuell ist. Es kann helfen, die Augen zu öffnen und den eigenen Blickwinkel zu überdenken.
Ich bin so unendlich dankbar für diesen Roman und es tut mir jetzt schon leid für das nächste Buch was ich lesen werde, weil es unter keinen Umständen hiermit mithalten kann.
Dieser Roman ist eine Wucht. Er hat mich aufgewühlt, wütend und nachdenklich gemacht, zittern und hoffen lassen und mehr Spannung erzeugt als es so manch ein Thriller tut. Und vor allem hat er ein wichtiges Thema sichtbarer gemacht: Rassismus.
„Wir haben alle Neigungen, selbst wenn wir uns das nicht eingestehen wollen. Weil es beim Rassismus nämlich auch darum geht, wer Macht hat… - und wer Zugang dazu.“ - S.544
Jodi Picoult erzählt die Handlung aus drei Perspektiven: Der Angeklagten Afroamerikanerin, ihrer Strafverteidigerin und eines Skinheads. Durch diese verschiedenen Blickwinkel ist das Thema nochmal viel besser dargestellt und aufgearbeitet worden als es das bei nur einer Perspektive gewesen wäre.
Der Roman regt zum nachdenken über moralische Fragen an und macht Alltagsrassismus, von dem wir uns oft und gern einreden, dass er nicht mehr existiert, mehr als deutlich. Auch ich fühle mich ertappt. Ertappt dabei, zu wenig darüber zu wissen, sich trotz politischen und gesellschaftlichen Interesses viel zu wenig damit auseinanderzusetzen. Mit diesem Roman konnte ich nicht nur eine wahnsinnig spannende Geschichte verfolgen, sondern auch viel dazu lernen, selbst reflektieren und die Perspektiven von allen Beteiligten einnehmen.
Ein Lesemuss für jeden politisch und gesellschaftlich interessieren Menschen und für alle anderen erst recht!
Rezension | Kleine große Schritte von Jodi Picoult Beschreibung
Seit zwanzig Jahren verrichtet Ruth Jefferson einen guten Job als Säuglingsschwester im Krankenhaus. Doch eines Tages wird ihr die Versorgung eines Neugeborenen von ihrer Vorgesetzten untersagt, weil die rassistischen Eltern ihr Kind nicht in die Hände einer Afroamerikanerin geben wollen. Als Ruth in einer Krisensituation alleine mit dem Kind ist gerät dieses in Atemnot und Ruth weiß zum ersten Mal in Ihrem Leben nicht wie sie handeln soll. Nach kurzem Abwägen, ob sie sich gegen die Anweisungen ihrer Vorgesetzten widersetzten soll beginnt Ruth mit der Einleitung der nötigen Maßnahmen – doch er Säugling verstirbt. Ruth Jefferson wird als Mörderin angeklagt und findet sich bald darauf in einem Gerichtssaal wieder, in dem der alltägliche Rassismus unter den Teppich gekehrt werden soll…
Meine Meinung
Schon längere Zeit habe ich keinen Roman mehr aus der Feder von Jodi Picoult gelesen, umso passender war es, dass mich die Beschreibung zu ihrem neuesten Werk “Kleine große Schritte” sofort ansprach. Das blumige Cover steht dabei vollkommen im Kontrast zum Inhalt, denn meiner Meinung nach passen weder Farbe noch die sanften Blumen zu dem emotional mitreisenden Thema das Picoult in ihrer Geschichte anschneidet.
Man wird sich zuerst fragen, warum eigentlich eine “weiße” Schriftstellerin über den Rassismus gegenüber farbigen Menschen schreibt, das mag zu Beginn nicht für jeden Sinn ergeben, aber wenn man sich das Nachwort von Jodi Picoult durchliest wird einem bewusst wie wichtig es der Autorin war über dieses Thema zu schreiben. Genau diese Leidenschaft für das Thema spürte ich dann auch zwischen den Zeilen lodern! Natürlich ist es schwierig für eine “weiße” Person sich in die Haut eines “Farbigen” zu versetzten und ich bin mir sicher, dass das Thema Rassismus natürlich in einem Buch z. B. von einer afroamerikanischen Persönlichkeit viel authentischer ist. Dennoch hat mir Picoults Buch äußerst gut gefallen, denn ich konnte der Geschichte wunderbar folgen und habe mich vor allem in der Rechtsanwältin Kennedy selbst wiedergefunden.
"Der Unterschied zwischen der Bitte des muslimischen Vaters und der Bitte von Turk Bauer war ein Unterschied zwischen Tag und Nacht. Wie zwischen Liebe und Hass." (Kleine Große Schritte, Seite 62)
Zum Inhalt selbst möchte ich nicht allzuviel verraten, denn die wichtigsten Punkte sind schon in meiner Buchbeschreibung zusammengefasst. Der Plot an sich ist nicht spektakulär, aber die Erzählweise aus den unterschiedlichen Perspektiven der farbigen Säuglingsschwester Ruth Jefferson, des rassistischen Vaters Turk Bauer und der Pflichtverteidigerin Kennedy McQuarrie machen das Buch zu einem Erlebnis!
Für mich war es wahnsinnig spannend die Geschehnisse aus den unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten zu können auch wenn das hier heißt, dass man nicht nur die kleinen und großen Hindernisse für eine farbige Person in den Staaten aufgezeigt bekommt, sondern auch in die krasse Weltanschauung eines rassistischen Protagonisten eintaucht. Dies ist natürlich der Protagonist Turk Bauer, der meines Erachtens die größte und faszinierendste Entwicklung im Verlauf der Geschichte durchmacht. Dagegen wirkt mir Ruth Jefferson manchmal etwas zu unscheinbar – ich hätte mir wirklich gewünscht, dass sie etwas kämpferischer wie ihre Schwester auftritt. Dennoch konnte ich ihre Haltung nachvollziehen und fand es sehr bewundernswert wie sie durch ihre ganz spezielle Art und Weise Missstände aufzeigt und ihrer weißen Pflichtverteidigerin den Spiegel vorhält.
"Stolz ist ein böser Drache, der unter deinem Herzen schläft und losbrüllt, wenn du Ruhe brauchst." (Kleine große Schritte, Seite 273)
“Kleine große Schritte” ist über große Strecken hinweg ein ruhiges Buch, man taucht in die Welt(anschauung) der einzelnen Protagonisten ein bis es schließlich zum nervenaufreibenden Prozessende vor Gericht kommt. Am stärksten beeindruckt hat mich dabei das aufrüttelnde Plädoyer der Verteidigerin Kennedy.
Fazit
Ein eindrucksvolles Buch zu einem immer noch aktuellen und sehr wichtigen Thema – Rassismus.
It was a good book. Just not great. As usual several perspectives have helped to dig deeper into the issue of racism. Especially the first half of the book was absolutely engaging (as well as enraging!). The second half of the book has become a lot slower, though and I was left with the feeling that we were only scraping the surface. If you read through the author's notes at the end you will find that Picoult has - again - put a lot of effort into research. I have always appreciated that and in many of her other books I thought it was palpable throughout the story. I didn't have the feeling with this one, even though the court scenes have been bursting with well researched (medical) facts. Somehow I couldn't really connect with this book. Admittedly I do not have a lot of personal references in this regard, but that has never stopped me from plunging into her stories before. I can't quite put my finger on it but somehow this book was slightly lacking the brilliance I am expecting of her (she is one of my fav authors).
Ruth ist eine erfahrene Hebamme, die dunkelhäutig ist. Die Familie Bauer haben in ihrer Fürsorge ein Baby bekommen, den kleinen Davis. Die beiden frischgewordenen Eltern wollen aber nicht, dass Ruth ihr Baby anfasst. Als er beschnitten werden soll, kommt es zu Problemen und Ruth ist die einzige Hebamme, die bei ihm ist. Sie ist im Zwiespalt, sie will das Leben des Babys retten und andererseits wurde ihr verboten sich um den Jungen zu kümmern. Dann stirbt Davis und es beginnt eine Geschichte aus Wut, Rassismus und Verzweiflung. Es ist eine Geschichte aus der heutigen Zeit, die überall hätte so passieren können. Es zeigt, wie schnell sich Rassismus in den Köpfen festsetzt ohne dass man was machen kann, auch wenn man von sich überzeugt ist, keine Rassist zu sein. Es war gut aber es ist teilweise etwas abgeschweifft, was die Geschichte unnötig in die Länge gezogen hat. Mit dem Ende hab ich nicht gerechnet aber fand es umso schöner
Einfach großartig!!! Vom Schreibstil, über die drei verschiedenen Sichten aus denen wir lesen, bis hin zur eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus und wie leicht man selbst dazu neigt, ohne es bewusst zu wollen. Tragisch, Augen öffnend und einfach echt. Dieses Buch muss jeder gelesen haben.
Ich will gar nicht viel erzählen. Man sollte es einfach lesen und sich abholen lassen. Vor allem aber mal darüber nachdenken was teilweise immer noch schief läuft auf der Welt! Spread love ❤️
Diese Geschichte ist so wundervoll und tragisch zugleich! Absolutes Highlight mit so einem wichtigen Thema! Ich habe so mitgefiebert das es mich sogar nachts wach gehalten hat.
“ You’re destined to do small great things,” she told me. “Just like Dr. King said.” She was referring to one of her favorite quotes: If I cannot do great things, I can do small things in a great way.
Ein bewegendes Buch, das zum Nachdenken anregt, mir aber zum Ende hin etwas zu kitschig geworden ist.
Dieses Buch habe ich vor circa 6 Jahren gelesen und ich habe es damals als GUT empfunden. Beim Rereaden dieses Buches hat sich meine Bewertung dann komplett geändert, was ich ziemlich überraschend fand.
Die Geschichte wird aus 3 verschiedenen Perspektiven erzählt. Einmal die Sicht von Ruth, einer schwarzen Hebamme, die des Mordes an einem Säugling angeklagt wird. Dann haben wir den rechtsradikalen Turk, der der Vater des Säuglings ist. Zu guter Letzt haben wir noch die weiße Pflichtverteidigerin Kennedy, die Ruth verteidigt. Ich nenne hier bewusst die Hautfarben der Charaktere, da das Thema Rassismus die Hauptrolle dieser Geschichte spielt.
Der Rassismus wird in verschiedenen Formen dargestellt (aktiv/passiv sowie allgegenwärtig) und hat mich beim Lesen sehr zum Nachdenken gebracht, vor allem über mein eigenes Denken und meine eigenen Vorbehalten, wobei ich mich jetzt weit aus dem Fenster lehne und behaupte, dass jeder diese Vorbehalte hat, wenn auch ungewollt. Und damit setzt sich dieses Buch auch auseinander. Es geht nicht nur um den aktiven Rassismus, der hier symbolisch von Turk ausgelebt wird, sondern es geht hier auch insbesondere um den Alltagsrassismus und den eigenen Vorbehalten. Für mich persönlich ein so wichtiges Thema. Vor allem muss ich positiv erwähnen, dass die Thematik grandios in die Geschichte eingebettet wurde und dass die Emotionen der Charaktere im Vordergrund stehen, sodass man alles so gut nachempfinden kann (hiermit möchte ich nicht zum Ausdruck bringen, dass ich wüsste wie sich eine schwarze Frau in Amerika fühlt).
Die Geschichte ist tiefgründig, emotional, facettenreich und intensiv und hat mich wirklich umgehauen, trotz dieser Thematik. Dieses Buch sollte jeder von euch gelesen haben und ist somit ein Highlight für mich.
Es geht um Rassismus gegenüber einer afroamerikanischen Frau. Die Geschichte wird aus Sicht dreier Personen erzählt. Was folgt ist ein Prozess … wie werden sich die Geschworenen entscheiden? Dieser Roman ist kein Lesestoff zum „Abschalten“, jedoch gespickt mit bewegenden Momenten, hochdramatisch und enorm spannend.
Inhalt:
In Kleine große Schritte erzählt Jodi Picoult die Geschichte von Ruth Jefferson, einer afroamerikanischen Krankenschwester, die wegen ihrer Hautfarbe plötzlich von der Versorgung eines Neugeborenen abgezogen wird. Als das Baby stirbt, sieht sich Ruth vor Gericht – mit dem Vorwurf des Mordes. Was folgt, ist ein packender Gerichtsprozess, der nicht nur Ruths Leben auf den Kopf stellt, sondern auch die tiefen Risse in der amerikanischen Gesellschaft offenlegt.
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Art, wie Jodi Picoult das schwierige Thema Rassismus behandelt, ist nicht nur überaus spannend, sondern auch tief emotional und berührend. Ich konnte es kaum aus der Hand legen! Besonders beeindruckt hat mich, wie dieses Buch mich dazu gebracht hat, die Welt durch eine komplett andere Perspektive zu sehen. Es war das erste Mal, dass ich mich so intensiv in die Gedanken und Gefühle einer Figur hineinversetzen konnte, deren Lebenserfahrungen so weit von meinen eigenen entfernt sind. Ein unglaublich wichtiges Buch, das noch lange nachhallt.
Absolut empfehlenswert und definitiv eins meiner Jahreshighlights! 🙌📖
Ich habe dieses Buch mit einem weinenden Auge zur Seite gelegt, so berührt hat mich diese ganze Geschichte. Die Autorin hat einen ganz besonderen Schreibstil, der den Leser sofort in die atemberaubende und spannende Geschichte eintauchen lässt. Die wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, der Pflichtverteidigerin und Turk erzählt.
Die Charaktere werden auch so bildlich beschrieben, dass ich jeden einzelnen vor meinem inneren Auge habe. Ruth ist für mich ein warmherziger Mensch, dem das Wohlergehen der anderen am Herzen liegt. Und dann kommt sie so in die Mühlen der Justiz. Einfach unglaublich. Ab und an hatte ich beim Lesen richtiges Gänsehautfeeling. Man kann das Gelesene oft gar nicht glauben. Und beim Lesen stellen sich einem viele Fragen, auf die man oft keine Antwort findet. Einfach ein geniales und gefühlvolles Buch.
So ein wichtiges Thema, welches aber vor allem durch das letzte Kapitel so kitschig und weltfremd nahezu ins Lächerliche gezogen wird! Es kann eben nicht jeder zu allen Themenbereichen eine emphatische Story mit gelungenem Ende schreiben - q. e. d.
Spannend bis zur letzten Seite. Inhaltlich und stilistisch hervorragend. Jodi Picoult ist eine Autorin, die richtig in die Tiefe geht und die man einfach kennen muss.
Phasenweise abschweifend und langatmig. Nicht zu ertragen sind über weite Strecken die aus der Perspektive des Rassisten geschriebenen Kapitel. Insgesamt aber ein schockierender Einblick in die rassistischen Abgründe der vermeintlich größten Demokratie der Welt. Schlüssig ist das Ende mit zwei Pointen.
4 Sterne = sehr gut, würde ich weiter empfehlen
Diese Geschichte zeigt sehr viele Facetten des Rassismus-Themas auf und beleuchtet es aus ganz verschiedenen Perpektiven. Insbesondere das Lesen aus der Perspektive des Rassisten war für mich doch immer nur sehr schwer zu ertragen. Insgesamt jedoch ein sehr wichtiges Buch, welches zum Ende hin auch noch ein paar unerwartete Wendungen bereithält.
2,25
An sich finde ich die Grundidee der Story gut und interessant. Wie in vielen anderen Rezensionen stelle ich mir aber die Frage, ob es sein muss, dass eine weiße Autorin aus der Perspektive einer Schwarzen Person über das Erleben des Alltags einer Schwarzen Person schreibt.
Außerdem finde ich es problematisch, dass viele rassistischer diskriminierenden Begriffe genutzt werden, auch wenn sie zu der Perspektive von Turk passen.
Die letzten Kapitel ab dem Showdown des Prozesses finde ich sehr abgedroschen und vorhersehbar. Große Katastrophe, Selbstgeißelung mit großem Wendepunkt zum Guten. Und das letzte Kapitel konnte ich so gar nicht ernst nehmen. Ich halte es für unrealistisch, dass ein Mensch, der so tiefen Hass verspürt, sich plötzlich so ändern mag.
Nur so zu einem Happy End der Geschichte zu kommen wirkt für mich halbgar und flach.
Also insgesamt für mich ein Buch, was man nicht gelesen haben muss.
To be honest I did not have a great start with Jodi Picoult after having read Nineteen Minutes (which to me feels like a cliché through and through). Knowing that lots of people like and love her books I felt like I should give her another try - which turned out to be a great decision.
After The Help this was the second book for me this year which tackles the topics of racism and hate being addressed by white authors. I was drawn into the story from the start and found it fascinating how the author from time to time raised All. The. Feels. in me.
4 out of 5 stars as in the middle the story moved on a bit too slow in my opinion.
Ein Buch das von einem wichtigem und leider immer noch aktuellem Thema handelt: Rassismus. Dieses Buch zeigt wunderbar wie glücklich sich Weiße schätzen können und wie rücksichtslos wir mit unserer Hautfarbe und der der anderen umgehen. Wie in jedem Rassismus drin steckt, wenn auch passiver Rassismus, in dem wir nichts unternehmen. Regt sehr zum Nachdenken an und zeigt die schreckliche Realität vieler Menschen, die uns nicht wirklich klar ist.
Nach einem schnellen Einstieg in die Geschichte, kam eine lange Spanne in der nichts großartig passierte. Welche aber sehr wichtig für das Buch war. Doch das Ende war unglaublich rasant, spannend, emotionsgeladen und einfach mal wieder typisch Jodi Picoult.
So viele Emotionen, die ich nicht in Worte fassen kann
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Dieses Buch war für mich ein Meisterwerk für sich & schon jetzt ein Highlight. Jodi Picoult behandelt Themen, die oft noch als tabu gesehen werden, geschweige denn ist es auch nicht einfach authentisch über diese Themen zu schreiben, wenn es einen selbst nicht betrifft.
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In diesem Buch wird der Rassismus, allen voran in Amerika, thematisiert. Lügen, Fehler, Angst, ein totes Baby, ein Prozess der für viel Aufruhr sorgt. Und man fängt an Dinge in Frage zu stellen, unter anderem auch sein eigenes Handeln und denken. Außerdem zeigt es uns, wie privilegiert weiße es haben. Und vor allem in Amerika ist es noch deutlich. Denn die Geschichte ist lang und gequält.
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Ich musste hin und wieder das Buch 1-2 Tage ruhen lassen, da es eine kost war, die ich nicht immer so leicht verdaut habe, aber das macht es definitiv nicht schlechter. Vor allem die letzten 100-150 Seiten habe ich dafür förmlich verschlungen. Über den Ausgang/das Ende kann man streiten, aber er macht nicht den Kern der Geschichte aus.
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Wichtig: Es gibt durchaus einige Triggerpunkte wie Diskriminierung, Gewalt, Rassismus, Homophobie.
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Abschließend: Absolute Klasse.
Ich weiß gar nicht wo und wie ich anfangen soll.
Ruth ist seit 20 Jahren Säuglingskrankenschwester und macht ihren Job richtig gut. Als sie zur Erstuntersuchung des kleinen Davis gerufen wird verhalten sich die Eltern des Kleinen merkwürdig. Es stellt sich heraus, dass Brittany und Turk, die Eltern des kleinen Davis', rechtsradikal sind und nicht möchten, dass Ruth sich weiterhin um sie kümmert.
Am nächsten Tag stirbt Davis und Ruth' Albtraum beginnt. Ihr wird Mord vorgeworfen und sie kommt ins Gefängnis.
Danach liest man wie sie auf Kaution wieder raus kommt, wie Kennedy, ihre Pflichtverteidigerin, sie während der Prozesse unterstützt, sehr viel über rassistisches Verhalten, Unterdrückung und Stärke.
Jodi Picoult hat mich für ca. 600 Seiten in einen Roman abtauchen lassen der mich sprachlos gemacht hat. Danke!
Jodi Picoult und ich werden einfach keine Freundinnen mehr. „19 Minuten“ fand ich damals, als Teenie, super, danach hat mich einfach nichts mehr überzeugen können, das meiste habe ich abgebrochen, hier immerhin zu Ende gelesen, wenn auch irgendwann mit Hilfe des (gekürzten) Hörbuchs, da ich wissen wollte, wie alles aufgelöst wird. Schade, ein wichtiges und gutes Thema, ein vielversprechender Plot, aber irgendwie hat mich alles und jede:r kalt gelassen. Ich war versucht, knappe 3 Sterne zu geben, aber das Ende hat dann leider die endgültigen 2 Sterne gebracht.
Das Buch war so INTENSIV, so tiefgründig, vielschichtig und emotional aufwühlend.
Es wird erzählt aus den Perpektiven von
Ruth, der dunkelhäutigen Säuglingsschwester, die des Mordes an einem Säugling angeklagt wird;
Turk, dem rechtsradikalen Vater des verstorbenen kleinen Baby Davis;
Kennedy, einer weißen Pflichtverteidigerin, die sich Ruths Fall annimmt.
Ich konnte mich sehr gut mit Kennedy identifizieren. Sie ist eine weiße, privilegierte Frau, die an die Gleichheit aller Menschen und Rassen glaubt und die sich definitiv nicht als rassistisch bezeichnen würde.
Im Laufe des Prozesses lernt sie Ruth und ihre Lebensumstände aber immer mehr kennen und erkennt, dass Weiße sich des durch und durch in Gesellschaft und staatliche Institutionen verwurzelten Rassismus häufig gar nicht bewusst sind. Dass sie selbst vielleicht doch passiv rassistisch ist, weil sie Rassismus vor Gericht immer ignoriert oder gar verdrängt hat.
Sie begründet dies damit, dass die Geschworenen klare Fälle mögen und sobald Rassismus angeführt wird, stehen die Menschen vor einem schier unlösbaren Problem, mit dem sie sich aus Bequemlichkeit lieber nicht auseinandersetzen wollen. Ruth zuliebe möchte sie die Rassismus-Karte deshalb eigentlich nicht ausspielen.
Aber Ruth macht deutlich, dass es keinen besseren Moment dafür gibt, als bei ihrem Mordprozess.
Gemeinsam mit Kennedy legte ich während des Lesens eine steile Lernkurve hin.
Das Buch befasst sich wirklich mit allen Formen des Rassismus.
Dabei hat die Geschichte aber NICHTS von einem Sach- oder Lehrbuch. Die Thematik ist gekonnt eingebettet in einen sehr emotional aufwühlenden Plot voller moralischer Grauzonen.
Ich kann dieses Buch absolut empfehlen. Und sei es nur, um selbst diesen augenöffnenden Aha-Moment beim Lesen zu erleben wie ich.
5 Sterne; Jahreshighlight!