Fesselnd, verstörend und packend. Wie brav kann die Tochter einer Serienmörderin sein?
Monströs …
Dieses Buch ist wirklich harter Tobak. Nichts für schwache Nerven. Man spürt beim lesen, dass es von einer Psychologin geschrieben wurde und das macht es wirklich besonders - grauenvoll.

🧸📰💊 „Ich bin böse“ von Ali Land 💊📰🧸
Dieses Buch hinterlässt kein Gefühl. Es hinterlässt ein Echo. Dumpf. Nachhallend. Verstörend. Der Einstieg ist ungewöhnlich. Der Schreibstil: kurz, fast abgehackt, ungefiltert – als würde man direkt in Millys Kopf eintauchen, ohne jede Vorwarnung. Und was man dort findet, ist keine einfache Geschichte. Es ist ein zerbrochener Kosmos. Mal kindlich-naiv, mal erschreckend reflektiert, dann wieder kalt, wie aus der Tiefe einer Seele, die viel zu früh zu viel gesehen hat. Was ihre Mutter getan hat, wird nie vollends detailliert. Aber es braucht auch keine Details – die Suggestion allein ist schon schwer genug auszuhalten. Die wenigen Hinweise reichen, um sich ein Bild zu machen. Und das Bild ist grauenvoll. Was noch viel intensiver wirkt, ist Millys innerer Konflikt. Ihr Wunsch, ein gutes Mädchen zu sein. Ihre Sehnsucht nach Normalität. Und gleichzeitig dieses unbestimmte Vibrieren im Hintergrund – etwas Dunkles, das nie ganz verschwindet. Das Buch geizt mit Hoffnung. Es ist kein klassischer Thriller. Es ist ein psychologisches Porträt. Eine Studie über Schuld, Trauma, Überleben. Und die Frage, ob man je wirklich eine Chance hat, wenn der eigene Ursprung nur aus Schmerz besteht. Das Mobbing an ihrer Schule wird konkret beschrieben, gnadenlos und direkt. Man leidet mit ihr. Mehr, als man erwartet. Vielleicht, weil man ihre Zerrissenheit spürt. Vielleicht, weil man sich selbst fragt, wie man an ihrer Stelle handeln würde. Man wünscht ihr immer nur das Beste. Die Hörbuchsprecherin liefert eine Leistung ab, die man kaum beschreiben kann. Sie ist Milly. Und zwar jede Seite von ihr. Brillant, besser geht es nicht. Ich musste Pausen machen. Mehrfach. Und ich habe selten ein Buch gehabt, das mich auf diese Art sprachlos zurückließ. Keine reißerischen Schocks, kein Blutrausch – nur eine düstere, verstörend stille Gewalt, die sich langsam und unerbittlich unter die Haut schiebt. Ich kann gar nichts anders und muss 5 von 5 Sternen vergeben. Dieses Buch werde ich wohl sehr lange, wenn nicht sogar für immer, im Gedächtnis behalten. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤
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Schon mehrfach gelesen, immer wieder schockierend . Es geht recht tief in die Psyche. Man kann viel dazu sagen, ohne zu Spoilern.
So gut! Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen. Es ist wirklich spannend, aber auch sehr schockierend! Unbedingt lesen!
Wow, das Buch war richtig gut. Mal was anderes, spannend bis zum Schluss und in den Details nicht vorhersehbar. Ich hoffe, noch mehr von der Autorin lesen zu dürfen.
Ein richtig grandioser Thriller, der einen mitreißt, die Spannung von Anfang bis Ende hält, Einblicke in eine derbe Psyche gibt und mit Handlung überrascht. Die Charaktere in diesem Buch sind wirklich toll. Vielseitig und authentisch. Ein Thriller, der ohne große Cliffhanger auskommt, weil die Handlung an sich schon so spannend ist, dass man sich voll davon eingenommen fühlt. Ich habe das Buch gerne gelesen, ja fast genossen, wenn das nicht so seltsam klingen würde, bei so einer Thematik. Aber es war so. Ein Genuss. Ein richtig guter Psychothriller, der sein Versprechen absolut hält. Ich liebe Bücher, die die menschliche Psyche beleuchten und aufzeigen, was aus Menschen wird, die Schreckliches erlebt haben. Eine absolute Empfehlung von mir.
Die 15jährige Annie lebt in einer Pflegefamilie. Ihr Psychiater Mike hat sie zu seiner Frau Saskia und seiner Tochter Phoebe aufgenommen. Niemand außer ihm weiß, warum sie nun Milly heißt und welche Geheimnisse ihr bisheriges Leben umgibt. Sie ist die Tochter einer pädophilen Serienmörderin, die 9 Kinder umgebracht haben soll. Annie hat sie an die Polizei verraten und jetzt wartet sie auf die Gerichtsverhandlung. Annie besucht die gleiche Schule wie Phoebe und diese macht ihr das Leben zur Hölle. Das Mädchen versucht sich richtig zu verhalten, um nicht wie ihre Mutter zu sein. Doch wie lange hält sie das aus, denn der Druck der Umstände nimmt mit jedem Tag zu. Wie hat es mir gefallen? Im Zuge einer Leserunde auf Facebook habe ich das Buch gelesen. Anfangs zögerte ich die Lektüre hinaus, denn ich fürchtete, dass ich mit dem Inhalt vielleicht nicht zurecht kommen würde. Ich kann aber jeden, der ähnliches glaubt, beruhigen. Es wird kaum etwas Genaues beschrieben und hauptsächlich wird das Kopfkino befeuert. Im Mittelpunkt steht Annie, die sich nach Jahren des Grauens mit ihrer Mutter, endlich dazu durchringen kann, zur Polizei zu gehen. Nun lebt sie in einer Pflegefamilie und versucht ihr Leben unter Kontrolle zu bringen. Sie ficht einen inneren Kampf aus, um zu beweisen, dass sie nicht wie ihre Mutter ist. Gut zu sein, fällt ihr aber mit jedem Tag schwerer, denn ihre Schwester ist so richtig fies. Sie piesackt sie bis aufs Blut. Die Therapiesitzungen mit ihrem Pflegevater Mike sollen ihr helfen, sich auf die Gerichtsverhandlung vorzubereiten. Gleichzeitig soll sie Methoden finden, um mit ihren Schuldgefühlen umzugehen. Die Geschichte läuft unter dem Genre „Psychologischer Spannungsroman“ und damit hat der Verlag eine gute Einschätzung getroffen. Es wird hier sehr viel Augenmerk auf Annies seelischen Zustand gelegt. Die Verbrechen ihrer Mutter sind zwar wichtig, werden aber niemals richtig beschrieben. Als Leser verfolgt man ihre Gedankengänge, die natürlich von ihrer Mutter geprägt sind. Ihr Überlebensinstinkt hat sie über die Jahre über Wasser gehalten und nun versucht sie in ein normales Leben zu schlüpfen. Der Schreibstil hat mich anfangs ein wenig gestört. Die Sätze sind eher kurz und prägnant. Ich musste die Geschichte hin und wieder unterbrechen, aber ab ca. der Hälfte hatte mich die Story komplett gepackt und lies mich nicht mehr los.
"Ich bin böse" findet sich auf den Seiten von Onlineshops meist in der Sparte 'Krimi' oder 'Thriller', aber es hat schon seine Gründe, warum der Verlag sich stattdessen für die zurückhaltendere Bezeichnung 'Psychologischer Spannungsroman' auf dem Cover entschieden hat. Ja, es gibt ein Gerichtsverfahren – aber es geht nicht wirklich (oder zumindest nicht zentral) um die Aufklärung des Falls. Ja, es gibt eine Serienmörderin – aber die Auswirkungen ihrer Taten auf die Psyche ihrer Tochter sind für die Geschichte wichtiger als der Keller voller Kinderleichen. (Damit verrate ich nicht zuviel, denn man erfährt schon ganz am Anfang, was der Mutter vorgeworfen wird.) Das Buch beschönigt nichts. Das heißt jedoch keineswegs, dass der grausame Tod eines kindlichen Opfers im Detail beschrieben wird, womöglich noch seitenlang und voyeuristisch. Das ist gar nicht nötig: Millys kurze Gedankenblitze, Erinnerungsfetzen an den Gestank im Keller oder das Guckloch, durch das sie die Taten ihrer Mutter beobachten musste, reichen vollkommen aus, um einen Einblick zu gewähren in das Grauen, aus dem Millys Kindheit hinter der Fassade der Normalität bestand. Würde man das Buch wirklich nur auf das reduzieren, was in der beschriebenen Zeitspanne faktisch passiert, dann wäre das erstaunlich wenig. Daher kann ich mir vorstellen, dass viele Leser es vielleicht sogar langweilig finden könnten. Für den Krimifan zu wenig geschickt konstruierte Wendungen, für den Thrillerfan zu wenig Blut und psychologische Daumenschrauben. Ich fand das Buch unglaublich spannend und habe es während einer langen Zugfahrt am Stück gelesen. In meinen Augen ist es eine Spannung, die einzig und allein darauf beruht, Millys Entwicklung zu beobachten – und dabei nach und nach zu realisieren, wie fremdartig sie wirkt, wie weit entfernt von 'normalem' Denken und Handeln. Der deutsche Titel und der Klappentext scheinen schon vorwegzunehmen, was das Trauma ihrer Erlebnisse aus Milly gemacht hat: ein böses Abbild ihrer Mutter. Aber stimmt das denn so? Der englische Titel stellt es weniger eindeutig dar: "Good Me, Bad Me", also "Gutes Ich, Böses Ich". Und tatsächlich lässt sich Milly nicht so einfach einordnen in die eine oder andere Schublade. Sie ist aufgewachsen in einer albtraumhaften, pervertierten Normalität, mit einem Wertesystem, das alle üblicherweise an Kinder vermittelten Werte ad absurdum führt. Daher lässt sich ihr Verhalten meines Erachtens zwar oberflächlich betrachtet in verschiedenen Szenen als gut oder böse einschätzen, aber bedeutet das wirklich, dass sie das von Grund auf ist? "Anders. Ich hatte keine Wahl. Ich verspreche. Ich verspreche, so gut wie möglich zu sein. Ich verspreche, es zu versuchen." (Zitat) Milly ist ein zutiefst traumatisiertes Mädchen, und das spiegelt sich auch in ihrer Sprache wieder, in kurzen, abgehackten Sätzen. Mal hat sie dennoch etwas Verträumtes, beinahe Poetisches... "Hast du je von einem weit entfernten Ort geträumt? Ich schon. Von einem Feld voller Mohnblumen. Winzige rote Tänzer, die sich fröhlich im Walzertakt wiegen. Deren Blütenblätter auf einen Pfad zum Ufer weisen. Rein und unberührt." (Zitat) ...dann wirkt sie wieder emotional abgestumpft. "Durch meine Bluse hindurch ertaste ich die Erhebungen an meinen Rippen. Das vertraute Muster der verborgenen Narben. Eine Sprache, die nur ich verstehe. Ein Code, eine Landkarte. Brailleschrift auf meiner Haut. Wo ich war, was dort mit mir passiert ist." (Zitat) Auch die anderen Charaktere enthüllen nach und nach ihre persönlichen Abgründe – wenn auch keine so tiefen wie die von Milly. Es gibt in diesem Buch nur wenige Menschen, die wirklich als Sympathieträger taugen, und dennoch haben sie mich gefesselt, weil sie auf mich sehr glaubhaft wirkten. Der Schreibstil ist erstmal ein wenig gewöhnungsbedürftig, gibt Millys innere Zerrissenheit jedoch perfekt wieder. Fazit: Kein Thriller. Kein Krimi. "Ich bin böse" ist die abgründige Geschichte einer Tochter, die ihre Mutter verraten hat, die wiederum erscheint wie ein echtes Monster: eine Kindsmörderin, und nicht nur irgendeine, sondern eine Serienmörderin. Einen klassischen Spannungsbogen hat die Geschichte nicht, und es passiert auch nicht viel, von außen betrachtet. Alles Drama, alle Spannung spielt sich im Inneren der Protagonistin ab. Für mich ist "Ich bin böse" ein Buch, auf das man sich einlassen muss, und am besten vergisst man alle Erwartungen schon auf der ersten Seite. Es ist keine Geschichte, die einfache Lösungen bietet: sie ist kompromisslos, schonungslos, voller moralischer Ambivalenz, und auch das Ende macht es dem Leser nicht einfach. Kurz: es ist ein unbequemes Buch, das den Leser aus seiner Komfortzone scheucht. Aber manchmal lasse ich mich gerne scheuchen.
Es fällt mir schwer, für dieses Buch die richtigen Worte zu finden, ohne dass ich wohl richtig erklären kann, woran das liegt. Aber fangen wir am besten erst mal mit dem positiven an. Ich konnte das Buch relativ schnell lesen und ich fand die Stimmung, die das Buch mir vermittelt hat, auch sehr passend. Es war durchweg bedrückend und stellenweise sogar gruselig, was aufgrund des Themas wohl auch nicht weiter verwunderlich ist. Aber gerade wegen des Themas war ich dann mit dem Ende überhaupt nicht einverstanden, auch wenn es durchaus sein kann, dass ich das Buch zu ernst nehme, in Anbetracht dessen, dass es wohl immer noch Unterhaltungsliteratur sein soll. Ich war nicht damit einverstanden, dass unsere Protagonistin bei ihrem behandelnden Psychiater gelebt hat. Meiner Meinung nach hat das dem ganzen eine komische Atmosphäre verliehen, gerade wenn man bedenkt, wie verstört das Mädchen war, insbesondere vor und während der Gerichtsverhandlungen. Ich konnte aber eine ganze Weile darüber hinwegsehen, weil ich mir gesagt habe, dass das vermutlich für die Dynamik der Geschichte besser ist. Kritisch wurde für mich dann aber doch das unmittelbare Ende, weil hier nicht bedacht wurde, was das womöglich für ein Bild vermitteln kann. Wie ist es möglich, dass die Protagonistin das ganze Buch hindurch nicht bei der Tabletteneinnahme überwacht wird? Der Pflegevater und Psychiarter hat, was das betrifft, geradezu blindes Vertrauen zu ihr und verlässt sich einfach darauf, dass die Protagonistin ihre Tabletten selbstständig einnimmt. Erst als der Worst Case eintritt - nämlich der Tod der leiblichen Tochter des Hauses - befinden wir uns plötzlich in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie und es wird sich um die Protagonistin gekümmert. Erst hier wird geschaut, dass sie ihre Tabletten nimmt, die - das soll hier noch mal betont sein - einfach wichtig für sie sind, weil sie ihre Angstzustände und die Stimme ihrer leiblichen Mutter unterdrücken, die sie zu hören glaubt. So wird es in dem Buch meiner Erinnerung nach beschrieben. Hier sei kurz angemerkt, dass ich das Buch bereits im Juni 2020 beendet habe. Ich frage mich, was für eine Botschaft dieses Ende vermitteln soll, vor allem, wenn man bedenkt, dass sowohl die Mutter als auch die leibliche Tochter des Hauses ihre Probleme haben, um die sich der Vater nur wenig zu kümmern scheint. Stellenweise hat er sie meiner Meinung nach sogar ignoriert oder sich bei der Protagonistin darüber ausgelassen, die ja eigentlich seine Patientin ist und seiner Behandlung nach einem schweren Trauma bedarf.









