Beim lesen hat es mich so gepackt, dass ich die Obstbäume sehen, die Vögel schreien und das Haus ächzen hören konnte. Wunderschöne Lesezeit gehabt die mich die Realität für einige Augenblicke haben vergessen lassen.
Absolute Leseempfehlung
Es passiert eigentlich nicht viel und doch hat es mich irgendwie angezogen und eingesaugt!
Das Lesen des Buches ging einfach eben so weg. Für
mich war das großes Abschalten mit einem ganz eigenen Klang. Mir hat der Schreibstil gefallen und mich haben die Charaktere sehr interessiert und doch war es für mich kein Highlight. Aber dennoch lesenswert!
Mit „Altes Land“ hat Dörte Hansen einen authentischen, atmosphärischen Roman geschaffen!
Ich liebe ihren Schreibstil einfach sehr. Dieser hat mir schon in „Mittagsstunde“ und vor allem auch in „Zur See“ so gut gefallen. Ruhig und unaufgeregt, aber dennoch packend. Man kann sich direkt in das Dorfleben mit seinen Vor- & Nachteilen hineinversetzen.
Auch die generationsübergreifende Geschichte hat mir gut gefallen 🥰.
Nur bei den vielen Namen habe ich kurzzeitig mal den Überblick verloren 🙈.
Liebe geht raus an Dörte Hansen 🫶🏼. Ich erwarte sehnsüchtig ihren neuen Roman in diesem Jahr 📖.
Ich wollte es mögen, aber leider haben die immer mehr zunehmenden Charaktere, die dann doch nicht ganz beschrieben wurden, mich verwirrt.
Ich habe das Gefühl, etwas angefangen zu lesen, aber jetzt ist es nicht fertig. Auch bezogen auf die Charaktere.
In vielen konnte ich die Geschichten die mir in der Kindheit erzählt worden erkennen. Die Geschichte aus dem Dorf, von den Leuten.
Dennoch fehlte mir leider bis zur letzten Seite der Faden des Buches.
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde leider enttäuscht.
Mich hat das ganze einfach nur deprimiert. Egal welcher Charakter, es wurden immer nur die negativen Gefühle beschrieben und das positive irgendwie nur ganz kurz behandelt.
Der Schreibstil ist sehr speziell und hat mir nur zum Teil zugesagt. Mir hat die Tiefe der Charaktere gefehlt, das kam meiner Meinung nach viel zu kurz.
Wie geht es Anne wirklich, was denkt sie? Das war mir alles zu kurz. Genauso Veras Geschichte, da hätte ich gerne mehr erfahren. Man muss soviel selber reininterpretieren.
Es liest sich kurzweilig und abbrechen wollte ich es auch nicht, aber es ist schon speziell.
Ich fand das Buch einerseits gut um die Geschichte dahinter zu verstehen, aber ich fand es ein wenig schwierig den verschiedenen Charakteren zu folgen. Aber wiederum auch gut um die Einblicke der anderen zu haben wie es eben im Alten Land von statten geht... Oder eben auch nicht gehen darf.
Da kiek man nich hen...
Ein Roman über Heimat, Verlust und das Gefühl, nirgends so ganz dazuzugehören.
Zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die beide auf ihre Weise mit Fremdsein und innerer Einsamkeit kämpfen.
Die Geschichte ist klar und unaufgeregt erzählt. Die Stärke liegt in den leisen Zwischentönen. Viele Szenen wirken sehr authentisch, besonders wenn es um das Landleben, Dorfgemeinschaften und unausgesprochene Spannungen geht.
Leider zieht sich die Handlung manchmal etwas. Es passiert nicht viel im klassischen Sinn, und wer eine starke, dramatische Entwicklung erwartet, könnte enttäuscht sein.
Insgesamt ist es ein stilles, atmosphärisches Buch mit starken Beobachtungen und glaubwürdigen Charakteren. Kein Roman, der einen mitreißt, aber einer, der zum nachdenken anregt. Eine sensible Geschichte, die vor allem durch ihre Stimmung überzeugt.
„Altes Land“ von Dörte Hansen hat mich total berührt.
Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie sich Krieg, Flucht und Verlust über Generationen hinweg auswirken. Die Schatten der Vergangenheit sind immer dabei – leise, aber spürbar. Besonders bewegend fand ich die Schilderung der Flucht und das Gefühl, nie ganz dazuzugehören.
Ruhig erzählt, atmosphärisch dicht und voller Zwischentöne. 🌾
Ein Buch über Heimat, Entwurzelung und das, was bleibt.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Absolute Leseempfehlung!
Ein Buch über alte Zeiten, Geschehenes und ein Buch, das einem aufzeigt, wie verstickt die einzelnen Generationen und Verhaltensweisen sich auf die jüngeren Generationen doch auswirken. Sowohl Gesagtes als auch Verschwigenes.
Es bewegt und lässt den eigenen Blick auf ähnliche Situationen anders werden, vielleicht verständnisvoller, mitfühlender?!
Eine Story, die auf jeden Fall nach hallt.
Pointiert und episodenhaft in kurzen Kapiteln geschrieben, erzählt Altes Land den Kontrast zwischen Stadt und Land und die dort jeweils lebenden Menschen. Es lässt eigene Ansichten hinterfragen und stimmt einem hinsichtlich den Familientraumata nachdenklich.
Vieles wird nur angerissen; die Geschichte springt permanent zwischen vielen Zeitebenen hin und her. Es gibt viele Nebencharaktere, die auf den ersten Blick nichts zur Geschichte beitragen. Aber in Summe entsteht ein Gefühl und man ist beim Lesen mittendrin im Alten Land, wo 2 Frauen, Großtante und Großnichte, jede auf ihre Art Flüchtling, auf einem alten Hof zueinander und ihr Zuhause finden.
Interessantes Buch, anders als erwartet. Anstelle einer klassischen Geschichte bekommt man vor allem Beschreibungen und innere Monologe der Charaktere. Diese sind auch wirklich gelungen, sehr authentisch und glaubhaft, teils traurig, dann wieder humorvoll. Dialoge und Interaktionen zwischen den Charakteren gibt es nur wenig, aber das ist auch absolut in Ordnung, das Buch hat dafür andere Stärken. Dörte Hansen zeichnet ein glaubhaftes Bild des Alten Landes und der Menschen die dort Leben, alles ziemlich realistisch, weshalb man auch die Charaktere schnell ins Herz schließt. Für mich eine klare Empfehlung, ob ich ihre anderen Bücher noch lesen werde, weiß ich aber nicht.
Altes Land - ist kein eipopei Roman um Liebe und Laster um Intrigen und das barsche Leben .
Auf dieses Buch muss man sich einlassen und treiben lassen.
Ich mag es sehr - das vergangene Leben und die Auswirkungen auf das neue heutige Leben.
Altes Land zeigt uns was die Flucht vor dem Krieg einer Mutter - für Auswirkungen auf ihre Nachkommen hat aber auch auf die Menschen die die traf .
Es ist eine Begegnung mit der Vergangenheit und der Zukunft .
Es ist ein Spiegel unsrer Zeit und der Blick hinter die Kulissen unsrer Handlungen.
Altes Land - Heimat ist kein Ort, sondern das, was man aushält.
Im Mittelpunkt von Altes Land stehen Vera und Anne, zwei Frauen unterschiedlicher Generationen, die auf sehr verschiedene Weise mit Verlust und Überforderung umgehen. Vera, geprägt von Flucht, Entbehrung und emotionaler Kälte, hat sich ein Leben der Distanz aufgebaut. Anne dagegen wirkt moderner, offener, aber auch rastlos und erschöpft vom städtischen Leistungsdruck. Ihr Zusammentreffen trägt den Roman, bleibt jedoch oft bewusst nüchtern und unterkühlt.
Gerade diese Zurückhaltung macht die Lektüre stellenweise langatmig. Viele Passagen verweilen im Stillstand, ohne die Beziehung zwischen Anne und Vera spürbar zu vertiefen. Hinzu kommt eine Vielzahl an Nebenfiguren, die eher verwirren als bereichern.
Dennoch gelingt es dem Roman, leise Akzente zu setzen. In den stillen Momenten zwischen Anne und Vera zeigt sich eine unterschwellige Nähe, die nicht ausgesprochen werden muss. Gerade diese wortarme Annäherung verleiht der Geschichte Tiefe und macht sie trotz aller Schwächen lesenswert.
Wer ein Buch sucht, das leise erzählt ist, viel Geduld verlangt und sich stark auf Atmosphäre konzentriert, wird hier fündig – wer jedoch Spannung, klare Dynamik und pointierte Zuspitzung erwartet, dürfte die Geschichte als langatmig und dröge empfinden. Von mir 6 von 10 Punkten.
⭐ 2/5
Ja, also vom Klappentext ausgehend hab ich mir sehr viel von dem versprochen. Ich habe erwartet, dass ich eine jungen Frau mit ihrem kleinen Sohn und ihrer alten Tante dabei begleite, wie sie nach lange Jahren zueinander finden, und wie die junge Frau nach der Trennung ihr Leben auf dem 'Alten Land' wieder in gerade Bahnen lenkt.
Stattdessen bekomme ich gefühlt alles, außer das. Ich konnte dem Buch leider wirklich kaum etwas abgewinnen. Es hat sich angefühlt wie eine unliebsame Schullektüre und zog sich wie Kaugummi, und das bei gerade mal 280 Seiten.
Die Autorin schreibt aus so vielen verschiedenen Sichten von Dorfleuten auf dem Alten Land, dass es mir sehr schwer fiel, einen roten Faden in dem Buch zu finden. Es kamen sogar Sichtweisen vor von Leuten, die quasi kaum Berührungspunkte zu Vera oder Anne hatten.
Die Schreibweise von Dörte Hansen hat mir leider auch gar nicht zugesagt. Die Kapitel empfand ich als sprunghaft und schwer zu folgen - Vergangenheit, Gegenwart, Anne, der Nachbar, irgendein weiterer Dorfbewohner und dessen Vergangenheit, zwischendurch Vera und ein bisschen aus ihrer Vergangenheit...
Auch den Satzbau fand ich seltsam abgehackt. Teilweise wurde in Vergangenheitsrückblicken von Charakteren noch ein weiterer Rückblick einer späteren Vergangenheit eingebaut. Und die Szenen, in denen es wirklich um Anne, ihren Sohn und die Beziehung zu Vera ging, kann ich an einer Hand abzählen.
Meiner Ansicht nach müsste der Klappentext ganz anders lauten, sodass man da schon merkt, dass es sich mehr um ein Portrait vieler Dorfbewohner auf dem Alten Land und ihrer kleinen und großen Probleme handelt und weniger um diese drei ausgewählten Charaktere geht; dann wäre ich ganz anders an die Story rangegangen. Der Schreibstil hätte mir zwar dennoch nicht zugesagt, aber ich hätte keine gänzlich andere Geschichte erwartet.
Vielleicht bin ich auch einfach die falsche Zielgruppe gewesen, doch kann ich den ganzen guten Bewertungen leider nicht zustimmen.
Durchaus eine wirklich schöne Geschichte, aber ich bin leider nicht ganz warm geworden mit dem Buch. Der Anfang mit den vielen Handlungssträngen und ständig wechselnden Personen hat mich sehr verwirrt und mir den Einstieg sehr schwierig gemacht. Ich konnte leider keine Verbindung zu den Figuren aufbauen und hab aus dem Buch leider nichts mitnehmen können.
Dörte Hansen hat mich als Fan gewonnen.
Es ist das zweite Buch, das ich von ihr lese, direkt hintereinander. Schon "Zur See" hat mich überwältigt.
Hansens Sprache ist so lyrisch, dass ich hier und da das Gefühl habe, ein Gedicht zu lesen. Sie schreibt so still, einfühlsam und mit kleinen Worten - und gleichzeitig so tief, dramatisch erschreckend und nachhaltig, dass ich jedes ihrer Worte aufsaugen und für immer behalten möchte. Ich liebe es, dass all die wunderbaren und einzigartigen Menschen eine ganz eigene Färbung erhalten, aber nicht schwarz-weiß gemalt sind. Sie bekommen ganz viel Tiefe und Vielschichtigkeit, und sie kommen mir damit sehr nah.
Hansen schreibt über Heimat. Zwei Frauen, Tante und Nichte, zwei Flüchtlingsgeschichten ganz unterschiedlicher Natur, in ganz unterschiedlichen Zeiten werden erzählt. Sie finden irgendwie zusammen, und finden einander Heimat. Mit all den anderen eigenartigen aber auch liebenswerten Menschen im Alten Land.
Und irgendwie steht zusammenfassend da, dass ein Grabstein mit einem Namen drauf mehr Heimat sein kann, als jedes noch so große Haus... "Da werden ich liegen, und das habe ich schriftlich. Gut zu wissen, wo man hingehört."
Begleitet sie selbst auf ihrem Weg. Lest das Buch. Ihr werdet es nicht bereuen. Ich kann und will über den Inhalt nicht mehr sagen.
Lese-Soundtrack: eigene Spotify-Playlist "Wie am Meer" (u.a. mit Marius Nitzbon)
Ich habe mich schwer getan, in das Buch reinzukommen, hatte es nach der Hälfte abgebrochen und ihm Monate später nochmal eine Chance gegeben. Und dann an einem Tag fertig gelesen! Es hat jetzt wohl einfach gepasst und mir insgesamt gut gefallen! Toll geschrieben. Die Charaktere sind gut gezeichnet, ich kann aber empfehlen, sich Notizen zu den Personen und ihren Verbindungen zu machen.
Ich fande das Buch OK.. der Anfang war für mich wirklich schwer und ich dachte das wird nichts. Irgendwann kam etwas die wendung und ich war in der Geschichte drin. .. mit gefielen die plattdeutschen Zitate weil es mich an meine verstorbene Oma erinnerte. Sie sprach auch manchmal plattdeutsch wenn sie was bestimmtes sagte. Das war was sehr schönes. Das Buch hat mich nicht komplett gefesselt deswegen die vier Sterne.
Ich muss ehrlich gestehen, ich habe eine Weile gebraucht, um reinzukommen. Jedoch als ich mich an das Geschehen und die Schreibweise gewöhnt habe, gab es keinen halt mehr. Es ist wirklich ein sehr tolles Buch und ich empfehle es jedem.
Altes Land ist ein solides Buch, dass die Geschichte von zerrissenen und wiedergefundenen Familien erzählt. Inhaltlich stellt es die Flucht einer Familie aus den ostpreußischen Gebieten im Frühjahr 1945 dar, welche eine neue Heimat bei einer Bauernfamilie im Alten Land südlich von Hamburg findet. Die zweite Erzählebene findet ca. 60 Jahre später statt, als Anna (die Nichte der damals geflüchteten Vera) plötzlich mit ihrem Sohn Leon auf dem alten Hof steht der inzwischen Vera gehört. Eine zweite Flucht: vom großstädtischen hektischen Hamburg auf das ruhige idyllische Land. Dieses Bild zeichnet die Autorin, Dörte Hansen, beharrlich. Hier nähern wir uns auch meiner Kritik an. Das Buch ist sprachlich solide und wartet mit einigen wirklich wunderschönen Sätzen auf, die hängen bleiben. Die Erzählweise findet hauptsächlich auf den beiden Ebenen 1945 und 60 Jahre später statt. Dabei schmeißt Dörte Hansen die Leser*innen mitten ins Geschehen und hält sich nicht damit auf ihre Charaktere einzuführen - stattdessen sind mit- und nachdenken, teilweise auch grübeln gefragt um zu verstehen wer hier gerade wie gemeint ist. Hintergründe zu den Charakteren erhalten wir hauptsächlich über zusammenhangslose Rückblenden, die teilweise auch eher verwirren als Klarheit geben. Es würde sich sicher lohnen das Buch ein zweites Mal zu lesen, um der Handlung besser folgen zu können.
Meine zweite Kritik bezieht sich auf die sehr klischeehafte Darstellung von Stadt- und Landleben. Alles in der Stadt ist hektisch, oberflächlich und unmenschlich - alles auf dem Land idyllisch, langsam und menschlich. Das ist mir zu platt. Ebenso stört mich die Darstellung von einigen (der unnötig vielen) Nebencharaktere. Hauptsächlich Stadtmenschen die aufs Land gezogen sind, um dort etwas Ruhe zu finden, aber doch nicht glücklich werden. Gleichzeitig werden diese Charaktere von den "echten" Landleuten als ständige Störenfriede empfunden. Ebenfalls zu platt.
Was mir wirklich gut gefallen hat ist die Geschichte der eigentlichen Hauptfiguren Vera, Anna (und Karl wenn man möchte). Ein bisschen found family trope, welche in dem Buch sehr gefällig hinüber kommt. Mit dem Einzug von Anna hält simpel gesagt auch das Leben wieder Einzug in das alte Bauernhaus im alten Land, in dem Vera mehr Wache hält, Verwalterin der Vergangenheit ist, als dass sie lebt. Nach und nach wird an der Vergangenheit gerührt und Vera kann diese loslassen. Metaphorisch schön dargestellt mit der Renovierung des über die Jahre baufällig gewordenen Hauses. Das Tempo des Buches ist unstet: starker Anfang, eine sehr gezogene Mitte und ein hektisches Ende. Zum Ende hin nimmt die Geschichte plötzlich viel Fahrt auf und auf wenigen Seiten werden Handlungsfäden zu einem sich fast überschlagenden Ende gebracht, die sich vorher über dutzende Seiten gezogen haben.
Insgesamt meiner Meinung nach etwas besser als solide, aber auch nicht wirklich gut. Dennoch eine Empfehlung wenn man auf historische (Heimat-)Romane steht.
"Altes Land" ist ein Buch von dem ich nichts erwartet habe und äußerst Positiv überrascht wurde. Ein Buch, bei dessen Lesen man die volle Bandbreite an Gefühlen durchlebt und man nie ganz weiß, ob man lachen oder weinen soll. Eine Gegenüberstellung der "skurrilen" Leute aus der Großstadt, die vermeintlich nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, und meinen sie müssten aufs Land ziehen um dort "mal so richtig runterkommen", treffen auf alteingesessene Bauernfamilien die nicht im Traum daran denken ihre Heimat zu verlassen. Im Zentrum der Handlung die Geschichte einer vom Krieg geprägten Familie, die schließlich doch noch Frieden findet nachdem Nichte und Tante aufeinandertreffen.
Das Buch fängt wunderbar die norddeutsche Mentalität ein. Ich musste ein paar mal so lachen, aber war auch traurig weil es so wahr ist.
Man erfahrt viel von Generationen, von verschiedenen Situationen die einzelne Protagonisten geprägt haben, und die sie ihr ganzes Leben mitschleppen.
Anne zieht zu ihrer seltsamen Tante in ein Dorf an der Elbe nachdem die Beziehung mit ihrem Lebensgefährten in die Brüche geht. Die „schrullige Alte“ hat ihre eigene Geschichte und irgendwie schafft diese Zuzg von Anne und ihrem Sohn Leon bei vielen Charaktären eine positive Wendung.
Sehr schön geschrieben! Hier wird ganz toll der Lokalkolorit eingefangen und in eine sehr kurzweilige Geschichte verwoben.
„Und sie vermissten ihre alte Sprache, die sie mit ihren Kindern nicht gesprochen hatten, weil sie zu sehr nach Stall und Land geklungen hatte und nach Dummheit.“
Heimweh 🤎
Dörte Hansens Altes Land ist ohne Zweifel der beste, klügste und witzigste Roman, den ich dieses Jahr gelesen habe – eine ganz klare Leseempfehlung. Mit feiner Ironie, tiefgründiger Sprache und einem unvergleichlichen Gespür für menschliche Brüche erzählt Hansen die Geschichte zweier Frauen, die im titelgebenden Alten Land nach Heimat, Identität und Zugehörigkeit suchen.
Im Mittelpunkt steht Vera, eine eigenwillige, spröde Frau, die als Kind nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen fliehen musste und seitdem in einem alten Bauernhaus lebt – äußerlich verwurzelt, innerlich entwurzelt. Als ihre Nichte Anne mit ihrem Sohn aus Hamburg flieht und bei ihr Unterschlupf sucht, prallen zwei Welten aufeinander. Doch gerade aus diesen Reibungen entsteht etwas Echtes, Berührendes.
Hansen gelingt es meisterhaft, das Landleben jenseits romantischer Klischees darzustellen. Ihr Blick auf Dorfstrukturen, Stadtflucht und familiäre Verwerfungen ist zugleich scharf, witzig und zutiefst menschlich. Die Figuren wirken so lebendig, dass man sie nach dem letzten Kapitel fast vermisst.
Altes Land ist ein Buch, das unter die Haut geht – voller melancholischer Wahrheit, kluger Beobachtung und trockenem norddeutschen Humor. Es erzählt von Verlust und Neubeginn, von Heimat und Fremdheit – und davon, dass diese Gegensätze manchmal näher beieinander liegen, als man denkt.
Ein großer Roman in leiser Sprache. Unbedingt lesen!
Das Buch wurde mir ausgeliehen und stand seither ein Jahr in meinem Bücherregal, weil ich dachte, dass es zu der Kategorie Bücher gehört, die mich in der Regel meist langweiligen.
Deshalb bin ich sehr überrascht - es hat mich zum lachen und weinen gebracht, und viele Gedanken und Gefühle zurückgelassen.
Es werden sehr viele verschiedene Themen zum reflektieren aufgemacht. Von Nachkriegszeit, über Mutter-Tochter Verhältnisse, auch wie sich Kriegstraumata mit nachfolgenden Generationen verwebt, Verhältnis Mensch-Natur, landwirtschaftliche Entwicklung und damit verbundene Konflikte.
Auch wenn ich manche Storylines nicht unbedingt gebraucht hätte (die von dem aufs Land gezogenen Journalisten zB) und ich mich manchmal an fehlendem Gendern und vereinzelt rassistischen und diskriminierenden Ausdrücke gestört habe - war das bisher das beste Buch, welches ich 2025 gelesen habe. Letzteres hängt wohl damit zusammen, dass das Buch 2015 geschrieben wurde.
Dörte Hansen erzählt in eindrücklichen Metaphern von Menschen und ihren verletzten Seelen. Von Verbindungslosigkeit und Verbundenheit, von Eltern und Kindern – und von Nachbarn, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine schützende Eisschicht liegt auf den Geschichten ihrer Protagonist:innen.
Der Krieg, die Flucht, die Kälte wirken. Verbindung und Lebendigkeit werden schwer. – Berührend taut Dörte Hansen den Schmerz auf und lässt ihn durch Nähe heilen.
„Ein Mensch blieb wach und hütete die Träume.“
Mit fünf Jahren kommt Vera mit ihrer Mutter ins Alte Land. Einst auf einem ostpreußischen Gut gelebt, hat es sie durch das Eis hierher getrieben. Untergebracht werden sie bei Familie Eckhoff – Ida Eckhoff ist davon wenig begeistert.
Das Misstrauen der Landmenschen schlägt ihnen kalt entgegen. „Was konnten Menschen, die ihre Fachwerkhäuser nie verlassen mussten, denn wissen? Von den verlausten Fremden, die in ihre Ställe getrieben wurden.“ Vera ist das „Polackenkind“.
Auch die Familien im Alten Land sind vom Krieg gezeichnet: Söhne kehren nicht heim oder sind nicht mehr sie selbst. Karl Eckhoff kommt zurück und bleibt doch fern. Er sitzt unter der Linde, spricht mit dem Schnee, während er nachts im Krieg verweilt und kämpft.
Der Stolz treibt Veras Mutter nach Hamburg. Vera bleibt: „…sie konnte hier nicht weg. Sie war ein Moos, das nur an diesen Mauern hielt, das hier nicht wachsen konnte oder blühen, aber doch bleiben.”
Auch Vera nimmt eine verletzte Seele im Alten Land auf – ihre Nichte Anne mit ihrem Sohn Leon.
Für mich war „Altes Land“ so eine Art Mischung aus „Die Rückkehr der Kraniche“ und „Bergland“ – eine ruhige, aber tiefgehende Geschichte, getragen von starken Charakteren, viel zwischenmenschlicher Spannung und einer ganz besonderen Atmosphäre. Erzählt wird in zwei Zeitsträngen, beide spielen am gleichen Ort – in einem alten Hof im „Alten Land“. Und in beiden Zeiten geht es um „Flüchtlinge“ – nur in unterschiedlicher Form.
Die Handlung selbst ist eher leise, aber nie langweilig. Sie lebt von den Figuren und den verschiedenen Konflikten, die sie umtreiben: Einsamkeit, Zugehörigkeit, Verlust. Es gibt viele Perspektiven, die sehr gut ineinander greifen.
Der nüchterne, manchmal schon fast abgehackt wirkende Schreibstil mit teils sehr kurzen Sätzen schafft eine ganz eigene Art von Humor. Und passt perfekt zu den eigensinnig wirkenden Dorfbewohnern. Ich fand toll, wie viel hier zwischen den Zeilen erzählt wird, denn im „Alten Land“ schwingt man keine großen Reden.
Ganz besonders mochte ich auch, wie das Haus selbst zu einer Art Figur wird. Und wie sich Wetter und Jahreszeiten fast unmerklich an den Wandel der Figuren anschmiegen, das ist wirklich schön gemacht.
Ich musste immer wieder über den Typen aus der Stadt schmunzeln, der sich das perfekte Landleben ausgemalt hat – und dann ziemlich schnell an der Realität scheitert.
❤️ „Dit Huus is mien un doch nich mien ... sie konnte hier nicht weg. Sie war ein Moos, das nur an diesen Mauern hielt. Das hier nicht wachsen konnte oder blühen, aber doch bleiben.“
❤️ „Am liebsten wären sie die glatten Klinkerwände, die sie vor das Fachwerk gemauert hatten, wieder losgeworden, und den Beton, den sie über das Kopfsteinpflaster gegossen hatten. Sie trauerten den alten Kachelöfen nach und den geschnitzten Türen, die sie vor dreißig, vierzig Jahren in die Gräben geworfen hatten wie Abfall. Und sie vermissten ihre alte Sprache, die sie mit ihren Kindern nicht gesprochen hatten, weil sie zu sehr nach Stall und Land geklungen hatte und nach Dummheit.“
Ein besonderer Roman über generationenübergreifendes Trauma, Flucht, Heimat und das Leben auf dem Land.
Das Buch lässt sich schön lesen und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Viele Figuren sind mir ans Herz gewachsen und ich habe ihnen wirklich ein Happy End gewünscht.
Ab und zu sind Sätze auf Plattdeutsch (ohne Übersetzung), was ich leider kaum verstanden habe.
Obwohl die Geschichte interessant ist, das Buch zum nachdenken anregt, es auch einige Passagen zum lachen oder schmunzeln gibt, hat es mir nicht gefallen. Der Lesestil spricht mich überhaupt nicht an. Die Sätze wirken teilweise abgehackt. Ich kam in keinen guten Lesefluss und habe mich beim lesen beeilt, damit das Buch beendet ist. Abgebrochen habe ich es nicht, weil - wie gesagt - die Geschichte doch interessant ist.
Circa zur Mitte habe ich das Buch abgebrochen. Zu viele Charaktere, ständig tauchen neue Namen auf, die ich nicht zuordnen kann, dazu die Zeitsprünge, ein Plot war für mich kaum erkennbar. Für die Passagen in Platt hätte ich gerne eine Übersetzung gehabt, bissl was konnte man aber aus dem Kontext zusammenreimen. Es ist an sich nicht schlecht geschrieben, und ich dachte auch so zwischen Seite 80 und 100 ich wäre drin. Aber leider nein, hat für mich nicht funktioniert.
Leider voller Stereotypen, Figuren ohne jegliche Tiefe und einer bisweilen furchtbar schlechten Sprache (einige Vergleiche brachten mich zum Kopfschütteln). Die Handlung ist langweilig und der Roman ist zu lang für seinen geringen Gehalt.
Ein schönes Buch, die Autorin eine Sprachkünstlerin. Das Besondere ist weniger der Inhalt, als die Begabung der Autorin Wörter in Sätze zu packen, die zugleich bildgewaltig, als auch spektakulär und oft kurz aber treffsicher in ihrer Aussage sind. Und auch "büschen" ruppig und rau, wie es im Norden so üblich ist.
Schöne und teils traurige Geschichte nebenher. Ich fand es gut!
Ein Haus, zwei Frauen – und die Frage: Wann wird ein Ort zur Heimat?
Es gibt Bücher, die sprechen nicht laut – aber sie bleiben. Altes Land von Dörte Hansen ist genau so ein Buch: zurückhaltend, schnörkellos, aber mit einer Wucht zwischen den Zeilen, die einen nicht so schnell loslässt.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und sich doch auf eigentümliche Weise ähneln. Da ist Vera, das „Polackenkind“, das 1945 mit ihrer Mutter vor dem Krieg flieht und in einem norddeutschen Bauernhaus strandet. Sechzig Jahre später taucht Anne auf, ihre Nichte, mit kleinem Sohn und großem Herzbruch im Gepäck. Beide sind auf der Flucht, beide fremdeln mit der Welt. Und beide halten sich an einem Haus fest, das ebenso schroff ist wie sie selbst.
Dörte Hansen schreibt trocken, klar, mit leiser Ironie und einem Blick, der nichts beschönigt. Sie macht das Alte Land nicht romantisch, sondern echt: windschief, bockig, eigen. Und genau so sind auch ihre Figuren. Keine Heldinnen. Keine Heilsbringerinnen. Aber Menschen, die kämpfen – gegen Erinnerungen, gegen Erwartungen und manchmal auch gegeneinander.
Was Altes Land so besonders macht, ist diese Mischung aus sprachlicher Präzision und emotionaler Tiefe. Es wird nicht geschrien, nicht erklärt – und gerade darin liegt die Kraft. Zwischen kalten Kachelwänden, Apfelbäumen und verstummten Müttern erzählt Hansen davon, wie schwer es ist, anzukommen – und wie überraschend Familie manchmal aussieht.
Vera kommt als Kind mit ihrer Mutter in das "Alte Land". Sie sind aus Ostpreußen geflohen. Vera muss sich schon als Kind behaupten, lernt Schmerz und andere Gefühle nicht nach außen zu tragen und in sich zu verschließen.
Das Alte Land lässt sie nicht los. Das harte und kalte Land hält sie fest.
Es geht um die Romantisierung des Landlebens, um die Bewohner einer Gegend in der niemandem etwas geschenkt wird und um eine Frau, die von diesem Land nicht mehr verlangt, als in Ruhe und nach ihrer Fasson leben zu können.
Mein erstes Buch der Autorin und sie wird zu recht für ihren besonderen Schreibstil gelobt. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen. Ich mochte den Humor sehr und auch die eigenwilligen Protagonisten sowie die Beschreibung des Stadt vs. Landlebens.
Schwierig waren für mich zum Teil die vielen verschiedenen Perspektiven und zum Ende hin war mir die Geschichte nicht auserzählt. Hier hätte ich mir einige Seiten mehr gewünscht.