Die Geschichte der Neshov-Familie wird fortgesetzt. Die Figuren leben zwischen Verlust, Einsamkeit und dem Wunsch nach Nähe. Trotz ruhigem Erzähltempo überzeugt der Roman durch glaubwürdige Charaktere und berührende Tiefe.
Ein Buch über Hoffnungslosigkeit und Hoffnungsschimmer
In Band 2 lernt man die Familie rund um den Hof Neshov besser kennen, während sich ein Schicksalsschlag an den nächsten reiht. Wir erfahren mehr über Hoffnungen und Hoffnungslosigkeit. Sowohl Existenzängste als auch die Angst vor großen Veränderungen spielen eine sehr große Rolle bei allen Charakteren. Ich finde den Schreibstil von Ragde noch immer etwas beschwerlich, aber sie bringt die Stimmung des jeweiligen Kapitels recht gut und auch nachvollziehbar rüber. Mir fehlt ein bisschen das Tüpfelchen auf dem I. So ist es derzeit einfach eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Ich bin gespannt, ob sich das noch ändert.
Die Fortsetzung hat mir genau so gut gefallen wie der erste Teil der Familiensaga rund um die Neshovs. Es ist interessant wie sich die Charaktere weiterentwickeln und auch der böse Cliffhanger am Ende hat mir nichts gemacht, weil ich den dritten Teil bereits hier liegen habe und direkt weiterlesen werde. Und ich freue mich darauf.
Fortsetzung von das Lügenhaus Vorsicht, wer dieses Buch beginnt, kann es nicht mehr weglegen
Schon im Lügenhaus schafft es die Autorin, dass mir die Personen ans Herz wachsen.
Anne B. Radge hat ihren ganz eigenen Stil, der ganz ausgezeichnet eine gewisse Trostlosigkeit ausstrahlen kann. Natürlich passt das hervorragend zu der Stimmung im Buch. Aber irgendwie war es mir diesmal fast zu viel. Der Text ist häufig in lagen, schachteligen Sätzen verfasst, dann plötzlich wieder nur ganz kurze. Aber genau so gehen Gedanken nun mal. Springen von einem Thema zum nächsten und schweifen gerne mal ab. Und außerdem ist die Autorin sehr direkt, beschönigt nichts und schreibt einfach gerade heraus wie es ist. Mir gefallen die verschiedenen Handlungsstränge, bei denen man einen wunderbaren Einblick in das Leben einiger so verschiedener Figuren erhält. - Tor, der Vater, lebt mit seinem Vater auf einem Schweinehof irgendwo im Nirgendwo und will sich nicht eingestehen, dass er Hilfe annehmen muss. Sei es bei der Arbeit im Haushalt oder auf dem Hof. - Torunn, seine Tochter besucht ihn aber doch dann und wann, verliebt sich in einen anderen Hundemenschen und hat eigentlich genügend mit ihrer Arbeit zu tun. Wirklich glücklich ist sie trotz allem aber irgendwie nicht. - Margido, ihr Onkel, ist Bestatter und führt auch ein sehr einsames Leben. Ihn lernt man irgendwie am wenigsten kennen, und doch ist er sympatisch. - Erlend und Krumme, ein unglaublich faszinierendes schwules Paar, die gerne Essenseinladungen machen und einen ganz speziellen Geschmack in Sachen Kleidung und Wohnungseinrichtung haben. Alle diese Charaktere sind ganz unterschiedlich, aber passend zu Titel in ihrem Leben nicht ganz zufrieden, eben Einsam. Und so wirklich Hilfe annehmen will im ersten Moment auch keiner. Am liebsten würden alle ihr Leben so weiterleben, wie es vorher war. Aber das geht eben nicht. Ich habe das Buch gerne gelesen, und liebe alle Figuren. Aber das Lesen hat mich immer mehr bedrückt, denn im Buch gab es selten fröhliche Momente. Muss ja auch nicht sein. Denn das Leben ist manchmal einfach nicht zum lachen.





