2. März
Rating:5

Wow, was für ein Roman.

Ich liebte das Buch. Seit längerer Zeit hat mich kein Roman so gefesselt und überzeugt. Manchmal hadere ich mit dem Viellesen, weil ich das Gefühl habe. Ähnliches schon gelesen zu haben. Dieses Buch ist einzigartig und erzählt von einem ganzen Leben. Sonst schaffen es oft sehr emotionale Bücher auf meine Lieblingsliste, ich finde es toll, dass es hier wieder mal ein Roman war der nicht hauptsächlich Emotionen sondern 500 Seiten Handlung trägt, die einen bis zur letzten Seite festhält.

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
18. Dez.
Rating:3

War ok

Die Geschichte ist schön erzählt und hat mir grundsätzlich gefallen. Leider konnte ich den Protagonisten nicht richtig verstehen, wodurch mich das Buch emotional nicht ganz erreicht hat. Insgesamt solide, aber kein Highlight für mich.

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
23. Aug.
Normalerweise schrecken mich Bücher mit mehr als 500 Seiten ab.
Rating:4.5

Normalerweise schrecken mich Bücher mit mehr als 500 Seiten ab.

Doch dieser Roman hat sich nicht wie ein einziges langes Werk gelesen, sondern wie viele bereichernde Geschichten, die zusammen ein ganzes Leben ergeben. Besonders Mimos Stärke und Violas innere Kämpfe haben mich berührt und mitgerissen. Der Erzählstil ist detailreich, sanft und harmoniert wunderbar mit den Figuren und Themen. Emotional berührend, stellenweise traurig und doch voller Kraft — ein empfehlenswertes Buch.

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
17. Aug.
Rating:4.5

Das Buch lässt mich irgendwie sprachlos zurück. Eine Geschichte, die ein ganzes Leben erzählt. Hier geht es um den kleinen Mimo, der nach dem Tod des Vaters zu seinem „Onkel“ kommt. Er kommt aus Frankreich, nach Italien und landet in Pietra d‘Alba. Dort erlernt er bei seinem fiesen Onkel das Bildhauen. Eines Tages lernt er Viola Orsini kennen und die Beiden verbindet seitdem eine tiefe, fast seelenverwandte Verbindung. Allerdings wird diese Verbindung durch die Herkunft der Beiden immer gestört. Viola kommt aus einem reichen Haus, während Mimo aus einfachen Verhältnissen stammt. Doch nun beginnt ein Abenteuer, welches aus Mut, Bildhauen, Politik, Faschismus, der Natur, Betrug und Verlust geebnet wird. Mimo und Viola finden immer zusammen und es ist die einzige Konstante die sie am Leben hält. Ein wirklich wunderschön erzähltes Buch… Man kann Italien fühlen, den bearbeiteten Stein auf der Haut spüren. ▪️ francese ▪️Freundschaft ▪️die Bärin Bianca ▪️ Flügel ▪️Bildhauen ▪️ pietra ▪️ Brüder ▪️ Florenz ▪️ der Vatikan ▪️ Lieben ▪️ Uniformen ▪️Mussolini ▪️ Krieg ▪️was siehst du?

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
10. Aug.
Rating:3

Das Buch hat mich vor allem hinsichtlich des Schreibstils überzeugt, den ich sehr gut fand. Die Geschichte an sich hingegen hat mich nicht vollständig erreicht. Viola blieb mir fremd, und vermutlich blieb sie auch Mimo fremd, was sicher die Absicht des Autors war. Aber auch Mimo kam ich nicht näher. Die Geschichte ist eingebettet in die Zeit des aufkommenden Faschismus in Italien und des Zweiten Weltkrieges, streift diese schweren Themen aber nur am Rande. Toll fand ich am Ende die Auflösung zu Mimos Pietà. Ich hätte sie gerne selbst gesehen. Und mit diesem Ende hat der Autor mich versöhnt mit den Längen zwischendrin.

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
27. Mai
Der Autor erzählt in diesem historischen Roman von einer tiefen Freundschaft, die den kleinwüchsigen und talentierten Mimo mit der klugen Viola, die nicht selbst für sich entscheiden darf, verbindet. Auf Grund seiner Spannung, seiner spielerischen Leichtigkeit, seiner glaubwürdiger Detailgenauigkeit und grosser Tiefe  gehört der Roman zu meinen bisherigen Lesehighlights dieses Jahres.
Rating:5

Der Autor erzählt in diesem historischen Roman von einer tiefen Freundschaft, die den kleinwüchsigen und talentierten Mimo mit der klugen Viola, die nicht selbst für sich entscheiden darf, verbindet. Auf Grund seiner Spannung, seiner spielerischen Leichtigkeit, seiner glaubwürdiger Detailgenauigkeit und grosser Tiefe gehört der Roman zu meinen bisherigen Lesehighlights dieses Jahres.

"Was ich von ihr weiss" ist ein historischer Roman, der überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Italien spielt. Michelangelo Vitaliani, genannt Mimo, liegt im Sterben und blickt noch einmal auf seine erlebnisreichen Jugend- und Schaffensjahre zurück. Einst kam er aus Frankreich in die Norditalienischen Berge, um bei einem Onkel in die Lehre zu gehen und das Steinmetz-Handwerk zu lernen. Schon bald übernimmt er eigene Projekte für die Dorfkirche und die Villa der Orsinis, einer adligen Familie, die im Dorf lebt. Und er lernt Viola kennen, die wissbegierige und ideenreiche Tochter der Orsinis, die ihm Bücher mitbringt und an sein Bildhauer-Talent glaubt. Auch sie hat grosse Zukunftspläne, sie möchte Fluggeräte bauen und selbst fliegen. Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die durch das Leben immer wieder unterbrochen wird, und doch viele Jahre hält. Viola heiratet, ihr Bruder Francesco steht in den Diensten des Papstes, ihr Bruder Stephano ist im Umfeld des Duce unterwegs. Mimo macht mit Hilfe der Orsinis Karriere, arbeitet für die Kirche und den faschistischen Staat. Dem einst mittellosen Mimo ist es wichtig, Geld zu verdienen und gut zu leben, die politische Entwicklungen betrachtet er mit innerer Distanz. Aber hinter der Fassade bröckelt es. Familienkonflikte, Nachbarschaftsstreit, Gewalt - und Mimo wird immer öfter hineingezogen. Irgendwann hat er genug und will gehen. Doch dann bricht eine Katastrophe über die Familie herein. Und Mimo schafft sein letztes grosses Werk, das ein Geheimnis in sich trägt. Jean-Baptiste Andrea erzählt diese Geschichte in ihrem zeitlichen Ablauf, unterbricht sie aber immer wieder durch Hinweise auf dieses letzte grosse Werk, deren Zusammenhang nur langsam erkennbar wird. Beide Erzählstränge zusammen haben dafür gesorgt, dass ich den Roman als sehr spannend empfunden habe. Ein zentrales Thema des Romans ist für mich die Unterdrückung von Violas Wunsch sich jenseits der Erwartungen an eine junge Adlige zu entwickeln. Aber auch viele andere Themen wie das Erwachsenwerden in Armut und Abhängigkeit, das Zusammenspiel von Kunst und Mäzenentum, das Leben unter dem faschistischen Regime und der Mut zum Widerstand wurden angesprochen.

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
25. Mai
Post image
Rating:3.5

„Über manches, was uns fehlt, kommen wir nie hinweg.“ – Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte von Mimo und Viola. Mimo, eigentlich Michelangelo Vitaliani, wächst in Armut auf und wird früh zu seinem Onkel nach Italien geschickt, um das Handwerk des Bildhauers zu erlernen. In Pietra d’Alba trifft er auf Viola, Tochter einer adeligen Familie, die sich nach Freiheit und Selbstbestimmung sehnt – in einer Zeit, die Frauen kaum Spielraum lässt. Gemeinsam erleben sie die Krisen des 20. Jahrhunderts: den Faschismus, zwei Weltkriege, persönliche Umbrüche. Mimo wird als Künstler gefeiert, Viola kämpft unbeirrt für ihr eigenes Leben jenseits gesellschaftlicher Zwänge. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder – als Freunde, Gegner, Weggefährten. Doch trotz tiefer Verbundenheit bleibt die Frage: Was nützt Erfolg, wenn man den wichtigsten Menschen nicht halten kann? Trotz des wirklich schönen und eindrucksvollen Schreibstils konnte mich das Buch leider nicht vollständig überzeugen. Zwar begleitet man die Protagonisten über viele Jahre hinweg, doch mir fiel es schwer, eine echte Verbindung zu ihnen aufzubauen. Auch das Lesen empfand ich stellenweise als mühsam – vor allem durch die zahlreichen historischen und künstlerischen Details, die für meinen Geschmack zu viel Raum eingenommen haben. Nach dem Klappentext hatte ich eine andere, emotionalere Richtung erwartet, weshalb das Buch meine Erwartungen letztlich nicht erfüllt hat.

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
16. Mai
So schön wie die Pietà
Rating:4.5

So schön wie die Pietà

Ein Buch zum Abtauchen und sich drin verlieren. Eine historische Zeitreise. Die Geschichte von Mimo und Viola könnte eine einfache Liebesgeschichte sein, eine von Armut und Reichtum. Sie ist aber so viel mehr. Es geht um Kunst, um Historie (besonders die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts), um Rollenbilder und gesellschaftliche Normen, um unerfüllte Träume, aber auch Träume, die in Erfüllung gehen. Und das alles vor italienischer Kulisse. Ein leises, aber besonderes Buch. Als Hörbuch dank des fantastischen Sprechers ebenfalls ein Traum.

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
8. Mai
Ein wirklich großartiger Roman
Rating:4.5

Ein wirklich großartiger Roman

"Mit meinen dreizehn Jahren war ich frühreif, aber so sah man es damals nicht. Die Welt war sehr viel einfacher. Man war reich oder arm, tot oder lebendig. Die Zeiten kannten kein Dazwischen." Ein paar wirklich schöne und intensive Lesestunden hat mir Jean-Baptiste Andrea mit seinem Roman "Was ich von ihr weiß" beschert. Übersetzt aus dem Französischen von Thomas Brovot. Michelangelo (Mimo) Vitalianikommt als Sohn italienischer Auswanderer 1904 in Frankreich zur Welt. Mimos Vater ist Bildhauer und bringt ihm alles bei, was er wissen muss. Doch dann kommt der Krieg, aus dem Mimos Vater nicht zurückkehrt. Da das Geld knapp ist, schickt Mimos Mutter ihren Sohn zu einem Verwandten nach Italien. Italien, ein Land, das zwar in seinem Blut ist, das er aber nicht kennt. Mimo ist ein Freigeist, der mehr sein möchte als man ihm zugestehen will. Und er kämpft darum größer zu sein. "Ich verdanke alles meinem Vater, unserem viel zu kurzen Miteinander auf dieser Magmakugel. Man hat mir schon Gleichgültigkeit unterstellt, weil ich nur wenig von ihm gesprochen habe. Hat mir vorgeworfen, ich hätte ihn vergessen. Vergessen? In jeder meiner Bewegungen hat mein Vater gelebt. Bis zu meinem letzten Werk, bis zu meinem letzten Schlag." Viola Orsini ist ebenfalls ein Freigeist. Sie gehört einer adligen und einflussreichen Familie an, von denen niemand weiß, wo sie eigentlich herkommen. Schon als junges Mädchen trotzt sie den gesellschaftlichen Normen. Auch sie will hoch hinaus, obwohl das etwas ist, dass einem Mädchen einfach nicht zusteht. Viola will fliegen, doch das gesellschaftliche Korsett engt sie ein. "Glaubst du, die Kriege werden von den Toten geführt? Dass sie dir am Wegesrand auflauern? Die Toten sind unsere Freunde. Du solltest lieber Angst haben vor den Lebenden." Das erste Aufeinandertreffen ist seltsam, das zweite umso mehr. Doch Mimo und Viola sind kosmische Zwillinge - zwei Magnete, die sich immer wieder zueinander hinziehen. Ihre Leben sind vom ersten Moment bis zuletzt eng miteinander verwoben. "Weggehen wird nichts ändern. Die schlimmste Gewalt ist die Gewohnheit. Die Gewohnheit, die dazu führt, dass eine Frau wie ich, intelligent, denn dafür halte ich mich, nicht über sich selbst bestimmen kann." "Was ich von ihr weiß" ist eine traurige Lebensgeschichte, die uns die Hauptfigur Michelangelo Vitaliani auf seinem Sterbebett erzählt. Es ist die Geschichte eines oftmals sehr schweren Lebens, die hier und da von ein paar Glanzpunkten erhellt wird. Eine Geschichte die geprägt ist von Vorurteilen und Intoleranz, von Tragik und Momenten des Glücks und vor allem von dem Kampf seine Träume und Wünsche zu erfüllen. Durchbrochen wird diese Geschichte von Michelangelos letzten Stunden und dem Geheimnis um seine Pietà. In der ersten Hälfte des Buches haben mich diese Unterbrechungen schon ziemlich gestört, doch im Laufe der Geschichte wurde mir dann einiges im Bezug auf diese Statue klarer. Trotzdem hätte es diese Abschnitte für mich im Grunde nicht gebraucht. Andrea hat in seinem Roman auch einige geschichtliche Begebenheiten einfließen lassen, die der Geschichte einen sehr authentischen Rahmen bieten. Insgesamt war das für mich eine wirklich großartige Lektüre, auch wenn es nicht ganz für ein Highlight gereicht hat. Irgendwas fehlte mir noch, damit es mich vollends umgehauen hätte, allerdings kann ich dieses Etwas gerade noch nicht greifen. "Wenn Christus das Leiden ist, dann ist, ob es euch gefällt oder nicht, Christus eine Frau."

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand
30. März
Rating:5

Wenn Kunst zur Sprache des Herzens wird

Mit „Was ich von ihr weiß“ legt Jean-Baptiste Andrea einen feinfühligen, poetischen Roman vor, der weit über eine einfache Liebesgeschichte hinausgeht. Es ist ein Werk über Erinnerung, Kunst und die tiefe Sehnsucht nach Erlösung – erzählt aus der Perspektive eines alten Mannes, der auf ein bewegtes Leben zurückblickt. Im Mittelpunkt steht Mimo, ein berühmter Bildhauer, der im hohen Alter auf die Geschichte seiner großen Liebe zurückblickt – eine Liebe, die ihn geprägt, inspiriert und nie ganz losgelassen hat. Die Frau, von der er erzählt, bleibt lange geheimnisvoll – ein Schatten aus der Vergangenheit, dem der Leser mit jeder Seite näherkommt. Andrea verwebt Vergangenheit und Gegenwart so kunstvoll, dass die Grenzen zwischen Erinnerung und Gegenwart zu verschwimmen scheinen. Jean-Baptiste Andreas Sprache ist zurückhaltend und doch voller Poesie. Er schafft es, die inneren Welten seiner Figuren mit wenigen, treffenden Sätzen zu öffnen. Besonders beeindruckend ist, wie viel Gefühl zwischen den Zeilen mitschwingt – oft sagt das, was nicht ausgesprochen wird, mehr als das, was gesagt wird. Der Roman thematisiert nicht nur die Macht der Kunst, sondern auch die Themen Schuld, Verlust und die Frage, wie sehr ein Mensch durch seine Vergangenheit geformt wird. Dabei bleibt „Was ich von ihr weiß“ nie pathetisch – im Gegenteil: Es ist gerade die leise Melancholie, die den Ton des Romans so eindringlich macht. „Was ich von ihr weiß“ ist ein stilles, wunderschön komponiertes Buch, das lange nachhallt. Es ist ein Roman für Leserinnen und Leser, die sich auf leise Zwischentöne einlassen können und Freude an literarischer Tiefe und emotionaler Wahrhaftigkeit haben. Ein echtes Kleinod.

Was ich von ihr weiß
Was ich von ihr weißby Jean-Baptiste AndreaLuchterhand