
»Sie wundern sich nicht. Sie wissen, dass Prag selbst ein Wunder ist. Ein Wunder im Nebel der Geschichte. Nicht nur zu Weihnachten.«
Es ist Heiligabend und der Ich-Erzähler dieses Buchs – alias Autor Jaroslav Rudiš – trifft am Prager Hauptbahnhof ein und ruft seine Freunde an. Immerhin wollten sie den Abend gemeinsam verbringen. Als er jedoch keinen von ihnen erreichen kann, entschließt er sich – wie jedes Mal, wenn er länger nicht in der Stadt war – ein Bier im „Schwarzen Ochsen“ zu trinken. Denn in Prag weiß man, wenn eine Kneipe einen Tiernamen trägt, ist es ein guter Ort zum Biertrinken. Was er jedoch nicht weiß ist, dass diese Nacht so ganz anders enden wird, als er es sich vorgestellt hat. Seine Freunde wird er nicht treffen – erst viel später. Dafür begegnet er nach und nach drei Menschen, die sich zusammenschließen und durch das nächtliche Prag schlendern, dabei Teile ihres Lebens offenbaren und alle auf ihre Weise auf ein Weihnachtswunder warten. Wer schon mal in Prag war, wenn auch nicht zur Weihnachtszeit, kann sich vorstellen, wie schön es dort sein muss! Und genau das war der Grund, weshalb ich an diesem Buch einfach nicht vorbeigehen konnte. Jaroslav Rudiš erzählt eine Weihnachtsgeschichte, die mit Illustrationen von Jaromir 99 verschönert ist und alle einlädt, zumindest gedanklich, durch das weihnachtliche Prag zu schlendern. Mir hat sie gut gefallen und ich mochte besonders Rudiš’ schöne Sprache sowie seine atmosphärischen Beschreibungen, wenn auch die erste Hälfte deutlich stärker war und dann etwas nachgelassen hat. Auf jeden Fall eine schöne weihnachtliche Lektüre für die Feiertage!🎄

































