Carys Davies - West
Die Novelle „West“ thematisiert den starken Wunsch eines Mannes das Unbekannte zu entdecken und zeitgleich auch wie weit ein Mensch bereit ist zu gehen, um seine Träume zu verwirklichen. Der verwitwete Vater, Cy Bellman, lässt seine einzige Tochter Bess bei seiner Schwester zurück um auf eine Expedition in den weiten Westen aufzubrechen. Dort, so glaubt Bellman, trifft er auf mammutartige „Kreaturen“, von deren Knochenfund er aus der Zeitung erfahren hat. So absurd es scheint, reicht dieser Grund aus um seine Maultierzucht, sein Heim und vor allem seine Tochter zu verlassen. Wir begleiten ihn und seinen Weggefährten „Alte Frau aus der Ferne“ auf seinem Weg gen Westen. Ein Vorhaben, was von allen Seiten zum Scheitern verurteilt wurde. Zeitgleich erfahren wir auch, welchen Herausforderungen sich seine zurückgelassene Tochter stellen muss. Carys Davies überzeugt hier auf sprachlicher Ebene auf wenigen Seiten. Mir hat sehr gefallen, dass aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde. Es ist zweifelsohne eine kurzweilige Geschichte, deren Erzählstrom dazu führt, dass man sich gut unterhalten fühlt. Meine Kritikpunkte an diesem Werk sind, dass ich den Ausgangspunkt der Erzählung nicht wirklich nachvollziehen konnte und das Ende wie ein Big Bang wirkte in Relation zur ganzen Erzählung. Es war für mich nicht verständlich, wie Cy Bellman durch einen Zeitungsartikel in eine solche Obsession verfallen konnte und sich in sein Abenteuer stürzt obwohl er und seine Tochter bereits den Verlust der Frau (Bess Mutter) erlebt haben.






