Ich möchte gar nicht zu viel vorwegnehmen, weil die Wirkung genau darin liegt, wie sich alles langsam entfaltet.
Ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen. Es ist kurz und begleitet eine kleine Freundesgruppe, die sich für ein paar Tage in ein Ferienhaus zurückzieht. Zwei eingespielte Paare und Ola, die als neue Person in dieser Konstellation sofort etwas verschiebt. Ich mochte sie besonders; sie ist direkt, reflektiert und spricht Dinge aus, die andere lieber übersehen.
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, was am Anfang kurz Konzentration verlangt, aber schnell einen Sog entwickelt. Dadurch bekommt man einen intensiven Einblick in die Beziehungen, in das, was gesagt wird und in das, was unausgesprochen bleibt. Das Setting hat mir sehr gefallen; dieses abgeschlossene Ferienhaus, in dem sich Spannungen nicht wirklich entziehen lassen.
Was mir beim Lesen immer wieder aufgefallen ist, ist diese feine Beobachtung von Emotionen und Dynamiken. Es geht viel um Wahrnehmung und darum, wie sehr wir uns an bestimmte Bilder gewöhnen, selbst wenn sie uns eigentlich irritieren sollten und wie leicht man Dinge hinnimmt.
Insgesamt ein sehr sehr eindringliches Buch, das mehr unter der Oberfläche arbeitet, als es auf den ersten Blick zeigt. Ganz große Empfehlung!
Ich kann schon verstehen, warum Viele dieses Buch so feiern. Aber ich habe das so, oder so ähnlich, schon so oft erlebt, gesehen, gehört, gelesen. Ich bin es müde. Und da ich weiß, dass dieses Buch ohnehin nur diejenigen lesen werden, die es, so wie ich, schon wissen und nicht diejenigen, die es vielleicht lesen sollten, kann ich keinen Enthusiasmus mehr aufbringen. Ich möchte lieber wissen, was die Hexen mit den Christians und Lennys anstellen, wenn sie endlich ihre Flügel bekommen haben.
In diesem Buch wird ein wichtiges Thema behandelt.
Nur die Umsetzung hat mir persönlich nicht ganz so sehr gefallen und machte es mir schwer, richtig in die Geschichte einzutauchen.
Ich hatte vor allem am Anfang ziemlich Probleme, in die Geschichte reinzukommen. Es gibt viele lange, aufgesetzt und künstlich wirkende, alles erklärende innere Monologe, die die ohnehin nicht immer ganz natürlichen Dialoge auch noch ständig unterbrechen und erstmal eine Art Stillstand kreieren. Man bekommt dadurch alles, was man wissen muss, direkt vorgesetzt und muss als Leserin nicht wirklich selbst denken.
Dabei werden auf den ersten Seiten gefühlt alle stereotypisch feministischen Themen auf einmal abgearbeitet, damit auch ja niemand übersieht, dass Ola ja so gaaanz anders ist als die beiden anderen Frauen und daher auch entsprechend aneckt. Das wirkt eher konstruiert als organisch.
Auch die Charaktere entwickeln sich in dieser Manier nicht wirklich natürlich, sondern bleiben bis zum Schluss in ihren starren Rollen hängen und erfüllen jeweils eine Aufgabe: die Unsichere, der Beschwichtigende, die Rebellin, etc.
Die Geschichte hat aber Potenzial und das Thema ist wichtig, daher drei Sterne.
Schöne Scham hat mich wirklich umgehauen.
Fünf Personen fahren gemeinsam in ein Ferienhaus (zwei Paare und eine Single-Frau). Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven der drei Frauen, mit vielen Wechseln. (Als Hörbuch fand ich das teilweise etwas schwierig zu verfolgen, weil alles von einer Sprecherin gelesen wird.)
Inhaltlich geht es um Freundschaft, Beziehungen und vor allem um toxische Dynamiken, wie man sie erkennt und wie schwer es ist, damit umzugehen, egal ob man selbst betroffen ist oder von außen zuschaut.
Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, wie intensiv und auch schockierend sich das Ganze entwickelt. Das hat mich richtig gepackt.
Ein super wichtiges Thema, stark umgesetzt!
Schmetterlinge und Hexen
„Ich spüre, dass ich eine Veränderung in meinem Leben will, aber hier und heute ist nicht der richtige Tag, um sie umzusetzen.“
Bianca Nawrath‘s „Schöne Scham“ handelt von einem Ostseetrip zweier Pärchen, Amalia&Christian und Kata&Lenny, sowie Ola, der Cousine von Kata. Am Anfang werden typische Stereotype angerissen, Ola, die moderne bisexuelle Frau, die sich nicht zurücknimmt, ihre Meinung frei heraus zu sagen und deshalb verrufen ist und aneckt. Amalia und Christian, das Bilderbuch-Pärchen voller Liebe, Harmonie und Zuneigung. Lenny und Kata, bei welchen in jedem Satz Vorwürfe mitschwingen, die den Eindruck erwecken, dass ihre Liebe bereits ausgebrannt ist und die Frage aufkommt, wie die beiden zusammenpassen. Was mit einer „simplen“ Erzählung eines Trips beginnt nimmt schnell die Kurve zu viel größeren Themen und Fragen. Politik, Feminismus, Manipulation und Misskommunikation. Dabei wird auch klar, dass vor allem die anfänglich vermittelten Bilder der beiden Beziehungen eher vertauscht sind…
Bianca Nawrath hat es geschafft mit einer der simpelsten Geschichten, so viel Tiefe zu erzeugen. Die Geschichte selbst ist nicht was sie erzählen will. Es schwingt viel wichtigeres in und zwischen den Zeilen mit. Und dieser Schwere verleiht sie durch ihren Schreibstil so viel Leichtigkeit beim Lesen. Man fliegt förmlich durch die Kapitel, obwohl nach quasi jedem Satz so viel im eigenen Kopf passiert.
Ist laut sein wirklich immer anstrengend? Oder bedeutet dies einfach nur einstehen für sich und andere? Ist leise sein wirklich immer schwach und langweilig? Oder gibt es einfach zu viele Gründe die einen zurückhalten? Ab wann ist nichts sagen eine Mittäterschaft? Ist das „nicht mitbekommen“ wirklich immer ein versehen oder ein aktives wegschauen und die Augen verschließen? Und ist der erste Eindruck wirklich immer der richtige? Oder gibt es Menschen, die genau dies ausnutzen, um dich vom Gegenteil zu überzeugen?
All das und noch so viel mehr bringt Nawrath in ihre, am Anfang noch so einfach wirkende, Geschichte. Mithilfe des Schreibens aus drei Sichtweisen, Kata, Ola und Amalia, setzt sie nicht nur ein Statement, sondern beantwortet genau die oben genannten Fragen. Besser hätte niemand Themen mit solcher Tiefe und Bedeutung in ein Buch einfädeln können.
Niemand wird dieses Buch lesen, und danach nicht über sein ganzes Leben nachdenken. Niemand wird nach diesem Buch die Augen verschließen. Und niemand wird nach diesem Buch den Mund halten, sondern aufstehen und laut sein.
Nawrath schreibt mit diesem Buch einen Protest und ein Aufwachen für alle die, die bis jetzt nicht verstanden haben, was für eine Macht mit Liebe kommt.
Es wirkt banal: zu viel Butter.
Und genau darin zeigt sich, wie leise Kontrolle beginnen kann.
„Schöne Scham“ beginnt fast harmlos: Ein gemeinsames Wochenende, zwei Paare und eine Freundin in einem Ferienhaus an der Ostsee. Gespräche, Nähe, Vertrautheit.
Und doch liegt von Anfang an etwas in der Luft, das sich nicht richtig greifen lässt.
Ich dachte lange, das Buch würde in eine ganz andere Richtung gehen – ruhiger, fast beiläufig.
Und dann kam diese Wendung.
So ein richtiger „was?!“-Moment, der plötzlich alles in ein anderes Licht rückt.
Erzählt wird aus den Perspektiven von drei Frauen – Kata, Amalia und Ola. Dieser Wechsel macht den Roman so stark, weil man dieselben Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt. Was von außen vielleicht noch „normal“ wirkt, fühlt sich von innen längst falsch an.
Besonders eindringlich fand ich, wie subtil hier Gewalt dargestellt wird. Nicht laut, nicht offensichtlich – sondern leise, schleichend, eingebettet in Alltäglichkeit. Genau das macht es so erschreckend real.
Und genau hier setzt das Buch an:
Wann ist Wegsehen noch Unwissen – und wann wird es zur Komplizenschaft?
Die Dynamik zwischen den Frauen hat mich total gefesselt. Zwischen Unsicherheit, Beobachtung und dem Bedürfnis, einzugreifen. Zwischen Solidarität und Zweifel.
Vor allem Ola bringt dabei eine ganz eigene Perspektive mit hinein – klar, direkt, unbequem. Und so wichtig.
Auch die Themen haben mich sehr beschäftigt:
toxische Beziehungen, Machtgefälle, Scham, weibliche Solidarität, gesellschaftliche Strukturen – und die Frage, warum es oft so schwer ist, Dinge beim Namen zu nennen.
Der Schreibstil ist ruhig, fast nüchtern – und genau dadurch so wirkungsvoll. Kein großes Drama, sondern ein stetiges Gefühl von Unbehagen, das sich langsam zuspitzt.
Für mich war das ein Buch, das unter die Haut geht.
Und eines, das zeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen.
Ich muss zugeben, dass mich das Cover eher etwas abgeschreckt hat und daher hat es etwas gedauert, ehe ich zu diesem Buch gegriffen habe. Aber das Lesen hat sich gelohnt. Ich bin total begeistert.
2 Paare und eine Single-Frau verbringen gemeinsam ihren Urlaub in einem Ferienhaus. Doch so entspannt der Urlaub beginnt, zeigen sich schnell die ersten Spannungen und Risse im Miteinander. Zwischen Unsicherheiten, Suche nach Bindung, Liebe und Anerkennung, toxischen Verhaltensmustern und Schuldgefühlen eskaliert der Urlaub zusehends. Zwischen Schuld und Scham behandelt Bianca Newrath wichtige Themen wie Freundschaft und toxische Beziehungen. Und es stellt sich die Frage: Wann macht man sich durch Wegsehen mitschuldig?
Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Frauen erzählt. Was die unterschiedlichen Blickwinkel auf dieselbe Situation sehr gut veranschaulicht, die Spannbreite zwischen Wut und Nicht-wahr-haben-wollen sehr gut abdeckt und die inneren Widersprüche der Figuren beleuchtet.
Für mich ein sehr gutes und wichtiges Buch, das leicht zu lesen war und mich gefesselt hat.
Lesen!
„Schöne Scham“ hat mich wirklich gepackt. Es ist eines dieser Bücher, das sich nicht nur gut liest, sondern etwas mit einem macht, währenddessen und auch noch danach.
Ich mochte es sehr, sehr gerne. Viele Passagen sind mir hängen geblieben, vor allem das Ende hat mich stark berührt und mich ein wenig an „Die schönste Version“ erinnert, dieses leise, nachwirkende Gefühl, das einen nicht sofort loslässt.
Gleichzeitig hat mich das Buch auch herausgefordert. Es hat mich stellenweise dazu gebracht, mein eigenes Denken zu hinterfragen, besonders die Frage, ob ich selbst manchmal zu idealistisch auf Beziehungen, Rollenbilder oder gesellschaftliche Dynamiken schaue.
Was das Buch für mich besonders stark macht: Es geht tief. Es kratzt nicht nur an der Oberfläche, sondern legt etwas frei. Gerade im Kontext aktueller gesellschaftlicher Diskussionen, Fälle wie Pelicot, Ulmen und andere, wirft es ein unbequemes Licht auf die Rolle der Frau und ihre Verletzlichkeit.
Wie sicher sind Frauen wirklich? Und wie oft werden Grenzüberschreitungen übersehen oder bewusst nicht gesehen? Es schärft den Diskurs, wo relevant Feminismus im Jahr 2026 ist und wie weit unser Weg noch ist.
Diese leise, aber sehr eindringliche Kritik an gesellschaftlichem Wegsehen hat mich nachhaltig beschäftigt.
Für mich ist „Schöne Scham“ ein sehr gutes Buch, das emotional trifft, zum Nachdenken zwingt und dabei trotzdem zugänglich bleibt.
ich habe das buch an einem tag inhaliert. am anfang war es kurz verwirrend fuer mich, die verschiedenen kapitel zu der aktuellen ich-erzaehlerin zuordnen zu koennen, aber ich habe schnell reingefunden. sehr angenehme schreibweise, super spannende perspektiven in die verschiedenen personen - ich freue mich, ihre anderen buecher zu lesen! auch habe ich die verschiedenen popkulturellen oder politischen anspielungen geliebt, die super aktuell sind und auch sehr gut zu relaten waren.
und: jede*r braucht eine ola im leben ⭐ ikone
Ich fand das Buch wirklich richtig gut – für mich ein echtes Highlight.
Es behandelt die Thematik von toxischen Beziehungen so überzeugend und zeigt, wie fein solche Prozesse in Beziehungen ablaufen, dass man oft gar nicht merkt, was passiert. Das fand ich besonders beeindruckend.
Auch die anderen Blickwinkel auf diese Beziehungen waren richtig klasse und haben das Ganze noch vielschichtiger gemacht.
Tolles Buch über Freundschaft, die es braucht, wenn man selber in einer Beziehung steckt, die leise krankhaft wird. Freundinnen, die direkt sind und einem aufzeigen, was wirklich wichtig ist und das man sich selbst nicht verlieren soll.
Absolut lesenswert, es ist direkt, schamlos und wirklich notwendig in der heutigen Zeit
Liebe Ola ja
Der Rest ist ein reiner Albtraum :') mir tun hetero Frauen extrem leid, weil sie nichts dafür können, dass sie auf Männer stehen... wäre Sexualität wirklich eine Wahl würde man sich einen Mann doch nicht freiwillig geben :'))) Das Buch hat das wirklich sehr gut reflektiert. Es beginnt bei der Vernachlässigung der Frau im sexuellen Kontext, verbale Gewalt und Kontrolle, bishin zur körperlichen Übergriffigkeit ! Und das unsere Gesellschaft immernoch an dem Punkt ist , all die Scheiße die Männer Frauen antun als "normal" abzustempeln.
Ein eindringliches, wichtiges und sehr bewegendes Buch, das lange im Kopf bleibt
Schöne Scham“ ist eines dieser Bücher, das nicht nur gelesen wird, sondern nachhallt. Es beleuchtet auf eine unglaublich feinfühlige und zugleich schonungslose Weise, wie Gewalt in Beziehungen entstehen und bestehen kann, ohne dass sie von außen sofort als solche erkannt wird.
Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass das Buch etwas sichtbar macht, das im echten Leben oft im Verborgenen bleibt: die leisen Verschiebungen, die kleinen Grenzüberschreitungen, das langsame Gewöhnen an etwas, das eigentlich nicht normal ist. Genau darin liegt für mich eine große Stärke dieses Buches. Es zeigt, wie schwer es für Betroffene sein kann, die Situation selbst klar zu erkennen, weil Gewalt selten plötzlich und offensichtlich beginnt.
Besonders berührt hat mich auch die Perspektive auf das Umfeld. Das Buch macht deutlich, wie schwierig es für Außenstehende sein kann, richtig zu reagieren. Man spürt vielleicht, dass etwas nicht stimmt, aber Unsicherheit, Höflichkeit oder Angst, sich einzumischen, halten viele Menschen zurück. Gleichzeitig wird klar: Nicht zu reagieren ist letztlich auch keine Lösung.
Für mich hat „Schöne Scham“ eine wichtige, fast aufklärerische Funktion. Es öffnet den Blick für Dynamiken, die oft übersehen werden, und zeigt, wie komplex und vielschichtig solche Situationen sind. Ich hätte mir gewünscht, ein Buch wie dieses früher gelesen zu haben – und ich wünsche mir, dass viele andere Menschen es lesen. Vielleicht hilft es manchen, Warnzeichen früher zu erkennen. Vielleicht ermutigt es andere, nicht wegzusehen.
Bianca Nawrath entwirft in ihrem Roman ein komplexes Geflecht von Beziehungen. Das Setting einer Freundesclique, die ein Wochenende an der Ostsee verbringt, bietet einen großen Raum verschiedenster Konstellationen. Mit Feingefühl und psychologischer Tiefe entblättert sich ein Bild von Gegensätzen: Liebe und Hass, Neid und Freundschaft, Unterordnung und Dominanz, Selbstaufgabe und Eigenliebe. Ganz unweigerlich stellt sich die Frage, wie lange kann ich wegschauen und wann muss ich eingreifen und was bin ich bereit zu ertragen. Wohin führen Prägung, Tradition und wie weit geht weibliche Solidarität?
Dieses Buch habe ich sehr gern gelesen und empfehle es allen, die sich mit diesen Themen auf eine eindrückliche aber auch immer wieder amüsante Weise auseinandersetzen möchten. Die Autorin versteht es mit ihren Figuren glaubwürdig und einfühlsam den Finger genau dahin zu legen, wo es wehtut und auch das Ende hat mich überzeugt.
Schöne Scham von Bianca Nawrath hat mir insgesamt wirklich richtig gut gefallen. Ich war unglaublich schnell damit durch – so schnell wie selten zuvor –, weil ich immer weiterlesen wollte und wissen musste, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist flüssig, leicht und gleichzeitig intensiv, sodass man sofort drin ist und die Seiten fast von selbst umblättert. Besonders stark fand ich die wechselnden Perspektiven zwischen den drei Frauen, die der Geschichte Tiefe geben und sie lebendig machen. Gleichzeitig hat mir die Sicht von Lenny gefehlt, denn gerade aus männlicher Perspektive hätte ich gern erfahren, ob ihm etwas komisch vorkommt oder wie er die Dynamiken wahrnimmt. Das Thema des Buches halte ich für extrem wichtig, und es regt sehr zum Nachdenken an – sowohl für Betroffene als auch für Freund:innen. Die Botschaft, dass man Dinge ansprechen sollte, wenn einem etwas seltsam vorkommt, ist zentral. Man sollte sich nie schämen, Sorgen auszusprechen, und oft ist es gerade der Blick von außen, der Betroffenen hilft zu erkennen, dass sie nicht das Problem sind, auch wenn der Partner ihnen genau das einredet. Was mir hingegen weniger gefallen hat, war das Ende: Es wirkte auf mich zu abrupt und zu kurz, gerade weil der Weg aus einer toxischen Beziehung meist komplex und langwierig ist. Da hätte ich mir deutlich mehr Raum gewünscht. Außerdem fand ich das Buch für knapp 25 Euro ziemlich teuer, vor allem dafür, dass es relativ dünn ist – das hat mich beim Auspacken ehrlich überrascht. Trotz dieser Kritikpunkte bleibt Schöne Scham für mich ein starkes, wichtiges und sehr gut geschriebenes Buch, das man schnell liest, das lange nachwirkt und über Freundschaft, Verantwortung und toxische Beziehungen auf eine sehr eindringliche Weise nachdenken lässt.
Dieses Buch hat mich sehr wütend gemacht, gleichzeitig haben mich die Schicksale der Protagonist*innen irgendwie nicht auf einer tieferen Ebene erreicht. Vielleicht hätten dem Buch 100 Seiten mehr gut getan und mehr Tiefe verliehen?
Nichtsdestotrotz ein gutes Buch mit wichtiger Message über ein Thema, das viele Frauen betrifft.
Lieblingscharaker ist definitiv Ola & zuletzt dann auch Amalia.
Am Anfang zieht es sich ein bisschen aber gegen Ende spitzt es sich zu und eskaliert.
Triggerwarnung Gewalt und toxische Beziehung.
Die Sidestory mit dem Schmetterling sehr cute.
War am Ende sehr berührt und würde es weiterempfehlen. 🌟
das buch hat eine wirklich schöne art, innerhalb einer leichten geschichte und einem entspannten schreibstil dennoch sehr wichtige gesellschaftliche themen zu diskutieren!
die charaktere sind ziemlich nahbar und authentisch - echt ein gelungenes buch das sich an nem entspannten abend genießen lässt ☀️
5 Freunde fahren gemeinsam in den Urlaub, 2 Paare, 1 Singlefrau.
Es tun sich verschiedene Charaktere und Beziehungsdynamiken auf.
Schnell wird deutlich wie patriarchale Strukturen einige der Beziehungen untereinander prägen. Es scheint als wäre Ola, die Single ist, die einzige, die das sieht und eine Problematik erkennt.
Könnte das ein Grund dafür sein, dass sie Single ist?
Insgesamt habe ich nach Lesen des Klappentext tatsächlich etwas mehr von dem Buch erwartet. Ich weiß aber nicht genau was, vielleicht einen größeren Wowfaktor?
Letztlich ist das Hörbuch mit knapp fünfeinhalb Stunden Recht kurz und kann meine Erwartungen vermutlich nicht erfüllen.
Kurzweiliges Hörbuch, was patriarchale Muster aufdeckt und zum nachdenken anregen kann, wenn man sich noch nie mit diesen Themen beschäftigt hat.
Für mich war tatsächlich nichts neues dabei. Dennoch würde ich das Buch empfehlen.
Im Moment greife ich besonders gern zu Büchern, die sich schnell lesen lassen. Geschichten, in die man ohne große Anstrengung eintaucht und die einen für ein paar Stunden woanders hinbringen – weg vom grauen Alltag, hin zu einem anderen Ort.
So ein Buch war »Schöne Scham« von Bianca Nawrath für mich. Im Mittelpunkt stehen die Paare Kata und Lenny sowie Amalia und Christian und die Singlefreundin Ola, die gemeinsam ein Wochenende in einem Sommerhaus an der Ostsee verbringen.
Was als entspannte Auszeit geplant ist, gerät schnell ins Wanken. Vor allem mit Olas Ankunft verändert sich die Dynamik der Gruppe. Sie ist neu dabei, queer, feministisch, direkt, stellt Fragen und bringt damit vieles ins Rutschen, was zuvor stillschweigend akzeptiert wurde. Schon früh liegt eine spürbare Spannung in der Luft. Gespräche kippen, kleine Bemerkungen bekommen Gewicht, Situationen lassen sich nicht mehr weglächeln. Aus dem harmlosen Kurzurlaub wird nach und nach eine dichte, psychologisch erzählte Geschichte, in der toxische Beziehungen sichtbar werden und Dynamiken, in denen Macht ungleich verteilt ist.
Erzählt wird aus den wechselnden Perspektiven der drei Frauen Ola, Amalia und Kata. Dieser Perspektivwechsel gehört für mich zu den stärksten Momenten des Romans. Einerseits erlebt man eine toxische Beziehung von innen mit all den Selbstzweifeln, Rechtfertigungen und der Unsicherheit darüber, was noch normal ist und was längst nicht mehr. Andererseits zeigt sich der Blick der Außenstehenden, die spüren, dass etwas nicht stimmt, aber zögern einzugreifen. Schließlich handelt es sich dabei doch um den Schulfreund, und der könnte so etwas ja niemals machen. Genau dieses Spannungsfeld macht den Roman so eindringlich.
Die Scham ist hierbei ständiger Begleiter. Sie erscheint nicht nur als individuelles Gefühl, sondern als etwas gesellschaftlich Erlerntes, als Mechanismus, der Frauen klein hält, zum Schweigen bringt und Verantwortung verschiebt. Eine Scham, die oft dort liegt, wo sie eigentlich nicht hingehört, und die dennoch wirkt. Der Roman stellt genau diese Scham infrage und zeigt, wie notwendig es ist, sie sichtbar zu machen.
Besonders mochte ich, wie leise dieser Roman ist. Die Spannungen entstehen nicht plötzlich, sondern ganz allmählich. Vieles bleibt angedeutet, zwischen den Zeilen. Genau dadurch wirkt das Geschehen so realistisch. Vielleicht hat mich deshalb auch das Ende ein wenig enttäuscht. Dort verliert der Text für mich etwas von dieser Offenheit. Dinge werden klarer benannt, stärker zugespitzt, als es zuvor der Fall war. Ich hätte mir gewünscht, länger in diesem Ungefähren zu bleiben, in dem nicht alles erklärt wird und man selbst weiterdenken kann, was mit den Figuren passiert. Dass Raum bleibt für eigene Gedanken, für Unsicherheit und für das, was über die letzte Seite hinaus nachhallt.
Trotz meiner Kritik habe ich »Schöne Scham« gern gelesen. Es ist ein kurzweiliger Roman, sprachlich zugänglich und spürbar in unserer Zeit verankert. Ein echtes Snackbuch, das schnell gelesen ist und gerade deshalb viele Menschen erreichen kann. Besonders für Leser:innen, die beginnen möchten, sich mit feministischer Literatur auseinanderzusetzen, bietet das Buch einen niedrigschwelligen, eindringlichen Einstieg. Ein Roman, der hinschaut, Fragen stellt und deutlich macht, wie viel Mut es braucht, nicht länger wegzusehen.
Sehr sehr wichtiges Buch. Zeig wie strukturell dieses Thema ist. Es zeigt wieder , eine mutige Frau reicht aus um etwas zu bewegen. Ein starkes Statement!!
Schönes Buch zum zwischendurch lesen. Die Spannung die am Ende aufkam, hätte ich so gar nicht mehr erwartet. Toll. Ende etwas zu abrupt für meinen Geschmack.
das buch hat mich sehr unterhalten und vieles fühlen lassen 🙂↕️
Erstmal, ich liebe das Cover! Hab das Buch bei einer Bookstgrammerin gesehen und es nur wegen des Covers nachgekauft 🌚
Der Schreibstil ist auch echt gut und flüssig. Ola ist mein Spirit Animal, mag sie so so gerne. Aber auch Kata kann ich „leider“ nachvollziehen. Denn ja, manchmal beobachtet man nur statt etwas wirklich zu sehen.
Am Anfang fand ich das Buch etwas viel. Ola ist direkt auf krawall aus, was mich etwas gestört hat. Und dann passiert irgendwie erstmal lange nichts, bis ein heftiger Knall kommt. Ab da geht das Buch richtig los und hat mich total in einen Bann gezogen. Dann konnte ich es auch kaum aus der Hand legen, war wütend und habe gehofft. Gehofft dass jemand was sagt, gehofft dass Amalia es erkennt. Gehofft dass Christian endlich mal das Maul hält und sein fragiles Männerego hinten anstellt.
das Buch hat mich letzendes super unterhalten, vermutlich wird es mir aber nicht lange im kopf bleiben. dennoch gibts eine Empfehlung von mir 🙂↕️
Dynamisches Beziehungsdrama um Liebe, Schmerz und Scham
Fünf Freunde, die sich mehr oder weniger kennen - darunter zwei Pärchen - auf dem Weg in ein Ferienhaus. Was auf dem Weg noch kleine Kabbeleien sind, wächst sich schnell zu tiefer gehenden Konflikten aus. Es brodelt unter den perfekten Fassaden, bis es eskaliert.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und mochte sehr den analytischen Blick der Autorin, die die Beziehungen zunächst vorsichtig abklopft, bevor sie sie auf eine Belastungsprobe stellt. Die sehr unterschiedlichen Charaktere tragen zu einer sich beschleunigenden Dynamik bei. Anfangs hatte ich mit den Perspektivwechseln der weiblichen Protagonistinnen etwas Probleme. Jedoch gelingt es besser, sie auseinander zu halten, je besser man sie kennenlernt.
Zwei befreundete Paare und eine Singlefreundin machen zusammen Urlaub.
Was eine entspannte und fröhliche Zeit werden sollte, entpuppt sich als emotionaler Eiertanz. Der Mann des einen Paares verhält sich manipulativ und jähzornig seiner Frau und zum Teil auch der Gruppe gegenüber, die Frau versucht die Situation zu überspielen und wegzulächeln.
Entsetzt und zugleich peinlich berührt, machen die Freund*innen mit. Sie versuchen den Aggressor immer wieder bei Laune zu halten und abzulenken.
Doch schließlich eskaliert die Situation während eines gemeinsamen Uno- Spiels.
Ein Buch über toxische Männlichkeit, physische und psychische Gewalt innerhalb der Partnerschaft und die Scham und Lähmung des Umfelds der Betroffenen.
Auch die Charaktere sind mit Empathie und Feingefühl beschrieben. Ein wirklich tolles Buch - ich habe es als Hörbuch gehört, von der Autorin gelesen - sehr empfehlenswert!
this felt so dull.. von den unglaublich cringen metaphern mal abgesehen, hatte ich das gefühl, nicht eine sekunde selbst nachdenken zu dürfen
folgendes zitat hat mir den rest gegeben:
"Er schaut zu seinen Fingern herunter, als wäre er selbst überrascht, was sie da tun, doch der Griff bleibt unverändert fest. Christian ist wie ein Algorithmus ohne Moral. Er fühlt nicht, er berechnet. Jede Entscheidung ist auf Effizienz getrimmt, nicht auf Empathie. Mitleid? Ein Programmierfehler. Seine Faust? Eine
Push-Benachrichtigung aus der Hölle."
- Hörbuchversion & abgebrochen nach 47% -
Eigentlich breche ich sehr selten Hörbücher ab, aber das Buch war einfach nichts für mich 😅 ich fand die ganze Geschichte unsagbar langweilig. Hinzu kamen noch viele Wiederholungen. Das ganze hat so vor sich hingeplätschert und mich hat es leider nicht erreicht und ich bin mit den Charakteren absolut nicht warm geworden, weil ihre Probleme wirklich so banal waren. Außerdem finde ich Miscommunication schlimm wenn es nicht elegant gemacht ist. Das war es hier für mich leider nicht. Schade, ich wollte es wirklich gerne mögen 🥺
Es enthält eine wichtige Thematik und war Stellenweise ganz interessant. Am Anfang empfand ich das Wechseln der Charaktere sehr verwirrend.
Schlußendlich war es für mich einfach nicht das richtige im Bereich der Thematik. Es flatterte so dahin und die Gedanken schweiften eher ab ,als sich mit der Geschichte zu beschäftigen. Was genau fehlte, kann ich nicht genau sagen.
Schöne Scham ist eine absolut realistische und zugleich wunderschöne Geschichte, die mich von der ersten Seite an abgeholt hat. Der moderne, leicht verständliche Schreibstil und die wechselnden Perspektiven machen es unglaublich einfach, der Handlung zu folgen und sich tief in die Figuren hineinzuversetzen.
Gerade durch diese verschiedenen Blickwinkel werden nicht nur die Ereignisse greifbar, sondern auch die Gedanken und inneren Beweggründe hinter jeder Handlung. Selbst das, was von außen betrachtet irrational oder widersprüchlich wirken könnte, erscheint plötzlich logisch, menschlich und nachvollziehbar.
Das Buch erzählt vom feministischen Wandel – leise, intensiv und konsequent, wie die Verwandlung eines Schmetterlings. Es ist ehrlich, verletzlich und dabei nie überladen oder künstlich dramatisch.
Mich hat Schöne Scham zu 100 % überzeugt und ist aktuell meine liebste Geschichte aus 2026. Eine große Empfehlung für alle, die tiefgehende, moderne Literatur mit emotionaler Klarheit lieben.
Der Roman braucht etwas Anlauf, aber genau dieses langsame Erzählen zahlt sich aus. Nach und nach wird klar, worum es eigentlich geht und ab da entfaltet die Geschichte ihre Wirkung. Besonders überzeugt haben mich die wechselnden Perspektiven der drei Frauen. Jede hat eine eigene Stimme und keine wirkt weniger interessant. Die unterschiedlichen Blicke auf Scham und toxische Beziehungsdynamiken sind klar, eindringlich und stellenweise erschreckend nah. Ein lesenswertes Buch, das nachwirkt.
Aufgrund des Themas habe ich mich sehr auf das Buch gefreut, leider hat es mir aber nicht gefallen.
Alle Charaktere der Geschichte haben einen sehr offensichtlichen Zweck für den Plot, vor allem Ola, die als ausstehende Instanz ‚den Durchblick‘ hat. Dazu kommt, dass die Figuren sehr platt sind und kaum Tiefgang haben, vor allem Christian selbst ist SEHR überzeichnet. Das Ende war einerseits viel zu schnell und vorhersehbar, andererseits auch noch völlig drüber und hätte nicht not getan.
Die gesellschaftskritischen Themen, vor allem die feministischen, wurden einfach in der Geschichte platziert, um da zu sein, wurden aber nicht mit der Geschichte verwoben.
Auch der Schreibstil ist nichts besonderes, bei dem darüber hinaus nichts Zwischen den Zeilen stehen bleibt, sondern alles vorgekaut wird. Das Thema, welches hier bearbeitet wird, ist sehr wichtig und sollte öfter Teil von Literatur sein.
Die Geschichte plätschert zu Beginn dahin und ich habe mich schwer reingefunden in all die jungen Protagonisten. Dann merkt man, in welche Richtung es sich entwickelt, denn eine Person hat ein toxisches Verhalten, dass in Minischritten dokumentiert wird.
Gut erzählt!
Ein wunderbarer Roman der ab Minute eins für mich packend war. Die Stimmung, die Schwingungen, die feinen Nuancen zwischen den fünf Protagonisten sind sofort bei mir angeklungen und ich konnte das Hörbuch kaum stoppen!
Ein großartiger Roman zu Selbstbestimmung, Befreiung aus einer toxisch-gewalttätigen Beziehung, Feminismus und Emanzipation.
Echt super geschrieben und gesprochen!
Ich mochte die verschiedenen Perspektiven. Ich kann verstehen, warum sich die Autorin entschieden hat nur die Sichtweisen der Frauen zu schildern, nichts desto trotz hätte ich auch gern mal in die Köpfe der Männer geblickt.
In *Schöne Scham schafft Bianca Nawrath einen sehr besonderen Roman, denn was als Kurztrip unter Freunden beginnt, entwickelt sich zu etwas ganz anderem und stellt alles auf den Kopf, was sowohl die Figuren, aber auch als man selbst erwartet hat. Wir begleiten also Ola, Amalia, Christian, Kata und Lenny auf ihre gemeinsame Reise und dabei kommen so einige Dinge ans Licht, die die Freundschaft zwischen ihnen mehr als die Probe stellt. Denn verhandelt wird in diesem Roman das Thema einer toxischen Beziehung, wie auch die Ohnmacht von Betroffenen und Mitwissenden. Im weiteren Verlauf meiner Rezension wird es einige Spoiler geben, falls ihr das Buch also ohne Vorwissen zu den Geschehnissen lesen wollt, solltet ihr hier stoppen. Denn während man anfangs noch das Gefühl hat, dass alles in Ordnung ist, lässt Ola einen immer wieder daran zweifeln, denn ihre klugen Fragen und Ansichten, sorgen dafür, dass Christian eine Seite von sich zeigt, die man vielleicht lieber nicht kennengelernt hätte, die aber auch offenbart, dass es zwischen ihm und Amalia nicht alles so rosig ist, wie sie es alle glauben lassen wollen. Im Gegenteil, es zeigen sich zunehmend Abgründe, die bei Ola alle Alarmglocken klingen lassen! Diese Situation hatte für mich etwas sehr Bezeichnendes, denn Ola hat Christian und Amalia gerade erst kennengelernt, durchschaut aber sofort, was hier eigentlich läuft. Und Lenny und Kata, die jahrelang mit den beiden befreundet sind, sehen es nicht, wollen es vielleicht nicht sehen und versperren sich wenn auch unbewusst vor der Realität. Genau dieses Konstrukt fand ich sehr spannend, denn es wirft die Frage in den Raum, wie genau schauen wir bei den Menschen, die uns am nächsten stehen eigentlich wirklich hin? Was übersehen wir vielleicht, weil wir doch denken, den Menschen zu kennen und ist es wirklich unumgänglich, dass eine Situation eskaliert, bis man die Augen nicht länger verschließt? Für mich waren diese Fragen beim Lesen sehr spannende, auf die man auch so leicht keine Antwort finden kann. Und dann ist da natürlich noch Amalia, die sich in einer Situation widerfindet, von der vermutlich jede*r von sich selbst behauptet, dass man dort niemals landet, bis es vielleicht doch tut und es nicht einmal gemerkt hat. Ich fand die Rückblicke von Amalia daher besonders aufschlussreich, da sie mehr als deutlich gemacht haben, dass sehr viel mehr dazugehört und man nicht von Beginn an in einer toxischen Beziehung ist und sich damit irgendwie abfindet, sondern dass sich auch diese über die Zeit entwickelt, es trotz allem immer wieder schöne Momente und vor allem Erinnerungen gibt, an die man sich klammert und schließlich ist da auch die Scham... Die alles überschattet, die einem suggeriert, man ist selbst Schuld, dass man das Verhalten des Partners nicht früher richtig gedeutet hat, es vielleicht auch verdient hat und die einen davon abhält sich anderen anzuvertrauen, aus Angst, dass andere genau das gleiche denken! Ich finde all diese Emotionen hat Bianca Nawrath in ihrem Roman *Schöne Scham ganz großartig eingebunden und ich war beim Lesen selten so von meinen eigenen Gefühlen überrascht, die sich irgendwie nämlich auch nicht richtig entscheiden konnten, was sehr für das Buch spricht! Ihr merkt es also schon, ich bin wirklich begeistert von diesem Roman und habe das Gefühl, dass ich hier wirklich etwas mitnehmen konnte!
Fazit
Dieses Buch hat mich in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken gebracht und ich brauchte tatsächlich auch einige Tage, um meine Gedanken zu dieser Geschichte, die sich so viel weniger nach einer Geschichte als nach etwas, dass ganz genauso einem selbst widerfahren könnte. Und dabei schafft es Bianca Nawrath einen Ton zu treffen, der einem vor Augen führt, wie leicht man doch selbst zu täuschen ist und wie schwer es ist für sich, aber auch für andere einzustehen, auch wenn man etwas ganz anderes von sich selbst denkt.
Kategorie: Leseempfehlung
Schöne Scham ist eine Art Kammerspiel mit fünf Protagonisten, die gemeinsam Urlaub im Ferienhaus der Familie einer der Frauen machen. Auf der Hinfahrt wirkt noch alles entspannt, aber bereits kurz nach Ankunft im Haus, entstehen die ersten Spannungen und es wird mit jeder Seite deutlicher, dass die gemeinsame Zeit alles andere als harmonisch enden wird.
Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte rein zufinden und Interesse an den Figuren zu entwickeln. Nach einer Weile hat es mich dann aber doch reingezogen. Die Dynamiken der Beziehungen zwischen den Protagonisten werden mit Fortschreiten der Story immer deutlicher in ihrer Komplexität und ihren Herausforderungen.
Insbesondere die Frage, ob und ab wann es angebracht ist, sich in die Paarbeziehungen anderer einzumischen, wird verhandelt. Gleichzeitig wird empathisch gezeigt, wie schwierig es sein kann, ungesunde Beziehungsmuster zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Durchaus lesenswert.
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Die Themen aus dem Buch sind So wichtig sie laut auszusprechen :
Die toxische Beziehung, die Scham, die einen oft als Frau eingeredet wird, andere Menschen die aus Scham auch nichts unternehmen... Usw.
Einfach brillant geschrieben , es wird immer jeweils aus der Sichtweise einer d3r 3 weiblichen Hauptfiguren erzählt und macht im Nachgang ein schamhaftes Gefühl, weil man schon mindestens eine der Denkweisen in der Vergangenheit war.
So geht es mir zumindest. Als ich jung war hatte ich selbst so einen Christian und hätte mir im Nachhinein eine Ola gewünscht, und nicht eine Kata und einen Lenny, die sich auch nicht einmischen wollen
Toller Roman!!!
2 Paare, eine Singlefreundin und ein Wochenende, das seicht beginnt, aber schnell an Fahrt aufnimmt.
Für mich fast schon eine Art Kammerspiel, in dem nach und nach die Masken fallen und wichtige Themen wie toxische Beziehungen, Macht und vor allem eben auch Scham freigelegt werden.
Die Geschichte entwickelt sich langsam, steigert sich aber zum Ende hin deutlich. Definitiv lesens- bzw. hörenswert!
Ich hatte was anderes erwartet, wurde aber mit dem worum es letztlich ging keineswegs enttäuscht. Ich mochte die kurzen Abschnitte und dass das Buch aus der Sichtweise der drei Frauen geschrieben wurde.
Es folgen Spoiler:
Puh, das Buch hat mich sehr überrascht. Mit der Thematik hatte ich nicht gerechnet, aber es hat mir sehr gefallen.
Ich wünsche mir mehr Olas auf dieser Welt. Und ich wünsche mir das die Lennys und Katas dieser Welt aufhören wegzuschauen und den Olas Glauben. Und vor allem das die Amalias dieser Welt unterstützt werden, denn ihnen gehört unser Rückhalt.
Und an die Christians dieser Welt: Schämt euch!!!
Die Scham muss die Seite wechseln! Im Buch wird dieses Zitat ebenfalls erwähnt.
Es ist mehr als nicht in Ordnung Gewalt anzuwenden, Gewalt in jeglicher Hinsicht.
Und auch hier geht es um eine strukturelle Gewalt. Diese Gewalt ist kein Einzelfall, und vor allem: SIE DARF NICHT PRIVAT BLEIBEN!
Das ewige "man darf sich nicht in die Beziehung anderer einmischen" ist ein Problem. Man muss, man sollte sich einmischen wenn man sowas mitbekommt. Diese Scham müssen wir ablegen. Diese Scham dazu keine Stellung zu beziehen!
Und noch eine Ergänzung: Christian wird hier zunächst als netten Mann dargestellt, hat einen 'angesehenen' Beruf, war in der Schule beliebt, macht seiner Partnerin Geschenke und sagt sie sei die beste.
Dennoch ist er Gewalttätig.
Es sind auch die netten Männer. Man kann ihnen nicht ansehen was sie zuhause machen, was in geschlossenen Zimmern passiert.
Frauen verdienen es das man ihnen glaubt, auch wenn der Mann doch so nett zu sein scheint.
Denn der Schein trügt. Vielleicht auch weil sie sich nicht schämen, weil es so einfach ist mit allem durch zu kommen. Weil es so einfach ist wenn man doch nach außen hin nett ist und sich zu benehmen weis.
Toxisch, nahbar, bildstark: Coming-of-Age mit Schmetterlingseffekt
📚 Rezension: Schöne Scham von Bianca Nawrath
⭐️⭐️⭐️½ (3,5/5)
Ein Roman, der ein sensibles Thema aufgreift: Gewalt in toxischen Beziehungen. Die Geschichte zeigt eindringlich, wie subtil emotionale und körperliche Grenzverletzungen beginnen und wie schwer sie zu durchschauen sind. Dabei bleibt die Sprache zugänglich, der Erzählfluss hoch, viele Szenen wirken nahbar und authentisch.
Ein besonderes stilistisches Element ist das durchgängig eingesetzte Schmetterlingsmotiv, das als metaphorische Verklammerung dient: Zerbrechlichkeit, Transformation und Gefangensein verdichten sich darin zu einem eindrucksvollen Bild für die seelische Lage der Protagonistin.
Der Titel „Schöne Scham“ ist dabei durchaus treffend gewählt. Weniger überzeugend ist die sexuell aufgeladene Rahmung: Die angedeutete Selbstfindung bleibt oberflächlich und erscheint eher als ein verkaufswirksames Versprechen denn als tragender Handlungsstrang. Auch der kulturelle Hintergrund mancher Figuren (polnisch-deutscher Kontext) bleibt eher eine Randnotiz.
Ein lesenswerter, mutiger Roman, dem man kleine Schwächen verzeiht – und der jungen Lesende wichtige Gesprächsanlässe bietet. Für Schulbibliotheken und ggf. auch als Schullektüre empfehlenswert.
„Schöne Scham“ ist ein still brennender Roman, der sich wie ein Sommerurlaub liest, unter dessen Oberfläche das Meer unruhig tobt. Zwei Paare und eine starke, unabhängige Frau fahren gemeinsam ans Meer – eine Konstellation, die zunächst leicht und unbeschwert wirkt, wie Schmetterlinge, die über einer sonnigen Küste tanzen. Doch schon bald zeigt sich: Dieser Urlaub ist kein Ort der Erholung, sondern ein Kokon, in dem sich Verdrängtes sammelt, zuspitzt und schließlich aufbricht.
Was zunächst harmlos scheint, entwickelt schnell Risse. Ungesagte Erwartungen, alte Verletzungen und unausgesprochene Sehnsüchte kommen ans Licht. Die Autorin lässt die Perspektiven aller fünf Figuren lückenlos ineinanderfließen und erzeugt so ein dichtes, vielschichtiges Bild dieses Kurzurlaubs. Jede Figur trägt ihre eigene Last, jede kämpft mit persönlichen Konflikten – und über allem liegt ein zentrales Thema wie feiner Sand auf der Haut: Scham. Scham über den eigenen Körper, über Wünsche, über Entscheidungen, über verpasste Chancen. Immer wieder stellt der Roman unausweichliche Fragen: Wofür schämen wir uns eigentlich? Wer oder was hat uns diese Scham beigebracht? Und wie bestimmen diese Gefühle unser Handeln?
Besonders eindrucksvoll ist dabei der innere Fokus auf die drei Frauenfiguren. Ihre Perspektiven verleihen der Geschichte emotionale Tiefe und machen die innere Bewegung sichtbar, die sich im Laufe der Tage vollzieht. Wie Raupen, die sich zurückziehen, verkriechen sie sich zunächst in ihren inneren Kokon aus Anpassung, Schuld und Selbstzweifeln. Doch mit jeder Konfrontation, jedem unausweichlichen Gespräch beginnt sich etwas zu verändern. Schicht für Schicht fällt ab, was sie klein gehalten hat. Die Verwandlung geschieht leise, aber unaufhaltsam – bis am Ende nicht mehr dieselben Frauen ans Meer zurückblicken, die dort angekommen sind.
„Schöne Scham“ lebt nicht nur von der Dynamik der Gruppe, sondern vor allem von seiner schonungslosen Ehrlichkeit. Der Roman urteilt nicht, sondern beobachtet, tastet sich vor, hält aus. Gerade darin liegt seine Stärke. Am Ende steht kein lauter Befreiungsschlag, sondern ein zarter Aufbruch: der Moment, in dem sich die Flügel entfalten. Ein Aufbruch in ein selbstbestimmteres Leben, noch wackelig, noch verletzlich – aber frei genug, um sich vom Boden zu lösen.
Tolles Buch, interessante Thematik und ich war schnell durch. Regt zum Nachdenken an. 🤔💭
Schöne Scham ist ein Buch, das mich beschäftigt hat und das sicher noch eine Weile nachhallen wird. Ohne vorher zu wissen, worum es gehen würde, war der Einstieg für mich zunächst etwas herausfordernd, besonders die vielen Perspektiven. Doch schon bald ließen sich die Figuren besser auseinanderhalten, und gerade ihre Vielschichtigkeit macht den Reiz des Buches aus.
Die dargestellten Beziehungen sind interessant und regen zum Nachdenken an. Ich möchte mich definitiv noch einmal intensiver mit dem Inhalt und meinen eigenen Erkenntnissen daraus auseinandersetzen. Eine klare Empfehlung für alle, die sich mit toxischen Beziehungsstrukturen und ihrem Einfluss auf das eigene Leben beschäftigen möchten.
„Schöne Scham“ spielt an der Ostsee und bringt in einem einzigen Wochenende komplexe Beziehungen, Schuld und Scham ans Licht. Spannende Reflexion über Macht und Selbstverantwortung.