Biologie trifft Roman am anderen Ende der Welt
„Kurilensee“ ist ein besonderer Roman, dessen Setting sich auf der Halbinsel Kamtschatka befindet und seine Thematik sich fernab unseres privilegierten Alltags bedient, aber uns nicht minder zu tangieren hat. Die Forschungsstation besteht aus einer Handvoll essenziellen Gebäuden. Ein fadenscheiniger Zaun soll die Bären abhalten. Das Team besteht aus einer Gruppe bunt zusammengewürfelten Forscher und ausländischen Studenten und die Logistik erlaubt an diesem Rand der Welt keine Fehler, denn der Proviant muss bis zur nächsten Hubschrauberlieferung ausreichen; die nahegelegene Einkaufsmöglichkeit liegt ca 100 Kilometer entfernt. Anna ist unsere Protagonistin, der wir in dieser Abgeschiedenheit über die Schulter blicken dürfen. Wir sammeln Wasserproben und bestimmen das Algenwachstum, welches widerum in Wechselwirkung zum Lachsbestand steht. Die große Frage, den See künstlich zu düngen, in das Ökosystem einzugreifen, würde aber auch die Lachspopulation dezimieren. Die Autorin Sophia Klink verbindet in ihrem Debüt auf eine ganz eigene und ruhige Weise, Biologie und Literatur und wirft die schmerzliche Frage auf, inwieweit der Mensch noch in menschengemachte Missstände eingreifen soll, um die desolate Natur, respektive das Ökosystem des Sees, zu retten. Ist es überhaupt noch möglich, diese letzte bedrohte Wildniss zu schützen?



