Ein lesenswert anderes Buch über den Vorwurf eines psychischen Missbrauchs an einer Universität. Ein tiefer Einblick in die Gedanken derjenigen, die der Vorwurf trifft. Dennoch stellt sich das Buch nicht auf eine Seite. Die gesamte Rezension findest Du auf Instagram seelich_buchliebe Folge mir dort gerne. Ich freue mich auf Dich!

Miriam Behrmann, renommierte Professorin an der Universität Wien, kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Sie pflegt ein gutes Verhältnis zu ihren Kolleg*innen, führt eine glückliche Ehe mit Tom und geht in ihrer Mutterrolle auf. Doch als ihre Doktorandin Selina Aksoy ihr eines Tages psychischen Missbrauch vorwirft, gerät Miriam unter massiven Druck. Obwohl sie diesen schwerwiegenden Vorwurf für absurd hält, wird die Situation immer ernster und die Universität sieht sich gezwungen zu handeln. In ihrem Roman "Der Fall Miriam Behrmann" setzt sich Lydia Lewitsch mit den komplexen Themen Arbeit, Leistung, Generationenkonflikt und Migration auseinander. In rasanten Gedankenfolgen und einer eindringlichen Sprache entfaltet sich eine Geschichte, die sowohl die Hochschulpolitik als auch Miriams persönliche Lebensgeschichte umspannt. Dabei gelingt es Lewitsch auf beeindruckende Weise, die feinen Nuancen der Charaktere und ihre unterschiedlichen Blickwinkel und Lebensanschauungen zu erforschen, ohne eindeutige Schuld oder Unschuld zuzuweisen. Stattdessen führt sie den Leser*innen subtil vor Augen, wie individuelle Biografien und Arbeitsauffassungen aufeinanderprallen können. Ein klug geschriebener, vielschichtiger und vor allem hochaktueller Roman, der die Spannungen und Herausforderungen unserer Zeit reflektiert und die Leserinnen und Leser zum Nachdenken über Selbstverständnisse und Moral anregt.
Intelligentes und packendes Drama, mit tiefen Einblicken in die Gedankenwelt der Protagonistin. Brisantes Thema und sprachlich gelungen geschrieben.


