Toller Sprachstil, konfuser zeitlicher Erzählstrang zu Beginn - Überzeugt in ganzer Linie im letzten Drittel.
Wie die Kritiken sagen, besticht der Roman mit seinem ruhigen, beobachtenden und schönen Sprachstil. Allerdings fiel es mir persönlich schwer im ersten Drittel die Orientierung zu behalten.
Das Buch erzählt die Geschichte rückwärts, wir lernen einen erwachsenen Lev kennen, der endlich seine Kindheitsfreundin/erste Liebe Kato besucht, nachdem sie weggegangen ist. Pro Kapitel geht es weiter zurück in seine Geschichte. Was mich unzufrieden stellt bei dieser Art von Erzählstil ist, dass man zweimal am Anfang landet und die Geschichte nicht außerzählt wirkt...
Am Ende habe ich Lev verstanden, doch zu Kato mehr und mehr Distanz in jedem Kapitel gewonnen. Schwierig war auch, das bis zur ersten Hälfte die Kapitel sowohl im "Jetzt" spielen, aber auch Rückblenden enthielten.
Erst im letzten Drittel wurde konsequent immer tiefer aus Levs Vergangenheit erzählt - literarisch und sprachlich sehr schön gestaltet, weil man auch viel kulturelle Einblicke erfährt.
Daher 3,5 Sterne! Auf jeden Fall einen Versuch wert :)
Ein poetischer Roman über die Zeit des Umbruchs. Die Erzählweise hat mich leider nicht wirklich überzeugt und ich musste mich eher etwas durchkämpfen, obwohl die Geschichte interessant ist und auch die Gefühle sehr mitfühlend beschrieben sind.
Einblicke in die Jahre des Umbruchs, der Transformation in Rumänien
Meine letzten Urlaube haben mich zwei Mal in das wunderbare Rumänien geführt. Somit waren mir die Orte, an den die Handlung spielte ein stückweit vertraut und ich sah die Städte der K. und K. Zeit, aber auch die hügelige Landschaft der Maramureș förmlich vor mir. Und so habe ich die Freunde Kato und Lev von Beginn an sehr gerne durch das sozialistische Rumänien und die Zeiten des Umbruchs begleitet. Kato und Lev kennen sich aus der Schule. Nach einem traumatischen Erlebnis ist Lev ans Bett gefesselt und Kato geht mit ihm den Schulstoff durch, liest ihm vor und schenkt ihm den Kater Khalil - ein treuer Wegbegleiter für die nächsten Jahrzehnte. Kato und Lev nähern sich an, verbringen ihre Jugend im Sozialismus, werden Erwachsen und erleben die neuen Möglichkeiten nach dem Ende der Ceaușescu-Ära sehr unterschiedlich.
Das besondere an dem Buch ist, dass Iris Wolff die Geschichte rückwärts erzählt und so wissen wir immer schon, was passiert, aber nie, wie es dazu kam. Das hat mich begeistert, aber auch mit vielen Fragen zurück gelassen. Vieles bleibt ungesagt und zwischen den Zeilen. Gerne hätte ich das Leben der anderen Personen auch weiter verfolgt. Nun habe ich viel Raum für Phantasie und Interpretation.
Ein Buch und ein Land, dass ich allen ans Herz legen möchte.
Wieder so ein Buchpreis Kandidat, der mir schwer gefallen ist. Es war nicht die Geschichte an sich, sondern die Art der Erzählung. Die Zeitsprünge und das rückwärts gerichtete erzählen haben meinen Leserfluss sehr gestört. Auch war die Freundschaft zwischen Kato und Lev durch die vielen Erzählstränge oft in den Hintergrund getreten. Viele Charaktere und ihre Beziehungen zueinander haben für mich das Ganze unübersichtlich gemacht.
Sehr vielschichtig, in sich stimmig und sprachlich ein absolutes Meisterwerk
Die wohl größte Hürde dieses Buches ist, dass es rückwärts geschrieben ist. Wir starten mit Kapitel neun und enden mit Kapitel eins. Sobald ich mich mit dieser Eigenart bzw. künstlerischen Freiheit arrangiert hatte - was schneller passiert, als zu Beginn vermutet -, ist das Buch ein wahrer Schatz.
Die Autorin schafft es, trotz des rückwärtigen Aufbaus nichts vorwegzunehmen, sondern spielt vielmehr damit, Neugierde zu wecken, was denn „vorher“ passiert ist und in „früheren“ Kapiteln das Wissen aus „späteren“ Kapiteln zu nutzen, um sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Es ist gut, dass das Buch „nur“ 256 Seiten umfasst, denn auch wenn der Aufbau sehr gut funktioniert, empfehle ich nicht, das Buch nur „mal eben nebenbei“ zu lesen. Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leseerlebnis deutlich schmälern.
Sprachlich empfand ich das Buch als eine Wucht. Die Klugheit im Alltag ohne Altklugheit - ich könnte mir fast jeden Satz markieren. Die erzählte Geschichte selbst wirkte überraschenderweise nicht zerstückelt. Sie steht nie wirklich im Mittelpunkt, aber ist auch zu keinem Zeitpunkt wirklich zweitrangig - dieser Effekt wurde ebenfalls durch den Rückwärtsaufbau verursacht.
Auch wenn „Lichtungen“ kein Lieblingsbuch von mir wird, kann ich es bedenkenlos jedem empfehlen, der Spaß am Unkonventionellen hat, Spielereien mit Sprache liebt und seine Gedanken treiben lassen kann ohne das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. Ein wirklich souveräner Need-to-Read.
Ich hatte Schwierigkeiten reinzukommen, da der Stil doch etwas ungewöhnlich ist. Aber sobald ich einmal drin war, hatte mich die Handlung völlig vereinnahmt. Ein spannendes, informatives und berührendes Buch, das sprachlich sehr überzeugt. Die Autorin hat einen ganz eigenen und behutsamen und doch sehr eindringlichen Weg mit Worten. Ich war in eine völlig andere Welt hineinversetzt wurden. Gefiel mir außerordentlich gut.
Sprachlich sehr schön geschrieben, aber ich bin nicht in die Geschichte hineingekommen. Die Story wird rückwärts erzählt. Dadurch blieb mir zu viel offen. Oder ich habe nicht genug zwischen den Zeilen gelesen.
Iris Wolff hat mit "Lichtungen" einen wundervollen Roman über Freundschaft und Zugehörigkeit geschrieben.
Das Ende der Geschichte aufgrund der umgekehrten Erzählweise von Beginn an zu kennen, hat mich seltsam beruhigt und der Spannung keinen Abbruch getan.
"In dieser Dunkelheit ließ sich die Distanz besser überwinden zwischen Zugehörigkeit und Fremdsein, Erinnern und Vergessen." (S. 23)
"In allem gab es diese Dunkelstellen, wo die Erfahrung aufhörte und die Erinnerung anfing. Etwas blieb, und etwas ging verloren, manches schon im Augenblick des Geschehens und wie sehr man sich auch bemühte, es tauchte nie wieder auf. Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen. Man begegnete ihnen nur zufällig und wusste nie, was man darin fand. Die eindrücklichsten Momente, das, was sich nicht verlor, gehörte einem nie alleine. Die Angst gehörte einem alleine. Das Vergessen. Alles sonst, dachte Lev, bleibt nur durch andere gegenwärtig." (S. 76)
"Zugehörigkeit, sagte Ferry, ist vielleicht nichts anderes als eine Entscheidung." (S. 233)
"Er sei, sagte Ferry, in seinem Leben einiges gewesen. Er sei als Österreicher in dieses Jahrhundert gestartet und, obwohl er sich geographisch nicht vom Fleck bewegt hatte, Rumäne geworden, dann Ungar und habe schließlich, auch wenn sein Pass ihn jetzt wieder als Rumänen auswies, entschieden, er bleibe Österreicher.
Lev, in dessen Pass die Staatsangehörigkeit noch nie gewechselt hatte, kam das ungeheuerlich vor.
Bis neunzehnhundertneunzehn gehörte Siebenbürgen, ebenso wie die Maramuresch, zu Österreich-Ungarn, erklärte Ferry, dann zum Königreich Rumänien, zwanzig Jahre später wieder Ungarn, vier Jahre später wieder Rumänien. Das alles sei, wie Lev sich vorstellen könne, enervierend gewesen. Jetzt entscheide er selbst. Warum sollte die eigene Entscheidung schlechter sein als jene, die irgendwelche Leute in irgendwelchen Hauptstädten trafen?" (S. 238)
Der Schreibstil ist super, man fliegt gefühlt durch die Seiten.
Allerdings konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen. Es war kaum tiefgründig und auch Gefühle waren nicht wirklich beschrieben worden, obwohl es wirklich viel Potenzial gehabt hätte.
Man kam nicht wirklich in die Geschichte rein und ich konnte leider auch gar keinen Mehrwert ziehen. Es war alles irgendwie voll verwirrend. Echt schade.
Mein zweites Buch von Iris Wolff und ich muss sagen, “Lichtungen” hat mich noch mehr überzeugt als “Die Unschärfe der Welt”.
Iris Wolf hat so einen wunderbaren, behutsamen Schreibstil, dass es nicht schwer fällt sich auf die Geschichte einzulassen.
Auch ich hatte, wie scheinbar die meisten Lesenden, zu Beginn meine Probleme rein zu finden. Macht es wirklich Sinn eine Geschichte beim letzten Kapitel zu beginnen? Ja, tatsächlich habe ich nach den ersten 3 Kapiteln verstanden-hier muss es genau andersrum laufen um zu verstehen was Lev ausmacht, warum Kato und ihm eine so innige Freundschaft verbindet und was Familie und Heimat bedeuten kann.
Tolles Buch und klare Empfehlung meinerseits.
Eine nette Geschichte über eine Freundschaft, die wir rückwärts kennenlernen. Ich musste mich wirklich auf diesen sehr poetischen Schreibstil einlassen und es war nicht immer leicht dran zu bleiben. Aber es war ein wirklich schöner, aber auch teilweise düsterer Ausflug nach Rumänien und die Schweiz.
Die Art, wie Iris Wolff schreibt, ist einfach wunderschön.. ruhig und poetisch.
Die Geschichte von Lev und Kato, die rückwärts erzählt wird, entfaltet sich nur sehr langsam und ist zwischendurch leider etwas langatmig und auch verwirrend. Sehr schade, hatte mich sehr auf das Buch gefreut.
"Ein Zuschlagen der Tür musste jeweils anders klingen, dachte Lev, es musste einen Unterschied geben zwischen einer Tür, die zufällt, um nach kurzer Zeit wieder geöffnet zu werden, und einer Tür, die sich für unbestimmte Dauer schließt."
„Jeder Augenblick, dachte Lev, enthielt alles Gewesene, und war doch immer wieder ein Neubeginn."
"Lev konnte nicht schlafen, verschränkte die Hände hinterm Kopf, starrte zur Decke, hörte dem Atem des Hauses zu. Er wusste nicht, ob er schlief, ob er träumte, ob er wach war, ob er überhaupt war."
Das Buch beginnt. Einfach so. Man begleitet Kato und Lev an verschiedenen Stellen in ihren Leben, wo sich ihre Wege kreuzen, wo sie sich verlieren. Das Buch endet. Einfach so. Als hätte es keinen konkreten Beginn und kein abschließendes Ende. Und alles dazwischen ist wunderbar, ruhig und sanft.
S. 76 "Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen. Man begegnete ihnen nur zufällig und wusste nie, was man darin fand."
Als ich das Buch aufschlug und die ersten Seiten las, konnte ich damit nichts anfangen. Erst beim 2. Anlauf konnte ich einen Zugang zu diesem Buch finden und mich darauf einlassen. Poetische Sprache, trotzdem vieles ungesagt. Das Ende ist der Anfang und der Anfang zeigt bereits das offene Ende der Geschichte. Die Geschichte ist wie eine Tarte Tatin: man startet quasi im Hier und Jetzt und bewegt sich dann immer weiter in die Vergangenheit. Mein Hyperfokus zwang mich mich mit den Hintergründe der Geschichte zu beschäftigen: Siebenbürgen, Donauschwaben, die Geschichte Rumäniens sowie die Geschichte der Region Banat. Erstaunlich, dass ich das letzte Zitat in der Schäßburger Mundart als Luxemburgerin ohne Schwierigkeiten verstehen konnte 😳😊
Am Ende möchte man das Buch noch einmal von vorne lesen um mehr zu verstehen.
Ein berührender Roman über Freundschaft, Familie, Loslassen, der Suche nach sich selbst, eingebettet in die Geschichte der Region Siebenbürgen.
Die Protagonisten Kato und Lev habe ich direkt ins Herz geschlossen und bin mit großer Freude diesem ungewöhnlichen Erzählstil gefolgt. Wolff erzählt rückwärts, so dass wir immer tiefer zu den Wurzeln gelangen. Wie die Jahresringe bei einem Baum, von außen nach innen.
Ich habe direkt ungeheure Lust diesen Roman erneut zu lesen.
Für mich ist die Autorin eine große Künstlerin!
Eine Sprache die fesselt. Die Geschichte an sich ist mir noch etwas unbegreiflich, es sind kleine Erzählungen von Ereignissen im Leben von Lev, die Rückwärts (von Gegenwart zu Vergangenheit)und Kapitelweise verfasst sind.
"Lichtungen" erzählt von einer stillen, aber tiefen Verbindung zwischen zwei Menschen, die sich über Jahrzehnte, politische Umbrüche und große Distanzen hinweg hält – oder auch verliert. Die Autorin Iris Wolff, geboren 1977, ist eine vielfach ausgezeichnete deutsche Schriftstellerin. Sie studierte Literatur, Malerei und Religionswissenschaft, arbeitete im Deutschen Literaturarchiv und veröffentlichte seit 2012 mehrere Romane. Mit Lichtungen stand sie 2024 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.
Worum geht’s genau?
Lev und Kato begegnen sich in ihrer Kindheit im kommunistischen Rumänien. Als Lev krank im Bett liegt, wird Kato – scharfsinnig, aber von anderen gemieden – zu ihm geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen den beiden entsteht eine stille Freundschaft, die Lev Halt gibt – auch über die Jahre hinweg. Kato verlässt das Land, Lev bleibt – und lebt weiter in Erinnerungen und alten Pfaden. Er erhält Postkarten aus ganz Europa von Kato. Als schließlich eine aus Zürich kommt mit nur einem Satz: „Wann kommst du?“, beginnt für Lev eine innere Reise in die Vergangenheit.
Der Roman erzählt die Geschichte rückwärts: von der Gegenwart bis zurück in die Kindheit – in kunstvollen, für meinen Geschmack zu langen Kapiteln, die sich Stück für Stück einem Lebensmosaik nähern.
Meine Meinung
Nachdem dieses Buch zum Zeitpunkt seines Erscheinens im Januar 2024 in meiner Buchbubble regelrecht gefeiert wurde, habe ich es mir damals als Rezensionsexemplar besorgt. Und doch blieb es lange auf meinem SuB liegen – ich hatte - basierend auf dem Klappentext -einfach nie den Impuls, wirklich hineinzulesen. Leider hat sich dieses Zögern auch beim Lesen bestätigt: Das Buch hat mich nicht berührt, nicht mitgerissen – und das, obwohl es thematisch und sprachlich vielversprechend klang.
Die Beziehung zwischen Lev und Kato ist fein gezeichnet, ihre Verbindung von zarter Tiefe. Doch insgesamt konnte mich der Roman emotional nicht für sich gewinnen. Im Gegenteil: Ich empfand ihn als langatmig, die Handlung wirkte ziellos. Es gibt nur sehr wenige Dialoge, was die Distanz zu den Figuren noch verstärkt hat.
Spannend und neuartig fand ich jedoch die gewählte Erzählweise: von der Gegenwart ausgehend rückwärts erzählt, wobei jedes Kapitel zeitlich weiter zurückgeht, aber in sich linear verläuft. Doch genau dieser Aufbau hat bei mir auch dazu geführt, dass ich oft den Überblick verlor. Die Kapitel sind lang, die Perspektiven wechseln, und jedes Mal, wenn ich mich gerade in eine Episode eingelesen hatte, wurde ich erneut in eine frühere Zeit geworfen. Das hat meinen Lesefluss empfindlich gestört – ich kam nie wirklich in den Text hinein. Ich denke, man müsste das Buch sehr konzentriert und langsam lesen, um alle Verbindungen zu verstehen – doch dafür hat mir persönlich die Motivation gefehlt.
Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt – aber für mich blieb der Roman seltsam ziellos. Auch die literarischen Mittel – etwa die rückwärts laufende Struktur – konnten das nicht auffangen. Im Gegenteil: Für mich fühlte sich das eher nach einer formalen Spielerei an, die dem Text mehr Tiefe verleihen soll, die aber in meinem Fall keine emotionale Resonanz erzeugt hat. Es tut mir leid, das zu sagen – aber von mir gibt es keine Leseempfehlung. Vielleicht probiere ich noch einen anderen Roman von Iris Wolff, denn ihr Stil hat zweifellos Qualität. "Lichtungen" jedoch konnte mich nicht überzeugen.
Fazit
Ein sprachlich ambitioniertes Buch, das mich emotional nicht berührt hat. Die Figuren blieben blass, die Handlung ziellos, der Aufbau verwirrte. Trotz der hochgelobten literarischer Qualität hat "Lichtungen" bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Deshalb 2,5 von 5 Sternen.
Beeindruckend
Vielschichtig
Diese wunderschöne Sprache
Aus einer anderen Zeit
Trauma
Auf Lichtungen gehen
Was passiert, wenn von zwei Menschen einer stehenbleibt während der andere weitergeht?
Wir begleiten Lev, einen Jungen, der als Kind wochenlang das Bett hüten musste. Nichts ging mehr außer warten. Doch dann kam Keto. Sie brachte ihm die Schulaufgaben, aber noch viel wichtiger: Gesellschaft. Das Mädchen, das viele als sonderbar empfinden, sich aber als echte Freundin erwies. Doch genau hier endet die Geschichte, dennLevs Leben wird in diesem Buch rückwärts erzählt. Kapitel für Kapitel reisen wir zurück in seine Vergangenheit, immer weiter bis zur Kindheit. Das verlangt beim Lesen etwas umdenken. Aber gerade dieser außergewöhnliche ErzählAnsatz macht das Buch so besonders. Allerdings sollte man aufmerksam lesen. Es ist kein Roman für zwischendurch, sondern einer der nachwirkt.
Insgesamt ein tolles Buch, ich mag den Schreibstil und man erfährt viel über das Leben des jungen Lev und seiner Freundin Kato im kommunistischen Rumänien und der Zeit des Umbruchs. Jedoch hat mir dieser rückwärts erzählte Romanstil (das Buch beginnt mit dem letzten, endet mit dem ersten Kapitel) nicht zugesagt. War einfach nicht mein Ding. Daher „nur“ 3,5 Sterne.
Leider konnte ich weder mit der Hauptperson, der Geschichte, noch der Erzählweise warm werden. Ich habe keine Beziehung zu der Zeit, in der der Roman spielt aufbauen können und brauchte auch lange, um mich an die rückwärts erzählte Handlung annähernd zu gewöhnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch seine Fans hat, für mich ist es aber leider eher ein Buch über eine Heimat, die ich nicht kenne oder verstehe.
Iris Wolff hat mit "Lichtungen" einen Roman geschaffen, der sprachlich überzeugt, aber erzählerisch nicht zu fesseln vermag. Mein Leseerlebnis war von ambivalenten Gefühlen geprägt: Das erste Kapitel hat mich überhaupt nicht abgeholt, und ich war mir unsicher, ob ich das Buch überhaupt zu Ende lesen sollte. Doch da mir der Schreibstil an sich gefiel, gab ich dem zweiten Kapitel eine Chance – und wurde positiv überrascht. Dieses Kapitel war deutlich ansprechender, und da der Roman nicht allzu umfangreich ist, entschied ich mich, ihn bis zum Schluss durchzulesen.
Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass sich diese Entscheidung nicht wirklich gelohnt hat. Zwar spiegelt der Titel "Lichtungen" den Inhalt treffend wider, aber es bleibt eine gewisse Distanz zu den Figuren – insbesondere zum Protagonisten Lev. Ihm wirklich nahezukommen, gelingt nicht, wodurch es schwerfällt, eine emotionale Verbindung zur Geschichte aufzubauen. Man stolpert durch die Kapitel, die hin und wieder interessante und spannende Momente bereithalten, insgesamt aber eine ermüdende Lektüre ergeben.
Letztlich konnte mich "Lichtungen" nicht fesseln. Die Autorin hat es nicht geschafft, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen, und ich war schlichtweg erleichtert, als ich das Buch beendet hatte. Wer Wert auf sprachliche Eleganz legt, könnte dennoch Gefallen daran finden – wer jedoch eine mitreißende Geschichte sucht, wird vermutlich enttäuscht sein.
Ich komme selbst aus Rumänien, Grenzgebiet. Die Mischung aus Deutsch, Rumänisch und Ungarisch aber auch das ganze Leben von Lev auf dem Dorf konnte ich richtig inhalieren und nachleben. Es war schön an meine Herkunft erinnert zu werden, vor allem weil ich nicht so viele Bücher in der Richtung gefunden habe. Hier spielt natürlich das Persönliche und Emotionale eine große Rolle. Ich fand den Schreibstil aber auch sehr schön und auch von der Zukunft in die Vergangenheit zu lesen fand ich spannend, wenn doch es auch manchmal den Lesefluss und das Einfinden behinderte.
Dass der Roman rückwärts erzählt wird, fand ich sehr ungewöhnlich und es hat mich zwischendurch auch verwirrt. Das wird aber mit Fortschreiten der Geschichte immer besser.
Ich mag den achtsamen und manchmal philosophischen Schreibtstil.
Das Buch ist nicht wie beschrieben die Liebesgeschichte zwischen Kato und Lev, sondern Levs Lebensgeschichte.
Ich möchte sehr die Einblicke, die man in das Leben in Rumänien bekommen hat und hätte gerne mehr davon gehabt.
3 Sterne.
Ich fand Lichtungen eine sehr schöne aber auch bedrückende/ melancholische Geschichte. Mir haben die beiden Protagonisten gut gefallen und auch ein bisschen über Rumänien zu erfahren fand ich gut.
Leider hatte ich zu Anfang Probleme mit der Erzählstruktur. Die Geschichte wird Rückwärts in Etappen erzählt und bei jeder neuen Etappe musste ich mich neu einfinden und brauchte 3-4 Seiten. Im letzten Drittel des Buches war ich vollkommen in der Geschichte angekommen und hätte mir gewünscht, dass es chronologisch erzählt wird.
Die Geschichte hat sehr stark begonnen, dann aber nachgelassen. Ich habe leider erst relativ spät bemerkt, dass die Geschichte über die Jahre chronologisch rückwärts erzählt wird, weshalb sich mir manches zunächst nicht erschlossen hat. Trotzdem war es ein interessanter Einblick in das Leben der Menschen in einer Region (Siebenbürgen), die mir noch nicht viel gesagt hat. Und dafür mochte ich das Buch dann doch.
Lichtungen stand im Bücherregal zum Büchertausch. Mich sprach das Cover des Buches an, also wanderte es kurzerhand in meinen Besitz.
Der Stil des Buches war anfangs gewöhnungsbedürftig und ich brauchte auch etwas, um zu verstehen, dass die Geschichte mit dem Ende beginnt. Iris Wolff hat einen wahnsinnigen poetischen Schreibstil, der einen verzaubert. Ich muss dennoch gestehen, dass ich die Geschichte stellenweise zäh fand und ich auch nicht komplett den Zugang zu ihr finden konnte.
Man möchte gleich nochmal Anfangen das Buch zu lesen. Eine Geschichte die heute beginnt und mit jedem Kapitel mehr in die Vergangenheit rückt. Und man versteht Lev immer besser. Ein wundervoller Plot. Iris Wolff geht so liebevoll mit ihren Protagonisten um. Ein Leben so voller Leben und Liebe und Erfahrungen und Geschichten. Eine klare Leseempfehlung von mir.
Schöner poetischer Roman über Liebe und Freundschaft.
Ungewöhnlich ( aber nicht negativ) war das Buch. Man liest es praktisch rückwärts, da musste ich mich teilweise schon sehr konzentrieren.
Alles in allem empfehlenswert//esenswert😌
“Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen. Man begegnete ihnen zufällig und wusste nie, was man darin fand.”
Rückwärts streifen wir durch die Erinnerungen eines jungen Mannes und entdecken Menschen sowie Momente, die sein Leben geprägt haben.
Die Erinnerungen von Lev erwachen in poetischer Sprache. Es entsteht eine sensible und interessante Figur und eine einfühlsame Erzählung über Verbindungen und das Loslassen.
"Die Kunst war ein Spiel zwischen Zeigen und Verbergen. Das Leben auch? Es gab das Sichtbare und das Unsichtbare, und nur das Wenigste kam überhaupt ans Licht. Manches konnte man in sich verstecken, bis man vergaß, dass es einmal dagewesen war. Anderes nicht."
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Roman entfaltet Levs Geschichte zunehmend berührende Momente, die mir gut gefallen haben.
Dieser Roman fasziniert durch Poesie und Authentizität.
Literarisch und auch vom Schreibstil anspruchsvoll und wertvoll.
Leider habe ich zu den Figuren keine Beziehung aufnehmen können, sodass ich mir mit dem Buch schwer getan habe.
Ab dem ersten Drittel wurde es besser, wobei ich es leider auch nicht so gern gelesen hatte.
Die Autorin hat aber ganz tolle Formulierungen und Ideen verarbeitet. Und sicher stand das Buch zurecht auf der Shortlist.
"Zugehörigkeit, sagte Ferry, ist vielleicht nichts anderes als eine Entscheidung."
Iris Wolff, die selbst in Siebenbürgen geboren wurde, nimmt uns mit auf eine Reise in das Land ihrer Kindheit.
In ihrem Roman "Lichtungen", der es 2024 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat, erzählt sie in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge die Geschichte von Lev und Kato, die nicht unterschiedlicher sein könnten, über 30 Jahre hinweg, und damit auch ein bisschen die wechselvolle Geschichte Rumäniens im sich wandelnden Europa.
Der Erzählstil kommt poetisch und leichtfüßig daher, das Nichtgesagte steht zwischen den Zeilen, vieles ergibt sich erst am Ende oder beim nochmaligen Lesen.
Nachdem ich erstmal reingekommen war, empfand ich es als Lesegenuss.
Rückwärts erzählte, quasi-episodische Geschichte, die dem Kennenlernen eines Menschen nachempfunden scheint. Erkundet die verschiedenen Spielarten von Heimat und menschlicher Verbundenheit sowie ihre Schwellen und Übergänge. Außerdem ein Portrait Rumäniens im Umbruch des späten 20. Jh. Leichtfüßiger Stil und klare Bildsprache. Die Figuren verschwimmen hinter den Rollen, die sie verkörpern. Etwas zu konzeptig, um stark zu emotionalisieren und damit ein eher intellektueller Genuss.
Ein gutes Buch. Vieles gefiel mir, einiges dagegen gar nicht.
In unserem Lesekreis wollten wir von der Longlist des Deutschen Buchpreises soviele Bücher lesen, wie wir schaffen. Und natürlich werden wir uns über das Gelesene austauschen.
Ich entschied mich für Lichtungen von Iris Wolf.
Als ich etwa 30 Prozent des Buches gelesen hatte, kam es auf die Shortlist.
Besser gefallen hat es mir im weiteren Verlauf auch nicht.
In diesem Jahr habe ich mit Lichtungen insgesamt 13 Bücher abgeschlossen.
12 Bücher gefielen mir besser.
Dennoch ist dieses Buch kein schlechtes Buch. Iris Wolf kann sehr gut erzählen. Viele Formulieren sind so gelungen, dass ich sie mehrmals gelesen habe.
Auch die Geschichte von Kato und Lev ist stark erzählt……, wenn nicht diese Geschichte rückwärts erzählt worden wäre. Mit diesem Stil fremdelte ich sehr.
Aber warum diese Erzählweise? Gibt Iris Wolf nicht dazu auf Seite 164 selbst die Antwort?
„Der helle Teil, das Splintholz, sei das junge, aktive Holz. Mit zunehmenden Alter verliere das Gewebe an Lebenskraft und verwandle sich bei manchen Baumarten in Kernholz. Dieser dunkle, innere Teil eines Stammes sei tot, aber das tote Holz trage das lebendige.“
Ein Baum als Methapher? Deshalb der Stil, rückwärts zu erzählen?
Gut möglich, dass es Iris Wolf genau deshalb auf die Shortlist schaffte.
Ich bin auf ihr nächstes Buch gespannt.
Stärkster Satz: „Bäume, sagte Imre, sterben wachsend.“
Eine Liebesgeschichte in Zeiten des Aufbruchs, anders erzählt.
"Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen." (Seite 76)
Fragmente eines Lebens, aufgeteilt in Kapitel. Stück für Stück lernen wir Lev und Kato kennen. Eine Liebesgeschichte, die nicht als solche daher kommt. Nüchtern erzählt und doch mit einer Tiefe, die begeistert. Und das besondere: Der Anfang ist das Ende oder der Beginn von etwas, das wir nicht mehr erfahren werden.
Die Geschichte wird rückwärts erzählt. Das führt dazu, daß der ein oder Fakt vorweggenommen wird, aber auf eine besondere Weise macht gebau das Spaß beim Lesen. Durch die Erzählweise erschließt sich das sich das ein oder andere und es gibt viele kleine AHA Momente.
Iris Wolff schreibt mit einer Melancholie, die nie schwer ist. Sie lässt uns eintauchen in eine andere Zeit, in eine andere Welt, die gar nicht so fremd und gar nicht so fern erscheint. Vielleicht spricht sie mich als ostsozalisierte und in den 70ern Geborene besonders an, aber ich denke dass die meisten Lesenden diese Stimmungs des Aufbruchs und der Unsicherheit spüren können.
'Lichtungen' steht zurecht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
"Lev konnte nicht schlafen, verschränkte die Hände hinterm Kopf, starrte zur Decke, hörte dem Atem des Hauses zu. Er wusste nicht, ob er schlief, ob er träumte, ob er wach war, ob er überhaupt war."
Die Sprache von Iris Wolff ist großartig, wie warme, flüssige Schokolade. Sie fließt- langsam und angenehm, sehr einnehmend und poetisch.
Leider bleibt vieles der Geschichte über Lev, Kato und Rumänien nur an der Oberfläche, wird angekratzt, aber nicht aufgeklärt oder zu Ende erzählt, was mich auch ein bisschen frustriert und mit vielen Fragen zurücklässt.
Selten habe ich so viele Sätze für den Lesekreis aufgeschrieben.
"Bäume sterben wachsend."
"Das Alter hat schwere Kleidung."
"Man tat, ... als hätte der Tag eine Pause, neben Tag und Nacht einen dritten Raum."
Die Struktur, mit dem letzten Kapitel anzufangen, ist ungewöhnlich. Dadurch erschließt sich vieles ganz anders.
Interessantes Konzept, sprachlich hervorragend. Man braucht aber geschichtlichen Kontext, um das Buch richtig zu verstehen.
Ein wirklich interessantes Konzept, die Geschichte rückwärts zu erzählen, gestaltet den Einstieg etwas schwierig. Auf sprachlicher Ebene ein wirklich gelungener Roman. Man benötigt aber geschichtlichen Kontext um die Geschichte wirklich richtig zu verstehen und darin einzutauchen.
Ich würde sagen, die Geschichte von Lev und Kato löste in mir eher ein Gefühl aus, als dass ich sie wirklich verstanden hätte.
Was ich spannend fand war, dass die Geschichte rückwärts erzählt wurde. Sie fängt mit Lev an, der in der Gegenwart zu seiner Kindheitsfreundin fährt die ihn mittels einer Postkarte mit dem einfachen Satz “Wann kommst du?” zu sich eingeladen hatte. Und von da aus gehen wir rückwärts. Mit jedem Kapitel dringen wir weiter in das bisherige Leben von Lev vor, so als würden wir die Ringe eines Baumes betrachten.
Es geht um Identität, Zugehörigkeit, Intuition.
Es geht um Tradition und Geschichte. Um menschliche Abgründe und tiefe Freundschaft.
Verdientermaßen auf der Shortlist.
Dieses wunderschöne Buch liegt schon länger auf meinem SuB. Da es auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis steht, fand ich den Zeitpunkt gekommen, es zu lesen 😊
„Es war und es war nicht“ – mit dieser Einleitungsformel für Märchen der Roma beginnt dieses aussergewöhnliche Buch. Und ich finde, passendere Worte hätte man für die Einleitung nicht finden können, denn märchenhaft und poetisch ist die Sprache von Iris Wolff.
Die Geschichte von Lev und Kato, die sich als Schüler begegnen und sich bis in die Gegenwart nicht verlieren, ist die Geschichte einer einzigartigen Freundschaft.
Eine Freundschaft, die weder durch das soziale Umfeld, noch durch Schicksalsschläge, ambivalente Gefühlslagen oder Entfernungen entzweit werden kann.
Lev, der Waldarbeiter, der in jungen Jahren bereits viel durchmachen musste, der bodenständig und mit seiner Heimat verwurzelt scheint.
Kato, die Künstlerin, die Konstante in Levs Leben, obwohl es sie hinauszieht in die weite Welt.
„Jeder Augenblick, dachte Lev, enthielt alles Gewesene, und war doch immer wieder ein Neubeginn.“ (S. 34)
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Das Besondere an diesem Buch ist, dass es rückwärts erzählt ist. Als Leserin erfahre ich also offiziell erst am Schluss, was ich vom Klappentext her schon weiß. Diese Erzählweise ist hin und wieder anspruchsvoll, weil verschiedene Zusammenhänge erst später auch als solche erkennbar sind.
Lev als Hauptprotagonist ist mir sehr sympathisch und auch Kato und die anderen Nebencharaktere kommen mir nahbar und authentisch vor.
Vor allem begeistert hat mich aber die unheimlich poetische, wunderschöne Sprache, die mich wirklich durch dieses Buch getragen hat.
„Vor ihm lag eine Lichtung. Zwei Wölfe kämpften ohne einen Laut. Kein Wind, kein Vogel war zu hören, es war, als würde die ganze Lichtung zusehen, den Atem anhalten, nicht nur er – alles, die ganze Welt des Waldes, das Gewicht der Berge schmolz auf diesen Punkt hin.“ (S.132)
Zum Schluss noch eine Lebensweisheit für Euch, die ich genauso unterschreiben würde.
"Ferrys Ansicht nach gab es eigentlich nur Heilige und Verrückte, kluge Leute und Idioten. Bedauerlicherweise wurde das Verrückte immer normaler, und das Idiotische immer salonfähiger, sodass man kaum mehr dahinter kam, wer was war."
Für mich absolut nachvollziehbar, warum dieses Buch auf der Longlist steht und ich kann es von Herzen empfehlen, wenn Ihr mal wieder ein Buch zum Träumen braucht.