
„Mr. Strangeways, glauben Sie an das Übernatürliche?“
Manchmal ist das Unheimlichste nicht das, was man sieht – sondern das, was Menschen verbergen. Das Geheimnis des Schneemanns von Nicholas Blake ist ein britischer Krimi im Stil von Agatha Christie, mit herrlich winterlichem Flair, abgelegenem Manor House und ordentlich „es spukt hier doch nicht etwa?!“-Vibes. Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil und auch damit, die vielen Charaktere sauber auseinanderzuhalten. Aber das legt sich erstaunlich schnell. Sobald man drin ist, saugt einen die Geschichte richtig rein – und man taucht gemeinsam mit Nigel tief in die Personen, ihre Beziehungen und all die kleinen Verdächtigkeiten ein. Die Handlung spielt im Easterham Manor, wo sich an Heiligabend Familie und Freunde versammeln – angeblich wegen einer spukenden Katze. Spoiler: Es bleibt natürlich nicht bei Katzen. Ein Mord passiert, Geheimnisse kommen ans Licht, und plötzlich ist niemand mehr so harmlos, wie er zuerst wirkte. Die Atmosphäre ist großartig: verschneites Landhaus, unterschwellige Spannung, leicht übernatürlicher Touch – und dabei trotzdem klassischer Whodunit. Die Geschichte bleibt von Anfang bis Ende spannend, und das Finale habe ich definitiv nicht kommen sehen. Unterm Strich: Ein richtig guter britischer Kriminalroman mit Cozy-Crime-Gefühl, düsterer Winterstimmung und überraschendem Ende. Für alle, die Miss Marple mögen, ist das hier absolut goldrichtig.














