
Agathatie Christie trifft Zoomania trifft Zamonien
Den ersten Teil habe ich vor 3 Jahren gelesen und hatte ihn damals als ein Highlight in Erinnerung. Nun lag das Buch aber gleichzeitig am Beginn meiner wiedererwachten Lesefreude (ausgelöst durch den Kauf eines eReaders und der Anmeldung in der Onleihe) und ich hab mich gefragt, ob mich die Reihe nun immer noch so begeistern kann. Und um direkt zu Spoilern: ich hatte einen Heidenspaß! In "Tod im Museum" und dem Vorgängerband "Das Strahlen des Herrn Helios" geht es um den Detektiv Skarabäus Lampe, der ein Hase ist. Die Bücher spielen in einer industrialisierten Alternativwelt, in der es keine Menschen, sondern nur Tiere gibt. Also ein wenig wie Zoomania, aber ernster. Das World Building ist wirklich herausragend und die Autorin schafft einen guten Mix aus gewohnten gesellschaftlichen Herausforderungen und den Besonderheiten wenn alle Bürger verschiedene Wirbeltiere sind. Die Polizei besteht z.B. primär aus Hunden und verlässt sich zu gerne nur auf ihren Geruchssinn - das Stichwort ist Sinnesdiversität. Der Ideenreichtum erinnert mich dabei etwas an Walter Moers Zamonienreihe. Es wird auch gerne mal ein wenig abgefahren, wenn liebestolle Läuse als Abhörwanzen arbeiten oder Schneckengefährte absurd schlechte Taxis abgeben. Die Besonderheiten der verschiedenen Tierwesen werden dabei immer kreativ hervorgehoben. Konkret das zweite Werk hat mich sehr an "Der Tod auf dem Nil" von Agathe Christie erinnert. Kurz: Im Museum passiert ein Mord und unser Protagonist lässt niemanden gehen bis der Fall aufgeklärt ist. Es ist die ganze Art des eigensinnigen, hochsensiblen, aber gleichzeitig gutherzigen Kauzes von einem Hasen, die mich einerseits an Hercule Poirot denken lässt, aber ihn mir auch einfach so sehr sympathisch und nachvollziehbar macht. Eine Portion Arbeits- und Frauenrechtskampf gibt es kostenlos dazu. Besonders geschickt wird mit fehlendem Geschlechtsdimorphismus bei einigen Tierarten gespielt, aber ich will nichts spoilern. Für mich definitiv wieder ein Highlight gewesen und ich hoffe wirklich, dass wir noch weitere Fälle des Herrn Lampe miterleben dürfen!




