Bin mir nicht sicher, was ich von diesem Buch halten soll! Ich habe mich sehr darauf gefreut und es fing sehr gut an und beleuchtet den mental overload und den Druck der Mutterschaft in eindrucksvoller Ehrlichkeit, aber diese ganze Verwandlungsgeschichte?! Weird und zusammhangslos! Echt nicht meins.
Das war ein Erlebnis! Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll, deswegen zähle ich einfach auf, was ich geliebt habe:
• die kleine Referenz zu The Yellow Wall-Paper
• dass der Hauptcharakter keinen Namen hatte, der von der Geschichte hätte ablenken können
• die ganzen direkt und subtil benannten Wahrheiten in dem Buch. Besonders, dass Mutterschaft, wie es definiert wird, gebärfähige weiblich Gelesene klein und gefangen hält.
• wie viel weiblich gelesene und gerade Personen, die geboren haben, eigentlich arbeiten und wie erwartet wird, dass das allerfüllend ist, wenn sie nichts mehr anderes haben. Und dass noch ohne jegliche Wertschätzung, von Entlohnung gar nicht zu sprechen.
• wie schnell Männer gegruselt oder irritiert sind, wenn weiblich gelesene Personen wild und eigensinnig sind
• die Verwandlung und was der Hauptcharakter - Nightbitch - für sich rauszieht
• das Animalische
• die Wut. So viel Wut!
Wir alle kennen die meisten Themen Feminismus und Mutterschaft betreffend. Jetzt können wir das ins nächste Sachbuch packen und lesen oder lassen es Rachel Yoder in einen Roman schreiben.
Für mich hätte es tatsächlich noch etwas atmosphärischer sein können.
Ansonsten skurril, witzig, Genugtuung weckend!
Gerne mehr Wildes in diese Richtung!
Dieser eine Schrei, diese Ur- Wut, diese Erschöpfung und diese Verzweiflung… Was passiert, wenn das alles aus „Frauen“ bricht? Was passiert, wenn das animalische im weiblichen Geschlecht übernimmt? Die Ur- Kraft der Geburt wieder und wieder aus dem weiblichen Geschlecht bricht?
Eine bizarre Reise in die Urinstinkte der Weiblichkeit, in ihre Rohheit und ihre Brutalität.
Ein Kunstobjekt, das vermutlich nicht jeden Leser, jede Leserinn überzeugt.
Nightbitch ist roh, unangenehm und hat ein besonderes Talent dafür, dich mitten auf der Seite innehalten zu lassen und zu denken: „Also … das ist jetzt eskaliert.“
Statt pastellfarbener Fantasiewelten bekommen wir hier Isolation serviert, gewürzt mit einer leisen, dauerpräsenten Wut. Sie verschwindet nie ganz, macht sich aber auch nicht dramatisch bemerkbar.
Der Ton ist scharf, klug und zwischendurch so trocken-humorig, dass man fast lachen muss, obwohl man eigentlich denkt: „Oh wow, das fühlt sich gerade sehr real an.“ Genau das macht das Unbehagen irgendwie gewollt.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich es aus vollem Herzen weiterempfehlen würde. Es ist definitiv kein Cozy-Read mit Kerzenschein. Aber Nightbitch bietet eine schonungslos andere Perspektive auf Mutterschaft, und allein dafür ist es wichtig.
Good writing, powerful messages about womanhood, motherhood, artistic connection and expression, personal power, and transgressing societal structures. Very feminist, empowering, and cool.
Total toll geschrieben. Für meinen Geschmack manchmal etwas ausschweifend in der Beschreibung und zu abdriftend vom Hauptgeschehen.
Ich habe es verschlungen. Es ist offen, wütend, nicht zurückhaltend und zu viel.
So viel zu viel, wie wir uns das auch manchmal wünschen.
Rachel Yoder versteht es das Bizarre herauszukitzeln und es so schön zu beschreiben, dass es eine gewaltige Sehnsucht zurücklässt . Eine Sehnsucht nach etwas Gewaltigem, nach dem Verlangen und eine Sehnsucht nach dem Ausleben unserer Wut.
Die langen Beschreibungen der Hündin schweifen leider etwas ab und lassen mich persönlich vom Hauptgeschehen des Buches weggehen und kich ablenken.
Das Buch ist ziemlich „on the nose“ wenn man sich mit dem Thema bereits befasst hat, ist aber für einen Einstieg ist es ganz gut. Es werden wichtige, tabuisierte Themen angesprochen und die Schattenseiten von Mutterschaft werden - trotz der ganzen surrealen Aspekte - realistisch dargestellt. Das mag für viele erstmal unangenehm sein dass, ja, der Partner dem man erst vertraut hat, einen plötzlich im Stich lässt wenn das Kind da ist, oder die Rolle als Mutter doch nicht so erfüllend ist, wie es die Welt einem eingetrichtert hat.
Leider hat mich das Ende wahnsinnig enttäuscht, da hat die Autorin leider die Krallen eingefahren. Schade.
"Sie war Nightbitch, und sie war verdammt noch mal wunderbar."
Sie, die Mutter, hat einige Zeit versucht weiter in der Kunstgalerie zu arbeiten, zwischendurch Milch abzupumpen um dann zwischen Terminen und Zeitdruck, ihren Sohn zu umsorgen. Das Konzept geht nicht auf, sie will ihrem Kind gerecht werden und gibt ihren Traumjob und ihre Leidenschaft als Künstlerin auf. Doch irgendwas zerreißt sie innerlich. Ihr wachsen Haare, wo keine wachsen sollten und ihre Eckzähne? Sind sie nicht viel länger geworden? Nightbitch ist geboren.
Diese große Herausforderung der Mutterschaft wird in diesem Roman großartig in Szene gesetzt. Skurril? Auf jeden Fall! Animalische Instinkte werden wach. Oder kommen diese Gelüste nach Fleisch, dieser Drang nach Freiheit, Wildheit und Ungezähmtheit, von der Wut, mit so vielen Dingen der Mutterschaft alleine dazustehen? Sich nicht mehr selbst zu gehören, sondern diesem kleinen Wesen, welches man so sehr liebt?"Hör mal, ich gehöre nicht dir, ich bin nicht nur deinetwegen hier. Aber am Ende gehörte sie ihm natürlich doch, mit Leib und Seele."
Aber da ist auch so viel Wut in der Mutter. Auf ihren Mann der sie so wenig unterstützt und nur am Wochenende da ist. Auf die Gesellschaft, die die Carearbeit einer Frau und Mutter herunterspielt und auf sich selbst, weil sie es nicht schafft trotzdem an ihrer Karriere dran bleiben zu können. Die Freiheit Dinge tun zu können und entscheiden zu können wer und was man sein will. Wo sind ihre Wünsche geblieben?
Ich konnte so viel von diesen Gefühlen so unglaublich gut nachvollziehen. Kann mich noch gut an die Phasen völliger Übermüdung erinnern, die ein Baby so mit sich bringt. Dieser Roman setzt ein Zeichen für die Mütter und ihre geheimen Kräfte!
"Weiblichkeit und Mutterschaft sind vielleicht die stärksten Kräfte in einer menschlichen Gemeinschaft, und natürlich haben die Männer sich beeilt, sie zu unterdrücken, denn sie fürchten sie vollkommen zu Recht."
Mutter, Vater, Sohn. Die Mutter, eigentlich Künstlerin, jetzt Hausfrau und Mutter muss sich mit einem abwesenden Ehemann und den Schwierigkeiten der Mutterschaft auseinandersetzten. Nach Ausflügen in die Bibliothek lernt sie bei den Bücherbabies eine Gruppe Frauen kennen, die scheinbar perfekt sind. In einem Buch findet sie magische Frauen und eine Autorin. Sie durchlebt eine Verwandlung in Nightbitch, ein Mischwesen aus ihr und einer Art Wolfs-/Hundewesen. Ist es gefährlich, was passiert?
Verwirrend, entpersönlicht (die mutter, der sohn, der vater), Feminismus, Magie, Blut, das animalische. Drei Teile, zwei kurze Kapitel mit ***. Absolut tolles, wichtiges Buch, Debüt von Rachel Yoder. Auch wenn ich die Rolle des meist abwesenden Vaters persönlich erlebe, verstehe ich doch die Person Nightbitch.
Lesen und feiern, bitte!
Die Mutter hat alles für ihren Sohn aufgegeben - nicht nur ihren Traumjob, sondern auch ihre Individualität. Und trotzdem ist die Mutter nicht genug, nicht gut genug als Mutter und Frau. Ständig vergleicht sie sich mit den anderen Müttern und ihre Wut wächst immer mehr - bis die Wut die Kontrolle übernimmt und die Mutter sich verwandelt.
Dieses Buch war eine echt Herausforderung für mich - ABGEFAHREN, ist hier das beste Wort. Die Geschichte ist sehr bildlich und stilistisch gut erzählt, ein Meisterwerk des magischen Realismus vermischt mit feministischen Elementen! Ich habe zwischendurch meinen Augen nicht trauen können, was alles passiert. Trotzdem fand ich es an manchen Stellen sehr heftig, ich kann jedoch sehr gut nachvollziehen weshalb diese Heftigkeit genutzt wird.
Am meisten hat mich die Sprache in Nightbitch fasziniert; diese Vermischung der Realität und dem Wut-Symbol dargestellt durch die Verwandlung ist so gelungen und spannend. Und dazu noch das Stilmittel mit den Namen - die Protagonisten wird auf ihre Rolle als Mutter minimiert und nur als solche repräsentiert (Chefs kiss).
*Rezensionsexemplar von NetGalley*
Was war das? Ich hab etwas völlig anderes erwartet, als ich bekommen habe…
Hier geht es um die Mutter und ihr Kind, nebensächlich auch um den zugehörigen Mann. Sie beschreibt ihre Schwierigkeiten sich vom Job zu lösen, nur Mutter zu sein, wie schwer es ist, allein für die Care-Arbeit, Haushalt, Organisation und Spielerei für das Kind da zu sein.
Dann verwandelt sie sich in einen Hund. What? Ja, richtig gelesen.
Das Buch wird zunehmend crazy - was ist noch Realität, was ist Metapher? Was ist Kunst und was ist echt?
Sie lernt andere Mütter kennen, kauft Kräuter, die sie an andere verkaufen soll, bellt ihren Sohn an, tötet ihre Katze, rennt nachts nackt durch den Wald. Es ist verrückt, aber es hat auch echt Spaß gemacht.
Was für eine Auseinandersetzung mit dem Frau-Sein, der Mutterschaft, dem Feminismus. Der Schluss war mir etwas zu abgedreht, deshalb nur 3/5.
Idee sehr cool und das Thema von Mutterschaft und carearbeit gesellschaftlich enorm wichtig, leider bin ich bis zum Schluss nicht richtig warm geworden mit dem Buch. Als Kurzgeschichte hätte die Geschichte besser funktioniert denke ich, war einfach zu langatmig leider
Would rate 3.5/5 if I could.
This book felt like a fever dream and kept me hooked, very interesting perspective and some deep insides into motherhood and womanhood, I really enjoyed that aspect. Got a bit wild at times, I did not like the animal cruelty.
At first I enjoyed it, then I didn't as much ( especially bc of the animals she's killing, they do have a 'good ' meaning) but then the ending was so beautiful again. Overall the depiction of motherhood and womanhood was so beautiful and such a great insight. I would really recommend this book if you want to read about relatable struggles and struggles in motherhood and how you can solve those and find your power after becoming a parent
If you need to read a book that convinces you not to have kids, this is it - that shit must SUCK.Anyways I liked the idea but this went nowhere fast and I kind of had to force myself to keep reading around halfway through, didn’t really captivate me and got kind of loose and incoherent in the end.
Ich wusste zwar gar nicht, was mich hier erwartet, aber mit dem habe ich dennoch nicht gerechnet!
Von Seite 1 an hat mir das Buch wirklich zugesagt und ich konnte es nicht weglegen, wobei ich ehrlich sagen muss, dass es immer mal wieder echt… seltsam war!
An manchen Stellen konnte ich mich mit „nightbitch“ identifizieren, an anderen wiederum empfand ich nur Ekel.
Ich weiß noch immer nicht genau, was ich von dem Buch halten soll, aber es hat mich ziemlich in seinen Bann gezogen!
02.01.2025
Ich verstehe den Hype nicht so wirklich...
Also die Geschichte klang vielversprechend...
Ich bin durch die Serie auf das Buch aufmerksam geworden. (ich wollte erst das Buch lesen/hören, bevor ich die Serie gucke...)
Statt einer fantastischen Geschichte über eine Verwandlung einer Frau in einen Hund wird seitenweise über die Ungerechtigkeit philosophiert, die das moderne Muttersein mit sich bringt, wenn der dazugehörige Partner sich nicht einbringt und die ganze Arbeit an der Frau hängen bleibt..
Über diese Beschreibung der Ungerechtigkeit bleibt aber die wundersame Verwandlung auf der Strecke...
Das fand ich doch sehr unrealistisch... Gerade als Mutter macht man sich doch auch Gedanken um die Gesundheit seines Kindes... Wenn ich merke, etwas stimmt nicht mit mir, gehe ich zum Arzt/zur Ärztin...
Gut, ihr Ehemann nimmt sie nicht ernst und versucht plausible Antworten zu finden. Im ersten Moment menschliches Verhalten...
Sie nimmt die Verwandlung dann an und hinterfragt sie auch nicht mehr. Ok... Ich wäre viel zu neugierig, um das einfach so hinzunehmen.
Woher kommt es? Wo führt das noch hin??
Die namenlose Protagonistin gibt sich selbst im Laufe der Geschichte den Namen "Nightbitch", das Alter ego der neuen "Kreatur", die sie nun ist.
Auf einmal vermisst sie die Kunst und ihren Job nicht mehr so, geht wieder mehr in ihrer Mutterrolle auf...
Also für mich geht die Geschichte nicht auf...
Anstelle der Verwandlung in einen Hund wäre vielleicht eine Verwandlung ( blutrünstig wie in "Yoko") oder in eine Superheldin, die faule, egoistische Partner bekehren kann und Gleichberechtigung in Beziehungen schafft... Oder Frauen die Augen öffnet für sich selbst und ihre Bedürfnisse einzustehen, trotz Mutterschaft, und sich nicht so weit aufzugeben, dass man sich wie eine namenlose, unwichtige Person fühlt, die nur noch funktioniert und keine Lebensfreude mehr hat... Und vielleicht dadurch eine "Rebellion" der Mütter schafft... Statt sich hinter vorgehaltener Hand in einen nach Erdbeer duftenden Collie zu verwandeln...
Ich denke in diesem Fall hätte ich mir das Buch getrost sparen könne und direkt die Serie gucken können.
2 Sterne für den angenehmen Schreibstil und die Grundidee (Verwandlung).
This was weird, but in a good way. Though, it did take me way too long to finish this. And I truly think this would have been better as a short story. The plot is magnificent though
Dnf weil das buch einfach bissl zu TERFy war, sorry xx.
I should have just rewatched fleabag instead.
Or reread the yellow wallpaper.
Or literally anything that has the same themes without uselessly attributing them to body parts and hormones (instead of social realities).
This book was such a wild ride! Deeply unsettling and unhinged, but also so much fun. I’d even say the first part of this book is the best birth control ever, while it actually ends on such a sweet, weird, and gruesome note, embracing motherhood, which made it truly beautiful for me.
Ich habe mir das Buch geholt, weil ich bei "Everything I never told you" Cassandra Campbell als Sprecherin so gut fand und sie auch Nightbitch liest. Ein Glück bin ich so auf das Buch gestoßen. Ich liebe die wilde, verrückte Art, mit der Rachel Yoder die Mutterschaft darstellt. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.
Die Idee hinter "Nightbitch" von Rachel Yoder ist eigentlich spannend: Mutterschaft, Identitätsverlust und der langsame mentale Absturz. Klingt nach genau der richtigen Mischung für etwas Düsteres und Verstörendes. Leider scheitert das Buch für mich genau an dem Punkt, an dem es besonders wirken will.
Die Protagonistin ist über weite Strecken einfach nur anstrengend und schwer erträglich. Ihr Verhalten wirkt oft so überzogen, dass man sie eher schütteln als verstehen möchte.
Und dann sind da noch die Passagen, in denen sie glaubt, sich in eine Hündin zu verwandeln. Was vermutlich als tiefgründige Metapher gedacht war, ist für mich komplett nach hinten losgegangen. Diese „Ich werde zur Hündin“-Nummer ist so hirnrissig und drüber, dass sie die ohnehin fragile Stimmung endgültig ins Lächerliche zieht. Statt verstörend oder eindringlich zu sein, wirkt das Ganze einfach nur absurd – und zwar auf die falsche Art.
Schreibstil und Ansatz sind nicht schlecht, und man merkt, dass hier mehr drinstecken sollte. Aber die Umsetzung hat mich eher genervt als gepackt.
Eine interessante Idee, die sich selbst durch überzogene und stellenweise schlicht dämliche Elemente ausbremst.
Was für ein geiler Scheiß. Ich kann es nicht anders sagen. Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen angefangen, da ich anhand der Beschreibung wusste, entweder Top oder Flop. In meinem Fall eindeutig TOP! Ein absolut genialer und wilder Trip!
Ich war von der ersten Seite an gefesselt und konnte es nicht mehr zur Seite legen. Die Geschichte ist schnell erzählt. Die namenlose Protagonistin hat ihren erfüllenden Job als Galeristin aufgegeben, um Vollzeitmutter zu sein. Ihr Ehemann ist ständig auf Geschäftsreise, nur am Wochenende zu Hause und kümmert sich kaum um den zweijährigen Sohn. An einem Wochenende ist sie voller Wut und stellt körperliche Veränderung an sich fest. Nightbitcht ist geboren. Ein Fell scheint ihr zu wachsen, die Eckzähne werden spitzer und sie bekommt unglaublichen Appetit auf rohes Fleisch.
Wie im Rausch habe ich die skurrile Geschichte gelesen. Ich habe beobachtet, wie die Protagonistin in der Öffentlichkeit „Hund“ mit ihrem Sohn „spielt“. Wie sie und ihr Sohn rohes Fleisch essen, die Freude am Apportieren entdecken und der Sohn dank der Hundebox endlich alleine einschläft. Ich beobachte die wilden Szenen, in denen die Protagonistin sich mit alten Kolleginnen trifft, plötzlich aufsteht, um animalischen Instinkten zu folgen. Groteske, bizarre und auch widerliche Szenen und trotzdem empfand ich sie nicht als abstoßend. Ich war absolut gefangen in diesem Universum der Skurrilität, habe viele Gedanken verstanden und gar nicht lange darüber nachgedacht, ob ich es als Metapher sehen soll oder einfach nur der Geschichte folgen. Ich wurde dank Nightbitch wieder daran erinnert, warum ich früher gerne Horror gelesen habe. Horror ist nicht immer abscheuerregend und blutrünstig, sondern viel realer als gedacht. Es hat was faszinierendes, wenn sich Absurdität mit Wirklichkeit mischt. Vereint mit diesen mir wahrlich bekannten gemischten Gefühlen einer Mutter, absolut einfallsreich. Von mir klare Leseempfehlung.
„Nightbitch fand den Gedanken, die Zivilisation gegen etwas Magisches, Unbekanntes einzutauschen, gegen eine Gemeinschaft, die sich an gemeinschaftlichen Bedürfnissen orientierte, unglaublich verlockend. War es denn _monströs_, frei entscheiden zu können, was man tun und wer man sein wollte, mit anderen Worten: wirklich frei zu sein?“ (S.225)
Die Protagonistin, die sich selbst als "Nightbitch" nennt, hat ihr Karriere in der Kunstwelt auf Eis gelegt und kümmert sich um nun rund um die Uhr um ihren Sohn, während ihr Mann fast die ganze Woche auf Dienstreisen ist. Sie ist in einem Leben gefangen, das von Windeln, Schlafmangel und gesellschaftlichen Erwartungen dominiert wird. Doch als sie beginnt, mysteriöse Veränderungen in ihrem Körper zu erleben und sich nachts in eine Hündin verwandelt, nimmt die Geschichte eine ungewöhnliche Wendung da ihr die Verwandlung in eine Hündin, die Möglichkeit liefert aus ihrer vorgesehenen Rolle als Mutter auszubrechen.
"Nightbitch" ist ein faszinierender Roman, der die Lesenden auf eine unkonventionelle Reise mitnimmt. Rachel Yoder entführt uns in die Welt einer jungen Mutter, die mit den alltäglichen Herausforderungen des Mutterseins ringt. Neben dem übernatürlichen Element der Verwandlung ist das Buch hauptsächlich eine Reflexion über die Herausforderungen des Mutterseins, die Erwartungen der Gesellschaft und die Suche nach persönlicher Identität.
Eine Geschichte über die Brutalität der Mutterschaft, über unbezahlte Care-Arbeit und über die Wut, die sich schleichend aufbaut und die einem zum Tier macht. Ich bin beeindruckt von diesem Buch!
Die Autorin hat es geschafft eine fantastische Note in ein so reales Thema einzuweben, dass es perfekt passt. Ich konnte mich so gut in die Mutter einfühlen, dabei habe ich nicht mal Kinder! Große Empfehlung an ALLE Geschlechter.
Rachel Yoder hat mich mit ihrem Roman über eine Frau, die aus der Lethargie ihres Alltags als Mutter und Hausfrau ausbricht, schwer beeindruckt.
Obwohl alles, was passiert, eigentlich völlig absurd erscheint, schaffte es die Erzählerin, mich von der Realität ihrer Gefühle, Gedanken und Eindrücke zu überzeugen. Ich konnte an einigen Stellen herzlich lachen, musste oft aber auch länger über das eben Gelesene nachdenken. Und auch, dass am Ende viele Antworten fehlen, hat mich durch die völlig neue Konstruktion und Sichtweise der Geschichte überhaupt nicht gestört.
Besonders schön fand ich die Entwicklung der Beziehung zwischen der Erzählerin und ihrem Sohn, welche man als sehr ungewöhnlich aber auch überaus besonders bezeichnen muss. Rachel Yoder hat es aber auch in ganz vielen anderen Momenten geschafft, mit Erwartungen zu brechen und den Dingen einfach mal einen neuen Lauf zu geben - Und das hat nicht nur großen Spaß gemacht, sondern bietet auch eine Menge Gesprächsstoff über Mutterschaft, Kunst und Selbstwahrnehmung.
„Als sie sich den Namen Nightbitch gab, war das ein wohlwollender, selbstironischer Scherz — der Typ Frau war sie, sie nahm es locker und konnte über sich selbst lachen, auf keinen Fall war sie verklemmt, sie war auch nicht empfindlich, nicht so irre empfindlich, dass ihr der Humor eines beiläufigen, kein bisschen kränkend gemeinten Kommentars entgangen wäre — , aber in den Tagen nach der Namensfindung ertastete sie in ihrem Nacken ein winziges Büschel schwarzer Haare und dachte: Was zur Hölle?“
Mit diesem Satz beginnt Rachel Yoders Debütroman „Nightbitch“ (Ü. Von Eva Bonné) und zieht Lesende augenblicklich in die wilde Story hinein. Eine Geschichte, die auf den ersten Blick gar nicht neu ist, auf den zweiten aber definitiv; die sprachliche Umsetzung ohnehin.
Eine junge Mutter legt ihren Job als Galeristin ein, gegen Babywindeln, Breikochen, Aufräumen, den gesamten Haushalt für den oftmals abwesenden Mann schmeißen und vieles mehr. Vollzeitmutter. Das ist sie jetzt. Doch der innere Drang das Leben mit Kind ungezähmt und frei zu genießen, wird immer stärker. Kleinste Anzeichen deuten immer dringender darauf hin und bald nimmst sie eine neue Identität an — Nightbitch!
Rachel Yoder erzählt in ihrem Debüt auf erfrischende, aufregende, animalische Weise davon, wie es ist plötzlich Vollzeitmutter zu sein. Die eigenen Bedürfnisse hintenan zu stellen, bis es eben nicht mehr geht und der eigene Wille durchbricht. Die Beziehung zu ihrem Sohn erfährt in ihrer neuen, zunächst unbekannten, ihr aber zunehmend natürlich vorkommenden Seite eine ganz neue Tiefe. Klug und komisch bricht Yoder mit gängigen Wertvorstellungen. Karikiert die Gesellschaft. Zeigt Missstände und tradierte Vorstellungen auf und ersetzt diese auf vollkommen neue Weise. Feministisch wird Mutterschaft neu erzählt und gelebt. Dabei polarisiert die Autorin, spielt mit unangenehmen Bildern und zeigt vielschichtig Gewalt auf. Einiges lässt Lesende an die eigenen Grenzen stoßen, doch bleibt es durch diese Vorgänge auch lange im Kopf. Lohnenswert!
Wild, verrückt, irre. Skurril, grotesk, absurd. Auf jeden Fall lesenswert.
In Rachel Yoders „Nightbitch“ gibt eine erfolgreiche Galeristin ihren Beruf und ihre Leidenschaft auf um sich voll und ganz dem Mutterdasein zu widmen. So weit, so gut?
Doch was, wenn das Muttersein nicht so erfüllend ist als gedacht?
Die namenlose Protagonistin hat fortan einen neuen Knochenjob, nur nicht in Seidenbluse und edlen Galerien, sondern zwischen Windeln und Modell-Eisenbahnen. Die Veränderung, die sie durchmacht, macht sich scheinbar nicht nur seelisch auch körperlich bemerkbar: Ihre Zähne werden spitzer, ihr wachsen Fellbüschel am Nacken und eine juckende und gerötete Stelle beim Steissbein entpuppt sich als Schwanz. Was ist hier eigentlich los? Und wie um Himmels willen soll sie allen ihre plötzlich Lust auf Fleisch und Töten erklären?
Rachel Yoder beantwortet nicht alle dieser Fragen, stellt aber Dinge in den Raum, die lange nachhallen. „Nightbitch“ ist ohne Frage ein skurriles Buch, etwas worauf man sich zuerst einlassen muss. Ich fand aber die literarische Umsetzung sehr gelungen. Yoder gelingt ein Spagat zwischen Absurdität, die einen zum Kopfschütteln bringt und Fragen zu Mutterschaft und Weiblichkeit, die zwar auf keinen Fall neu sind, mich aber trotzdem aufhorchen liessen. Der Schluss hat mir nicht gefallen, erschien mir irgendwie zu konstruiert. Deswegen 4 Sterne, aber eine klare Leseempfehlung, wegen der Thematik, der kuriosen Idee und der spannenden Umsetzung.
Ich habe anfangs gebraucht, um rein zu kommen und mich zu lösen von einem "Was soll der Mist?" Gedanken. Der zweite Teil hat mir das tatsächlich auch erleichtert und ich habe es dann gerne zu Ende gelesen.
Es ist Kunst, es ist Emotion.
Es ekelte mich an, es sprach mich an.
Mensch muss es wohl tatsächlich selbst lesen, wenn es thematisch (Mutterschaft, Weiblichkeit) interessiert.
Obwohl Fleisch ein super wichtiger Aspekt im Buch ist, hätte ich mir ein anderes Cover gewünscht.
Ach schade.. ich hatte mich so sehr auf "Nightbitch" von Rachel Yoder gefreut.
Und den Start fand ich auch wirklich grandios:
Ein feministischer Aufschrei verpackt in einer - zugegeben irren- Geschichte.
Das klassische Rollenbild gerät hier genauso in den kritischen Fokus, wie auch der gesellschaftliche Erwartungsdruck auf Mütter. Das Buch hat schon auf den ersten 10 Seiten echt einen Nerv bei mir getroffen. Wie soll denn das gehen Karriere, Selbsterfüllung und Mutterschaft unter einen Hut zu bekommen?
Doch dann ging es recht schnell recht absurd zu: Die namenlose Mutter verwandelt sich in einen Hund, was sie selbst und ihre Rolle als Mutter deutlich verändert.
Ein wütendes Buch, ein schriller Plot. Too much auf vielen Ebenen für meinen Geschmack. Und leider hat das Buch mich irgendwie spätestens nach der Hälfte verloren..
Ich habe mit Sozialkritik und Feminismus gerechnet (und ja auch bekommen), allerdings nicht damit, dass die Hundwerdung so schnell zum Thema wird und überraschend viel Raum einnimmt bis das Buch am Ende in einer künstlerischer Performance mündet, die mich als Leserin vom ursprünglichen Thema kaum hätte weiter entfernen können.
Mutter/Vater/Kind. Dies sind die Charaktere in NightBitch.
Die Protagonistin gibt ihren sehr guten Job für die Erziehung ihres zweijährigen Sohnes aus. Der Vater, mit dem weniger gut bezahlten Job, hat nichts anderes zu tun als „gut gemeinte“ Ratschläge zu geben, wenn er nicht gerade auf Dienstreise ist!
Die Mutter ist mit ihren Aufgaben und ihrem Leben überfordert und fühlt sich einsam und erschöpft. Doch dann kommen animalische Elemente ins Spiel.
Die Mutter stellt fest das ihr Fell und Eckzähne wachsen, zudem bekommt sie Lust auf rohes Fleisch! Der einzige Lichtblick in dem Chaos ist, dass sich ihr Verhältnis zum Sohn deutlich verändert und bessert. Sie verlässt sich immer mehr auf ihre Urinstinkte.
Leider muss ich gestehen das ich das Buch nach der Hälfte abgebrochen habe.
Einerseits fesselte mich das Buch , weil der Grundgedanke wirklich gut ist. Aber irgendwann war ich nur noch genervt von den ständigen Wiederholungen. Mich hat zudem die Selbstopferung der Mutter wirklich gestört. Ich bin selbst 3-Fach Mama. Ja, der Alltag ist voll - aber trotzdem bleibt immer irgendwo ein wenig Zeit über um sich selber was gutes zu gönnen.
Also ich sag es offen, dieses Buch war nichts für mich. Jedoch habe ich schon sehr viele andere Meinungen gehört. Und das ist auch gut so- denn Geschmäcker und Meinungen sind zum Glück verschieden.
Wilder Ritt! Literarisch gesehen eine fantastische Abbildung des Themas Mutterschaft. Ganz anders, als was man so kennt. Verwirrung, Realität- die Grenzen verschwimmen. Setzt Ausrufezeichen.
NIGHTBITCH
Rachel Yoder
Bevor sie Mutter wurde, war die Frau Galeristin. Sie liebte ihren Beruf und ging voll in ihm auf. Nie wollte sie etwas anderes sein - Mutter werden war nie ein Thema.
Doch dann wurde sie schwanger und bekam den Sohn. Anfänglich gab sie ihren Beruf nicht auf. Andere Frauen schafften das ja schließlich auch! Aber Tatsache war, dass die Mutter den Spagat zwischen Muttersein und Berufstätige nicht gelang. Immer öfter war sie überfordert - diese schlaflosen Nächte mit anschließenden harten Arbeitstagen waren schlichtweg nicht mehr zu bewältigen - also gab sie ihren Beruf auf. Für den Sohn! Und warum auch nicht? Ihr Mann verdiente schließlich viel Geld und jetzt hatte sie endlich genug Zeit, um sich um den Sohn zu kümmern.
Doch warum wollten sich jetzt keine Mutterfreuden einstellen? Wieso konnte sie den Tag mit dem Sohn nicht einfach genießen?
Der Sohn forderte und quengelte den ganzen Tag und gab nie Ruhe. Sie fand keine Zeit zum Waschen und Putzen, und wann sie zum letzten Mal geduscht hatte, wusste sie auch nicht mehr.
Ihr Mann, der sich Alltags auf Geschäftsreise befand, war auch keine Hilfe. Und mit den anderen Muttis, die alle in ihrer „Muttirolle" aufblühten, konnte sie auch nichts anfangen.
Und genau zu diesem Zeitpunkt, als sie kurz davor war durchzudrehen, passierte es:
Ihr Körper veränderte sich. Hinten in ihrem Nacken wuchs ein Büschel Haare und auf einmal hatte sie Gelüste auf rohes Fleisch. Verwandelte sie sich zu einem Hund? Anfänglich versuchte sie das zu verheimlichen. Wie sollte sie das auch ihrem Mann erklären?
Der Einzige, der ihre Verwandlung mochte, war der Sohn. Der fand das Spiel, in einer Hundebox zu schlafen, ein Halsband zu tragen und zum Frühstück rohes Fleisch zu essen, ganz wunderbar.
Wie die Geschichte weitergeht und was die anderen Muttis zu dem ganzen sagen, müsst ihr allerdings selber lesen.
Mitreißend, skurril und zynisch erzählt Rachel Yoder von einem Muttidasein, das so ganz anders ist, als wir es kennen. Und auch wenn ich mich damals nach der Geburt meiner Tochter nicht zum Hund verwandelt habe, so konnte ich doch diverse Parallelen zwischen mir und Nightbitch erkennen. Ich habe das Buch abwechselnd gelesen oder gehört. Die Sprecherin des Hörbuches, Jana Kozewa hat Nightbitch eine unglaublich passende Stimme gegeben.
80 % des Buches habe ich richtig gerne gelesen/gehört, lediglich das Ende konnte mich nicht überzeugen. Schade, da hätte sich die Autorin etwas anderes einfallen lassen müssen.
Wie dem auch sei, trotz des unbefriedigenden Endes möchte ich allen Nicht-Vegetariern dieses ganz andere, skurrile Buch ans Herz legen.
3½/ 5
Mutterschaft, Romane übers Kinderkriegen steckten zu meiner Zeit als werdende Mutter vor 15-20 Jahren noch in den Kinderschuhen, heute stehen sie in der Reihe, mit den ganz großen Themen der Literatur.
Autorinnen wie Rachel Yoder schreiben heutzutage über Mutterschaft mit all den körperlichen und seelischen Begleiterscheinungen, die mit dem Thema einhergehen, sie werfen Fragen auf, die die gesamte Komplexität der Thematik unter die Lupe nimmt und definitiv einen süßlich-bitteren Beigeschmack hinterlassen.
„Nightbitch" ist wild, kurios und fernab von einem Wohlfühlroman. Das Buch ist sarkastisch, ironisch und lässt kaum ein Klischee außer acht.
Hier spürt der Leser die rohe Wut über das System, den inneren Konflikt, das schlechte Gewissen und vor allem, die gesellschaftlichen Zwänge, denen die Protagonistin täglich ausgesetzt ist.
So beginnt der Roman eigentlich ganz harmlos, mit Alltagssituationen einer Mutter, die ihren Job als Galeristin an den Nagel hängt, um sich der Betreuung des zweijährigen Sohnes zu widmen. Der Ehemann ist unter der Woche auf Geschäftsreise und im Alltag nicht präsent, womit die komplette Erziehungs- und Haushaltstätigkeit an der Mutter hängen bleibt.
Übermüdung, Überforderung, Einsamkeit, Frustration steigern sich zu einer animalischen Wut, die konventionelle Grenzen sprengt.
Kein Buch über Mutterschaft hat mich so amüsiert und ebenso verstört zurückgelassen, wie diese animalische Geschichte.
Nein, keinesfalls gewöhnlich, eher blutrünstig, ekstatisch, eine groteske Story, so lebendig erzählt, dass man den Angstschweiß auf der Haut spürt.
Und wer sollte das Buch unbedingt lesen?
Jedermann/Jedefrau, der/die ein unkonventionelles Buch über Mutterschaft sucht.
Jedoch aufgepasst, beim Lesen stellen sie jegliche Nackenhaare auf und Haustiere sollten sicher verwahrt werden.
Die Mutter ist überfordert. Das Kind fordert, denn es ist gerade einmal zwei Jahre alt und hat keine Chance zu bemerken, dass seine Mutter in Gänze erschöpft ist, über die Grenzen der Selbstaufgabe hinaus. Der Vater erwartet, dass es funktioniert - dass sie, die Mutter, funktioniert. Was hier sowohl das Kind als auch den Haushalt meint. Er selbst ist zu gern abwesend und leidet ja auch so sehr, wenn er den Großteil der Wochenenden in Hotels verbringt, wegen der Arbeit natürlich, denn einer muss ja schließlich Geld verdienen.
Soweit die Ausgangssituation des Romans, die sich im ersten Drittel immer weiter zuspitzt. So weit, dass die Mutter sich Stück für Stück in einen Hund zu verwandeln scheint. Sie zweifelt an ihrem Verstand, doch erkennt sie auch, dass, je mehr ihre animalische Seite zum Vorschein kommt, das Annehmen des Mutterseins ihr leichter fällt.
Das zum Inhalt. Nun zu meiner Meinung. Dabei gleich vorweg: ich habe das Buch im zweiten Drittel abgebrochen. Es mag damit zusammenhängen, dass ich mich aufgrund von Müdigkeit durch die Seiten gequält habe, doch noch mehr als müde war ich genervt und gelangweilt. Gelangweilt von den ständigen Wiederholungen von Szenen des Alltags, genervt von der zunehmenden Aufopferung der Mutter für ihr Kind, den Mann und den Haushalt bis hin zur fast vollständigen Selbstaufgabe. Ich bin selbst vor ganz Kurzem zum zweiten Mal Mama geworden und ganz ehrlich: ich verstehe es nicht, wie mensch sich so sehr hintanstellen kann. Natürlich muss sich um das Kind gekümmert werden. Aber Funktionieren um jeden Preis kann nicht (haha) funktionieren. Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass das nicht sein muss. Zweiter Nervpunkt: Der Vater, der sich aus fast allem rausnimmt, seine Arbeit vorschiebt und von seiner Frau quasi alles erwartet. Warum zum Henker macht sie den Mund nicht auf? Argh, ich wollte sie packen und schütteln!
Ihr seht, dass Buch war nichts für mich. Ich habe aber auch gelesen, dass sehr viele davon begeistert waren. Ist es nicht herrlich, dass Geschmäcker und Perspektiven so schön unterschiedlich sind?
'Nightbitch'...der provokante Titel gepaart mit dem sehr fleischlastigen Cover und dem skurrilen Klappentext lassen ja schon erahnen das hier keine Standard-Lektüre um die Ecke kommt.
Grob zusammengefasst geht es hier um Mutter, Vater, Kind, die Mutter in der Hauptrolle. Die kunstliebende, ehemalige Galeristin hat sich nach der Geburt ihres Sohnes recht schnell dazu entschieden keine 'arbeitende' Mutter (auch so ein Thema) zu sein, sondern vorerst daheim zu bleiben und sich um das Kind zu kümmern. Ihr Mann ist dabei keine große Hilfe, da er oft auf Geschäftsreise ist. Nur mit Ratschlägen hält er sich nicht zurück.
Die Mutter fühlt sich in ihrer Situation nicht wohl und urplötzlich spürt sie Veränderungen an sich. Haare wo sonst keine sind, spitze Eckzähne usw. Sie verwandelt sich allmählich zur Hündin und das ändert so einiges.
Die Grundidee von dem Buch finde ich klasse und habe ich auch verstanden. Die feministischen Ansätze sind nichts neues, aber man darf und sollte da trotzdem immer wieder gerne drauf eingehen.
Mir war es allerdings zuviel und zu überspitzt und das hat es dann für mich 'seltsam' gemacht. Der Grundgedanke ist ab der Mitte vom Buch etwas in den Hintergrund gerutscht und meines Erachtens hätte es diese vielen Extreme nicht gebraucht.
Der Roman fesselt einen weil er so anders ist und ich konnte nicht aufhören zu lesen.
Aber im Endeffekt war es nicht so mein Ding und konnte mich nicht komplett abholen.