Auf mehreren Zeitebenen wird das Leben der Bauernfamilie Leeb aus Niedersachsen beschrieben. Im Jahr 1962 gibt es einen Todesfall und Gerda, Nachbarin und Totenfrau des Dorfes, soll den Toten herrichten. Nun wird rückblickend aus den Jahren des 2. Weltkriegs und der Nachkriegszeit erzählt, was die einzelnen Familienmitglieder erlebt haben. Auch ein paar Ausflüge ins 19. Jahrhundert werden gemacht. Die Entwicklungen sind dicht und nachvollziehbar beschrieben und ich empfand es auch als sehr übersichtlich, trotz der vielen Personen und Zeitsprünge. Dazu ist es wirklich sehr schön geschrieben. Ein guter Mehr-Generationen-Dorfroman, bei dem sich der Autor an seiner eigenen Familiengeschichte orientiert.
Familiengeschichte, ein Hof und der Name Wilhelm
Eine Familientragödie über mehrere Jahrhunderte hinweg. Als Lebensmittelpunkt, immer der selbe Hof, der von Generation zu Generation vererbt wird und der Name Wilhelm. Wir lernen die Totenfrau Gerda 1962 kennen, die im gleichen Dorf aufgewachsen ist und dort seit einigen Jahrzehnten sich um die Verstorbenen kümmert. Als sie diese Aufgabe schon abgegeben hatte, steht eines Tages der alte Wilhelm vor ihrer Tür und bitte sie um einen Gefallen. Ein letztes Mal bitte er sie, sich um einen Toten auf seinem Hof zu kümmern. Mit der Zeit erfahren wir durch verschiedenste Zeitsprünge immer wieder Bruchstücke aus der Familiengeschichte, auf die teilweise auch Bezug genommen wird. Am Anfang fand ich das sehr verwirrend, besonders auch, dass eigentlich alle männlichen Charaktere Wilhelm heißen, hat den Einstieg nicht gerade erleichtert. Trotzdem regt die Geschichte zum Nachdenken an, es regt an, wie Familien sich an die NS Zeit erinnern, mit ihrer eigenen Familiengeschichte umgehen und was von Kindern erwartet wird. Auch wenn das Ende sehr heftig ist, wird man das komplette Buch darauf hin vorbereitet und ich finde es sehr logisch geschrieben, bzw. ich kann den Wendepunkt der Geschichte sehr gut nachvollziehen. Es ist kein einfaches Buch für zwischendurch, sondern sollte zum Nachdenken anregen.
Ein großer Familienroman, der die Spuren deutscher Geschichte sichtbar macht? Ganz schön vollmundig, wie der Verlag dieses Buch anpreist und nach den ersten Bewertungen hier auf Goodreads scheint Herr Ahrens ja auch begeistern zu können. Für mich ist das Buch aber leblos und so konzipiert, um den Zeitgeist der Geschmäcker gerecht zu werden. Für mich unverständlich, dass das Buch zu den besten Zwanzig des Jahres zählen soll. Es ist offensichtlich gefragt, historische Romane aus ländlichen Bereich Deutschlands zwischen Weltkriege und Wirtschaftswunder zu schreiben. Ebenso beliebt ist das Schreiben im Präsens, weil das wohl Authentizität und Nähe am Geschehen vermittelt. Und das unchronologische Erzählen war ja schon bei anderen Büchern erfolgreich (siehe Eugen Ruge), dann wird das hier schon auch funktionieren. Ein Buch zwischen Alte Sorten und Altes Land im abnehmenden Licht, die Sprache schlicht und einfach und immer schön charakteristische Merkmale für das jeweilige Jahrzehnt einstreuen. Das wirkt so konstruiert wie ein Ken Follett-Roman mit Mindmap und Checkliste. Wenn ich Familienromane im Nachkriegsdeutschland lesen will, dann greife ich doch lieber zu den Schriftstellern, die diese Zeit auch erlebt haben. Die Personen in der Deutschstunde sind zB mit Leben erfüllt. Dabei will ich nicht andeuten, dass man heutzutage nicht mehr über diese Zeit schreiben soll. Wenn jemand seine persönliche Familiengeschichte aufarbeitet oder erzählerisch neue Aspekte einbringt, dann lese ich auch zeitgenössische Bücher hierüber gerne. Aber Mitgift hat mich enttäuscht.
Ein großer Familienroman, der die Spuren deutscher Geschichte sichtbar macht? Ganz schön vollmundig, wie der Verlag dieses Buch anpreist und nach den ersten Bewertungen hier auf Goodreads scheint Herr Ahrens ja auch begeistern zu können. Für mich ist das Buch aber leblos und so konzipiert, um den Zeitgeist der Geschmäcker gerecht zu werden. Für mich unverständlich, dass das Buch zu den besten Zwanzig des Jahres zählen soll. Es ist offensichtlich gefragt, historische Romane aus ländlichen Bereich Deutschlands zwischen Weltkriege und Wirtschaftswunder zu schreiben. Ebenso beliebt ist das Schreiben im Präsens, weil das wohl Authentizität und Nähe am Geschehen vermittelt. Und das unchronologische Erzählen war ja schon bei anderen Büchern erfolgreich (siehe Eugen Ruge), dann wird das hier schon auch funktionieren. Ein Buch zwischen Alte Sorten und Altes Land im abnehmenden Licht, die Sprache schlicht und einfach und immer schön charakteristische Merkmale für das jeweilige Jahrzehnt einstreuen. Das wirkt so konstruiert wie ein Ken Follett-Roman mit Mindmap und Checkliste. Wenn ich Familienromane im Nachkriegsdeutschland lesen will, dann greife ich doch lieber zu den Schriftstellern, die diese Zeit auch erlebt haben. Die Personen in der Deutschstunde sind zB mit Leben erfüllt. Dabei will ich nicht andeuten, dass man heutzutage nicht mehr über diese Zeit schreiben soll. Wenn jemand seine persönliche Familiengeschichte aufarbeitet oder erzählerisch neue Aspekte einbringt, dann lese ich auch zeitgenössische Bücher hierüber gerne. Aber Mitgift hat mich enttäuscht.
Die Höfeordnung in Niedersachsen, nicht immer ein Segen der erstgeborenen Söhne, was in diesem Buch eindrucksvoll beschrieben wird. Mit persönlichen Erfahrungen zu diesem Thema wird dieses Buch noch intensiver. Lesenswert!
Manchmal etwas sperrig in der Sprache.
Puh, der Funke ist trotz des regionalen Bezugs, den ich habe, nicht wirklich übergesprungen. Am Anfang fand ich’s noch sehr spannend - später auf Grund der 5 Wilhelm Leebs (!) verwirrend und bis zum Ende waren fast alle unsympathisch und wirklich was Neues hab ich nun auch nicht gelernt. Außer das (Nach-)Kriegsgeschichte aus deutscher Sicht für mich nichts Neues ist…
Ein Familienroman welcher mit vielen Zeitsprüngen vom Leben der Familie Leeb erzählt. Generationenkonflikte begleiten uns wohl alle, jedoch nimmt diese Geschichte eine sehr traurige und tragische Wendung.
Familiengeschichte über mehrere Generationen in schweren Zeiten
Anfänglich genervt von dem wiederkehrenden Namen Wilhelm in jeder Generation - ich musste mich immer erst zurecht finden in welcher Zeit wir gerade sind , dann aber sehr spannend wie jeder mit seinen Vorfahren zu tun hatte.
Eine ergreifende Familiengeschichte, die Geschichte erlebbar macht. An manches erinnert man sich selber zurück. Sehr gut gezeichnete Charaktere und spielt gleich bei mir um die Ecke.
Der „Hof“ ist alles…
Wer Bezug zur Landwirtschaft hat, wird mit diesem Buch viel anfangen können! Und wer sich für die Nazi-Zeit interessiert- noch mehr. Mir hat es super gefallen. Zugegeben- es gibt viele Wilhelms, wie bei uns damals im Dorf :-) . Manchmal verwirrend, aber einfach überlesen! Meistens löst es sich von alleine wieder auf!
Eine gut erzählte Familiengeschichte über mehrere Generationen.
Mitgift, nominiert für den deutschen Buchpreis 2021. Zu Beginn war ich skeptisch: Wieder ein Nachkriegsroman deren Protagonisten sich über mehrere Generationen verteilen und schon wieder ein Buch, deren Schauplatz ein Bauernhof ist. Und diese vielen Wilhelms (genau Sieben sind es...) haben mir den Einstig ins Buch nicht leicht gemacht. Aber dann hat es mich doch gefangen: 1962 in Klein Ilsede bei Peine wird die Totenfrau Gerda zum Hof des Bauern Leeb gerufen. Eigentlich wollte sie nie wieder einen Toten zurecht machen, jedoch lässt sie sich überreden und nimmt die Aufgabe an, denn sie war einst die Freundin vom Bauern Wilhelm Leeb. Eine Eheschließung kam jedoch nicht zustande, da Gerda über keine Mitgift verfügte. Und so nimmt diese Geschichte ihren Lauf: Es werden Rückblicke erzählt, die bis zu 200 Jahre zurück liegen und die dann gleich wieder dem Sprung in das nächste Zeitalter, respektive Geschichte, dienen. Henning Ahrens führt uns geschickt durch die Jahrzehnte, wo wir den Hof und die Familie Leeb begleiten: Schlachtfeste, Erbstreitigkeiten, Hungersnöte, Weltkriege kommen und gehen, ebenso wie amerikanische Besatzungssoldaten. Vater-Sohn-Konflikte sind an der Tagesordnung. Ahrens hat einen wunderschönen und detaillierten Schreibstil. Eine perfekt konstruierte Familiengeschichte, ein dramatisches, fesselndes und spannendes Buch, das zu Recht auf der #longlist 2021 ist.











