1. Mai
Rating:5

Von Bienen und Menschen

Wilder Honig von Caryl Lewis ist ein unaufgeregter, melancholischer, tiefgründiger und wunderschöner Liebesroman. Die Autorin entführt uns nach Wales, in einen Obsthof etwas außerhalb einer kleinen Ortschaft. Wir lernen die drei Frauen Hannah, Sadie und Megan kennen, deren bisheriges Leben nicht unterschiedlicher sein könnte. Hannah´s Mann John, ein Schriftsteller und Imker, ist frisch verstorben und Sie das erste Mal alleine. Mit seinem Testament hat er Ihr elf Liebesbriefe hinterlassen sowie ein großes Geheimnis. Caryl Lewis hat einen zurückhaltenden und tollen Schreibstil, der auch ohne viel wörtliche Rede auskommt. Ihre Beschreibungen der Landschaft und auch des Hauses sowie die vorkommenden Personen fand ich sehr gelungen. Die Liebesbriefe gehen ans Herz, in diese hat die Autorin geschickt viele Informationen über Bienen und deren Leben eingeflochten. Fazit: Ein wunderbarer Roman über Trauer und neue Liebe, Verletzung und Vergebung, über Schwesternschaft und natürlich über Apfelbäume und Bienen. Von mir eine klare Leseempfehlung..... am besten mit einem Päckchen Taschentüchern griffbereit!

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
11. Apr.
Rating:4

Ein ruhiges Buch, welches einen die Natur näher bringt. Hannah ist in Trauer, nach langer Ehe ist ihr Mann gestorben. Sie kannten sich schon als sie Jugendliche waren und sind in einem kleinen Ort in Wales aufgewachsen. Hannah wurde schwanger und beide Elternpaare waren dagegen, dass die beiden so jung heiraten. John wurde zum Studium fortgeschickt, aber als er zurück kam, haben die beiden dennoch geheiratet. Sie leben in dem Haus ihrer Eltern mit den Eltern. Es gehört ein Obstgarten mit Apfelbäumen dazu und Hannahs Vater hat ihr viel über die Bäume und deren Pflege beigebracht. Nach Johns tot, kommt Hannahs Schwester Sadie um ihr beizustehen. Sie entdecken Briefe und ein Geheimnis von John. Er hat eine Tochter. Nach der Abtreibung konnte Hannah keine Kinder mehr bekommen. Sie ist maßlos entsetzt und verletzt. Dennoch möchte sie die junge Frau kennenlernen. Megan steht in einer Winternacht vor dem Haus und fühlt sich direkt unwohl und zieht sich in einem Wohnwagen auf dem Grundstück zurück. Es dauert bis Hannah und sie zueinander finden und sowas wie Freundschaft oder Verbundenheit entsteht. Megan kommt zur Ruhe und lernt Jack kennen. Dieser hat John und Hannah schon immer auf dem Hof geholfen und kümmert sich nun sehr um Johns Bienen und hilft mit dem Apfelbäumen. Megan und Jack verbindet etwas, aber die beiden brauchen noch etwas bis sie sich das eingestehen. Ein ruhiges Buch, welches entschleunigt, da die Natur und das Leben und Verhalten der Bienen beschrieben werden. Es zeigt, dass Natur Natur sein sollte und wir nicht so viel eingreifen sollten, denn am Ende kann die Natur helfen auch wieder einen Weg zu uns selbst zu finden.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
9. März
Rating:5

Eines meiner liebsten Bücher

So sehr Frühling und Winter zugleich. Eine Geschichte übers Altern, über Reue - unausgelebte Wünsche und dass es nie zu spät ist. Eine Geschichte über Beziehungen, kaputte, alte, neue. Über Bienen und Bäume. Frauen in einem zerbrochenen Eden. Und die Schönheit am Zerbrochenen.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
7. Feb.
Rating:5

Das Buch hätte sogar 6⭐️ verdient.

Unerwartet so überrascht zu werden, im positiven Sinne, tat gut. Das Buch hat einen tollen, unaufgeregten, zum nachdenken anregenden Schreibstil. Bin ganz Seelig nach dem Lesen.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
19. Jan.
Rating:2.5

Luft nach oben

Es fällt mir schwer, das Buch abschließend für mich zu bewerten. Grundidee wirklich gut und auch viele der Beschreibungen waren sehr schön ausgedrückt und der Teil über das Leben der Bienen wissenswert für mich. Leider hat es mich trotzdem nicht begeistert, die Charaktere blieben meiner Meinung nach bis auf Meghan und dem Mann, der sich nun um die Bienen kümmert (habe jetzt schon seinen Namen vergessen, kein gutes Zeichen) unsympathisch. Ich habe es als Hörbuch gehört und war von der Sprecherin nicht begeistert, könnte sein, dass ich daher das Buch nicht so gut fand wie ich es vllt hätte finden können, wenn ich es gelesen hätte.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
12. Jan.
Rating:4.5

Eine ruhige, berührende Geschichte.

Eine wunderbare Geschichte übers Leben, Lieben, Enttäuschungen, Verluste und Neuanfänge. Die Geschichte atmet eine tiefe Verbundenheit zur Natur. Was bei mir besonders verfängt - es geht auch um Bienen. Auch wenn das Cover sehr sommerlich aussieht, wird doch ein ganzes Jahr, beginnend kurz vor Winterbeginn bis zum nächsten Herbst erzählt. Das Buch passt also im Grunde in jede Jahreszeit. Im Mittelpunkt stehen die drei Frauen Hannah, ihre Schwester Sadie und Meghan. Hannah ist frisch verwitwet und um die 70, Sadie einige Jahre jünger und Meghan 26. Besonders die beiden älteren Frauen zu begleiten, hat mich sehr bewegt. Gerne habe ich mich auf ihr Innenleben, ihre Gedanken, ihre Stimmungen eingelassen. Die Geschichte wird wunderbar unaufgeregt erzählt und berührte mich dennoch sehr. Wer einen ruhigen Erzählton und Nature Writing mag, dem kann ich die Lektüre oder auch das Hörbuch empfehlen. Ich habe im Wechsel gehört und gelesen. Gerade sich die Briefe von Jack (dem verstorbenen Ehemann) vorlesen zu lassen, fand ich durch die ruhige, volle Stimme von Walter Kreye sehr stimmungsvoll.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
1. Jan.
Rating:5

Ein stiller Obstgarten in Wales, ein Geheimnis, das unter Apfelbäumen und Bienenstöcken schlummert - in „Wilder Honig“ treffen drei Frauen aufeinander, jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihrer Trauer, ihren Hoffnungen. Hanna - lebenslang verwurzelt auf dem elterlichen Hof, Sadie - ihre Schwester, die schon fort war und zurückkehrt, und Megan - jung, suchend, mit unbekannter Vergangenheit. „Wilder Honig“ ist ein feinfühlig erzählter Roman über Verlust, Heimat und die stille Kraft der Natur. Zwischen summenden Bienen und reifenden Äpfeln erzählt Caryl Lewis die Geschichten dreier Frauen, die auf unterschiedliche Weise mit der Vergangenheit ringen, von Liebe, Verlust und dem Mut, Wurzeln neu zu schlagen. Präzise, poetisch und ruhig entfaltet sich ein Bild von Zusammenhalt und Neubeginn - ein Buch, das leise wirkt, aber lange nachklingt.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
31. Dez.
Rating:4

"Ein Buch über Schwesternschaft, die große Liebe und die Schönheit der Natur, die genauso gehegt und gepflegt werden muss wie eine Beziehung" heißt es im Klappentext. Das trifft es. Personen des Buches sind die siebzig Jahre alte Hannah und ihre sechs Jahre jüngere Schwester Sadie sowie Megan und Jack. Ort der Geschichte ist Berllan-deg in Wales. Es ist ein ruhiges Buch, das die Liebe zur Natur, den Apfelbäumen und den Bienen nahe bringt. Aus den Briefen von John - in kursiver Schrift gedruckt - erfahren wir viel über Bienen.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
17. Nov.
Rating:4

Ein intimer Einblick in eine naturverbundene Familie

Das Buch ist eher ein Slow-Burner, macht dies aber sehr gut. Es verwebt die Eigenheiten von Bienen mit den Menschen, die sich um sie kümmern. Dabei gibt es uns Einblick in ein Familienleben, das auf den ersten Blick klar und unaufregend erscheint, sich dann aber als ebenso verwoben wie ein Bienenstock entpuppt.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
16. Nov.
Rating:3.5

Ein stiller Roman über Trauer, Natur und Neubeginn. Poetisch, ruhig und atmosphärisch, auch wenn die Figuren etwas distanziert bleiben.

Kann ein Obstgarten Herzen heilen? Hannah, ihre Schwester Sadie und Megan stehen jeweils an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Der Verlust von Hannahs Mann John, ein lange verborgenes Geheimnis und elf hinterlassene Briefe bringen sie dazu, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Inmitten der walisischen Natur finden sie langsam Orientierung, Trost und neue Verbindungen. „Wilder Honig“ ist ein stilles, nachklingendes Buch, das weniger durch große Ereignisse überzeugt, sondern durch die leisen Botschaften zwischen den Zeilen. Die Geschichte beginnt schwer und traurig, fast drückend – der Tod, der Verlust und die tiefe Einsamkeit, die Hannah nach Johns Tod empfindet, prägen die ersten Kapitel. Doch gerade diese behutsame, langsame Annäherung an die Trauerbewältigung hat mich berührt. Schritt für Schritt darf man miterleben, wie die Figuren ihre Lasten sortieren, alte Wunden betrachten und nach und nach Frieden finden. Am Ende liegt eine spürbare Leichtigkeit über der Geschichte, die wie ein sanfter Wind durch den Obstgarten weht. Besonders Johns elf Briefe haben mich fasziniert. Immer wieder stellt sich die Frage, ob er darin tatsächlich nur über die Bienen spricht oder ob er ihr Verhalten als Spiegel seines eigenen Lebens nutzt. Die Metaphern über das Bienenvolk werden zu einer behutsamen Reflexion über seine Beziehung zu Hannah. In ihnen öffnet er sich auf eine Weise, die ihm zu Lebzeiten schwerfiel. Dieses Ungesagte, das nun ans Licht kommt, zählt zu den berührendsten Aspekten des Romans. Die Handlung an sich ist eher ruhig, stellenweise vorhersehbar, aber ich glaube, genau das beabsichtigte die Autorin. Hier geht es nicht um Spannung oder große Twists, sondern um Melancholie, Enttäuschung, Einsamkeit – und um die subtile Heilung, die aus solchen Gefühlen entstehen kann. Im Zentrum stehen Hannah, Sadie und Megan. Obwohl sie sehr unterschiedlich sind und gut miteinander harmonieren, blieben sie mir emotional etwas fern. Oft werden ihre Gedanken und Gefühle nur angedeutet, sodass mir die Nähe zu ihnen fehlte. Vielleicht ist diese Distanz aber bewusst gewählt, denn auch innerhalb der Geschichte begegnen sie einander nicht immer offen oder vertraut. Wunderschön ist der starke Naturbezug, der das gesamte Buch prägt. Der Obstgarten, die Bienen und die walisische Landschaft wirken lebendig und echt, fast so, als stünde man selbst zwischen den Bäumen. Die naturkundlichen Details und das ruhige Erzähltempo schaffen eine meditative Atmosphäre. Besonders gelungen fand ich den Aufbau entlang der Jahreszeiten, die sich im Leben der Bienen und im Wandel der Obstbäume widerspiegeln. Das verleiht dem Roman eine poetische, stimmige Symbolik. Fazit: "Wilder Honig" ist ein ruhiger Roman voller leiser Töne. Seine Stärke liegt nicht in der Handlung, sondern in Themen wie Trauer, Heilung, Natur und zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch wenn mir die emotionale Nähe zu den Figuren teilweise gefehlt hat, hat mich die besondere Atmosphäre sehr berührt. Eine Empfehlung für alle, die stille, tiefgründige Geschichten mögen.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
29. Okt.
Rating:3.5

Das Buch greift wichtige gesellschaftskritische Themen auf, was ich sehr an dem Buch geschätzt habe.

Von "Wilder Honig" habe ich im Podcast von Dora Held erfahren, als der literarische Nerd bei ihr zu Gast war. Nach eher schwermütigen Büchern, sehnte ich mich nach einer gemütlichen Geschichte mit Tiefgang und wurde mit Wilder Honig fündig. In der Geschichte geht es um 3 Frauen, Hannah, deren Mann John kürzlich verstorben ist, Sadie die Schwester von Hannah und Megan, Johns unehelichem Kind aus einer Affäre. Das Buch greift wichtige gesellschaftskritische Themen auf, was ich sehr an dem Buch geschätzt habe. Gleichzeitig driftet es aber nicht in eine Melancholie oder dergleichen ab, sondern behält seinen britischen Charme und eine gewisse lebensbejahende Note. Was mir jedoch nicht so gefallen hat, waren Johns Briefe. Er zieht immer Vergleiche zwischen seiner Ehe mit Hannah und seinen Bienen, versinkt in Selbstmitleid und bereut viele seiner Entscheidungen. Oft wollte ich ihn anschreien, er solle doch endlich mal aus dem Quark kommen und offen und ehrlich mit Hannah reden. Hier hatte der Roman für mich auch seine Schwächen, weil es mir doch zu schnulzig war mit den Briefen, was aber gleichzeitig mein einziger Kritikpunkt ist. Das Buch habe ich erstmal pausiert, vielleicht lese ich es zu einem anderen Zeitpunkt weiter.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
26. Okt.
Post image
Rating:3.5

'Wilder Honig' von Caryl Lewis ist ohne Zweifel eine echte Cover-Schönheit. Inhaltlich hatte ich mir allerdings ein wenig mehr versprochen. Die Geschichte beginnt sehr melancholisch mit dem Tod von John und der tiefen Trauer seiner Frau Hannah. Unterstützung findet sie bei ihre Schwester Sadie, die selbst gerade mit eigenen Zweifeln und Lebensfragen zu kämpfen hat. Durch das Lüften eines großen Familiengeheimnisses tritt schließlich Megan in das Leben der beiden Schwestern, und eine vorsichtige Annäherung zwischen den dreien beginnt. Besonders interessant sind die elf Briefe, die John seiner Frau hinterlassen hat. In ihnen versucht er, auf seine ganz eigene, poetische Weise mit Hannah zu sprechen - in Metaphern, inspiriert von seiner zweiten großen Liebe: den Bienen. Der Schreibstil ist atmosphärisch und voller schöner Naturbeschreibungen, die mir sehr gefallen haben. Auch die zahlreichen Informationen über das Leben der Bienen fand ich äußerst spannend und lehrreich. Leider konnten mich die Figuren selbst nicht richtig erreichen - sie blieben mir emotional eher fremd, und gerade John, der posthum eine so große Rolle spielt, hat mich mit der Zeit etwas genervt. Zudem gab es einige kleinere Ereignisse, die für die Handlung kaum Bedeutung hatten und meinen Lesefluss ein wenig gestört haben. Insgesamt hatte ich eine angenehme Lesezeit, auch wenn mich die Geschichte wohl nicht dauerhaft begleiten wird. Dennoch: die liebevoll recherchierten Fakten über die faszinierende Welt der Bienen haben mir wirklich gut gefallen - allein dafür hat sich das Lesen gelohnt. 🐝

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
24. Okt.
Rating:5

Eine sehr schöne emotionale Geschichte. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Es geht um Gefühle und Akzeptanz eben dieser. Und um Heilung. Mich hat das Buch oft sehr berührt und die Bilder, die benutzt wurden, um die Wandlung zu untermalen waren wunderschön.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
18. Okt.
Rating:2

Ein von Metaphern dominierter Roman

„Wilder Honig“ von Caryl Lewis ist ein unaufgeregter, ruhiger Roman in poetischer Sprache mit vielen Naturbeschreibungen. Zentrale Themen des Romans sind Trauerbewältigung, Vergebung und Neuanfang. Hannah (70 Jahre alt) verliert nach 50 Ehejahren ihren Mann John aufgrund einer schweren Krankheit. Nach Johns Tod erfährt sie von seinem schwerwiegendem Geheimnis. In 11 Briefen, die John hinterlassen hat, versucht er seine Gedanken in Worte zu fassen, die ihn zu Lebzeiten sprachlos zurück ließen. John war zeitlebens leidenschaftlicher Imker und zieht in den Briefen Parallelen zwischen seiner Ehe mit Hannah und dem Leben seiner Bienen. Das Leben der Bienen steht hier als Metapher zur Liebe und Ehe mit Hannah. Hannah findet nach Johns Tod Trost und Zuflucht in ihrem Obstgarten. Die Umgestaltung und das Arbeiten im Garten tragen dazu bei, dass sie sich ihrer Trauer und Einsamkeit stellt und sie langsam verarbeitet. Die Briefe sind meiner Meinung nach nicht richtig in die Handlung eingebunden. Sie stehen fragmentarisch neben der Handlung, die kaum Fahrt aufnimmt. Es gibt keine Handlungstiefe. Die Figuren sind alle distanziert, man bekommt keine Nähe zu ihnen, da Caryl Lewis hier mit Emotionen sehr sparsam umgeht. Die Figuren bleiben schemenhaft. Themen werden manchmal nur kurz angerissen, Gedankengänge nicht zu Ende gedacht. Es gibt Handlungsstränge, die eingeschoben werden, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben. Die intensiven und schönen Naturbeschreibungen stehen im Vordergrund. Für meinen Geschmack waren es zu viele, da ich persönlich lieber mehr über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten erfahren hätte. Inhaltlich gibt es keine großen Emotionen. Es gibt auch keine dramatische Handlung. Wer Metaphern und anschauliche Naturbeschreibungen liebt, kommt aber hier auf seine Kosten!

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
8. Okt.
Rating:3.5

Man sollte ohne Erwartungen an das Buch gehen und sich drauf einlassen. Still und atmosphärisch

💫Ein Obstgarten, 3 Frauen und 11 Briefe💫 Hannahs Mann ist verstorben und hat ihr in einem Testament offenbart, ein Kind mit einer anderen Frau zu haben. Da Hannah selbst nie Kinder bekommen konnte, ist dies nun ein weiterer Schlag, neben dem Verlust ihres Mannes. Zur Unterstützung kommt ihre Schwester Sadie sie besuchen. Auch zwischen den 2 Schwestern gibt Unausgesprochenes, doch als Hannah beschließt, die Tochter ihres Mannes kennenlernen zu wollen, steht sie ihr bei. Meine Meinung: Wilder Honig ist ein Buch, an das man ohne Erwartungen gehen und sich drauf einlassen sollte. Es ist eines der stillen Bücher, was vielmehr von einer starken Atmosphäre und dem unausgesprochenen lebt. Es passiert gefühlt nichts und zeitgleich doch so viel. Besonders überrascht war ich von den 11 Briefen, die John seiner Hannah hinterlassen hat. Statt klassischer Liebesbriefe, erzählt dieser leidenschaftlich und teils poetisch von seinem Bienenschwarm. Zwischen den Zeilen erkennt man Methapern, die einen Bezug zu seiner Liebe und seinem Leben herstellen. Es geht viel um Bienen und Gärten, aber auch um Trauer, Gefühle und Selbstverwirklichung. Die Geschichte kommt ohne großes Drama und ausschweifende Dialoge aus, es ist still und wirkt beim Lesen nahezu besinnlich. Gerade die Abschnitte über die Bienen und den Garten fand ich sehr lehrreich, atmosphärisch und informativ. Hier hat sich die Autorin große Mühe gegeben. Den Schreibstil fand ich anfangs etwas behäbig, habe mich aber schnell eingefunden und dann lief es auch flüssiger. Leider fehlte mir die Nähe zu den Protagonisten. Sie legen zwar alle eine tolle Entwicklung hin, blieben für mich aber eher blass. Zudem gab es Handlungsstränge, die der Geschichte nichts beitragen konnten, da sie nur kurz abgehandelt wurden und mehr Tiefe vertragen hätten. Ich denke, es lag an meinen Erwartungen. Wer sich aber drauf einlässt und ohne Erwartungen ran geht, der wird sicher große Freude an dem Buch haben.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
22. Sept.
Rating:4

Als Hannah nach über 50 jähriger Ehe ihren geliebten Mann John verliert, steht ihre Schwester Sadie ihr zur Seite. Beim Durchsehen der Unterlagen findet Sadie sein Testament, das beide erschüttert. Und Briefe. Der Roman erzählt leicht und flüssig. Man findet schnell in die Geschichte hinein und man fühlt die Trauer und den Verlust. Apfelgarten, Bäume, Bienen, Mitmenschen werden sehr gut beschrieben und schnell wird man auf die Lebensgeschichte von Hannah und John neugierig. Bienen und Honig als Metapher für die Liebe fand ich sehr gelungen. Und auch wenn die Figur der Magan relativ blass blieb, hat das für mich gepasst. Ebenso dass einige Themengebiete und Probleme unserer Zeit angesprochen, aber nicht ausführlich behandelt worden, völlig ok ist, denn es ging um die Erklärung und Beschreibung von John und Hannahs Liebe incl. deren Problem. (Etwas unglücklich erklärt, aber ich will nicht spoilern.) Eine leise Geschichte, die trotzdem spannend daherkommt, sehr gut erzählt und erklärt ohne langweilig zu werden. Ich habe Wilder Honig sehr gern gelesen.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
15. Sept.
“Vielleicht sollte ich dankbar sein, denn das einzige Privileg, das man hat, wenn man auf einen Abgrund zutaumelt, ist das Gefühl, zu ersten Mal frei von der Zeit zu sein.”
Rating:5

“Vielleicht sollte ich dankbar sein, denn das einzige Privileg, das man hat, wenn man auf einen Abgrund zutaumelt, ist das Gefühl, zu ersten Mal frei von der Zeit zu sein.”

Es ist beeindruckend, wie dieser ruhige Roman die Worte überflüssig macht. Seine Erzählung wird nicht nur gelesen, sondern auch gefühlt. Die Geschichte handelt von Hannah, deren Mann kürzlich verstorben ist, von Sadie, ihrer Schwester, die kurzerhand wieder zu ihr findet und Megan, die Tochter ihres verstorbenen Mannes. Drei Frauen, die ihr Leben immer mehr der liebevollen und neu entdeckten Hingabe eines Obstgartens und der Imkerei widmen. Im Herzen eines Apfelgartens und mit dem Summen der Bienen schaffen sie sich einen neuen Lebenssinn. Zwischen Trauer, Liebe, Enttäuschungen und Dankbarkeit entsteht eine unvergessliche Geschichte. “Es ist eine Farbe, die keine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie ist nicht vorlaut, sondern milchig trüb und wie  geschaffen für Licht. Die edelsten Kerzen werden aus Bienenwachs gemacht, ihre Leuchtkraft ist einzigartig. Die Flamme ist klar, ehrlich, qualmt nicht. Das Schönste aber, Hannah, ist, dass ihr Licht nicht grell ist, keine dunklen Schatten wirft und von einer atemberaubenden Reinheit ist.” Direkt nach dem Lesen habe ich mir erstmal ein Brot mit süßen Honig gegönnt, die Lust darauf war grenzenlos.Von jetzt an werde ich Honig anders schmecken, seine Nuancen bewusster wahrnehmen. Auch Bienenwachskerzen werde ich mit mehr Achtsamkeit betrachten. So wie die Bienen liebevoll ihre Waben bauen, wurde mir noch mehr klar, dass auch unsere menschlichen Beziehungen eine solche Wertschätzung verdienen. Dieses Buch ist eine stille und sanfte Liebeserklärung an die Natur, das Leben und die Liebe. Ein absolut wundervolles Buch 🙏🏻🍯🐝

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
13. Sept.
Rating:5

Kein Licht ohne Dunkelheit

Caryl Lewis ist hier ein wunderbares, leises und poetisches Buch gelungen. Ein kleiner Schatz für ruhige Stunden. Mit ihrer bildhaften Sprache gleitet man nur so durch dieses Buch. Und immer wieder habe ich innegehalten, um den Gedanken in diesem Buch Raum zu geben und mich in den Naturbeschreibungen zu verlieren. Doch worum geht es? Hannah hat ihren Mann verloren und ist in tiefer Trauer. Allein ihr Obstgarten und die Gesellschaft von Sadie und Megan geben ihr Halt. Doch jede der drei Frauen hadert auf ihre Art mit ihrem bisherigen Leben. Ist es für sie möglich, etwas zu verändern und ihrem Leben eine neue Richtung zu geben? Ein Buch über Trauer, verpasste Chancen, unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte, die leise Hoffnung, dass ein Neuanfang möglich ist und die Erkenntnis, “dass die besten Dinge zugleich bitter und süß sind, dass es kein Licht ohne Dunkelheit gibt und keine Liebe ohne Verlust.” Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. *Danke an netgalley für das Rezensionsexemplar*

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
12. Sept.
Rating:3

Von Trauer, Verletzungen und Neubeginn

Sadie besucht ihre Schwester Hannah, um sie nach dem Tod ihres Mannes zu unterstützen. Als bei der Sichtung seiner Unterlagen ein Testament gefunden wird,   erfahren die Beiden,  dass er eine Tochter hat. Hannah ist am Boden zerstört und schreibt seiner Tochter einen Brief, weil sie Megan kennenlernen möchte.  Doch als sie tatsächlich kommt,  ist Hannah abweisend und ignoriert sie. Durch den plötzlich hereinbrechenden Winter ist Megan der Weg zurück erst einmal nicht möglich und die drei Frauen müssen schauen wie sie mit der Situation zurecht kommen. Hannah's  Mann hat 11 Briefe hinterlassen, in denen er viel über Bienen schreibt und Vergleiche zu ihrer Ehe zieht.  Er versucht sich so zu erklären und sich bei Hannah zu entschuldigen. Ein feinfühliges Buch über Trauer,  Verletzungen und Neuanfang, indem man viel interessantes über Bienen,  Honig und Obstgärten erfährt.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
8. Sept.
Ein Werk wie ein stiller Obstgarten: für manche ein Ort der Erneuerung, für andere ein Raum, der zu leise bleibt.
Rating:2

Ein Werk wie ein stiller Obstgarten: für manche ein Ort der Erneuerung, für andere ein Raum, der zu leise bleibt.

„In einem Apfelkern steckt ein unsichtbarer Obstgarten.“ Mit diesem walisischen Sprichwort beginnt Caryl Lewis einen Roman, der wie ein leiser Atemzug wirkt: still, verhalten und getragen von der walisischen Landschaft. Wilder Honig erzählt von drei Frauen, die, jede auf ihre Weise, einen Neuanfang wagen. Ihre Wege verweben sich im Rhythmus der Natur, in den Erinnerungen an Vergangenes und in den Spuren von Verlust und Hoffnung. Lewis schreibt mit großer sprachlicher Schönheit. Fast jede Seite birgt Sätze, die man markieren und wiederlesen möchte, wie kleine Kostbarkeiten, die aufblitzen und verweilen. Doch gerade diese poetische Dichte lässt die Handlung fast ins Hintertreffen geraten. Statt greifbarer Figuren begegnet man oft eher ihren Gedanken, den Bildern der Natur, den geheimnisvollen Bienenbriefen oder den Sprüngen durch die Zeit. Für manche Leser*innen mag darin der Zauber des Buches liegen – das langsame Versinken in eine Welt der Stille, das Verweilen zwischen den Zeilen. Für mich jedoch blieb die Geschichte trotz ihrer sprachlichen Feinheit zu fern. Die Frauenfiguren, um die sich alles rankt, blieben mir auf Distanz, und die erzählerische Ruhe wurde zu einer Schwere, die mich nicht erreichen konnte. Und doch: Wilder Honig ist ein Roman, der viele berühren dürfte, gerade jene, die sich nach einem entschleunigten, nachdenklichen Leseerlebnis sehnen. Ein Buch, das mehr betrachtet als erzählt, das mehr fühlt als vorantreibt. Ein Werk wie ein stiller Obstgarten: für manche ein Ort der Erneuerung, für andere ein Raum, der zu leise bleibt.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
19. Aug.
Rating:4

Zwischen Naturbildern und Lebensfragen

„Wilder Honig“ ist ein leises, eindringliches Buch, das vor allem durch seine Sprache überzeugt. Caryl Lewis schreibt mit einer angenehmen Klarheit, die zugleich poetisch wirkt und die Atmosphäre wunderbar einfängt. Gerade dieser Schreibstil hat mir das Lesen sehr angenehm gemacht und mich immer wieder innehalten lassen. Inhaltlich bewegt sich der Roman zwischen Alltagsbeobachtungen und tieferen Fragen nach Zugehörigkeit, Verlust und den Wegen, die Menschen im Leben einschlagen. Besonders die Verknüpfung von Natur, Landschaft und innerem Erleben ist stark gelungen und schafft Bilder, die nachhallen. Auch wenn die Handlung eher ruhig verläuft, entwickelt sich daraus eine dichte Stimmung, die den Roman trägt. Es gibt Momente, in denen die Erzählung fast zu still wirkt und man das Gefühl hat, dass die Spannung verloren geht. Doch das wird durch die bildhafte Sprache und die feinen Nuancen der Figuren wieder aufgefangen. Das Ende fügt sich stimmig in die Geschichte ein und verstärkt den nachdenklichen Ton, der das Buch prägt. Fazit: Ein atmosphärischer Roman, dessen Stärke klar im Schreibstil und in der feinsinnigen Darstellung von Stimmungen liegt. Wer ein Buch sucht, das nicht durch Action, sondern durch ruhige Tiefe überzeugt, wird hier fündig. Für mich ein sehr schönes, wenn auch nicht durchgehend packendes Leseerlebnis.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
18. Aug.
„... kein Licht ohne Dunkelheit, keine Liebe ohne Verlust." - Wilder Honig, Caryl Lewis

Wie Äpfel und Honig 🍯 🍎
Rating:4

„... kein Licht ohne Dunkelheit, keine Liebe ohne Verlust." - Wilder Honig, Caryl Lewis Wie Äpfel und Honig 🍯 🍎

Das Cover ist ein kleines Kunstwerk, welches einen wundervollen Einblick in das malerisch beschrieben, kleine Dorf der Handlung gibt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und komplex ohne erschwerend zu wirken. Drei Frauen, verbunden- trotz widrigen Umständen, gebrochen-auf ihre eigene Weise. Elf Briefe von Hannahs verstorbenen Ehemann, die seine tiefe Verbundenheit zu seinen Bienen und deren Leben aber auch in die zerklüftete Seele seiner Frau, offenbaren. Was zerrüttet und entfremdet beginnt, offenbart mit jedem neuen Brief eine emotionale Tiefe. Die Autorin spricht moderne und wichtige Themen wie unter anderem Einsamkeit, verleumdete Liebe, unglückliche Ehe und Kinderlosigkeit allzu menschlich und nahbar an. Drei Frauen- alleine und verloren... oder vielleicht doch nicht? Ein bewegendes Buch, geschrieben für Frauen aller Generationen.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta
13. Aug.
Rating:3

Atmosphärisch

Wie wunderschön ist bitte dieses Cover? Das und die Atmosphäre haben mir am besten am Buch gefallen. Das Buch spielt über ein Jahr hinweg, ein Jahr, in dem Hannah, Sadie und Megan auf der Suche nach sich selbst sind. Leider bleiben die Personen jedoch sehr distanziert und unnahbar. Jede der Frauen kämpft auf ihre Weise mit Erlebtem. Und ich finde es schade, dass zumindest die Geschichte von Megan wirklich sehr schnell und kurz abgehandelt wird. Irgendwie taucht man nicht tiefer ein und alles bleibt recht oberflächlich. Zudem gibt es kaum Dialoge. Manches war für mich nicht nachvollziehbar, besonders eben die Distanz zu den Personen konnte nicht aufgelöst werden. Dennoch birgt das Buch eine ganz besondere Atmosphäre und man lernt sehr viel über Bienen, die Herstellung von Honig und Apfelbäume, was wirklich interessant beschrieben wurde. Wenn man Lust auf ein atmosphärisches Buch hat, ist man hiermit gut bedient. Herbst, Winter und Frühjahr gehen sofort auf einen über.

Wilder Honig
Wilder Honigby Caryl LewisKlett-Cotta