Britisches Cosy Crime mit gewitzter Amateurdetektivin
Gemeinsam mit der Psychologin und Amateurdetektivin Beatrice Adela Bradley geht es in die Weihnachtsferien aufs Land, in die malerischen Cotswolds. Dort gibt es, wie sollte es anders sein, ein Toten. Doch war es wirklich Mord? Außerdem gilt es die Rätsel um ein Gespenst und anonyme Drohbriefe aufzulösen. Gemeinsam mit dem Polizeipräsident höchst selbst verfolgt Adela die Spuren, zieht Schlüsse und hat es dabei kein bisschen eilig. Wer Tempo und Aktion mag, wird hier vermutlich enttäuscht. Weihnachtlich ist an dem Krimi auch nur, dass er in der Weihnachtszeit beginnt. Die Aufklärung des Falles zieht sich dann aber über einige Monate hin. So ganz genau konnte ich es nicht einordnen, aber ich vermute, die Handlung ist Mitte bis Ende der 1930ern angesiedelt. Die Autorin kann man durchaus in eine Reihe mit Agatha Christie stellen. Sie hat hier eine Ermittlerin mit Witz und Scharfsinn geschaffen. Ihren Stil würde man heute Cosy Crime nennen und ich füllte mich damit auch recht gut unterhalten. Ein wenig Kritik habe ich dennoch anzubringen. So wird durch Titel und Cover der Eindruck vermittelt, es handele sich um einen Weihnachtskrimi, was jedoch nicht der Fall ist. Die Handlung beginnt lediglich um die Weihnachtszeit. Auch fand ich nicht alle Eigenarten von Mrs. Bradley angenehm. Was wohl verschroben und kauzig erscheinen soll, wirkte auf mich teilweise ein wenig unsympathisch. Dennoch werde ich im Auge behalten, ob noch mehr der wohl über 60 Krimis der Reihe in den nächsten Jahren ins Deutsche übersetzt werden, denn ich würde Mrs. Bradley gerne noch eine Chance geben.




