Plot: ⭐⭐⭐Characters:⭐⭐⭐⭐World building:⭐⭐⭐⭐Writing style:⭐⭐⭐
Zu meiner Verteidigung muss ich gleich zu Anfang erwähnen, dass ich die Podcats nicht kenne, keine Internetseiten dazu vorher durchforstet. Die Rezension wird alos einzig und allein darauf basieren, wie ich das Buch selbst empfunden habe. Den Schreibstil, die Charaktere und so weiter. Jackie arbeitet im Pfandbüro. Jeden Tag kommen Bewohner von Night Vale um ihren Besitz verpfänden zu lassen. Für Jackie haben diese Vorgänge fast schon sowas wie Routine. Eines Tages betritt ein Mann ihr Pfandhaus, welchen sie noch nie zuvor gesehen hat. Er möchte einen Zettel mit der einfachen Aufschrift "King City" verpfänden und umso mehr Jackie versucht, diesen Zettel loszuwerden, umso mehr scheint er Einfluss auf ihr Leben zu nehmen. Gemeinsam mit Diane versucht sie das Geheimnis dahinter heraus zu finden und begibt sich auf eine Reise, die einiges von ihr und auch von Diane abverlangt. Ich muss sagen, für Leute, die den Podcast oder andere Informationen dazu nicht kennen, ist das Buch sehr wirr und unverständlich geschrieben. Der Schreibstil wirkt manchmal etwas abgehackt oder .. ja, fast schon verrückt. Der Hauptcharakter selbst ist eigentlich Night Vale. Eine Stadt, die quasi niemals schläft und das ist nicht so aufzufassen, wie von einigen anderen amerikanischen Städten, denen das nachgesagt wird. Durch Radiobeiträge, die immer mal wieder im Buch auftauchen, erfährt der Leser ein wenig mehr über die Stadt. Neben den Bewohnern der Stadt - Diane und ihr Sohn Josh, der gerade in einer absoluter Selbstfindungsphase steckt, Dianes Chefin Catherine mit ihrem eher unangenehmen Mitbewohner, Jackie, deren Mutter oder Troy - spielen auch die Erikas eine große Rolle und ich muss sagen, dass mir gerade diese irgendwie ans Herz gewachsen sind. Das Haus selbst, in dem Diane und Josh leben ist nicht weniger verrückt, als die komplette Stadt und die Bücherei, welche für mich das reinste Paradies wäre, gilt hier eher als ein Ort.. des Bösen. Das Buch hat einen eigenwilligen Schreibstil, einen nahezu verrückten Schreibstil, aber irgendwie lässt es den Leser auch nicht richtig los. Ohne, dass man es vielleicht selbst will, will man selbst herausfinden, wer der geheimnisvolle Mann mit dem noch geheimnisvolleren Zettel ist und am Ende.. wird man vielleicht sogar ein wenig überrascht. Man will Diane und Jackie auf ihren abenteuerlichen Weg begleiten, will mit ihnen ein Abenteuer nach dem anderen bestehen und auch herausfinden, ob es Josh überhaupt schafft, sich selbst zu finden. Ich fand es zwar schade, dass ich dem Buch nicht richtig folgen konnte, aufgrunddessen, dass ich vorher keinerlei Informationen dazu kannte, aber - so blöd es in diesem Moment auch klingen mag - in diesem Fall war ich froh, ein wenig ratlos zurück geblieben zu sein. Lest es selbst und entscheidet euch selbst für oder gegen Night Vale, das kleine Städtchen, in dem nichts so ist, wie es erscheint.
Plot: ⭐⭐⭐Characters:⭐⭐⭐⭐World building:⭐⭐⭐⭐Writing style:⭐⭐⭐
"Willkommen in Night Vale" von Joseph Fink und Jeffrey Cranor ist ein Buch für diejenigen, die sich auf das Unerwartete einlassen können und wollen. Diese Geschichte ist definitiv nicht alltäglich und eher etwas für Fans von Sci-Fi und Mystery. Die Autoren entwerfen in ihrem Buch eine Welt, die in jeder Hinsicht anders ist. Geister, Engel und Aliens gehören zum Alltag der Bewohner von Night Vale, einem kleinen Städtchen irgendwo in der amerikanischen Wüste. Und obwohl diese Welt so anders ist, hat sie doch etwas Vertrautes, fast Heimeliges. Das Buch ist gut geschrieben, die Sprache ist fließend und die Beschreibungen sind lebendig. Aber die Art, wie die Geschichte erzählt wird, fand ich persönlich ein wenig anstrengend. Es war nicht immer leicht, der Handlung zu folgen, und manchmal musste ich Abschnitte mehrmals lesen, um wirklich zu verstehen, was vor sich ging. Ich muss zugeben, dass dieses Buch nicht ganz mein Genre ist. Aber ich kann mir vorstellen, dass es Leser gibt, die es lieben werden. Wer auf der Suche nach etwas Einzigartigem ist und bereit ist, sich auf eine ungewöhnliche Erzählweise einzulassen, könnte hier genau das Richtige finden. Insgesamt gebe ich "Willkommen in Night Vale" 2 von 5 Sternen. Es ist ein interessantes Buch, das sicherlich seine Leserschaft finden wird, auch wenn es nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat.
Eine sehr eigene Story, mit hat sie gefallen :)
Absolut verrückt
Das komischste und verrückteste Buch, das ich je gelesen habe!
Das Buch war so so seltsam und verrückt, dass ich kurz vor der Hälfte überlegt habe, es abzubrechen - habe ich nicht. Ich mochte die Charaktere, vor allem Jackie. An manchen Stellen hat sich die Handlung ziemlich gezogen und ich hatte das Gefühl, dass die Charaktere nicht richtig voran kommen und auf der Stelle treten. Das Ende konnte mich auch nicht überzeugen - auch dieses war total seltsam. Insgesamt würde ich das Buch weiterempfehlen, einfach aus dem Grund, dass man sowas mal gelesen haben muss.
3,25^^ Ich glaube so ein absurdes Buch habe ich seit "John DIes at the End" nicht mehr gelesen. Ich muss aber auch sagen, das ich teilweise finde, das die Handlung selbst mich nicht hundertprozentig überzeugt hat. Alles Kuriose und Verrückte lenkt davon ab, das es im Grunde eben um die Suche einer Mutter nach ihrem Sohn geht (der wiederum selbst auch auf der Suche nach jemandem ist.) Ich kenne den zu Grunde liegenden Podcast, der in den USA und auch unter Teilen meiner jüngeren Kommiliton:innen ziemlicher Kult geworden ist. Den Podcast fand ich ehrlicherweise etwas ermüdend. Das Buch an manchen Stellen grandios, an anderen wiederum zu übertrieben, in dem was alles in der Stadt an verrückten Dingen geschieht. Letztendlich hat es wohl einfach nicht meinen Nerv getroffen. Irgendwie hatte ich mir einfach hinter all den Geheimnissen, die so nebenbei aufgebaut werden, und eben mit dem ganzen Rahmen mehr erhofft. Tatsächlich hat es mich Zeitweise sogar etwas genervt, es war anstrengend all diese Dinge zu lesen und es war angenehm, als die Masse etwas nach lies und die Handlung ich sag mal. "normaler" erzählt wird. Ich fand jedenfalls das man mit so vielen Informationen, die Night Vale beschreiben sollen, überfrachtet wird. Es hat mir Zeitweise aber trotzdem Spaß gemacht. So Dinge wie "meiden sie den Hundepark" (ein Night Vale Klassiker, der im Podcast auch immer irgendwie erwähnt wird). Der Radiomoderator, der es immer schafft noch seinen Lebensgefährten zu erwähnen. Verschiedene Einzelheiten, die amüsant aus Verschwörungstmythen zusammengebastelt werden ( sowas wie: Berge, ja ich Glaube an die Existenz von Bergen aber ich würden nie jemandem meinen Glauben an sie aufzwingen.). Die Stadt wirkt dadurch auch sehr lebendig. Auch Josh, der Teenager, der sich in alles Mögliche verwandeln kann - das war eine coole Art damit um zu gehen, das man sich als Teenager gern mal falsch oder komisch im eigenen Körper gefühlt hat, gerne jemand anders wäre usw. Und es ist auch eine Anspielung darauf, das Josh eine Identitätskrise durchmacht, weil er seinen Vater nicht kennt. Alles in allem finde ich es auch schwierig, so richtig über das Buch zu sprechen. Dieser ganze Humor ist meiner Meinung nach schwer zu beschreiben. Es ist einfacher, sich darin fallen zu lassen und einfach zu sehen, was passiert und ob es zu einem selbst passt. Eine Leseprobe oder auch eine Folge des Podcast zu hören (Achtung nur auf englisch möglich) hilft aber sicher ein bisschen weiter. Jedenfalls bin ich hin und her gerissen, einerseits war es eben großartig in seiner Verrücktheit, andererseits hat es mich an manchen Stellen auch einfach nicht überzeugt.
Normalerweise finde ich skurrile/verrückte Bücher toll, aber mit diesem hier bin ich nicht warm geworden. Es war langatmiger als erwartet. Ich mochte die verrückten Radio-Sendungen sehr gern und die Idee, dass sich der Teenager immer verwandelt hat.

Willkommen in Night Vale Straßen, die nirgendwo hinführen. Bibliotheken, in denen ein Besuch fatal enden kann. Seltsame Lichter, die des Nachts am Himmel erscheinen. Verzauberte Flamingos, die Menschen verschwinden lassen. Diese und ähnliche Dinge machen Night Vale zu einer doch noch etwas seltsameren Kleinstadt, als Kleinstädte es eh schon sind. Jackie zum Beispiel ist bereits seit vielen Jahren 19, so wie ich übrigens auch, da sie einfach keine Notwendigkeit darin sieht, älter zu werden. Sie betreibt eine Pfandleihe im Ort und kauft so ziemlich alles an, was die Menschen ihr bringen. Als ein Mann in einer hellen Jacke ihr einen Zettel mit der Aufschrift „King City“ überreicht, denkt sich Jackie zunächst nichts weiter dabei, bis sie versucht, den Zettel loszuwerden. Dieses Loswerden erweist sich als unmögliches Unterfangen und egal was Jackie tut, der Zettel bleibt. Sie macht sich auf die Suche nach dem Mann in der hellen Jacke und stellt dabei fest, dass sich einfach niemand an diesen Mann erinnert. Ihre Suche bringt sie nach und nach mit Diane zusammen, deren 15-jähriger formwandlerischer Sohn bei Nachforschungen über seinen Vater plötzlich verschwindet. Gemeinsam beginnen Jackie und auch Diane die seltsamen Merkwürdigkeiten Night Vales zu entwirren und machen dabei die ein oder andere skurrile Entdeckung… Den Plot zu grob beschreiben fiel mir unglaublich schwer, denn selten habe ich etwas so wirres und absurdes gelesen. Also im positiven Sinne. Die Handlung entwickelt sich im Prinzip rund um Jackie sowie Diane und wird stellenweise von Radioansagen des örtlichen Senders unterbrochen. Die Informationen, die wir so über das Städtchen, seine kommunalen Strukturen sowie die Einwohner erhalten, sind absolut bizarr. Über viele Beschreibungen musste ich wirklich laut lachen und fühlt mich richtig gut unterhalten. Manches war mir dann teils zu überdreht, aber das geht mir bei humorvollen Büchern häufig so. Insbesondere die deutsche Übersetzung fand ich manchmal etwas hmmm gekünstelt(?) und ich konnte mit dem englischen Original etwas mehr anfangen. (Ich habe parallel auf deutsch gelesen und auf englisch gehört.) Mir hat die Geschichte Spaß gemacht und ich werde mit Sicherheit noch einmal nach Night Vale zurückkehren. Empfehlen kann ich das Buch allen, die Lust auf eine wirklich gut geschriebene, skurrile Geschichte haben und die es mögen, wenn mal nicht alles bierernst ist. Wie schon Herbie sagte: „Night Vale ist kein Ort, Night Vale ist ein Gefühl.“
Skurril durch und durch
Dieses Buch ist wohl das Verrückteste, welches ich je gelesen habe. Der Schreibstil von Fink und Cranor ist sehr gewöhnungsbedürftig und passt trotzdem unglaublich gut in diese Welt. Er ist verworren, sprunghaft und zu Beginn versteht man absolut gar nichts. Mit der Zeit laufen stränge zusammen und man liest sich hinein, hat nicht mehr ganz so viele Fragezeichen und hat das Gefühl endlich in der Story anzukommen. Doch um ehrlich zu sein, bin ich das bis zum Schluss nicht. Versteht mich nicht falsch, ich mochte das Buch, sehr sogar, einfach weil es mich gefordert hat und trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass ich so richtig in die Story eingetaucht bin. Dafür war sie mir leider zu verworren. Die Charaktere sind in alle ihren Arten trotzdem sehr gut gestalten und ich habe es genossen sie immer besser kennen zu lernen, grade Josh war für mich irgendwie ein kleines Highlight, auch wenn er lange Zeit nur ein Nebencharakter ist. Fazit: Ich kann gar nicht so genau sagen ob ich das Buch nun gut oder schlecht fand. Es war einfach anders. Unerwartet und auch ein wenig skurril. Ich glaube, grade bei diesem Buch muss jeder für sich selbst entscheiden wie er es findet.
3.5 out of 5 stars. For me, this book was not about the characters. It was about world building, about the weirdness of Night Vale. I had a hard time getting into the story because of the writing style. But once you get used to it, the story is gripping until the last page.
*Inhalt* Night Vale, ein Städtchen in der Wüste. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens. Geister, Engel, Aliens oder ein Haus, das nachdenkt, gehören hier zum Alltag. Night Vale ist völlig anders als alle anderen Städte, die Sie kennen – und doch seltsam vertraut. Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte »King City« geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von »King City« zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat ... (Quelle: Verlag) *Infos zum Buch* Seitenzahl: 378 Seiten Verlag: Klett-Cotta Verlag Übersetzer: Wieland Freund / Andrea Wandel Preis: 19,99 € (gebunden) / 15,99 € (Ebook) *Infos zu den Autoren* Joseph Fink und Jeffrey Cranor, die Autoren des Kult-Podcasts „Welcome to Night Vale“ und der gleichnamigen Live-Tour, arbeiten schon seit Jahren erfolgreich zusammen. Fink, der Erfinder der Story, gründete bereits in jungen Jahren einen Kleinverlag. Cranor, der Theatermann, legte ihm die Idee zu einem Stück über eine Zeitreise vor – sie erarbeiteten es gemeinsam und führten die Zwei-Mann-Show 2011 (im New Yorker East Village) auf. Night Vale, Finks neues Projekt, reifte in beider Zusammenarbeit heran, und die erste von inzwischen über 40 Folgen „Welcome to Night Vale“ entstand. Joseph Fink stammt ursprünglich aus Kalifornien, lebt heute jedoch woanders. (Quelle: Verlag) *Erster Satz des Buches* "Pfandhäuser in Night Vale funktionieren so: Erstens braucht man einen Gegenstand zum Verpfänden." *Zitat* "Da ist dieses Haus. Es ist nicht anders als andere Häuser. Also, stellen Sie sich ein Haus vor. Andererseits ist es ganz anders als andere Häuser. Stellen Sie sich dieses Haus also noch einmal vor. Abgesehen davon, dass es zugleich anders und nicht anders als andere Häuser ist, ist es genau wie alle anderen Häuser. Hinsichtlich seiner Form ist es nicht anders als andere Häuser. Es hat eine geringfügig andere Form. Es handelt sich definitiv um ein Haus, aber es ist noch etwas anderes, etwas schönes an diesem Haus, würden die Leute vielleicht sagen, wenn man ihnen ein Bild zeigen würde." *Fazit* "Willkommen in Night Vale" ist ein Roman der Autoren Joseph Fink und Jeffrey Cranor. Über Blogg Dein Buch bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden und da ich die Inhaltsangabe recht ansprechend fand, bewarb ich mich schließlich auf dieses Buch. Voller Vorfreude schlug ich also den Roman auf und versuchte, mich in Night Vale zurechtzufinden, was mir jedoch nicht wirklich gelingen wollte - nicht nur am Anfang nicht, sondern generell nicht. Die äußerst verwirrende Art und Weise zu schreiben, erschwerte mir den Einstieg, auch der vermeintliche rote Faden wollte sich einfach nicht zeigen und die Verbindung der einzelnen Charaktere erschloss sich mir erst nach vielen vielen Seiten. Ab und an neigen die Autoren dazu, den Leser selbst anzusprechen (wie oben, im Zitat), was nicht nur den Lesefluss erheblich stört, sondern in einem Roman meiner Meinung einfach nichts zu suchen hat - damit kann und will ich mich nicht anfreunden. Auch wenn ich ein großer Verfechter großartiger fantastischer Literatur bin, so konnte ich mit "Willkommen in Night Vale" nicht wirklich etwas anfangen, denn die fantastischen Elemente waren nicht nur willkürlich zusammengewürfelt, sondern regelrecht utopisch (Kellner, denen Äste aus dem Körper wachsen, teilweise mit Früchten, man bezahlt mit Tränen, ein Charakter hat eine Vogelspinne als heimlichen Bewohner auf dem eigenen Körper, ohne es zu wissen, etc). Durch die unzusammenhängenden Geschehnisse und Personen, sowie die vielen fantastischen Elemente, konnte ich einfach keinen Zutritt zu dieser Geschichte finden, auch, weil ich die Schreibweise stellenweise sehr anstrengend und nervig fand und so manches Mal das Buch zuklappte, weil ich einfach keine Lust mehr darauf hatte. Insgesamt kann ich euch diesen Roman deswegen ganz und gar nicht empfehlen, würde mich aber freuen, die ein oder andere Meinung von euch zu lesen - Bewertungen liegen schließlich im Auge des Betrachters. Wertung: 1 von 5 Sterne.
Sobald ich ein Buch beendet habe, weiß ich kurz danach eigentlich immer ziemlich genau, wie auch meine Rezension in etwa dazu aussehen soll: Welche Sätze will ich verwenden, welches Resümee will ich ziehen. Aber als ich vor kurzem Willkommen in Night Vale von Joseph Fink und Jeffrey Cranor beendet habe, war alles anders. Anders deshalb, weil ich noch nie ein Buch wie dieses gelesen habe. Anders, weil mir hier die skurrilsten Szenarien, die absurdesten Einfälle und die schrägsten Typen zwischen zwei Buchdeckeln begegnet sind, seit ich lese – und ich hab wirklich schon viel gelesen. Man könnte auch sagen: Der Wahnsinn hat in Night Vale eine neue Heimat gefunden und genau dieser Wahnsinn hat mich von Anfang bis Ende gepackt und selbst danach nicht mehr losgelassen. Sie verstand die Welt und ihren Platz darin. Sie verstand nichts. Die Welt und ihr Platz darin waren nichts und das verstand sie. (Seite 9) Die 19 jährige Jackie Fierro betreibt ein Pfandleihhaus in der Wüstenstadt Night Vale, in dem die Bewohner vom Auto, einer Träne, bis hin zum billigen Plastikflamingo alles verpfänden können, was sie nicht mehr benötigen. Eigentlich ist dort jeder Tag wie der andere, bis ein unbekannter Mann mit hellbraunem Jackett und einem Koffer aus Hirschleder das Geschäft betritt und einen Papierstreifen mit den Worten KING CITY auf den Tresen legt. Denn als Jackie diesen in die Hand nimmt wird sie ihn nicht mehr los – er klebt an ihrer Hand und taucht immer wieder dort auf – egal ob sie ihn verbrennt, zerknüllt oder in den Müll wirft. Und kurz darauf muss sie feststellen, dass nicht nur sie einen solchen besitzt, sondern dieser auch noch ihr Leben ungeahnt aus der Bahn wirft. Kurz zusammengefasst spiegeln diese paar Sätze den groben Inhalt von Night Vale wieder, aber auch sonst ist diese Stadt alles andere als ein gewöhnlicher Ort. In ihr leben nicht nur Menschen wie Jackie, sondern auch Gestaltenwandler, Geister und Engel. Wenn man dort den falschen Leuten eine SMS schickt, kann einem das Telefon schon mal bis auf den Knochen in den Daumen stechen und Türen werden hier nach Ladenschluss verschlossen aus den Angeln gehoben und versteckt. Da ist dieses Haus. Es ist nicht anders als andere Häuser. Also, stellen Sie sich dieses Haus vor. Andererseits ist es ganz anders, als andere Häuser. Stellen Sie sich dieses Haus also noch einmal vor. Abgesehen davon, dass es zugleich anders und nicht anders als andere Häuser ist, ist es genau wie alle anderen Häuser. (Seite 16) Das klingt alles ziemlich abgefahren und ist es auch! Aber genau das lässt den Roman auch so charmant wirken, denn die beiden Autoren haben hier ein komplett neues literarisches Universum erschaffen, das mich persönlich ziemlich begeistern konnte. Sie spielen mit alltäglichen Gegebenheiten, die wir nur allzu oft einfach hinnehmen, stellen Verschwörungstheorien auf, die zuerst absurd klingen, sich dann jedoch in brisante gesellschaftliche Themen verwandeln (und plötzlich gar nicht mehr so abwegig erscheinen) und würzen alles mit einer Prise Wüstenhumor. Für mich war es eine perfekte Mischung und Wahnsinn und Wahrheit, Widersprüchlichkeiten und Absicht auf das sich jeder Leser unvoreingenommen einlassen sollte – denn heraus kommt ein Buch zum liebhaben und wohlfühlen mit einem frischen Blick auf den eigenen Alltag.
Willkommen in Night Vale von Joseph Fink & Jeffrey Cranor zum Inhalt: Night Vale ist eine Stadt irgendwo in der Wüste und sie gleicht keiner anderen Stadt auf dieser Welt. Doch auch wenn gewisse Dinge, wie Leute die nicht altern oder die jede beliebige Form annehmen können, in Night Vale zum Alltag gehören, gibt es auch Dinge die selbst in Night Vale nicht normal sind. Beispielsweise ein Mann an den sich niemand ausser Diane erinnert. Oder ein Zettel auf dem nur zwei Worte "King City" geschrieben stehen und den Jackie einfach nicht mehr los wird... meine Meinung: Ich habe vor ein paar Monaten den Podcast "Welcome to Night Vale" entdeckt und höre seither sehr gerne immer mal wieder ein paar Folgen davon. Night Vale ist ein absolut einzigartiger Ort, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat und daher habe ich mich auch sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass die Macher des Podcasts auch ein Buch geschrieben haben, welches in Night Vale spielt. Wenn man den Podcast kennt trifft man in der Geschichte immer mal wieder auf bekannte Figuren oder Orte, die man bereits aus dem Podcast kennt, doch man kann das Buch auch gut lesen, wenn man noch nie zuvor einen Ausflug nach Night Vale unternommen hat. Wenig überraschend war das Setting für mich der beste Teil der Geschichte. Night Vale ist einfach so ziemlich der interessanteste, faszinierendste und verrückteste Ort über den ich je gelesen habe. Die Leute in Night Vale haben eine völlig einzigartige Weltsicht, denn in Night Vale gelten einfach nicht dieselben Gesetzte wie an anderen Orten. So kann man sich immer wieder davon überraschen lassen, welche bizarren Dinge die Bewohner dieser Stadt für völlig normal halten und ist irgendwann beinahe erstaunt, wenn etwas nach denselben Prinzipien funktioniert wie wir sie kennen. Auch der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Nicht nur die Beschreibung des Settings ist sehr gelungen. Die Gedankengänge der Hauptfiguren waren auch wirklich toll beschrieben und zwischen all den paradoxen und absurden Dingen lassen sich ein paar echte Lebensweisheiten finden. Die Geschichte ist teilweise humorvoll, schafft es aber auch einem zum Nachdenken zu bringen. Die Charaktere haben mir, nach einer gewissen Aufwärmphase, gut gefallen. Anfangs fiel es mir etwas schwer mich in sie hinein zu versetzten, da ihre Welt so anders ist als unsere und auch ihre Leben und Probleme sehr ungewöhnlich sind. So ist Jackie eine ewig 19-jährige, die ein Pfandhaus führt und Diane ist die alleinerziehende Mutter eines Jungen, der jede beliebige Gestalt annehmen kann. Im Verlauf der Geschichte lernt man die beiden jedoch besser kennen und merkt, dass sie abgesehen von diesen verrückten Umständen doch ganz normale Menschen sind und ihre Probleme sich eigentlich gar nicht so sehr von unseren unterscheiden. Die Handlung war leider derjenige Teil des Buches der mich etwas enttäuscht hat. Es bleibt lange sehr mysteriös und man kann nicht wirklich einschätzen wo die Geschichte hinführen soll. Zudem hat man das Gefühl, dass die Handlung nicht wirklich vorwärts kommt. Spannend wird es jeweils nur kurzzeitig und so schafft es die Geschichte auch nicht wirklich den Leser zu fesseln. Dank des unglaublichen Settings wurde mir glücklicherweise nie langweilig, doch ich hatte auch nie das Gefühl unbedingt weiterlesen zu wollen. Fazit: Auch wenn mich "Willkommen in Night Vale" durch das einzigartige, skurrile Setting begeistern konnte und mir auch der Schreibstil und die Charaktere gut gefallen haben, gab es doch leider kleine Abzüge, da die Geschichte sehr lange gebraucht hat um in Fahrt zu kommen. Ich würde das Buch dennoch nicht nur allen Fans des Podcasts sondern auch neuen Lesern die gerne in aussergewöhnliche Welten eintauchen empfehlen. Lasst euch von Night Vale verzaubern. 3,5*














