7. Jan.
Du bist zu schnell - um langsam gelesen zu werden
Rating:4

Du bist zu schnell - um langsam gelesen zu werden

Reden wir über Val. Von der ersten Seite hast du sie mir präsentiert - ach, was red’ ich - vom 1. Wort an sogar! Und du selbst? Du warst von der ersten Seite an auch in meinem Kopf. Nicht als Geschichte, sondern als Zustand. Du hast mich dazu gezwungen durch Vals Augen zu sehen, durch einen Blick, der einen mit viel Irritation zurücklässt. Du hast mich gekonnt an ihr, an dir, aber an mir zweifeln lassen, noch bevor ich überhaupt irgendeinen Schimmer hatte, woran eigentlich. Und während ich diese Geschichte las, stelltest du mir dieselbe Frage, immer und immer wieder, leise, hartnäckig, unerbittlich, aber auch unausweichlich und schonungslos ehrlich: „Weißt du eigentlich noch, was real ist? Nein? Das ist gut. Das ist sehr gut. Denn Val weiß es auch nicht.“ Du zeigtest mir, wie Menschen zu Schatten werden, in einer Zeit, in der bestimmte Menschen sich zu einem Kollektiv entwickeln… angeblich. Einem Kollektiv … des Bösen … angeblich. Die Schnellen. So nannte Val sie. Die Schnellen. Aber … Aber seien wir mal ehrlich, ja? Nur für diesen eine kurzen Moment. Denn ich habe gelacht. Ja, wirklich, ich habe gelacht. Über dich, über die Schnellen und somit auch über Val. Niemals existieren die Schnellen, sagte ich mir. Niemals existieren die, die überall sein sollen. Niemals die, die zu schnell sind, um sie richtig sehen zu können, niemals die, die zu schnell sind, um ihnen entkommen zu können. Niemals die, die nur Val sehen kann und sonst niemand. Ich sagte mir, sie sind nur in Vals Kopf, ein Produkt ihrer psychotischen Zustände, gepaart mit einer viel zu heftigen Drogen-Biografie. Und du, du willst mir jetzt dieselben Gedanken einpflanzen wie Val, mich glauben lassen, dass es sie gibt, die Schnellen? Dass sie wirklich kommen, mich verschonen, aber mir alles nehmen, was mir lieb und teuer ist? Wirklich? DAS willst du mir sagen? Wir wissen beide, dass du andere Pläne hattest, nicht wahr? Dein Plan war eine Leiche. Du legtest eine Leiche zwischen uns. Still. Unübersehbar. Brutal. Und da war er plötzlich, der Anker in der Realität. Etwas, dass wirklich existiert. Und dann waren da ja noch zwei weitere Figuren. Ein Freund. Ein Ex-Partner. Drei Perspektiven, drei Bewegungen, drei Wege, drei Wahrheiten, die langsam, fast genüsslich, aufeinander zutrieben. Und ich merkte: Du willst mir keine Antworten geben, oder? Was du willst, ist etwas völlig anderes, etwas das viel schlimmer ist als irgendeine Antwort. Du willst Verunsicherung. Zurück blieben Fragen. Viele Fragen. Sind die Schnellen real? Sind sie Einbildung? Ist Val krank – oder sieht sie einfach mehr als alle anderen? Ich merkte, wie du mich verunsichertest. Oh ja, das tatest du. Wie ich nicht mehr daran zweifelte, das sie real sein könnten. Dass es wahr ist. Sie keine Erfindung, keine Legende und kein Hirngespinst sind. Es sie wirklich gibt. Also begann ich dir zu glauben. Nicht weil du überzeugend warst – sondern weil du mir keine Wahl ließt. Du hast mich genau so kaputt im Kopf gemacht wie Val. Ich kann dir nicht sagen, ob ich bis zum Schluss daran festgehalten habe oder ob ich doch noch die Wahrheit über dich und die Schnellen herausgefunden habe. Aber was ich noch über dich sagen kann ist: Du bist rasant geschrieben. Du lässt kaum Zeit zu atmen. Die drei Protagonisten bringen Bewegung, Perspektivwechsel und neue Blickwinkel – genau dann, wenn man glaubt, sich orientieren zu können … sich orientieren zu müssen. Und dennoch: Manchmal verlangsamst du dich. Manchmal bleibst du zu lange stehen. Dann verlierst du kurz dein Tempo, wirst zäh, fast langweilig. Als würdest du selbst kurz den Überblick verlieren. Nein, du bist kein sauberer Thriller, sondern ein permanentes Hinterfragen. Und eigentlich ist genau das der Reiz, genau dass das Spannende an dir. Du warst der vierte Thriller deines Autors, den ich gelesen habe. Zwar der Schwächste, aber dennoch gut. Du bist nicht perfekt. Aber du bist effektiv. Und am Ende dieses Abends, während ich diese Zeilen niederschriebe, bleibe ich mit nur einer Frage zurück, die du mir sicher nicht beantwortet hast: Bin ich dir entkommen – oder läufst du immer noch neben mir her? Ich sollte heute Nacht das Licht anlassen. Nicht, dass du auf einmal neben mir an meinem Bett stehst. Mit dem Schürhaken in der Hand.

Du bist zu schnell
Du bist zu schnellby Zoran DrvenkarKlett-Cotta
5. März
Rating:1

Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich eigentlich ein großer Fan des Autors bin. Ich habe all seine Romane gelesen und finde sie großartig. "Du bist zu schnell" war das letzte Buch, das mir von ihm noch gefehlt hat. Und leider ist es eine riesige Enttäuschung für mich. Die Charakter waren mir unsympathisch und ich habe mich oft gefragt, um was es eigentlich geht. Dazu fehlten mir die sonst so überraschenden Momente, die ich sonst von Drvenkar kenne. Schade, aber ich kann nicht mehr als 1 ☆ vergeben

Du bist zu schnell
Du bist zu schnellby Zoran DrvenkarKlett-Cotta