Ein zwanzig Jahre alter Mord und unlösbare Rätsel die miteinander verkettet sind.
Wer auf einen gewöhnlichen Thriller wartet, täuscht sich. Dieser Thriller hält viele Überraschungen für den Leser bereit. In Osaka wird in den 70er Jahre eine Leiche im Leerstehenden Gebäude gefunden. Es stellt sich heraus dass die Leiche ein Mann ist der ein Pfandleihhaus führte als er noch lebte. Und hiermit beginnt das Buch und die Story. Niemand weiß bis dahin dass die Geschichte noch viel verzwickter werden wird. Es ist alles so gut vernetzt mit einander, so dass man es am Anfang gar nicht glauben kann. Im weiteren Verlauf der Geschichte liest man im jeden Kapitel von einer anderen Person die Alltags Geschichte. Erst nach und nach kommt man langsam dahinter um was und wem es hauptsächlich geht. Rivalität, Mord, Eifersucht, Diebstahl, Misshandlung, Prostitution, und vieles mehr. Ich habe diesen Roman sehr schnell verschlungen gehabt. Natürlich ist es dieses Buch nicht jedermanns Geschmack. Jedoch die Leser die schon Keigo Higashino's andere Bücher kennengelernt haben und sie lieben, werden auch mit "Unter der Mitternachtssonne" ihren Lesevergnügen haben. Ich jedenfalls habe es sehr genossen und würde es jedem Empfehlen.
Kleine Anmerkung:
Zu diesem Buch gibt es eine koreanische Verfilmung mit dem Titel "White Night".
Ich würde aber empfehlen zuerst das Buch zu lesen.
Der Pfandleiher Kirihara wird im Osaka der 1970er Jahre ermordet aufgefunden. Der Polizist Sasagaki ist mit den Ermittlungen betraut, die jedoch schnell ins Leere laufen. Dennoch bleibt er die nächsten 20 Jahre am Fall dran, um das Rätsel doch noch zu lösen...
Ich will nicht allzu viel vom Inhalt verraten, auch wenn dieser Krimi nicht unbedingt besonders spannend ist und erfahrene Krimileser wahrscheinlich recht schnell erahnen können, wohin die Reise geht. Aber für mich haben nicht ein krasser Spannungsbogen oder unvorhersehbare Plottwists den Reiz dieses Buches ausgemacht, sondern eher (neben dem Setting in Japan, einem Land, aus dem ich bisher noch keinen Krimi gelesen habe) wie die Geschichte in einzelnen Episoden, deren Zusammenhang mit der Haupthandlung sich nicht immer sofort erschließt, über Jahre erzählt wird. Etwas Geduld sowie die Bereitschaft, sich auf verschiedene Haupt- und Nebenpersonen einzulassen, sollte man für dieses Buch definitiv mitbringen und eben nicht den großen Spannungsknüller erwarten, dann ist es meiner Einschätzung ein interessanter Krimi der etwas eigenen Art.
Ein 700 Seiten Klopper in dem man schon recht früh ahnt was passiert ist bzw. wer der Mörder ist. Es werden überall kleine Hinweise gestreut um den Leser auf die Bösewichte aufmerksam zu machen. Ca 70% der Geschichte machen Episoden über einen Zeitraum von 20 Jahren aus, in denen es um viele andere Menschen geht, die das Leben von den 2 Hauptprotagonisten berühren. Vieles hat mit dem eigentlichen Mord nichts zu tun, sondern unterstreicht den Charakter und die abgründigen Machenschaften dieser Personen. Welch schwere Dunkelheit auf ihnen lastet wird am Ende aufgedeckt.
Mich haben die Zeitsprünge teils etwas aus dem Flow gebracht, da diese erst während des Lesens des Kapitels klar wurden. Ich habe das Buch gerne gelesen uns fand es spannend obwohl mich zum Schluss nicht viel überrascht hat.
Es gab für mich die ein oder andere Episode die mich nicht ganz so interessiert hat, die aber dennoch wichtig für die ganzen Zusammenhänge war.
Für mich war es das westlichste Buch dass ich von den Autoren gelesen habe. Ich finde seine anderen Bücher, was die Zeichnung der Japanischen Gesellschaft angeht gelungener.
Keigo Higashino schafft es, die Spannung über den gesamten Roman hinweg aufrecht zu erhalten. Auch wenn bereits relativ frühzeitig erste Verdachtsmomente aufkommen, so bleibt alles doch reine Vermutung, eine Möglichkeit von vielen.
Im Zentrum der Geschichte stehen weniger die Ermittlung um den Fall, sondern die beiden Hauptfiguren und deren Leben, das sich über beinah zwei Jahrzehnte immer wieder ändert und doch subtile Ähnlichkeiten und Hinweise auf versteckte Geheimnisse enthält.
Man begleitet Yukiho, Ryo und die zahlreichen Nebenfiguren von der Kindheit, zur Universität, Karriere- und Familiengründung. Obwohl die beiden sich scheinbar nie begegnen und ihr Leben unterschiedlich verläuft, sind sie der rote Faden der Geschichte, den letztlich nur der Kommissar Sasagaki erkennt und deshalb stur und geduldig über fast zwei Jahrzehnte ermittelt.
Ich hab diesen Roman dermaßen schnell gelesen. Ich konnte kaum damit aufhören. Die Seiten flogen nur so dahin und obwohl sich manche Kapitel doch auch ein bisschen ähnelten - in Struktur und Ereignissen - war ich regelrecht gefangen.
Der Roman baut eine ganz seltsame Spannung auf, die ich so nicht erwartet hätte. Denn obwohl man nach und nach erahnen kann, wie die Zusammenhänge sind, hat es mir sehr viel Spaß gemacht den perfiden Spielchen die sich hier finden lassen, zu folgen. Ich glaube gerade deshalb.
Der Kommissar spielt nur am Rande eine Rolle, der Fokus liegt auf ganz anderen Ereignissen, die nur im Zusammenspiel mehrerer Kapitel das Bild ergeben, das sich Leser*innen machen können. Nicht aber andere Figuren des Romans. Und auch nur, weil dieses sich über mehrere Jahrzehnte zusammensetzt. Ein Kapitel für sich wäre zwar beunruhigend, aber nicht mehr als Zufall.
Ich war sehr gespannt ob dieses Kartenhaus eines Tages in sich zusammenbrechen würde, aber auch welche Motive sich hinter verschiedenen Ereignissen im Laufe der Zeit zeigen würden.
Das Ende hat mich in mancherlei Hinsicht überrascht, in anderer wiederum nicht. Diese Mischung hätte mich bei manch anderen Thrillern vermutlich gestört, aber hier war das alles so kunstvoll und spannend mit einander verwoben.
Ich frage mich weshalb ich Keigo Higashino nicht schon früher für mich entdeckt habe. Aber lieber spät als nie!
Ein 700 Seiten Klopper in dem man schon recht früh ahnt was passiert ist bzw. wer der Mörder ist. Es werden überall kleine Hinweise gestreut um den Leser auf die Bösewichte aufmerksam zu machen. Ca 70% der Geschichte machen Episoden über einen Zeitraum von 20 Jahren aus, in denen es um viele andere Menschen geht, die das Leben von den 2 Hauptprotagonisten berühren. Vieles hat mit dem eigentlichen Mord nichts zu tun, sondern unterstreicht den Charakter und die abgründigen Machenschaften dieser Personen. Welch schwere Dunkelheit auf ihnen lastet wird am Ende aufgedeckt.
Mich haben die Zeitsprünge teils etwas aus dem Flow gebracht, da diese erst während des Lesens des Kapitels klar wurden. Ich habe das Buch gerne gelesen uns fand es spannend obwohl mich zum Schluss nicht viel überrascht hat.
Es gab für mich die ein oder andere Episode die mich nicht ganz so interessiert hat, die aber dennoch wichtig für die ganzen Zusammenhänge war.
Für mich war es das westlichste Buch dass ich von den Autoren gelesen habe. Ich finde seine anderen Bücher, was die Zeichnung der Japanischen Gesellschaft angeht gelungener.
Keigo Higashino zeigt in diesem Roman, dass er ein wahrer Meister des Kriminalromans ist. Auf über 700 Seiten konstruiert er einen Fall, der sich über 20 Jahre Ermittlungen zieht, da Kommissar Sasagaki so lange brauchen wird, bis er den Fall gelöst bekommt. Auch in seiner Rente kann Sasagaki mit diesem Fall nicht abschließen und ermittelt auf eigene Faust weiter. Dabei wird nach und nach klar, wie komplex die Handlungsstränge des Romans sind.
Unaufgeregt schreitet die Geschichte voran. Der Autor nimmt sich viel Zeit, um die Personen vorzustellen und das Handlungskonstrukt aufzubauen. Der Spannungsbogen wird stetig größer und der Kreis um den Mörder immer kleiner. Recht bald ist klar, wer der Mörder sein könnte, das Motiv bleibt jedoch im Dunkeln. Erst ganz zum Schluss finden alle Fäden zueinander und das ganze Ausmaß wird deutlich. Ich war begeistert von der Schreibkunst, die der Autor da an den Tag gelegt hat. Hat man das Gefühl, dass die Geschichte weit ausschweift, zeigt sich am Ende, wozu jeder einzelne Handlungsstrang und jede Person nötig waren.
Und bei der Personenanzahl hat Keigo Higashino nicht gegeizt! Über 20 Personen bilden das Grundgerüst. Hinzu kommt noch eine Vielzahl von Figuren, die ab und zu vorkommen und die ich nicht gezählt habe. Das ist für mich das einzige Manko an diesem Buch. So viele verschiedene japanische Namen begegnen einem und man ist kaum in der Lage, sie sich alle zu merken. Hin und wieder waren für meine Ohren einige Namen zu ähnlich, sodass das zusätzliche Verwirrung stiftete.
Schafft man es diese Namensflut zu überwinden, erhält man aber einen sprachlich schönen und geradlinigen Roman, der gänzlich ohne große Action und Blut auskommt.
Fazit:
Eine absolute Leseempfehlung für ein Buch, das sehr positiv aus dem Genre "Krimi" heraussticht. Auch geeignet für Leser, die keine eingefleischten Rätselrater sind, da die eigentliche Ermittlung in den Hintergrund rückt. Der Kommissar eröffent und schließt das Buch. Dazwischen erhält man viele einzelne Geschichten, die über Kriminalität, Schulalltag, Freizeit von Teenagern, Bankenbetrug unvm. berichten und sich dann wunderbar ineinander fügen und ein Krimi-Kunstwerk offenbaren.
___ erschien zwischen Januar 1997 und Januar 1999 als monatlicher Fortsetzungsroman im Magazin Subaru. Die Handlung setzte sich aus Kurzgeschichten und isolierten Einblicken in verschiedene Details des Falls zusammen, wobei das Augenmerk wechselnd auf zahlreichen Protagonisten lag.
Vor der Veröffentlichung als Kriminalroman in einem Einzelband überarbeitete Keigo Higashino die Struktur von Grund auf. Meines Erachtens hat die Geschichte jedoch immer noch etwas stark Episodenhaftes.
Man merkt ___ seine Ursprünge am stärksten an, wenn es um die Charaktere geht. Ein Leser, der über zwei Jahre hinweg einen Fortsetzungsroman liest, bekommt Handlung und Protagonisten häppchenweise vorgesetzt. Er hat Zeit und Muße, diese besser kennenzulernen, deswegen sind auch über 30 (!!) für die Handlung wichtige Personen kein großes Problem.
In einem Roman, den der Leser komprimiert in wenigen Tagen liest, wird diese Anzahl jedoch plötzlich überwältigend. Dazu kommt, dass die japanischen Namen es dem westlichen Leser schwerer machen, die Charaktere zu unterscheiden. Yukiho, Yosuke, Yuishi – nach wenigen Seiten wurde mir klar, dass ich ohne Notizen schnell den Überblick verlieren würde. Ich erstellte mir beim Lesen daher eine Namensliste, die mir immens dabei half, der Geschichte zu folgen.
[ Interessierte Leser können die Namensliste auf meinem Blog "Mikka liest von A bis Z" finden. ]
Hinweis: Inzwischen habe ich erfahren, dass dem Printbuch (ich habe das eBook gelesen) ein Lesezeichen mit den 19 wichtigsten Charakteren beiliegen soll.
Der Klappentext klingt so, als sei Kommissar Sasagaki der zentrale Protagonist, tatsächlich tritt er für einen Großteil des Buches kaum in Aktion. Er ist eher die graue Eminenz im Hintergrund, während die Handlung von Charakter zu Charakter springt.
Deren Beziehungen verweben sich im Verlaufe des Buches zu einem zunehmend komplizierten Netz. Diejenigen, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen, sind Meister der Manipulation – jedes Lächeln, jeder Akt scheinbarer Freundlichkeit kann eine Waffe sein. Auch wenn die Ermittlungen im Mordfall über viele Kapitel keinerlei Fortschritte machen, entwickelt die Geschichte eine hohe psychologische Spannung.
Interessant fand ich dabei besonders die Einblicke in Lebensgefühl, Werte und Umgangsformen im Japan der 80er und 90er Jahre. Vieles bleibt in leise lächelnder Höflichkeit ungesagt, dennoch gibt es geheime Liebschaften, Intrigen und Kriminalität – manche Nebenhandlung wirkt fast wie eine Seifenoper.
Vor allem ist “Unter der Mitternachtssonne” jedoch ein brillant konstruierter Thriller, der sich hauptsächlich um das dreht, was hinter den schönen Fassaden vor sich geht.
Die Handlung ist komplex und gibt ihre Geheimnisse nicht leicht preis. Der Mord an Yosuke Kirihara ist das Leitmotiv dieser Geschichte, die sich über zwei Jahrzehnte erstreckt, aber viele Handlungsstränge sind erst auf den zweiten oder dritten Blick damit verbunden. Erst kurz vor dem überraschenden Finale fällt das letzte Puzzleteil an seinen Platz: das Motiv.
Auch wenn das Lesen etwas mühsam ist, in meinen Augen lohnt sich die Mühe.
Der Schreibstil bleibt selbst in dramatischen Situationen meist ruhig und klar, hier liegt viel zwischen den Zeilen. Besonders die Charaktere werden mit leichter Hand gezeichnet; nach meinem Empfinden muss man als Leser die Lücken ergänzen und sich aus dem Zusammenhang ein genaueres Bild der Charaktere erschließen. Das gelingt dem Autor jedoch sehr gut, mir werden einige davon wohl noch länger in Erinnerung bleiben.
FAZIT
Japan im Jahr 1973: Ein Pfandleiher wird ermordet, dessen Mörder bleibt unerkannt – Kommissar Sasagaki gibt den Fall in den nächsten 20 Jahren jedoch niemals auf. Während Sasagaki zunächst in den Hintergrund tritt, folgt die Handlung den Menschen im Umfeld des Opfers, bis sich aus dem Geflecht ihrer Beziehungen ein Muster entwickelt.
Aufgrund der zahlreichen Charaktere und deren japanischen Namen ist der Thriller nicht immer leicht zu lesen, aber er belohnt den Leser mit einer psychologisch dichten, komplexen Geschichte.