20. Apr.
Rating:4

Spielt oben mit. Was ein guter Thriller

Das man ein Buch nicht nach seinem Einband bewerten sollte, zeigt „In Zeiten des Todes“ mir deutlich. Das Cover ist bodenlos und sieht eher wie ein Flughafenroman von der Stange aus. Zudem war es wirklich ein blinder Griff ins Regal, der mich am Ende um ein sehr gutes Buch mehr bereichert hat. Der Thriller hier lebt eher von Atmosphäre, Milieustudie und Korruption. Keine kurzen Kapitel und das Tempo ist eher so dahin. Trotzdem und ganz klar, das hier hat ne gewisse Härte vorzuweisen! Brutalität wird hier durch Emotionen vermittelt. Der Commissario Krupp z. B. schaut sich immer erst den Körper an, dann das Gesicht. Der Körper sagt etwas über den Täter, das Gesicht über das Opfer aus. Um euch mitzunehmen, das wird dann „durchgezogen“ und das emotionalisiert extrem, weil man es versteht und einem auch betroffen macht, weil man eben durch die Schreibweise so nah dran ist. Wer schon einige Thriller gelesen hat und mit dem gängigen Schema vertraut ist, wird hier immer wieder Momente erleben, in denen er sich über die gelungene Umsetzung dieses Schemas freut. Es gibt Schlüsselmomente, die stets einen qualitativen Schritt weitergehen. Als Konsument von Unterhaltung, die mir vom Autor bereitgestellt wird, habe ich mich in diesen Momenten respektiert gefühlt, es wird hier nicht runter gerattert um ne schnelle Nummer zu liefern. Er nimmt sich die Zeit, einen Bogen zu spannen und eine Geschichte zu erzählen, die absolut Substanz hat. Ein großer Teil der Wirkung kommt eben von der Schreibweise selbst. Der Stil ist lakonisch, fast schon protokollartig, als würde man einen Bericht lesen und genau dadurch entsteht diese Wucht. Es wird nichts ausgeschmückt, nichts dramatisiert, und trotzdem fühlt sich alles unglaublich nah an. Zwischen diesen nüchternen Passagen blitzen immer wieder kurze, intime Gedanken, Blicke, kleine Sätze auf, die mehr sagen als ganze Erklärungen. Diese Mischung aus Distanz und plötzlicher Nähe sorgt dafür, dass man nicht nur zuschaut, sondern sich mitten im Geschehen wiederfindet.  Man wird hier in eine „Bubble“ reingeworfen zwischen Polizei und Medienkultur, die ihre eigenen Regeln hat und wo sich die Welt anders dreht. Wer die Personen sind, warum sie tun müssen was sie tun. Im Grunde laufen hier Personen rum, die man schnell verurteilen könnte aber dann doch greifbar werden, nicht um zu rechtfertigen sondern weil auch sie Menschen sind. Korruption wird hier veranschaulicht dargestellt. Am Ende ist es genau diese Mischung, die das Buch so stark macht. Ein nüchterner, fast distanzierter Stil, der auf einmal in intime, menschliche Momente kippt, Figuren, die sich echt anfühlen, weil sie widersprüchlich und nicht „gemacht“ wirken, und eine Geschichte, die weniger von Handlung lebt als von Atmosphäre, Haltung und der Frage, was Wahrheit überhaupt ist. Mehr als ein „who done it“. Klasse!

In Zeiten des Todes
In Zeiten des Todesby Luca D'AndreaTropen
7. Apr.
Rating:3.5

Eine wahnsinnige Geschichte und man kann sich kaum vorstellen wie man sich so eine Geschichte ausdenken kann. Aber das wirklich irre ist , das es nach einer wahren Begebenheit geschrieben worden ist. Das macht die Geschichte nochmal viel schlimmer.

In Zeiten des Todes
In Zeiten des Todesby Luca D'AndreaTropen
30. März
Rating:4

Anfangs hatte ich Probleme mit dem Schreibstil, doch irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt und bin in diesen Kriminalfall, nach einer wahren Begebenheit, abgetaucht. Der Spannungsbogen war allerdings nicht so wie erwartet. Da ist noch Potential nach oben.

In Zeiten des Todes
In Zeiten des Todesby Luca D'AndreaTropen
9. Jan.
Rating:2

Leider für mich diesmal kein Highlight. Man kommt am Anfang sehr schwer rein, weil doch sehr viele Personen eine Rolle spielen und der Schreibstil es auch nicht grad leicht macht einen guten Überblick zu behalten. Die Flüssigkeit hat mir hierbei gefehlt. Es beruht auf einer wahren Begebenheit weswegen es doch recht spannend ist, aber leider auch etwas in die Länge gezogen wurde. Es spielt auf mehrere Jahre verteilt und man bekommt immer wieder mal einen kleinen Rückblick was ganz gut war. Das Buch ist für die Leser interessant, die vor allem gerne etwas über Italien lesen und etwas für das Drogen Milieu übrig haben.

In Zeiten des Todes
In Zeiten des Todesby Luca D'AndreaTropen