Banditenliebe" handelt von drei kleinkriminellen Blues-Liebhabern, die eine Bar besitzen (die Banditen) und die (erst physische, dann seelische) Rettung einer Frau (die Liebe). Marco Burlatti, der Ich-Erzähler in dieser Geschichte, war einige Jahre im Gefängnis und verdient nun seinen Lebensunterhalt (neben dem "Winkel", seiner Bar) mit Privatdetektivaufträgen, bis sie eines Tages alle drei in eine üble Geschichte hineingezogen werden. Dies 'passiert' ihnen mehr oder weniger einfach so und schwupps ist einer tot...die Folgen kommen dann zwei Jahre später: Beniaminos Freundin wird entführt, am Tatort findet er den Ring des Mannes, den er erschossen hatte. Nun beginnt die verzweifelte Suche nach ihr. Die drei Freunde nehmen den gesamten ihnen bekannten Untergrund auseinander um eine Spur zu Sylvie zu finden, mit mehr oder weniger rabiaten Methoden. Nach mehreren Wochen sind sie erfolgreich, doch damit stürzen sie sich nur noch tiefer in das Netz der serbisch/kosovarischen Mafia und auf einmal sind ihnen alle auf den Fersen...und Sylvie ist nicht mehr die Frau, die sie einmal war. Dieses Buch ist eine wunderbar geschriebene Odyssee einer Bande rauer Männer in ihren 50ern, die, wenn sie auch selbst so einiges auf dem Kerbholz haben, gegen die kriminellen Strukturen im Untergrund Italiens vorgehen. Ein persönlicher Rachefeldzug, der von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und tiefgründig ist. Die Charaktere sind von Carlotto einzigartig und auf ihre Art auch liebenswert gezeichnet (der dicke Max, der für alle kocht, Beniamino, der für die Liebe alles tut und der melancholische Marco, der nie an die richtigen Frauen gerät). Die Erklärungen, wie es zu allem kam und vor allem, wer wen verraten hatte und warum und überhaupt, musste ich zwar zweimal lesen, aber ich fand sie nachvollziehbar, überraschend und schockierend. Das Ende lässt die Möglichkeit einer Fortsetzung offen...
31. MaiMay 31, 2024
Banditenliebeby Massimo CarlottoTropen
