Beschreibung Städte sind nicht nur sprichwörtlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes lebendig. Als New York City erwacht gibt es Komplikationen bei der Geburt, denn die Stadt sucht sich nicht nur einen Avatar, der sie verkörpert und beschützt, sondern auch gleich für jeden Stadtteil eine eigene Wächterin oder Wächter. Denn ein erster Kampf gegen Kräfte, die neu geborene Städte bedrohen, hat New Yorks Avatar so stark geschwächt, dass dieser seine Aufgabe nicht wahrnehmen kann. Nur gemeinsam kann es den Wächterinnen New Yorks gelingen, ihren Avatar und damit die gesamte Stadt zu retten. Doch die Zeit tickt, denn der Feind hat sich längst unter sie gemischt… Meine Meinung Die amerikanische Fantasy- und Science-Fiction-Autorin N. K. Jemisin ist schon längst kein Geheimtipp mehr, dennoch bin ich erst durch ihren neuesten Roman »Die Wächterinnen von New York« mit ihrer Arbeit in Kontakt gekommen. Und was für ein wunderbarer Erstkontakt das war! In ihrer Geschichte setzt sich N. K. Jemisin mit der Weltmetropole New York City und den fünf unterschiedlich geprägten Stadtbezirken auf kreative und bewegende Art und Weise auseinander. Nach einem ersten Besuch in der Stadt, die niemals schläft, wurde ich großer Fan dieser faszinierenden multikulturellen Welt, sodass ich bereits zwei weitere Male dorthin gereist bin. Allerdings habe ich immer noch nicht alle Stadtteile kennengelernt, dafür hat nun aber N. K. Jemisin mit »Die Wächterinnen von New York« gesorgt. Die Idee einer tatsächlich lebendigen Stadt, die geboren und durch einen Avatar in Menschengestalt beschützt wird, hat mir unheimlich gut gefallen. Doch wie das bei einer Geburt eben ist, kann es auch zu Schwierigkeiten kommen und genau das passiert als das frisch geschlüpfte New York angegriffen und geschwächt wird, sodass sich die Stadt fünf Wächterinnen und Wächter auswählt. Die unterschiedlichen Wächterinnen und Wächter verkörpern die Eigenschaften ihrer Bezirke Manhattan, Brooklyn, Bronx, Queens und Staten Island durch und durch. Manny ist ganz neu in der Stadt und verkörpert mit seinem tief im inneren gnadenlosen Charakter Manhattan, für das aufstrebende Brooklyn steht die schwarze Stadträtin und ehemalige Rapperin Brooklyn ›MC Free‹ Thomason ein, die wilde Bronx wird durch Bronca, der lesbischen Kuratorin einer Galerie vertreten, Queens durch die indische Studentin und Mathe-Queen Padmini und das konservative Staten Island manifestiert sich in Aislyn, der behüteten Tochter eines Polizisten. Jemisins Beschreibungen ihrer Protagonisten/Stadtteile sind unglaublich detailverliebt, sodass ich mir sicher bin, dass bessere New-York-Kenner noch viel mehr aus diesem Roman ziehen können, als ich es vermochte. Eines gelingt aber auf jeden Fall, auch für Ortsunkundige entsteht hier eine lebendige Welt, in der man sich durch den ausführlichen Weltenaufbau leicht zurechtfindet. Spannung mit lovecraftschen Monstern kommt zwar immer wieder ins Spiel, aber dominiert die Story nicht. Vielmehr stehen die diversen Persönlichkeiten der Stadtteile im Vordergrund und lassen mit ihren Konflikten auch einen Blick auf reale Probleme werfen. Der noch immer tagtäglich stattfindende Rassismus gegenüber anderen Kulturen oder People of Colour ist somit ein großer Bestandteil von N. K. Jemisins Roman und verleiht diesem eine Note, die unter die Haut dringt. »Die Wächterinnen von New York« ist wirklich ein grandioser Roman, voll starker Superheld*innen und ein außergewöhnliches Porträt New York Citys. Allerdings darf man keine allzu temporeiche Action erwarten, diese gibt es gut dosiert zwischendurch, der Fokus liegt aber ganz beim Worldbuidling, welches für mich noch ein paar Fragen offen lies. Man könnte auch sagen, diese Roman liest sich wie ein extrem ausführlicher Prolog (leider mit ein paar Längen), der Neugierig auf mehr macht. Daher hoffe ich sehr, dass es bei dieser ursprünglich auf eine Trilogie ausgelegte »The Great Cities«-Reihe bald weitergehen wird. Fazit Ein absolut faszinierender Science-Fiction-Roman, der den kulturellen Schmelztiegel von New York City lebendig werden lässt, mit Diversität glänzt und den immer noch gegenwärtigen Rassismus offenlegt. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 09.07.2022
Sehr ungewöhnlich und auch ziemlich verwirrend, aber konnte trotzdem nicht aufhören. Es wird sehr auf Diskriminierung und Rassismus eingegangen. Teils fand ich die Stimmung auch sehr beklemmend. Habe mich gut unterhalten gefühlt 🙃
Eher 4,5. Was für eine schöne, spannende, sensible Geschichte! Und was für ein schnelles Ende. Es hat mir Spaß gemacht, New York und die Wächterinnen kennenzulernen! Ich liebe die Idee, bin gespannt wie es weitergeht und gleichzeitig möchte ich das Buch nochmal lesen, um es mit anderen Augen nochmal besser zu verstehen. Ich muss zugeben, dass ich manchmal Absätze mehrfach lesen musste, damit ich mitkomme :) Gerne mehr davon ✌
I can't recommend this book. It had ideas and moments and characters that worked, but a lot didn't. I really fought through the first third, until I actually liked the reading experience in the last third. Just... what was that?
DNF @33% (ca.) Dieses Buch lag jetzt seit dem Erscheinungstermin ungelesen auf meinem Ebook-Reader und ich hatte einfach bis heute nie wirklich Lust, es endlich zu beginnen. Da ich das Buch aber eigentlich für Netgalley rezensieren sollte, musste ich mich nach all der Zeit jetzt aber wohl oder übel dazu überwinden. In das Buch habe ich aber leider so gar nicht hineingefunden, sodass ich kurzerhand auf das Hörbuch umgestiegen bin, dem ich deutlich besser folgen konnte - zumindest anfangs. Die Grundidee wäre auch vielversprechend: NYC wird vermenschlicht, indem jeder Stadtteil ein (menschliches) Avatar erhält. Mehr kann ich zur Handlung nicht sagen, denn entweder hat das Buch keinen richtigen Plot, oder ich habe einfach nicht verstanden, worum es geht. Es wird geredet und geredet ... aber irgendwie ist die ganze Zeit über nichts Nennenswertes passiert. Bei der ein Drittel Marke habe ich mich dann entschieden aufzugeben, denn für dieses Buch fehlt mir einfach die Geduld. Ich werde mich auch davor hüten, weitere Bücher von Jemisin zu lesen, denn ihr Schreib- bzw. Erzählstil scheint einfach nicht meins zu sein, obwohl sie immer wieder wundervolle Ideen hätte. Etwas Positives kann ich zum Schluss aber doch noch hervorheben: Ich fand die Vertonung des Hörbuches wirklich grandios. Die einzelnen Sprecher:innen lesen fantastisch vor und machen ihre Sache richtig gut. Leider kann das aber nicht über die fehlende Handlung hinwegtrösten. ;)
This book has some really interesting ideas and feels like a love letter to New York. But it got a bit rambly in the end and the anti gentrification metaphors were a bit much on the nose for my taste.
Spannend, verrückt, fantastisch. Lesen!
Beschreibung Städte sind nicht nur sprichwörtlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes lebendig. Als New York City erwacht gibt es Komplikationen bei der Geburt, denn die Stadt sucht sich nicht nur einen Avatar, der sie verkörpert und beschützt, sondern auch gleich für jeden Stadtteil eine eigene Wächterin oder Wächter. Denn ein erster Kampf gegen Kräfte, die neu geborene Städte bedrohen, hat New Yorks Avatar so stark geschwächt, dass dieser seine Aufgabe nicht wahrnehmen kann. Nur gemeinsam kann es den Wächterinnen New Yorks gelingen, ihren Avatar und damit die gesamte Stadt zu retten. Doch die Zeit tickt, denn der Feind hat sich längst unter sie gemischt… Meine Meinung Die amerikanische Fantasy- und Science-Fiction-Autorin N. K. Jemisin ist schon längst kein Geheimtipp mehr, dennoch bin ich erst durch ihren neuesten Roman »Die Wächterinnen von New York« mit ihrer Arbeit in Kontakt gekommen. Und was für ein wunderbarer Erstkontakt das war! In ihrer Geschichte setzt sich N. K. Jemisin mit der Weltmetropole New York City und den fünf unterschiedlich geprägten Stadtbezirken auf kreative und bewegende Art und Weise auseinander. Nach einem ersten Besuch in der Stadt, die niemals schläft, wurde ich großer Fan dieser faszinierenden multikulturellen Welt, sodass ich bereits zwei weitere Male dorthin gereist bin. Allerdings habe ich immer noch nicht alle Stadtteile kennengelernt, dafür hat nun aber N. K. Jemisin mit »Die Wächterinnen von New York« gesorgt. Die Idee einer tatsächlich lebendigen Stadt, die geboren und durch einen Avatar in Menschengestalt beschützt wird, hat mir unheimlich gut gefallen. Doch wie das bei einer Geburt eben ist, kann es auch zu Schwierigkeiten kommen und genau das passiert als das frisch geschlüpfte New York angegriffen und geschwächt wird, sodass sich die Stadt fünf Wächterinnen und Wächter auswählt. Die unterschiedlichen Wächterinnen und Wächter verkörpern die Eigenschaften ihrer Bezirke Manhattan, Brooklyn, Bronx, Queens und Staten Island durch und durch. Manny ist ganz neu in der Stadt und verkörpert mit seinem tief im inneren gnadenlosen Charakter Manhattan, für das aufstrebende Brooklyn steht die schwarze Stadträtin und ehemalige Rapperin Brooklyn ›MC Free‹ Thomason ein, die wilde Bronx wird durch Bronca, der lesbischen Kuratorin einer Galerie vertreten, Queens durch die indische Studentin und Mathe-Queen Padmini und das konservative Staten Island manifestiert sich in Aislyn, der behüteten Tochter eines Polizisten. Jemisins Beschreibungen ihrer Protagonisten/Stadtteile sind unglaublich detailverliebt, sodass ich mir sicher bin, dass bessere New-York-Kenner noch viel mehr aus diesem Roman ziehen können, als ich es vermochte. Eines gelingt aber auf jeden Fall, auch für Ortsunkundige entsteht hier eine lebendige Welt, in der man sich durch den ausführlichen Weltenaufbau leicht zurechtfindet. Spannung mit lovecraftschen Monstern kommt zwar immer wieder ins Spiel, aber dominiert die Story nicht. Vielmehr stehen die diversen Persönlichkeiten der Stadtteile im Vordergrund und lassen mit ihren Konflikten auch einen Blick auf reale Probleme werfen. Der noch immer tagtäglich stattfindende Rassismus gegenüber anderen Kulturen oder People of Colour ist somit ein großer Bestandteil von N. K. Jemisins Roman und verleiht diesem eine Note, die unter die Haut dringt. »Die Wächterinnen von New York« ist wirklich ein grandioser Roman, voll starker Superheld*innen und ein außergewöhnliches Porträt New York Citys. Allerdings darf man keine allzu temporeiche Action erwarten, diese gibt es gut dosiert zwischendurch, der Fokus liegt aber ganz beim Worldbuidling, welches für mich noch ein paar Fragen offen lies. Man könnte auch sagen, diese Roman liest sich wie ein extrem ausführlicher Prolog (leider mit ein paar Längen), der Neugierig auf mehr macht. Daher hoffe ich sehr, dass es bei dieser ursprünglich auf eine Trilogie ausgelegte »The Great Cities«-Reihe bald weitergehen wird. Fazit Ein absolut faszinierender Science-Fiction-Roman, der den kulturellen Schmelztiegel von New York City lebendig werden lässt, mit Diversität glänzt und den immer noch gegenwärtigen Rassismus offenlegt. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 09.07.2022
Ich musste es abbrechen. War leider gar nichts für mich :(
Städte leben. Beziehungsweise werden sie geboren. Und um diesen Prozess gut zu überstehen, werden Wächterinnen bestimmt, die den Städten helfen. Sie sollen sie gegen einen uralten Feind in dieser verletzlichen Phase verteidigen. Erst einmal finde ich die Idee hinter dem Buch interessant. Sie ist mir so persönlich noch nicht wirklich begegnet und wird in diesem Buch großartig umgesetzt. Die Gestaltung des Buches ist wunderschön und spiegelt die Stimmung der Geschichte meiner Meinung nach fabelhaft wieder. Der Schreibstil ist fantastisch. Die Welt konnte ich ausgezeichnet visualisieren. Die Charaktere sind sehr individuell geschrieben und der Schreibstil charakterisiert sehr gut, aus welcher Perspektive wir momentan lesen. Es gibt viele Protagonisten, was in diesem Buch aber überhaupt nicht problematisch war, da man der Geschichte und den Perspektiven gut folgen konnte. Die Charaktere sind sehr divers, wodurch es verschiedene interessante Ansichten gibt. Jede Person bringt ihre eigenen Probleme mit, unter denen sie leiden, was spannende Einflüsse birgt. Diese Probleme werden immer explizit angesprochen und nicht beschönigt. Die Beziehung der Charaktere ist faszinierend, weil man sie richtig dabei beobachten kann, wie sie langsam aber sicher einander immer mehr bedeuten und vertrauen. Dabei ist der Unterschied vom Anfang zum Ende sehr interessant anzusehen. Dadurch dass jeder Charakter sehr individuelle Eigenschaften hat, sind die unterschiedlichen Interaktionen zwischen ihnen super fesselnd zu lesen. Die Motive verschiedener Charaktere sind oft ambivalent und nicht rein richtig oder falsch, was das Ganze noch einmal mitreißender macht. Auch die Gegenspielerin ist interessant geschrieben und, obwohl man natürlich trotzdem gegen sie ist, sind ihre Beweggründe sehr nachvollziehbar, wobei man sich natürlich immer wieder ärgert, wenn sie einen Schritt vorwärts machen kann. Die unangenehme Atmosphäre, die durch die Antagonistin hergestellt wird, wird ganz fantastisch aufgebaut. Die Eskalation der Probleme ist grandios geschrieben, weil man langsam aber sicher von einem unbestimmten Unwohlsein zu ausgewachsenen “Oh fuck”-Gefühlen kommt. Das Buch hat starke Chancen eines meiner Jahreshighlights zu werden und ich kann den zweiten Teil jetzt schon kaum erwarten.
Ich war neugierig auf dieses Buch und muss gestehen, dass ich es eigentlich noch nirgendwo sonst gesehen habe. Ich hab es ja auch nur durch Zufall entdeckt. Aber sollte man das ändern und somit mehr Leser zu diesem Buch greifen? Ich sage jein Alles beginnt damit, dass Manny in New York ankommt. Er hat keine Ahnung, wer er ist woher er kommt oder wo er hin will. Er leitet sozusagen in die Story ein, die uns nach und nach in die Welt New Yorks und seine fünf Stadtteile einführt. Manny steht hierbei zum Beispiel für Manhattan. Die 5 Stadtteile müssen sich zusammemraufen, um gegen die Gefahr zu kämpfen, welche New York bedroht. Interessante Idee auf jeden Fall, die mich aber nur so semi begeistern konnte. Es war gerade Anfangs etwas schwierig rein zu kommen. Die Erklärungen bekommt man erst so häppchenweise im Nachgang serviert. Das machte den Start etwas anstrengend und die Spannung blieb gelegentlich auf der Strecke. Etwas mehr Tempo wäre, meines Erachtens nach, von Vorteil gewesen. Es schleppte sich so dahin, wenn auch hier und da mit interessanten Moementen. Nichts desto trotz, hat die Autorin hier eine etwas andere Idee eingebracht. Lebende Stadtteile, die ihre Stadt retten können. Aber nur gemeinsam. Es sind Avatare, durch die man die "bekannten" Eigenheiten kennenlernt. Aber auch Themen wie Rassismus, Geld und Hetzjagden via Social Media finden hier Raum. Gerade Letzteres ist nicht nur erschreckend, sondern liegt auch absolut im möglichen Bereich. Fazit Es fiel mir schwer an diesem Buch dran zu bleiben. Ja ich kenne New York, die Stadtteile bekomm ich auch noch zusammen, aber dann hört es auch schon soweit auf. Wahrscheinlich fehlte es mir deshalb hier und da an Verständnis zu einigen Situationen. Alles in Allem ganz okay, aber nicht so ganz meins, obwohl ich die Idee wirklich mag. 3 Sterne und ich rate zur Leseprobe.
“Die Wächterinnen von New York” von N. K. Jemisin ist eine Neuerscheinung 2022 im Tropen-Verlag, übersetzt von Benjamin Mildner. Das Cover ist wunderbar knallig und passend zum Inhalt gestaltet David Paire/Arcangel (Foto) und Lauren Panepinto (Design). Die Bindung und das Papier fühlen sich hochwertig an und das Buch hat eine tolle Aufmachung. Inhaltlich geht es um die “Origin Story” der “Avatare von New York”, die durch bestimmte Umstände zum Leben erwachen. Personifiziert werden diese von 5 unterschiedlichen Personen. Gemeinsam müssen sie sich nun gegen das übernatürlich Böse stellen, um ihre Stadt zu verteidigen. Das Buch war eine komplett neue Erfahrung für mich, denn überrascht hat mich hier, dass das Buch viel Bezug auf kosmischen Horror nach Lovecraft nimmt. Das Cover deutet ja schon darauf hin, denn im richtigen Licht sind so einige seltsame Dinge zu sehen, die sich hinter der Stadt verstecken. Aber oh boi, es ist wirklich tentakeliger, als ich gedacht habe
Wenn eine Autorin für unglaubliche Ideen, Diversität, Gesellschaftskritik und unverwechselbare Charaktere steht, dann ist es N.K. Jemisin. In den vier Büchern, die ich jetzt von ihr gelesen habe, hat sie mir gezeigt, wie gut Fantasy mit realen Themen funktioniert. ‚Die Wächterinnen von New York‘, übersetzt von Benjamin Mildner, ist zwar ein herausragendes Stück Fantasygeschichte, doch es beleuchtet auch Rassismus, Vorurteile, Intoleranz, Queerness, Immigration, Gewalt in der Familie und vieles mehr. Das mag jetzt nach vielen Baustellen klingen, wird aber von Jemisin in einer Art und Weise in die Geschichte gewoben, dass es sich immer natürlich anfühlt und stets zur Reflexion und zum Nachdenken anregt. Wie der Titel verrät, hat sich Jemisin dieses Mal den Schauplatz New York ausgesucht. Sie selbst lebt mit ihrer Familie in Brooklyn und dadurch hat sie es wohl besonders gut geschafft, New Yorks Atmosphäre einzufangen, die Individualität der Stadtteile, die Mentalität der Menschen. Laut, quirlig, urban, doch auch ein Platz für alle Menschen, egal welcher Herkunft, welcher sexuellen Orientierung, welcher politischen Gesinnung. Ein Melting Pot, der sich auch in den Figuren Jemisins widerspiegelt. Die Ausgangssituation ist dabei so einzigartig wie man es sich nur vorstellen kann. New York ist auf dem Weg, geboren zu werden. Doch der Avatar New Yorks sieht sich einer kosmischen Macht gegenüber, der er in der anstrengenden Phase der Geburt einfach nicht gewachsen ist. Er taucht tief in die Adern New Yorks ein, um Hilfe zu suchen – und findet sie in fünf ganz unterschiedlichen Menschen, die auf ihre Weise einen der fünf Stadtteile New Yorks repräsentiert. Hier kann Jemisin also ihr ganzes Können präsentieren: außergewöhnliche Urban Fantasy, gepaart mit greifbaren und komplexen Charakteren, jede*r so einzigartig wie das Leben selbst, mit eigener Vergangenheit und noch unklarer Zukunft. Jemisin erschafft fast unvorstellbare Bilder, zieht die Leser*innen in ihr New York und schafft etwas, das nur ganz wenig vermögen: Eine Geschichte zu schreiben, die nicht nur herausragend ist, sondern auch zum Nachdenken anregt, so, dass man am liebsten mit jedem Menschen darüber reden möchte. Die noch lange nachhallt und die ich allen Leser*innen empfehlen möchte. 5 Sterne.
3.5* The City We Became von N.K. Jemisin war ganz anders als ich erwartet hatte. Die Idee ist super interessant. Die Welt die Jemisin geschaffen hat ist unserer auf den ersten Blick sehr ähnlich, doch sie ist voller fantastischer Elemente. In dieser Welt können Städte "geboren" werden und die Geschichte fängt damit an, dass die "Geburt" von New York kurz bevor steht, doch dann läuft etwas schief und anstatt eine Figur, welche New York als Ganzes verkörpert, gibt es fünf Figuren, welche jeweils einen Stadtteil verkörpern. Die Geschichte handelt davon wie diese Figuren einander finden müssen und gleichzeitig gegen einen Feind kämpfen der die gesamte Stadt zerstören könnte. Die Geschichte ist spannend und kreativ und irgendwie auch ziemlich abgedreht. Teilweise war ich mir nicht so ganz sicher was ich eigentlich gerade lese, doch die Geschichte hat auch total Spass gemacht. Die Art wie New York dargestellt wurde, die Fragen was eine Stadt ausmacht und auch was eine Stadt zerstört waren sehr interessant. Ich bin jedenfalls gespannt auf den zweiten Teil.
Für mich ist N.K. Jemisin ein liter. Rockstar; eine der wichtigsten, ehrlichsten, kreativsten, authentischsten und innovativsten ErzählerInnen des Genres
Ich habe mir mit dem neusten Werk von N.K. Jemisin sehr viel Zeit gelassen. 1. weil ihre Bücher aufgrund ihrer Komplexität keine "Pageturner" im klassischen Sinne sind und man eine gewisse Zeit braucht um das "Wie, was und Warum" zu verstehen und ich 2. so viel Zeit wie möglich mit dem Buch verbringen wollte. Für mich ist N.K. Jemisin ein liter. Rockstar; eine der wichtigsten, ehrlichsten, kreativsten, authentischsten und innovativsten ErzählerInnen des Genres, und ich werde jedes ihrer übersetzten Bücher lesen, das mir der deutsche Büchermarkt anbietet. Der Plot von "Die Wächterinnen von New York" lässt sich im Gegensatz zur "Broken Earth"-Reihe in ein paar wenigen Sätzen zusammenfassen: Städte sind lebende, atmende Organismen, die ihre Seelen in menschlichen Avataren manifestieren können. So auch New York. Hier gibt es allerdings die Besonderheit, dass es neben dem primären Avatar noch 5 weitere gibt, die einzelne Stadtteile wie die Bronx, Manhattan usw. verkörpern. Als eine fremde Macht aus einem anderen Universum New York bedroht, die das Ende von allem im Sinn hat, müssen sich die Avatare zusammenschließen, um alles, was ihnen lieb und teuer ist, zu beschützen, doch dazu müssten sie sich gegenseitig ersteinmal finden, aber genau das will der Feind auf jeden Fall verhindern. So einfach wie das klingt, so komplex sind die Themen, die Jemisin in ihrem Buch verarbeitet, denn das Besondere ist, dass die Geschichte an einem realen Ort mit realen Problemen spielt. Modern, poetisch, philosophisch, wütend, queer, wild, laut, wunderschön und in gewohnt beeindruckender schriftstellerischer Qualität verbindet Jemisin Urban- Fantasy und lovecraft'schen SciFi-Horror mit gesellschaftskritischen Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Armut, LGBTQIA+ und und und.. Ich habe irgendwo gelesen, dass das Buch noch mehr Spaß macht, wenn man selbst in New York lebt oder sich regelmäßig in der Stadt aufhält, weil die Avatare den Charakter der einzelnen Stadtteile wohl 1:1 widerspiegeln, aber das hat meiner Lesefreude nicht geschadet. Bücher wie dieses sind der Grund warum ich überhaupt lese und wenn möglich, niemals wieder damit aufhören möchte. Ich kann absolut verstehen, wenn man zu Büchern greift, weil man sich einfach und schnell unterhalten lassen, den Kopf abschalten und entspannen möchte, das geht mir auch so, aber hin und wieder brauche ich mehr als das und dieses "Mehr" wird einem mit den preisgekrönten Büchern von N.K.Jemisin definitiv geboten.

Richtig gutes Buch, das mich total geflasht hat. Wer was anderes als klassische Fantasy lesen will und Lust auf verrücktes Geschehen hat, ist hier genau richtig!
Wow, was ein Buch. Nach den ersten Seiten, vor allem nach dem Prolog, war ich noch sehr kritisch und hatte etwas Angst vor dem, was da noch kommen würde. Das wirkte so viel und kompliziert und verwirrend und chaotisch. (Okay, rückblickend passt das perfekt zur Story, es geht immerhin um New York. Und so ist New York ja auch irgendwie, zumindest war es für mich damals so.) Jetzt, wo ich es komplett durch habe, bin ich einfach nur geflasht – von den Charakteren, dem Stil, dem Thema, der Handlung. Es ist so ganz anders als alles, was ich in letzter Zeit so gelesen habe, und vielleicht gerade dadurch ein absolutes Highlight für mich. Insgesamt passiert hier gar nicht so viel, wenn man es unterbrechen würde, aber gleichzeitig bekommt man so viel zwischen den Zeilen mitgeteilt, unterschwellig durchlebt man das Erwachen und Wachsen der Stadt New York mit. Die Geschichte wurde für mich beim Lesen lebendig, dreidimensional, als wäre ich selbst mitten drin! Und auch wenn hier nicht Action auf Action und krasse Handlung auf krasse Handlung folgt, würde ich keine einzige Szene rausnehmen können. Aber ich liebe ja auch das Atmosphärische in Romanen total – und davon gibt es hier richtig gut viel, aber ohne dass es einfach beschreibend und langweilig wird, finde ich. Stattdessen habe ich viel selbst über wichtige Punkte, die auch das echte Miteinander zwischen Menschen betrifft, nachgedacht. Denn ja, auch zum Grübeln gibt es hier ein wenig was. Also: Selbst wenn der Einsteig definitiv etwas Energie kostet, bleibt dran, lest weiter. Es lohnt sich so so sehr!
Dass Städte lebendig sind, sagt man gern so daher, doch in diesem Buch sind sie es wirklich. Irgendwann, wenn eine Stadt einen gewissen Punkt überschritten hat, sucht sie sich einen Avatar, der sie verkörpert. Während dieses Prozesses ist die Stadt verwundbar und ein Feind aus einer anderen Dimension versucht, anzugreifen. Im Falle von New York geht etwas extrem schief, wodurch es sich weitere Avatare für die einzelnen Stadtteile suchen muss. Doch die fünf Bezirke sind so unterschiedlich, dass es dabei zu starken Reibereien kommt. Dabei müssen sie zusammenhalten, wenn sie überleben wollen. Von diesem Buch hatte ich tatsächlich etwas anderes erwartet. Eigentlich dachte ich, dass es sich hier um Urban Fantasy mit stärkerem literarischem Einschlag handeln würde. Tatsächlich war es eher kosmischer Horror mit Anlehnung an Lovecraft, den ich hier vorgefunden habe. Anfangs muss ich gestehen, dass mir dies das Lesen etwas erschwert hat. Dennoch bin ich sehr froh, dass ich durchgehalten habe. Dies ist eins dieser Bücher, in denen Diversität großgeschrieben wird. Charaktere verschiedener Herkunft, Kultur und Sexualität sind hier so normal nebeneinander und werden durch mehr als ihre Diversität charakterisiert. Die Wesenszüge der Protagonisten sind an die besonderen Eigenheiten der Menschen ihrer Stadtteile angelehnt. Manhattan wirft mit Geld auf seine Probleme, Brooklyn war eine Rapperin, die nun in der Politik mitmischt, Bronx ist die Leiterin eines Kunstzentrums, Queens eine junge Immigrantin, die Mathe liebt und Staten Island die Tochter eines rassistischen, misogynistischen Polizisten, die durch ihre eigenen Gedankenmuster leichte Beute für den Feind aus einer anderen Dimension ist. Auch wenn die Charaktere oft durch die Klischees ihrer Stadtteile geprägt waren, fühlten sie sich für mich doch immer real und glaubhaft an. Als Nicht-New Yorkerin kann ich dabei allerdings nicht beurteilen, wie realistisch die jeweiligen Repräsentationen waren. Die Autorin greift in diesem Buch Werke von Lovecraft auf. Aber während bei ihm der Horror im Unbekannten, in den Fremden lag, was zum Teil auf seinen Rassismus zurückzuführen ist, liegt der Horror in diesem Buch eher im Rassismus selbst. Die Autorin zeigt, wie derartige Strukturen unsere Gesellschaft unterwandern und ihr letztlich stark schaden können. Insgesamt gefiel mir die Handlung des Buches sehr gut. Auch wenn der Mittelteil sich an einzelnen Stellen ein wenig zog, gab es auch hier viele interessante Gedankengänge, welche ich sehr zu schätzen wusste. Fazit: „Die Wächterinnen von New York“ ist ein Buch mit einer kompromisslosen Haltung im Bereich Diversität. Die Geschichte ist interessant und auch wenn es mir zu Beginn schwerfiel, hineinzufinden, so bin ich doch glücklich, dass ich sie beendet habe.
I can't recommend this book. It had ideas and moments and characters that worked, but a lot didn't. I really fought through the first third, until I actually liked the reading experience in the last third. Just... what was that?


















