300 Seiten Nebel… 68 Seiten Panik
Nach dem starken ersten Teil hatte ich bei Mörderfinder 2 „Die Macht des Täters“ ziemlich hohe Erwartungen. Tja. Erwartungen sind manchmal wie Nebencharaktere in Thrillern: sterben früh. Die ersten rund 200 bis 300 Seiten ziehen sich leider ordentlich. Viel Grübeln, viel Frust, viele Figuren, die irgendwie wichtig wirken sollen, aber teilweise eher so rüberkommen wie Menschen, die zufällig in dieselbe WhatsApp-Gruppe geraten sind. Max stolpert von Fragezeichen zu Fragezeichen, während man als Leser irgendwann denkt: Passiert hier noch ein Mordfall oder sitzen wir kollektiv in einer emotionalen Selbsthilfegruppe? Spannender wird es später schon, besonders Richtung Ende. Allerdings fühlt sich die Auflösung ein bisschen so an als würde der Stift leer gehen und man müsste noch schnell sehr viel Inhalt in sehr wenig Text packen. Manche Motive und Figuren bleiben für mich seltsam oder nicht ganz glaubwürdig, und einiges wirkte unnötig chaotisch. Trotzdem: Arno Strobels Schreibstil macht es schwer, das Buch wegzulegen. Genau deshalb bin ich drangeblieben und hoffe, dass Teil 3 wieder mehr vom Sog des ersten Bands hat und sich stärker abhebt. Für mich kein Totalausfall, aber definitiv schwächer als der Vorgänger.
























































