"Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig"
TW häusliche Gewalt
Eine intensive Geschichte über Schwesternschaft, der Beziehung zu den eigenen Eltern und zu sich selbst. Die ruhige Erzählweise wirkt trotz der schweren Themen stimmig und beschreibt das Vakuum, in dem man sich als trauernder Mensch oft befindet, sehr gut. Sowohl Karla als auch ihre Schwester Marie kommen zu Wort und so taucht man in das Leben der beiden aus zwei Perspektiven ein. Was trotz ihrer engen Beziehung verborgen bleibt, zeigt deutlich, wie leicht wir Menschen falsch einschätzen können und wie viel sie verbergen, weil niemand genau fragt und wenige die wahre Antwort hören wollen. Am Ende also nicht nur eine Geschichte über Trauer und das Hinterfragen, wer man eigentlich ohne die geliebte Person ist, sondern auch über zwischenmenschliche Beziehungen und Abgründe unserer Gesellschaft.
Zum Ende hätte die Autorin für meinen Geschmack einen eheren Abschluss finden können, das war dann doch zu langatmig und ich finde es muss nicht immer alles aufgelöst werden. Vieles spricht für sich und muss nicht nochmal explizit beschrieben werden (Prolog von Marie zum Beispiel, da fand ich den Abschluss ihres Abschnitts davor ein passenderes Ende).
Betroffen sitze ich ihr und kann nicht glauben dass das Buch zu Ende ist. Es hat mich gefesselt von der 1. bis zur letzten Seite. Warum lassen Frauen es zu, dass ihnen so weh getan wird? Warum sind sie
voller Scham über den ihnen zugeügten Schmerz und können sich niemanden anvertrauen? Warum tun Männer dies ihren Frauen an...
Ich habe so gar nichts erwartet und auch nur den Beginn des Klappentextes gelesen und habe doch so viel bekommen. Das ist wieder ein Fall von: Warum lag das Buch so lange ungelesen bei mir rum und Es ist gut Bücher ohne Erwartungen zu lesen.
Wirklich sehr toll gezeichnete Charaktere und eine Geschichte, die sich durch die beiden Perpektiven zu einem gelungenen Ganzen verweben. Ich habe diese Tiefe nicht erwartet und bin auch ganz überwältigt von der Story an sich. Richtig gut.
Karla und Marie haben mich beide sehr berührt. Ihre Geschichten und Charaktere wurden auf eine wundervoll authentische Art und Weise geschrieben. Es ist ein besonderes Buch, weil es nah am Leben spielt, weil es Fragen aufwirft und die Geschichte nicht immer eine Antwort darauf bereithält, weil das Leben unvorhersehbar ist und weil es immer mehrere Perspektiven gibt.
Das Buch an sich war für mich kein klassischer fesselnder Roman, dennoch musste ich in meinem Alltag immer wieder an die beiden Schwestern denken und wollte mehr über ihre Geschichte erfahren. In gewisser Hinsicht ließ mich das Buch also nicht los, auch wenn ich es aus der Hand legen konnte 🍂
Dieses Buch ist leise, nicht hektisch und dennoch so intensiv. Es hinterlässt viele Fragen. Nicht zur Geschichte, aber zum eigenen Leben.
Und es spricht so viele Themen an, über die einfach zu wenig gesprochen wird. Generell wird in den meisten Leben zu wenig erzählt - das ist das Fazit aus dem Buch.
Ich kann das Buch sehr empfehlen. An einer Stelle war es sehr langatmig. Aber vielleicht war genau das auch notwendig.
So wie du mich kennst ist ein ruhiges Buch über Schwesternschaft, Verlust und das Weiterleben.
Schön geschrieben, aber nicht alles hat mich abgeholt.
Gerne gelesen – kein Highlight.
Spannender Aufbau und Charaktere, teils zu plakativ und vorhersehbar
Mich hat die Geschichte der zwei Schwestern sehr berührt. Der Aufbau, abwechselnde Kapitel aus Sicht der jeweiligen Schwestern, hat mir sehr gut gefallen. Ich fand den Kontrast zwischen dem Dorfleben in Süddeutschland und NYC jedoch etwas zu plakativ, wenn ich auch Stories liebe, die in New York spielen. Aus der Storyline hätte man meiner Meinung nach mehr machen können. Das Thema häusliche Gewalt ist spannend eingebunden, jedoch zu offensichtlich platziert, sodass es mich beim lesen fast genervt hat, dass Klara nicht dahinter kommt, was passiert ist.
„So wie du mich kennst“ erzählt die Geschichte zweier Schwestern in New York und Unterfranken, die trotz Distanz eine sehr enge Verbindung zueinander haben.
Das Buch thematisiert unglaublich wichtige Themen in Familien, Beziehungen und unserer Gesellschaft und geht damit unter die Haut. So brutal und echt, dass es weh tut, aber vielleicht muss es das auch, um in der Gesellschaft anzukommen.
Dieses Buch stellt Fragen und lässt dich über deine eigenen engen Beziehungen nachdenken.
Wie gut kennt man die Menschen wirklich, von denen man denkt alles zu wissen? Wie gut kennen meine engen Bezugspersonen mich eigentlich? Sind wir für andere nicht immer nur der Mensch, den wir aus uns selbst machen, mit dem, was wir über uns teilen? Wer sind wir, wenn niemand hinschaut?
So wie du mich kennst, hat mich tief berührt, manchmal wirklich umgehauen und ich musste immer wieder tief durchatmen. Aber es war auf eine Art auch heilsam und die beiden Schwestern sind mir so eng ans Herz gewachsen.
Für mich eine klare und wichtige (!) Leseempfehlung, aber auch eine brutale Konfrontation mit unserer Gesellschaft.
Ich finde der Satz aus dem Buch „Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?“ fasst dieses Buch auf eine Art sehr gut zusammen.
Ich hatte von vorn herein kein "rundum lebensbejahendes" Buch, wie es darauf geschrieben ist, erwartet. Und meine Erwartungen wurden erfüllt, es war ein Studel aus Traurigkeit und Zweifeln und Geheimnissen die oft nicht geteilt werden konnten. Die Gesamtstimmung kam mir eher sinnsuchend als lebensbejahend vor, obwohl dies auch zum Gefühl des Buchs gepasst hat.
Insgesamt war es interessant und tiefgründig und ließ sich schnell lesen, war aber einfach nicht ganz mein Fall.
Die beiden Protagonistinnen fand ich gut - überzeugend und realistisch. Trotzdem hat sich das Buch zwischendurch etwas gezogen, weil schon recht früh klar war auf welches Thema man bei Marie stößt. Das Geheimnis zum Schluß habe ich hingegen nicht kommen sehen und war für mich ein richtiger AHA-Moment. Schön fand ich auch, dass auch die "guten" Seiten von Trauerprozessen gezeigt werden. Ich würds weiterempfehlen als kein allzu schweres Buch
Ich fand dieses Buch durch Zufall in einem offenen Bücherregal.
Die Geschichte um die Schwestern Karla und Marie ist unglaublich.
Unglaublich gut , unglaublich eindringlich und unglaublich nah an jedem von uns...
"Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?"
Dieser Satz beschreibt so treffend wie es vielen von uns geht. Wieviel gibt man wirklich von sich Preis? Erzählen wir den Menschen, die uns am nächsten sind, wirklich immer alles?
Dieses Buch zieht langsam in seinen Bann und wirkt auch über das Ende hinaus noch lange nach.
Ich habe jede Seite genossen und werde es bestimmt irgendwann nochmal lesen.
Ganz klare Empfehlung!
Emotionale Themen. Die Sichtweisen beider Schwestern gefielen mir. Aber für mich gab es einige Längen und insgesamt konnte das Buch mich emotional nicht so abholen. Das Ende gefiel mir nicht besonders.
In diesem Buch geht es um zwei Schwestern. Eine tot, eine lebt. Und um das Geheimnis, das die Jüngere mit sich herumgetragen hat, von der alle immer gesagt haben „sie ist der Wildfang“. Gerade sie als aufgeklärte junge Frau hätte das Thema doch ansprechen müssen…?
Mir haben die beiden Welten Unterfranken und New York gut gefallen, dort spielt der Roman. Und auch, dass es kein True Crime ist mit dem Ziel, ein Verbrechen aufzuklären.
Das, worum es eigentlich geht, kommt leise daher und nicht als große Auflösung.
Lese-Empfehlung 😍
Eine enge Schwesternbeziehung, geprägt von Nähe und zugleich von unterschiedlichen Wegen im Leben.
„Es hatte Marie immer entsprochen, zu gehen, und es hatte mir immer entsprochen, zu bleiben. Da war nichts Schlechtes dran. Es war einfach so.“
Es geht um Facetten des Lebens, gute wie schlechte Tage, die wir alle kennen.
Während Karla lernt, ihre „Sehnsucht nach Ordnung, Stabilität, Sicherheit“ zu akzeptieren, öffnen sich zugleich Blicke in Abgründe der Gesellschaft, die allzu gerne verschwiegen werden.
Sehr schön geschrieben, aus den Blickwinkeln zweier Schwestern. Eine Tod, eine am Leben. Die Tragik über den Verlust wird nur überschattet von den Geschehnissen im Leben der Toten.
Eine sehr schöne und traurige Geschichte die so viel Wahrheit enthält. Sie hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich sie mir noch etwas tiefgreifender gewünscht hätte.
Dennoch ein tolles Buch☺️
Ein schönes, unaufgeregtes Buch über das Leben einer Familie. In ruhigen Worten beschreibt die Autorin wie sehr man im Leben verletzt und zerstört werden kann und wieder heilen kann. Eine wundervolle Liebesgeschichte, die aber die Liebe innerhalb einer Familie, für die heimatliche Natur und für Menschen, die einen begleiten thematisiert. Und dabei beginnt alles mit dem Tod von Marie, der Schwester der Hauptprotagonistin Karla.
Es ist mein zweites Buch von der Autorin und ich habe beide so geliebt. Mit liegt ihre Sprache und wie sie ihre Figuren beschreibt. Bei beiden Büchern ging es mir so, dass ich jede Person einfach mögen musste und ins Herz geschlossen habe.
Auch in dem Buch sind wieder ernsthafte gesellschaftliche Themen aufgegriffen, ohne dass alles zu schwer wird. Aber das gibt der Handlung noch mehr Tiefe. Wie sie das an der Geschichte um die zwei Schwestern angeknüpft hat, hat mir gut gefallen.
Hat mich richtig reingezogen, ich habe mitgefühlt und bin mitgereist. So soll Lesen sein.
Von mir gibt es 3 Sterne ⭐️⭐️⭐️
Ich fand den Klappentext sehr interessant . Allerdings war mir persönlich das Buch zu "lahm" geschrieben .
Trotzdem kann ich es empfehlen
Karla und Marie sind zwei Schwester, die sich seit ihrer Kindheit unglaublich nahe stehen. Doch während Karla in dem kleinen Dorf in Unterfranken bleibt, zieht es Marie in die weite Welt. Mit Adam, ihrem Ehemann, zieht sie nach Boston, später landet sie in New York. Und dann erhält Karla einen Anruf: es hat einen Unfall gegeben und Marie ist tot ...
"So wie du mich kennst" hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde und fand es gut, nicht nur Karlas Sicht der Dinge zu erfahren, sondern auch Maries. Generell fand ich den Schreibstil der Autorin sehr einnehmend und sehr nahbar. Gegen Ende habe ich sogar ein paar Tränen verdrückt.
Allerdings ... auch wenn die Geschichte sehr schön war (oder eher bittersüß), hat sie bei mir ein sehr unvollständiges Gefühl hinterlassen. So wird nie gänzlich geklärt, was zwischen Adam und Marie passiert ist, auch die Geschichte rund um Allison findet meiner Meinung nach ein offenes, unbefriedigendes Ende. Und auch das letzte Kapitel aus Maries Sicht hat einige Fragen bei mir hinterlassen. Es hat sich einfach so angefühlt, als hätte die Autorin zu viele Handlungsstränge eröffnet und am Ende ihre liebe Mühe gehabt, alle angemessen zu beenden.
(Oh, und dieses Buch hat meine Verlustängste so DERMAßEN getriggerd, dass ich kaum schlafen konnte).
Dennoch bekommt "So wie du mich kennst" 4 Sterne von mir.
Carla und Marie wachsen zusammen in einem Dorf in Unterfranken auf. Marie heiratet jung und zieht in die Vereinigten Staaten. Nach der Trennung von ihrem Mann zieht sie nach New York, wo sie bei einem Verkehrsunfall stirbt. Carla, die ihrer Schwester trotz der geografischen Distanz sehr nahe stand, reist nach New York um Maries Wohnung aufzulösen und taucht tief in das Leben ihrer Schwester ein.
Ich fand das (Hör) Buch zwischendurch ziemlich langatmig, wollte aber trotzdem wissen wie es ausgeht und habe es bis zum Ende gehört.
Ich hab noch nie ein Buch gelesen, in dem das Dorfleben so authentisch dargestellt wird, das hat mich echt echt gefesselt. Dazu noch eine überraschende Storyline, die mich immer wieder überrascht hat. Ich hab’s sehr genossen :)
Hat mir sehr, sehr gut gefallen. Konnte mich mit den Figuren gut identifizieren. Es war zu keiner Zeit langatmig. Tolles Buch!
Vielleicht wäre nur ne Triggerwarnung angebracht. Hier geht es um häusliche Gewalt
Endlich mal ein Klappentext, der viel Interpretationsspielraum lässt! Habe nicht wirklich geahnt, worauf ich mich einlasse und konnte mich sehr gut in beide Protas hineinversetzen. Ein lesenswerter Roman über ein sensibles und leider hochwichtiges Thema, in den Männer nur eine (teilweise unbequeme) Nebenrolle spielen. ✊🏽
Dieses Buch hat mich sehr berührt, besonders weil ich mich viel in Karla wiedergefunden habe, gerade durch ihre Schwester in der Ferne, ihrem Beruf im Lokaljournalismus und ihrer Liebe zum ruhigen Leben. Fand das Buch ganz wunderbar und hoffnungsvoll , trotz vieler schwerer Themen.
Ein Buch welches mitreißt, nicht mehr los lässt. Eines, welche tiefe Ängste hervorruft und welches nach dem Lesen den großen Wunsch aufkommen lässt seine Familie in den Arm zu nehmen und nicht mehr loszulassen.
Karla, die in einem Dorf in Deutschland unweit von ihren Eltern wohnt, ist auf dem Weg nach New York zur Wohnung ihrer Schwester. Doch anstatt diese dort zu besuchen, ist ihre Aufgabe die Wohnung zu räumen und somit Maries Nest, welches sie sich aufgebaut hatte, aufzulösen, denn Marie ist tot. Überwältigt von der Trauer um ihre Schwester versucht Karla mit dem, was New York ihr gibt, etwas mehr über Maries letzten Tage zu erfahren: was hat sie unternommen? Was hat sie beschäftigt? Mit wem war sie zusammen?
Doch Karla findet noch Einiges mehr heraus, was sie daran zweifeln lässt, ob Marie aufrichtig und ehrlich zu ihr war.
Anika Landsteiner hat viele Sätze geschaffen, die mich getroffen haben. Sie schafft es einzelne Geschichten zu erzählen, die getragen werden von Emotionen und Tiefe. Sie schafft Metapher, die man so noch nicht kannte. Und sie schafft es ein Thema der Gesellschaft, über welches es schon alle möglichen Erzählungen gibt, neu zu erzählen. Sie stellt moralische Fragen und beantwortet diese zeitversetzt, sodass man sich erst selbst eine eigene Antwort darauf sucht. Sie zeigt wie Trauer funktionieren kann und dass es kein Schema dafür gibt. Aber am Wichtigsten: sie trifft die Leser ins Herz und lässt Emotionen aufkochen.
Die Geschichte von Marie und Karli ging mir besonders tief unter die Haut.
TW: Häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt, Tod/Trauer
Dieses Buch sollte verfilmt werden. Die Geschichte hatte eine riesige Sogwirkung auf mich und ich wollte unbedingt wissen, was hinter allem steckt. Die Charaktere waren super und der Schreibstil hätte besser nicht sein können. Große Empfehlung.
Gewohnt toller Schreibstil von Anika Landsteiner, mit dem die Geschichte in der Ich-Perspektive abwechselnd aus Sicht der beiden Schwestern Karla (Gegenwart) und Marie (Vergangenheit) erzählt wird. Die Story entwickelt sich viel krasser, als ich durch die Begleittexte gedacht hatte. Hier wäre ein Hinweis zum Inhalt wirklich angebracht, denn neben dem Umgang mit dem plötzlichen Tod eines geliebten Menschen geht es auch immer wieder um häusliche Gewalt, die im Verlauf der Handlung unterschiedlich konkret beschrieben wird.
Ein aufwühlender Roman, langsam und stetig, tiefgreifend und sehr emotional.
Geschildert aus der Sicht von Karla und Marie, zwei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein können, aber dennoch mit einem festen Band, der unerschütterlichen Liebe zueinander, verbunden sind.
Spannende Geschichte zweier Schwestern mit besonderem Band und einem Geheimnis ...
Eine interessante Geschichte über zwei Schwestern, die eine besondere Verbindung hatten, eigentlich. Doch ein kleines Geheimnis blieb zurück, das herauszufinden galt und gleichzeitig den Tod der Schwerter zu betrauern & verarbeiten.
Einfacher Schreibstil, schön wegzulesen. Zwischendurch wurden gewisse Gedankengänge mehrfach thematisiert und ausgeführt, was die Geschichte zeitweise etwas langatmig machte.
Besonders mochte ich, dass es sich teilweise in Franken abspielte, da ich selbst in Franken lebe.
Alles in einem war es ein schöner Roman mit einem wichtigen Thema, das gut verpackt war und noch mehr zum Nachdenken anregte. Schaut man weg oder greift man ein?
Viel Tiefgang! Die Schwestern Karla und Marie werde ich nie vergessen 🤍
Was habe ich hier gelesen? Der Klappentext hat mich bei weitem nicht darauf vorbereitet, was in dem Buch passiert.
"Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?"
Als Marie im fernen New York stirbt, muss ihre Schwester Karla die Urne nach Hause nach Deutschland bringen. Die Familie weiß nicht ein und aus. Als Karla verstörende Bilder auf Maries Laptop findet, kann sie nicht aufhören sich zu fragen, ob sie ihre Schwester eigentlich wirklich kannte.
Wir lesen abwechselnd aus der Perspektive von Karla und Marie. Karla erzählt im Jetzt. Und Marie erzählt im Früher bis zu ihrem Tod. Allein schon diese Dynamik war sehr heftig. Der Cliffhanger, bei dem Karla die Bilder findet ist wirklich nichts für schwache Nerven.
Das ist ein Buch über Trauer und auch über häusliche Gewalt. Der Schreibstil oder ich möchte eher sagen, Erzählstil der Autorin, ist wirklich sehr besonders. Man wird absolut in die Geschichte versetzt. Man spürt New York, als Karla dort die Wohnung auflösen muss und Maries Bekannte trifft.
Ich verrate Euch logischerweise nichts über die Bilder. Und gegen Ende des Buchs gibt es noch eine Begegnung, die einen echt an der Menschheit zweifeln lässt.
Müsste ich Kritik äußern, würde ich sagen, dass für mich persönlich nicht alles ganz klar geworden ist. Nicht alle Fragen konnten geklärt werden. In dieser Art von Roman ist das jedoch nicht unüblich, man sagt dann, die Geschichte hallt lange nach. Und der Spannungsbogen wurde hier und da gestört durch Nebenschauplätze.
Auf jeden Fall kann ich es Euch empfehlen, TW habe ich ja schon ausgesprochen.
4/5⭐️⭐️⭐️⭐️
Anders als ich zunächst erwartet hatte, nachdem ich den Klappentext bzw. die Leseprobe gelesen hatte. Insgesamt aber trotzdem nicht weniger interessant.
Karla und Marie sind Schwestern. Sie leben in einem kleinen Dorf in Unterfranken. Karla arbeitet als Lokalreporterin und Marie ist Fotografin. Als sie eines Tages auf ihrer ersten Vernissage den Amerikaner Adam kennenlernt, wandert sie mit ihm nach Amerika aus. Karla hingegen zieht mit ihrer Jugendliebe Max, dem Schreiner zusammen. Beide Beziehungen laufen nicht optimal und obwohl Marie und Adam heiraten, hält die Ehe nur drei Jahre. Auch Karla trennt sich von Max und zieht in eine eigene Wohnung ins Nachbardorf. Marie hingegen flüchtet sich nach der gescheiterten Ehe nach New York und richtet sich dort ein Leben als erfolgreiche Fotografin ein. Bis eines Tages alles schief läuft und eine traurige Nachricht Deutschland erreicht: Marie hatte einen Unfall und ist verstorben. Die große Schwester muss also nun nach New York reisen und das Leben der kleinen Schwester aus deren Wohnung ausräumen. Dabei stößt sie auf verstörend seltsame Fotos, die ihr erstmal nichts genau sagen, bis sie eines Abends selbst bemerkt, was da im Nachbarhaus so alles schief läuft und zur Kamera greift.
Eine interessante Geschichte über die Höhen und Tiefen des Lebens mit all' seinen Facetten. Und der Frage: "Wie nah stehe ich eigentlich den Menschen, von denen ich dachte, dass ich ihnen nah stehe?"
Lässt einen mit vielen Gedanken zurück. Darüber, was wir uns so alles nicht erzählen..
"Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?“
Es ist schon lange her, dass ich So wie du mich kennst lesen durfte. Dank Jellybooks habe ich das E-Book schon im Januar 2021 zur Verfügung gestellt bekommen. Bis Ende März musste ich die Klappe halten, durfte noch nicht mal erwähnen, dass ich das Buch schon gelesen habe. Und jetzt darf ich im April endlich meine Rezension veröffentlichen!
In So wie du mich kennst geht es um Karla und Marie, zwei Schwestern, die sich sehr nahestehen. Karla lebt weiterhin in ihrer Heimat, dörflich, in Deutschland. Und Marie lebt in New York, auf einem anderen Kontinent, und ist erfolgreich in ihrem Job. Doch dann stirbt Marie bei einem Unfall, und Karla fliegt in die USA, um ihre Wohnung aufzulösen. Dabei stößt sie auf Fotos, die Karlas Bild von ihrer Schwester ins Wanken bringen. Kannte sie ihre Schwester überhaupt?
Das Cover finde ich einerseits ansprechend, aber andererseits erinnert es mich sehr an das Cover von City of Girls von Elizabeth Gilbert, was in den 1940ern spielt. Und genau den Eindruck vermittelt das Cover auch: dass es in einem entfernten Jahrzehnt spielt. Dabei spielt es in der Gegenwart, also in den 2020ern. Ich kann mir vorstellen, dass viele von dem Cover eine falsche Vorstellung von dem Buch haben und gar nicht erst den Klappentext lesen werden, was sehr schade wäre!
Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Karla und Marie geschrieben; bei Marie ist es natürlich vor ihrem Tod, und bei Karla danach. Ich fand die Perspektive von Marie deutlich spannender. Ich mag Bücher, wo man weiß, dass etwas Schlimmes passieren wird (hier also Maries Tod), aber man noch nicht genau weiß, wie und warum es passiert.
Man begleitet Karla und ihre Familie im Prozess der Trauerbewältigung und merkt, dass alle unterschiedlich damit umgehen. Jeder hat seine Methoden, jeder braucht unterschiedlich lang Zeit. Es vermittelt ein unglaublich realistisches und „raw“es (pur? roh? Ich finde grade kein passendes deutsches Synonym) Bild von Trauerbewältigung und ich konnte da richtig mitfühlen.
Durch den Perspektivwechsel weiß man ungefähr, was Marie gemacht hat und wie es ihr ging, und kann es mit Karlas Folgerungen vergleichen. Schnell wird klar: manche Geheimnisse nehmen Personen mit ins Grab. Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Warum wird dieses spezifische Thema verheimlicht? Was kann man da machen? Kenne ich vielleicht selbst betroffene Personen, die es mir nicht erzählen?
Zudem fand ich das Buch als gutes Beispiel für „falsche Analyseschlüsse“. In der Schule mussten wir alle doch Gedichte durchanalysieren und nach Bedeutungen suchen, aber der Autor meinte das eigentlich ganz anders, und kann es uns nicht mitteilen. So ist es bei dem Buch. Wir wissen, was bei Marie los war, und wir lesen, was Karla für Schlüsse zieht. Und ich wollte ins Buch rein, und Karla schütteln, und ihr sagen, wer und wie Marie wirklich ist.
Das Buch hat viele Nebenhandlungsstränge, beschreibt viele Details und zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass die Haupthandlung aus dem Fokus gerät. An manchen Stellen waren es mir zu viele Details, und an anderen Stellen fehlt mir der Tiefgang.
Insgesamt konnte mich das Buch aber zum Großteil meiner Lesezeit fesseln; ich wollte weiterlesen und habe mitgefiebert, ob Karla die Geheimnisse von Marie aufdecken kann. Der Stil ist angenehm und leicht zu lesen; ich empfinde es allerdings nicht als poetisch, wie ein paar andere Rezensent*innen.
Ich gebe dem Buch 4 Sterne und bin gespannt auf die Bücher, die Anika Landsteiner noch veröffentlichen wird! Ihr Roman „Mein italienischer Vater“ wandert direkt auf meine Leseliste – dort geht es nämlich wieder um Familiengeheimnisse.
Für mich verlor sich am Ende die Geschichte in Nebensächlichkeiten.
Karlas Leben ist stehengeblieben. Ihre Schwester und Seelenverwandte Marie ist bei einem Unfall in New York gestorben. Im Chaos ihrer Trauer fühlt sich Karla verantwortlich die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen. Doch als sie Fotos findest, muss sie sich selbst fragen, ob sie Marie wirklich so gut kannte, wie sie immer dachte.
Der Geschichte fängt sehr stark an. Man fühlt Karlas immense Trauer und begleitet sie bei ihrer Trauerbewältigung. Auch Marie erzählt ihre Geschichte in den Tagen kurz vor ihrem unerwarteten Tod. Beide waren jeweils die Stütze der anderen und man fühlte mit, was nun weggebrochen war. Je länger, desto mehr verstrickte sich aber die Autorin in Nebensächlichkeiten. Das Ende konnte mich dadurch nicht mehr richtig emotional abholen. Auch blieben einige Fragen wage offen. Da hätte ich mir einfach den alleinigen Fokus auf die Beziehung der Schwestern gewünscht.
Mein Fazit: Der Roman fängt sehr einfühlsam erzählt an und zeigt das wahre Gesicht von Trauer, die lähmt und auch wütend machen kann. Leider faserte die Erzählung aus. 3 Sterne.
Solide Story, vier Sterne wert. Flüssig erzählt. Ich habe das Hörbuch gehört und die Hörbuch Sprecherin ist super. Einen Part liest die Autorin selber. Da finde ich leider das hätte sie sein lassen sollen. Auf mich hat das sehr lahm gewirkt.
Ein mega Buch. Danke an den BookCircle von Orell Füssli für die Lese Runde. Schon wieder ein Highlight. Die Geschichte von K
Carla hat mir etwa besser gefallen im Hörbuch, als Maries "Stimme". Trotzdem, sehr berührend.
Ich habe blind reingelesen und das Buch hat mich sehr gefangen genommen. Die thematische Komplexität habe ich am Anfang gar nicht in der Form erwartet. Es gibt selten Romane, in denen ich es so gut und treffend erzählt finde, warum Betroffene sich nicht mal eben so trennen, wenn sie von häuslicher Gewalt betroffen sind.
Es stößt viele Gedanken an, was wir alle so voneinander wissen und was wir denken, voneinander zu wissen.
Karla und Marie und so viele Fragen an die Autorin
Ich habe es nicht oft, dass ich mit einer Autorin über ihr Werk sprechen möchte - doch hier würde ich gerne mit Anika Landsteiner eine Tasse Kaffee trinken!
Die Geschichte zweier Schwestern die eigentlich dachten trotz einem Ozean zwischen sich alles voneinander zu wissen.
Die Geschichte ist gut konstruiert und auch Anikas Schreibstil ist wie immer wunderschön und mit vielen Bildern versehen.
Nach dem Lesen stellte sich mir die Frage: Wie viel weiß man von einer Person - kann man überhaupt alles wissen oder hat nicht jeder seine Geheimnisse. Was verbergen wir sogar vor unseren engsten Vertrauten?
Die Autorin hat einige Dinge offen gelassen - wahrscheinlich bewusst….ich würde sie so gerne fragen!!!
Tolles Buch! Offene Fragen am Ende, jedoch existieren diese in der Realität nach dem Tod eines geliebten Menschen ebenfalls oft.
Der Schreibstil lädt unaufgeregt dazu ein, trotz des schweren Themas, sofort in die Geschichte einzutauchen.
"Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?"
Die Geschichte "So wie du mich kennst" von Anika Landsteiner erhält von mir eine Bewertung von 2/5 Sternen. Obwohl das Thema des Romans sehr emotional und dramatisch ist, gelang es mir erst auf den letzten Seiten, eine echte Verbindung zu den Charakteren und der Handlung aufzubauen. Die Idee, die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven der zwei Schwestern zu erzählen, fand ich ansprechend, jedoch war die Umsetzung leider nicht vollständig überzeugend. Der ruhige und unaufgeregte Schreibstil trug dazu bei, dass sich der Ton im Verlauf der Geschichte kaum änderte, was dazu führte, dass ich gelegentlich die Erinnerungen und Erzählungen der beiden Schwestern miteinander verwechselte.
Ich hab mir so sehr gewünscht, dass mir das Buch richtig gut gefällt. Leider hat es mich nicht gecatcht. Mir wurden zu viele Themen angeschnitten, zu wenig ausgeführt und ich hätte mir gewünscht die Protagonisten besser verstehen zu können. In diesem Buch hat sich fast alles unfertig angefühlt. Die Beziehung zwischen Karla und max, zwischen Marie und Karla, der Alison-Handlungsstrang, Karlas Erwartungen an das Leben und sich selbst, die Geschichte der Mutter und ihr Umgang damit….
Jedoch bin ich drangeblieben und wollte wissen was weiterhin passiert, wollte das Buch fertig lesen.