Eine berührende Geschichte zum Träumen und Wohlfühlen ❤️
Auch der 3. Teil der Inselgärten-Reihe konnte mein Herz berühren. Eine zauberhafte, ergreifende und lebendige Geschichte mit Tiefgang. Ich mochte vor allem die liebenswerten Buchfiguren, deren anrührende Geschichten, die bildhafte Schreibweise, die mich in ihren Bann gezogen hat! Eine Geschichte, die mich zum Nachdenken und Mitfühlen gebracht und deren Pflanzen- und Tierwelt mich faszinieren konnte. Das Buch brachte mir besondere Momente.
Die Freude ist gross, als Sila Beer erfährt, dass ihre Tante Wanda ihr den alten Hof im Oderbruch vererbt hat. Dort auf dem Hof mit dem verwunschenen Garten hat Sila die schönste Zeit in ihrer Kindheit verbracht. In der damaligen DDR mit ihrer Tante Wanda konnte sie gärtnern, pflanzen und ihre Lieblingstiere, die Bienen, beobachten. Sila fährt zu dem Hof und sofort fühlt sie sich wieder zu Hause.
Im Garten ist einiges zu tun, doch lohnt sich das vor dem geplanten Verkauf? Bei ihren Recherchen für die Gartenarbeit stösst sie auf den Blog der Lehrerin Lexi Rehling, die einen Garten für Schulkinder auf Fehmarn unterhält und betreut. Die beiden Frauen beginnen zu schreiben und sich auszutauschen und eine Freundschaft beginnt...
Die Natur steht im Vordergrund in dieser Geschichte. Es wird sehr viel gegraben, gegossen, gepflanzt, Bienen beobachtet (Tatsächlich hatte ich keine Ahnung, dass es so viele verschiedene Arten von Bienen gibt, wie hier namentlich erwähnt werden), die Fauna und Flora beschrieben und detaillierte Arbeiten rund um und im Hof beschrieben. Sehr oft sehr ausschweifend! Dabei kommt die Handlung leider teilweise zu kurz und oft hatte ich den Eindruck, es wird aufs Gerade wohl rund um die oben erwähnten Themen die Handlung vorangetrieben. Durch zahlreiche Naturbeschreibungen, viele beschriebene Tätigkeiten wie Gärtnern, Holzarbeiten und andere kreative Beschäftigungen muss man sich in dieser Geschichte lesen.
"Die Träume der Bienen" ist das dritte Buch einer Reihe rund um Inselgärten und die Geschichte ist in sich abgeschlossen.
Die zwei Protagonistinnen, Sila und Lexi, agieren in der Geschichte 238 Seiten lang unberührt und unbehelligt voneinander. Erst da ergeben sich zaghafte Berührungspunkte. Sila, die mit einer uninteressierten Mutter in der DDR und mit einem türkischen Vater, der im Westen lebte, aufgewachsen ist, war durchwegs das Aussenseiterkind. Sila lebte nur im Garten, bei Arbeiten mit ihrer Tante Wanda, richtig auf. Hier spürt man gut, wie heilsam die Arbeit in der Natur sein kann und wie Sila auch noch als Erwachsene Kraft daraus schöpft.
Ganz anders Lexi, die als Lehrerin arbeitet und meiner Meinung nach ein Nähe-Distanzproblem hat zu ihren Schülern. Sie nimmt regelmässig Schüler ihrer Klasse für ein Wochenende in ihren Garten auf Fehmarn mit. Mit Duzen und mit Uebernachtungen. Etwas, was sehr fiktiv und grundsätzlich ein No - go als Lehrerin ist. Ich finde es ja grundsätzlich schön, wie Lexi die Welt verbessern und den Kindern die Natur näher bringen will. Aber ein bisschen Realismus hätte da nicht geschadet und die Autorin hätte ihr einen anderen Beruf zuschreiben können für ihre Berufung.
Auch im dritten Band von Patricia Koelles Inselgärten-Reihe lernen wir wieder interessante Menschen kennen. Die Autorin hat ein Gespür für besondere Geschichten mit außergewöhnlichen Charakteren. Ihre Protagonisten sind Menschen mit speziellen Interessen, die sich in hohem Maße für die Natur und Umwelt einsetzen. Was sie im Verlauf der Geschichte finden, sind wunderbare Oasen, in denen nicht nur die Menschen, sondern auch Tiere Geborgenheit und Sicherheit finden, und auch Pflanzen aller Art haben ihren Platz in diesen besonderen Gärten, die entstehen bzw. wieder neu erweckt werden.
Wie schon die vorherigen Bände, so ist auch dieser Roman eher ruhig, was die Handlung betrifft. Es ist kein Spannungsroman zum Mitfiebern, sondern hier kann man sich quasi in die Geschichte fallen lassen und wird von den bunten Kissen in Lexis Garten weich aufgefangen. Ich habe mich wieder sehr wohlgefühlt an den beschriebenen Handlungsorten und mit den faszinierenden Personen, die einem im Roman begegnen. Es ist eine Geschichte zum Eintauchen und Entspannen, und auch wenn einiges vorhersehbar ist und sich manches einfach zu perfekt fügt, so hatte ich viel Freude am Roman. Was mir besonders gut gefällt, ist das viele Wissen über Pflanzen und Tiere, das die Autorin in allen ihren Romanen bereitwillig mit uns teilt. Da geht es um Tierarten, von denen ich noch nie etwas gehört habe und die durch besondere Lebensgewohnheiten herausstechen, so zum Beispiel die Schneckenhausbiene, die hier ausführlich beschrieben wird. Es gibt so vieles, was ich durch Patricia Koelles Romane schon kennengelernt habe, und während des Lesens gab es immer wieder Momente, in denen ich parallel bei Google nach besonderen Begriffen geforscht habe, zum Beispiel wusste ich bisher nicht, was eine Benjeshecke ist. Am Ende habe ich das Buch sehr zufrieden und ein ganz klein wenig klüger zugeklappt. Auf diese Weise mein botanisches Wissen zu erweitern, macht mir viel Freude. Wie auch die anderen Bände, kann man diesen Roman für sich lesen. Die Protagonisten der früheren Bücher kommen zwar zum Teil auch hier wieder in die Geschichte, werden aber eher am Rande erwähnt. Wenn man sich aber erst einmal auf die Reihe eingelassen hat, wird man sie alle lesen wollen.
Sila lebt als Künstlerin in Berlin, als sie erfährt, dass sie im Oderbruch einen alten Hof geerbt hat. Der Hof, auf dem sie aufgewachsen ist, bis sie mit ihrer Mutter in den Westen flüchtete. Unentschlossen fährt sie dort hin erinnert sich an die Gespenster der Vergangenheit und merkt auf einmal, wie gut es ihr tut, in der Natur zu arbeiten und sich um den Garten zu kümmern.
Lexi lebt unter anderem auf Fehmarn, wo sie einen Garten geerbt hat. Ihr größter Wunsch ist aber eigentlich ein größerer Garten, wo sie Projekte mit ihren Schülern machen könnte, Feste feiern und Menschen an die Natur heranführen. Durch ihren Blog lernen sich Lexi und Sila kennen und sie besuchen sich gegenseitig.
Patricia Koelle ist wieder ein wunderbarer Wellnessroman für die Seele gelungen. Man spürt ihre Liebe zur Natur und zu allem was da kreucht und fleucht. Als Leser möchte man sofort in ihre Gärten kommen, sich dort umsehen und vielleicht ein kleines Stück mit nach Hause nehmen. In diesem Buch habe ich mir auch eine Anregung herausgepickt und werde die Filzpflanztröge, die Lexi auf Fehmarn nutzt einmal in meinem Garten ausprobieren.
Ich habe das Buch wieder verschlungen und freue mich sehr, dass es im Herbst noch einen weiteren Roman zu den Inselgärten geben wird. Für mich sind diese Bücher so etwas wie ein kleiner Urlaub. Von daher kann ich das Buch nur empfehlen, wie alle anderen Bücher von Patricia Koelle auch!