Gut für zwischendurch
Die Geschichte war unterhaltsam und kurzweilig. Den Schreibstil empfand ich als flüssig, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Für eine höhere Wertung hat mir ein bisschen was gefehlt, das schwer zu beschreiben ist. Ein Fünkchen MEHR. Das Leben und die Gefühle von Julian wurden gut beleuchtet, es blieb aber trotzdem oft oberflächlich. Myra war bis zum Ende ein Mysterium (was natürlich Absicht war). Als es zur Aufklärung kam, fand ich ihr Handlungsmotiv aber etwas schwach oder zumindest wurde der Aspekt zu schnell und lieblos abgehandelt, sodass es einen faden Nachgeschmack hatte. Den "Plottwist" konnte ich mir schon sehr früh zusammenreimen (eigentlich direkt nach dem Tausch), was ich aber nicht so schlimm fand, da ich trotzdem noch wissen wollte, wie sich Julians Leben durch all das ändert. Alles in allem hat mich die Lektüre über einige Stunden gut unterhalten, aber es gab keinen Aha-Moment, keine wirkliche "Moral von der G'schicht", die ich für mich draus ziehen konnte. Ich glaube, die Geschichte hätte noch viel tiefer gehen können.



