schockierende Refletion auf Kindheitserlebnisse
ein ziemlich schockierender sehr ehrlicher und ungeschönter Bericht über eine Kindheit im Norden Frankreichs. Ich bin einigermaßen schockiert darüber das die starren Strukturen im Denken und Handeln der Menschen in einem kleinen französischen Dorf 1990 immer noch anmuten wie aus dem Mittelalter. es scheint wichtiger die gesellschaftlichen Normen einzuhalten als dem eigenen Kind Schutz und Sicherheit zu geben. Die Eltern sind sehr ungebildet und Bildung scheint in der ganzen Region auch nicht als erstrebenswertes Ziel angesehen zu werden. Kinder aus solchen dörflichen Strukturen haben es eh schon schwer sich aus den Zwängen zu lösen, die diese Gesellschaft ihnen aufdrückt, nochmal schwieriger wenn das Kind sich ständig falsch fühlt, weil es homosexuell ist. Eddy ist von Anfang an auf sich gestellt nichtmal das Elternhaus gibt im Rückhalt einfach nur schockierend. Eine Flucht aus dem Milieu scheint der einzige Ausweg und die totale Verleugnung seiner selbst um endlich so zu werden wie man es von einem echten „Kerl“ erwartet. Edouard Louis hat es geschafft die Situation sehr reflektiert zu beschreiben ohne anzuklagen und schließlich hat er auch das Dorf seiner Kindheit verlassen um der zu werden, der er schon immer war. Ein sympathischer gebildeter junger homosexueller Mann.


























