23. Feb.
Rating:3.5

Ein schönes und spannendes Buch mit tiefgründigen Aussagen. Es handelt sich hierbei um den dritten Teil der Nordsee-Trilogie - dies habe ich jedoch erst nach 200 Seiten bemerkt. Da die Teile in sich geschlossen sind, war es für mich kein Problem, das Buch zu lesen und der Geschichte zu folgen. Die dort beschriebenen Landschaften hatten etwas sehr Beruhigendes, was den Roman zu einem Wohlfühlbuch macht. An manchen Stellen hat es sich teilweise gezogen und für mich war die Geschichte des Töveree auch zu langwierig. Es gab zwar einen roten Faden, aber mir hat es am Ende auch gereicht. Ich weiß nicht, irgendwas hat mich daran gestört, vielleicht weil ich nicht so der Fan von Fantasy-Büchern und Fabelwesen bin. Mir hat auch die Romantik an einigen Stellen gefehlt, da das Geheimnis und die Vergangenheit sehr im Vordergrund stand. Auch der Epilog war meines Erachtens unnötig, zumindest von der Schreibweise. Inhaltlich war es schon ein schönes 'Happy End' - aber aus Sicht der Autorin, die plötzlich in den Geschehen ist? Das hat mir leider nicht gefallen, sodass meine allgemeine Bewertung eher schlechter ausfällt. Mir haben dennoch die Geschichten rund um die einzelnen Generationen gefallen und auch die Suche nach dem Sinn und der Lebensaufgabe der Protagonistin. Es gab zu viele einzelne Schicksale und Geschichten innerhalb des Romanes, sodass sehr viel passiert ist, aber alles etwas detaillierter und spannender hätte sein können.

Was die Gezeiten flüstern
Was die Gezeiten flüsternby Patricia KoelleFISCHER Taschenbuch
23. Sept.
Rating:5

Was die Gezeiten flüstern ist der dritte und letzte Teil der Nordsee.-Trilogie von Patricia Koelle. Hier wird nun die Geschichte von Skem und dem Töveree zu Ende erzählt und wir lernen Valerie kennen. Valerie ist in Berlin aufgewachsen, hat früh ihre Mutter verloren und ihr vermeintlicher Vater ist nicht ihr leiblicher Vater. Doch eines Tages bekommen sie und ihr Vater die Nachricht, dass ihre Mutter nicht schon vor langer Zeit gestorben ist, sondern erst vor kurzem. Erst weigert sich Valerie dem nachzugehen, aber nach einem weiteren Schicksalsschlag beschließt sie doch, die Beweggründe zum Verschwinden ihrer Mutter herauszufinden. So kommt sie erst in die Lüneburger Heide und durch weitere Hinweise auf ihren leiblichen Vater nach Amrum, wo sie rasch Bekanntschaft mit Skem Rossmonith schließt. Und hier schließt sich dann der Kreis, Skem erzählt Valerie seine Geschichte und seine Beziehung zum Törveree, scheinbar fällt es ihm bei ihr leichter, als bei seiner Familie. So erfahren wir, wie er zu dem Glauben kam, den Töveree verraten zu haben und nach und nach löst sich auch das Rätsel, warum solange keiner mehr gesichtet wurde. Und schließlich finden Valerie, Skem und seine Familie heraus, wie sie den Töveree zurück nach Amrum holen können. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen, es liest sich einfach schön und die Geschichte fliesst dahin. Das Kopfkino läuft von Anfang an und man kann den Frieden spüren, den Valerie in der Lüneburger Heide und auf Amrum erfährt. Wie bei eigentlich allen Büchern von Patricia Koelle findet man beim Lesen des Buches auch selber Ruhe und Entschleunigung. Wie immer spielt etwas Magie mit ein Thema und vor allem Lebensfreude und die Kraft, die es den Protagonisten ermöglicht auch nach schweren Schicksalsschlägen immer wieder aufzustehen und das Leben in Angriff zu nehmen. Die Autorin beschönigt nichts und gibt auch Themen wie Trauer ihren Platz, aber alles in allem scheint doch immer der positive Grundton mit durch, der dem Leser die Hoffnung gibt, dass es auch nach sehr dunklen Tagen wieder hell werden wird. Ich hoffe, dass wir in den kommenden Jahren noch mehr solcher schönen und aufbauenden Romane von Patricia Koelle zu lesen bekommen werden. Von mir eine volle Leseempfehlung!

Was die Gezeiten flüstern
Was die Gezeiten flüsternby Patricia KoelleFISCHER Taschenbuch