3. Sept.
Rating:3

3,5 ⭐️ Ich bin nicht der größte Fan von Expeditionsbüchern. Das hat allerdings ganz gut für mich funktioniert. Ransmayer arbeitet mit sehr vielen Originalaufzeichnungen der Crew (Briefe, Tagebucheinträge) und füllt die Lücken mit eigenen Gedanken. Die Aufzeichnungen sind unglaublich berührend und einprägsam. Schon tragisch unter solchen Entbehrungen das Franz-Josef-Land zu entdecken, es 800km zu bereisen, halb drauf zu gehen und festzustellen: Joa, ist irgendwie nix außer Eis, Schnee, Felsen und nen paar ausgehungerten Bären. Der zweite Handlungsstrang um Josef Mazzini passte für mich nicht so recht in diese Aufarbeitung. Konnte mit diesem Teil nichts anfangen, was mich von einer 4-4,5⭐️ Bewertung abhält. Die Schlußsequenz war toll. Hat mich dazu veranlasst noch über Payer als Maler und dessen Aufzeichnungen vor seinem Tod zu recherchieren.

Die Schrecken des Eises und der Finsternis
Die Schrecken des Eises und der Finsternisby Christoph RansmayrFISCHER Taschenbuch
9. Juli
Rating:4

Ein Ich-Erzähler schreibt über einen Mann (Mazzini) der zum Nordpol aufbrach um auf den Spuren der Weyprecht/Payer Mission zu wandeln, die zum Nordpol aufbrachen (und Kaiser-Franz-Josefs-Land 'entdeckten'). Die Verquickung von Fiktion und Original-Tagebucheinträgen nzw. Briefen ist innovativ und ergänzt sich sehr gut. Die Passagen um den Italiener Mazzini waren (für mich) nicht wirklich interessant oder spannend. Der gespannte Bogen zur Reflektion über die Literatur bzw. eines Chronisten Arbeit war interessant (Auffüllen der leeren Seiten). Ich werde kein Ransmayr Fan mehr, aber eine eigene, sehr poetische Sprache in der Literaturwelt kann man ihm definitiv nicht absprechen.

Die Schrecken des Eises und der Finsternis
Die Schrecken des Eises und der Finsternisby Christoph RansmayrFISCHER Taschenbuch