
Vertraue. Vertraue nicht.
„Tu es. Tu es nicht“, der zweite Psychothriller von S. J. Watsons, knüpft nicht ganz an die Intensität seines Debüts an. Narzissmus, Manipulation, Vertrauen und die zunehmende digitale Abhängigkeit - ein beklemmend realistisches Szenario. Der Roman ist knapp und flüssig geschrieben, getragen von einer konstant unterschwelligen Spannung ohne klassischem Höhepunkt. Stattdessen entwickelt sich ein eher schleichendes Unbehagen, was dem Text eine konstant nervöse Atmosphäre verleiht. Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse in mehreren bewusst dramatisch gesetzten, rasch aufeinanderfolgenden, wenig überzeugenden Wendungen, die dabei jedoch konstruiert wirken und emotional kaum greifen. Kein typischer Jagd- oder Hochspannungsthriller, sondern ein psychologisch geprägter, moderner Spannungsroman, der mehr von Atmosphäre lebt als von erzählerischer Wucht und der weniger auf Tempo als auf innere Unruhe und subtile Verunsicherung setzt. 4/5⭐️














