In Ungefähre Landschaft geht es um Kathrine, eine alleinerziehende Mutter Ende zwanzig. Zu Beginn des Romans heiratet Kathrine bereits zum zweiten Mal – einen Mann namens Thomas. Sie erkennt jedoch, dass sie weder ihn noch Helge, ihren ersten Ehemann, je wirklich geliebt hat. Diese Beziehungsunfähigkeit sowie ihre mangelnde Kommunikationsfähigkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman. Kathrine begibt sich auf die Suche nach einem Dänen namens Christian, der ihr während eines kurzen Aufenthalts in ihrem Dorf aufgefallen ist. Für ihn reist sie bis nach Frankreich – vermutlich in der Hoffnung, ihre innere Leere und Unerfülltheit überwinden zu können. Die Sprache ist schlicht und der Geschichte perfekt angepasst. Ungefähre Landschaft ist ein Roman für einen Nachmittag, der mich jedoch emotional nicht tief berühren konnte.
Kathrine führt ein ruhiges Leben nördlich des Polarkreises in einem kleinen norwegischen Dorf. Die Winter sind dunkel und lang, das alltägliche Leben geregelt. Sie hatte den Polarkreis nie verlassen aber sich die Geschichten der großen Welt von den Kapitänen der Trawler erzählen lassen. Als sie bemerkt, dass ihr Mann sie all die Zeit belogen hatte, fühlt sich ihr Leben plötzlich nicht mehr vertraut an. Sie begibt sich auf eine große Reise ins Ungewisse auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und sich selbst. Der Roman ist in wunderschönen, leichten Sätzen geschrieben. Die Tiefgründigkeit, die in jedem Wort über das stille einförmige Leben mitschwingt, beherrscht niemand so gut wie Peter Stamm. Eine gefühlvolle Erzählung über Flucht, Ankunft und die schwermütige Leichtigkeit des Daseins.
Hölzerne Story in passender Sprache
Ich habe unglaublich lange für dieses Buch gebraucht - ein halbes Jahr. Erst spät habe ich begriffen, dass die hölzerne, sachliche, einfache Sprache des Romans zur schlichten Hauptfigur und auch zum Schauplatz passt und sie darstellt. Besonders im letzten Viertel erkennt man mit dem Wandel im Leben der Hauptfigur auch einen in der genutzten Sprache.


